Die Süddeutsche Zeitung hat einen Artikel über eine Entlassungs-Androhung gegenüber Günther Gorenzel veröffentlicht. Der Verfasser der eMail war Anthony Power. Der Statthalter von Ismaik ist der mächtige Mann an der Grünwalder Straße 114.
Der Artikel der Süddeutschen Zeitung lautet „Sie müssen den Klub sofort verlassen. Herzlich, Anthony Power“. Dazu wählte die überregionale Zeitung ein Bild von Power, der ihn mit einer Nachbildung der M-65 Feldjacke zeigt. Eine Jacke, die von der US-Armee im Vietnamkrieg genutzt wurde. Nachgebildet wurde die Jacke von Modedesigner Ralph Lauren. An den Armeen sind fiktive Bataillonsabzeichen, auf der rechten Brust eine Nachbildung eines Fallschirmjäger-Abzeichens. Auf der linken Brusttasche hat sich Power das Wappen der Löwen aufnähen lassen, darüber steht „U.S.-R.L.“.

Anthony Power – the Beast
Power, der sich auf Instagram auch gerne mal als „The Beast“ bezeichnet ist aktiv auf Instagram. Als Anhänger des TSV 1860 München im September 2022 die „umstrittene Geschäftsgebaren Powers auf Textbannern deutlich kritisierten“, so der Wochenanzeiger, antwortete Power mit: „Just because to don´t see the Beast It doesn’t mean the Beast isn’t there. Be careful!“ (dt: Nur weil die Bestie nicht zu sehen ist, bedeutet das nicht, dass sie nicht da ist. Seid vorsichtig!). Er markierte seinen Beitrag mit den Hashtags #tsv1860, #grünwalderstadion, #beast. Dazu ließ er seine Kritiker wissen: „The problem with opinion even idiots are allowed to have them“ (dt: Das Problem mit Meinung ist, auch Idioten dürfen eine haben). Power ist das Alpha-Tier. Das Biest unter den Löwen.

Vorwürfe von Cyber-Mobbing
Instagram nutzt er zudem mehrmals für kryptische Botschaften. Der Adressat, da sind sich die Medien einig, war 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel. Von Cyber-Mobbing sprach jüngst der Wochenanzeiger. Nach dem Spiel des TSV 1860 gegen den SV Meppen schrieb er zum Beispiel: „The biggest failure of leadership is the failure to foresee“ (dt: Das größte Versagen von Führungskräften ist fehlende Weitsicht). Aus seiner Feder stammt auch die Botschaft: „It is better to tell the truth and face the punishment, than to lie and face the consequences“ (dt.: Es ist besser, die Wahrheit zu sagen und sich der Bestrafung zu stellen, als zu lügen und die Konsequenzen zu tragen).
Von einem fairen Miteinander kann da kaum die Rede sein, so der Tenor. Zumal Anthony Power als Vertreter des Gesellschafters HAM International damit immer die Geschäftsführung des eigenen Unternehmens angreift.
Wochenanzeiger: Cyber-Mobbing gegen Günther Gorenzel? – Investoren-Vertreter attackiert Sport-Geschäftsführer (wochenanzeiger.de)
Entlassungs-Androhung
Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte nun eine Reaktion des US-amerikanischen Staatsbürgers auf die Entlassung von Michael Köllner. Eine klare Drohung:
“Hi Gunther, as per you discussion with Mr. Hasan, if Kollner goes you go too. You must leave the club right away. Cordially, Anthony Power.”
zu Deutsch: “Wie mit Mr. Hasan diskutiert, wenn Köllner geht, gehen Sie auch. Sie müssen den Klub sofort verlassen. Herzlich, Anthony Power.”
Nein, Anthony Power kann Gorenzel nicht entlassen. Auch nicht in Absprache mit Hasan Ismaik. Es wäre ein Verstoß gegen die 50+1-Regel. Deshalb konnte Gorenzel die eMail durchaus ignorieren. Aber Hand aufs Herz, ist so ein sachliches Arbeiten überhaupt möglich? Ist das nicht belastend, immer derart angegriffen zu werden?
Der lautstarke Feldwebel
Ein Unternehmer erzählt gegenüber dem Löwenmagazin, dass er mit der Geschäftsführung in den Büroräumen über Sponsorenverträge gesprochen habe. Dann wäre Anthony Power hereingestürmt und hätte sich über irgendetwas mächtig aufgeregt. Auf Englisch. Um was es ging, ist nicht bekannt. Den Sponsor selbst hatte Ismaiks Statthalter ignoriert. Der wäre gleich zur Sache gekommen und lautstark geworden. Die Geschäftsführung will sich dazu nicht äußern, kann aber der Darstellung auch nicht widersprechen.
Einfluss auf die Spieler
Bei den Spielern sei Anthony Power beliebt, so heißt es auf der einen Seite. Andere wieder rum sind der Meinung, dass sie schlichtweg vor dessen körperlicher Präsenz eingeschüchtert sind. Vor dem Mann, der gerne auch mal den Kraftraum des TSV 1860 München ganz für sich alleine nutzt und laute Musik laufen lässt. Der wie ein General am Spielfeldrand steht und das Training kritisch beäugt, sich auch mal einen Spieler zur Brust nimmt. Vor allem aber, der körperlich präsent ist. Und gleichzeitig gegen die sportliche Führung wettert. Kann das für eine Mannschaft gut sein?

Anthony Powers Rolle bei den Löwen? Er ist eigentlich Geschäftsführer der TSV 1860 Merchandising GmbH. Er soll sich dem Vernehmen nach aber immer mehr ins operative Geschäft einmischen. Weil er selbst Geschäftsführer Sport sein möchte, heißt es seit einiger Zeit. Bestätigt hat er das nie. Aber die Cyber-Mobbing-Vorwürfe gegen Gorenzel sind nun mal nicht aus der Luft gegriffen. Es heißt, dass Gorenzel im Sommer 2022 Klartext gesprochen haben soll. Power solle sich nicht in Vertragsverhandlungen einmischen. Seit dem ist Gorenzel wohl unten durch. Und Feind Nummer 1 von HAM International.
Und Saki Stimoniaris, Aufsichtsratsvorsitzender der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA macht es nicht einfacher. Er gibt Power als quasi Schützenhilfe. „Nach wochenlanger Suche“ sei es der Geschäftsführung gelungen, einen Nachfolger zu verpflichten. Der Aufsichtsratsvorsitzende tritt der Geschäftsführung damit in aller Öffentlichkeit sprichwörtlich kräftig gegen das Schienbein.
Titelbild: imago images

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