Hasan Ismaik

Hasan Abdullah Mohamed Ismaik (arabisch: حسن عبد الله إسميك) wurde laut Wikipedia am 14. August 1977 in Kuwait geboren.1

Seine Familie kommt allerdings laut Ismaik ursprünglich aus Palästina. Sein Vater Hajj Abdullah Ismaik floh im Jahr 1967 aus der palästinensischen Stadt Qalqilya. Die Stadt wurde von der israelischen Armee erobert und die Bevölkerung vertrieben. Abdullah Ismaik floh laut den Angaben seines Sohnes nach Jordanien und studierte dort wohl in der Universität / am arabischen Sprachinstitut. Er reiste von dort dann weiter in den Jemen, nach Libyen und schließlich nach Saudi-Arabien, wo er lange arbeitete und lebte.2 Laut deutschen Medien besuchte Hasan Ismaik in Saudi-Arabien die Schule.3 Es ist zu vermuten, dass während Ismaiks Kindheit die Familie dort lebte.

1991 flüchtete die Familie dann laut Ismaiks eigener Aussage aufgrund des Golfkrieges nach Amman, Jordanien.4 Ismaik dürfte dann 14 Jahre alt gewesen sein.

Laut eines Interviews soll Ismaik in Amman Betriebswirtschaftslehre studiert haben.5 Die Informationen steht so auch auf Wikipedia. Laut der Plattform „manhom.com“ hat Ismaik dann einen BA in International Business Administration von der Al-Mustansiriy Universität in Bagdad (Irak) erhalten.6 Wann er den Abschluss gemacht hat, ist nicht bekannt.

Um 1997 soll Hasan Ismaik geheiratet haben. Zumindest erläutert Ismaik gegenüber der Bild, dass er mit 20 Jahren geheiratet hat.7

Zwischen 1997 und 1999 soll es laut arabischen Medienberichten mehrere Haftbefehle gegeben haben. Auch die Süddeutsche Zeitung berichtete 2012 von Haftbefehlen, der Beantragung einer Auslieferung wegen angeblich falscher Identität, ungedeckter Schecks und Urkundenfälschung, ohne näher darauf einzugehen.8 Einige Medienberichte zu den Fällen scheinen wohl gelöscht worden zu sein. Die damaligen Fälle wurden von den dortigen Zeitungen allerdings 2014 im Rahmen der Berichterstattung zum Militärputsch in Ägypten sowie 2021 im Rahmen der Berichterstattung über Ismaiks Vorschlag zu Annektierung Palästinas durch Jordanien wieder thematisiert.

Nachdem es mehrere Haftbefehle gegeben haben soll, soll Ismaik nach Abu Dhabi geflohen sein. Die Zeitung Aljomhoor berichtete, dass der einstige Geheimdienstchef der Fatah, Muhamad Dahlan, Ismaik dem Kronprinzen von Abu Dhabi vorgeschlagen haben soll, um ihn angeblich für Geldwäsche und Finanzierung von Staatsstreichen oder ähnlichen Finanzierungen im Rahmen des Arabischen Frühlings einzusetzen. Welche tatsächliche Rolle Ismaik in Abu Dhabi während 1999 und 2011 hatte, ist nicht bekannt. Er selbst erläuterte in Deutschland, er hätte vom Immobilienboom 2007 profitiert und wäre so zu Geld gekommen.

Am 30. Mai 2011 wurde der Kooperationsvertrag9 zwischen Hasan Ismaik und dem TSV München von 1860 e.V. unterzeichnet. Ismaik erwarb damit 60 Prozent an der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA.10 Ismaik zahlt 18,4 Millionen Euro, erhält 60 Prozent an der Profifußball-Firma, aufgrund von 50+1 allerdings nur 49 Prozent der Stimmen.

Im August 2011 beschloss laut mehreren arabischen Medien angeblich die Staatsanwaltschaft von Amman aufgrund des Verdachts von Geldwäsche Gelder in Höhe von 100 Million US-Dollar sowohl von Hasan als auch Yahya Ismaik zu beschlagnahmen. Darüber berichtet unter Anderem Alrai11 oder die Nachrichtenagentur Gerasa12. Im März 2012 erklärte wohl die Justiz, dass sie auf eine Anklage verzichtet. Der angesehene Zentralbankchef Faris Sharaf, der zur Aufklärung der Geldwäsche-Vorwürfe gedrängt hatte, wurde entlassen. Darüber berichtete die Süddeutsche Zeitung im Dezember 2012 und berief sich auf arabische Medien.13 Der Wirtschaftsanalyst Salama Al-Darawi erklärte gegenüber Al-Jazeera, dass jordanische Beamte sowie wohl der Premierminister Ismaik nahestanden und man deshalb Sharaf absetzte.14 Auch ein Staatsanwalt stellte 2014 noch Fragen zur Ermittlungsakten der Zentralbank zum Fall von Hasan Ismaik. Antworten gab es scheinbar nicht oder wurden zumindest nicht kommuniziert.15 Bis heute wird diese Sache immer dann thematisiert, wenn Ismaik im arabischen Raum an Bedeutung gewinnt. Als er der angeblichen Geldwäsche beschuldigt wurde, hatte er bereits die Anteile am TSV 1860 München gekauft. Die Geldwäsche ist nun 2021 wieder Thema in den arabischen Medien.16

Ismaik wird von mehreren Medien und Personen beschuldigt Finanzier des Militärputsches in Ägypten im Jahr 2013 und Sabotageoperationen in Tunesien zu sein. 2014 wurde in den arabischen Medien thematisiert, dass Ismaik Partner der ägyptischen Armee und Feldmarschall Abdel Fattah Al-Sisi gewesen sein soll und versprochen hatte innerhalb von fünf Jahren eine Million Wohneinheiten für die Jugend zu bauen.17 Die Wohneinheiten wurden scheinbar nie gebaut. In der Presse wurde damals erneut die angebliche Korruption in Jordanien thematisiert.18

Das Forbes Magazin kürt Hasan Ismaik zum ersten jordanischen Milliardär und drittjüngsten Milliardär des Nahen Ostens im Jahr 2014.19

Im Juni 2014 tritt Hasan Ismaik als CEO bei Arabtec zurück. 20 Dabei soll es wohl auch Streitigkeiten mit dem regierungsnahen Aaber Investments gegeben haben.21 Dort war zu dem Zeitpunkt Mohamed Badawy Al-Husseiniy noch CEO, bekannt durch seine Anteile an der TSV 1860 Merchandising GmbH. Aaber Investements ist der Staatsfonds von Abu Dhabi.

2015 erwirbt Hasan Ismaik 37 Prozent der Aktien an Masaken Capital (Amman).

Nach dem Scheitern bei Arabtec möchte Ismaik laut Berichten in seine jordanische Firma Masaken Capital investieren und versprach dabei wohl eine Kapitalerhöhung auf 300 Millionen Dinar.22 Zur Kapitalerhöhung ist es bis heute scheinbar nicht gekommen. Viele Anleger fühlen sich geprellt.

Die Zeitung Ammon News (Jordanien) soll laut eines Berichts im Jahr 2015 Gelder aus den Emiraten in Höhe von etwa einer Million US-Dollar bekommen haben. Ammon News ist eine der wichtigsten jordanischen News-Seiten. Quellen der us-amerikanischen Zeitung „Watan“ berichten, dass das Geld wohl durch Hasan Ismaik kam, dem vermuteten „Geldwäscher“ und rechten Hand von Scheich Mansour bin Zayed. Es ging laut den Medien dabei angeblich um ein Interview mit dem palästinensischen Führer Muhammed Dahlan.23 Auch hier wird wieder erwähnt, dass Ismaik Schattenmann aus Abu Dhabi sei und ein Finanzier des Arabischen Frühlings.

2019 plante Hasan Ismaik laut eines Medienberichts scheinbar den Kauf der jordanischen Zeitung „al Ghad“. Und zwar, so die Berichte, gemeinsam mit Mohammed Dahlan.24

Ab 2020 ist Ismaik als Geschäftsmann wenig im Gespräch. Er scheint sich vielmehr auf seine Arbeit als „Denker“ und Schriftsteller zu konzentrieren. Zahlreiche Artikel erscheinen. Hierzu hatte er die Denkfabrik Strategiecs Think Tank (https://strategiecs.com) gegründet.

Im Herbst 2021 verfasst er einen kritischen Beitrag im us-amerikanischen Magazin Foreign Policy und fordert die Annektierung Palästinas durch das Königreich Jordanien.25

Die Amman Group für Future Dialogues hat die Staatsanwaltschaft aufgerufen Hasan Ismaik wegen Anstiftung zur Gefährdung der Staatsicherheit vor Gericht zu bringen.26

Artikel des Löwenmagazins

20. Oktober 2021: Ismaik als Volksverräter beschimpft – weil er die Annektierung Palästinas durch Jordanien fordert

18. August 2021: Hajj Abdullah Ismaik floh 1967 aus Qalqilya – Hasan Ismaiks Abschied von seinem Vater

28. Juni 2021: Ismaiks gemeinnützige Stiftung: Das soziale Engagement des 1860-Gesellschafters

15. Juni 2021: 1860-Gesellschafter Ismaik – Auf einen Kaffee mit dem Botschafter in Abu Dhabi

13. Juni 2021: Hasan Ismaik trifft sich mit deutschem Botschafter in Abu Dhabi

01. Juni 2021: Magazin „Tech Times“ über Abdelrahman Ismaiks Investitionsstrategie beim TSV 1860 München

26. März 2021: Inside 1860: Als Uli Hoeneß dem TSV 1860 den Investor Hasan Ismaik vermittelte

21. April 2021: Inside 1860: Ismaiks Gentleman Agreement, um die 50+1 auszuhebeln

16. November 2020: 1860-Gesellschafter Hasan Ismaik – der denkende Ökonom mit Fragezeichen

20. Februar 2020: 1860-Gesellschafter Hasan Ismaik – der denkende Ökonom mit Fragezeichen

9. Dezember 2019: Hasan Ismaiks Engagement im Bereich der Forschung in Jordanien

14. Oktober 2019: Hasan Ismaik – ein Blick auf seine aktuell aufgelisteten Finanz-Projekte

11. Juni 2019: Hasan Ismaik plant laut Medien den Kauf einer jordanischen Zeitung

7. April 2019: TSV 1860 München – Entwicklung der Beteiligung von Hasan Ismaik

8. November 2018: Enthüllungen in der schmutzigen Geschäftswelt des Fußballs: auch Hasan Ismaik wird erwähnt

3. Oktober 2018: Ein Investor mit vielen Fragezeichen: Hasan Ismaik und die arabische Geschäftswelt

5. September 2018: Löwen-Investor Hasan Ismaik gründet Forschungszentrum in Jordanien


Quellenverzeichnis


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