TSV 1860 München – Ein Verein zum Anfassen

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Die Profis des TSV 1860 München trainieren am heutigen Fronleichnam unter dem Kommando von Daniel Bierofka. Eindrücke des Löwenmagazins von der Grünwalder Straße 114.


Unsere „rasende Reporterin“ sitzt aktuell an einer Strandbar an der kroatischen Adriaküste und genießt ihren wohlverdienten Urlaub. Aktuelle Berichte vom Saisonaufgalopp am Trainingsgelände wollen wir Euch trotzdem bieten. Und Ihr könnt es mir glauben, in Vertretung für die Tami beiße ich gerne in diesen süßen Apfel. An diesem Fronleichnamsmorgen kann ich mir ehrlich gesagt gerade auch gar keine bessere Unternehmung vorstellen.

Noch schnell das Navi mit der Grünwalder Straße 114 gefüttert und los geht es. Keine 30 Fahrminuten und schon bin ich mitten in Giesing. Mit dem Blick auf das Stadion fängt es dann aber auch schon wieder an zu kribbeln. Wird Zeit, dass hier wieder der Bär steppt. Die Parkplatzsuche gestaltete sich, Ferien und Feiertag sei Dank, problemlos. Die Tische vor dem leider immer noch geschlossenen Stüberl sind bereits gut besucht. Auch hier wird es echt Zeit, dass die kleine gemütliche Gaststätte wieder ihre Pforten öffnet.

Was ist los am TG?

Kurz nach 10:00 Uhr und nur das Trainerteam und unsere Torleute auf dem Platz?! Was ist da los? Erstmal einen Überblick verschaffen. Ganz hinten trainieren die Jungs von der zweiten Mannschaft. Herr Bierofka Senior ist einer von nur wenigen Zaungästen. Auf dem Kunstrasen wird es jetzt lebhaft. Die Fußballschule beginnt mit dem Training. Die Knirpse haben gerade erst gelernt, die Schuhbänder selbständig zu binden. Der Trainer hat alle Hände voll zu tun. Er zählt laut von zehn runter und schon setzt sich die gerade noch unkontrolliert herumtollende Gemeinde kleinwüchsiger Nachwuchsspieler bereitwillig in Bewegung, um am Mittelkreis den Anweisungen des Trainers zu folgen. Und was machen die Profis?

Die tummeln sich noch im Kraftraum. Allen voran der verletzte Stefan Lex auf dem Crosstrainer. Er läuft schon wieder ganz rund und befindet sich wohl noch im behutsamen Aufbautraining. Auf dem Hauptplatz sind alle Trainingsgeräte schon aufgebaut. Das Trainergespann um Daniel Bierofka und Oliver Beer halten ihre Lagebesprechung in der Platzmitte ab. An der unteren Torlinie werden unsere Torleute um Marco Hiller und Hendrik Bonmann von TW-Trainer Harald Huber bereits gut zum Schwitzen gebracht.

Da steht eine Mannschaft auf dem Platz

So, jetzt ist es aber langsam soweit. Die ersten Profis betreten das Grün. Es ist sofort auffallend, dass ausnahmslos jeder Spieler von allen Übungsleitern per Handschlag auf dem Platz persönlich begrüßt wird. Wir sind eine Mannschaft. Botschaft beim Zuschauer angekommen. Nach einer kurzen Ansprache im Halbkreis werden die Jungs zu den ersten lockeren Laufrunden um den Platz auf die Reise geschickt. Im Anschluss gibt es Lockerungsübungen im Kollektiv, während sich Hiller, Bonmann und Co jetzt beim Torschusstraining gehörig schinden. Drei Liegestützen, schnell auf die Beine, Ball wegfausten und wieder runter in die Ecke, die nächste von Harald Huber mit Dampf geschossene Kugel aus der Ecke fischen. Langsam rührt sich hier was.

Die Feldspieler absolvieren derweil Koordinationsübungen über kleine Hürden. Seitwärtsschritt und immer schön hoch das Bein. Sieht fast nach dem Einstudieren einer Choreografie aus. Aber wir sind hier ja nicht bei „Let´s Dance“. Profifußball, Grünwalder Straße. Leute, ich steh hier äußerlich völlig entspannt, aber ich kann Euch sagen, es kribbelt schon wieder. Und die Profis geben jetzt auch mächtig Gas. Die ersten Sprints stehen auf dem Programm. Beer klatscht und die Jungs legen los, als würden sie vom Abstiegsgespenst höchst persönlich verfolgt werden. Das sieht alles schon ganz gut aus. Und die erste Trinkpause haben sie sich auch verdient. Mein Zaunnachbar ist da schon etwas kritischer: „Des hätt´s bei uns frührer ned gebn“.

Passgenauigkeit auf engstem Raum

So, nun werden die ersten Leiberl verteilt. Blau gegen gelb. Zwei Mannschaften auf engstem Raum gegeneinander. Auf der jeweiligen Auslinie, gekennzeichnet durch zwei farbige Stangen, steht Bonmann auf der einen und Hiller auf der anderen Seite. Beide müssen auf der Linie bleiben und dürfen den Ball nicht in die Hand nehmen. Sie fungieren damit lediglich als Anspielstation für die eigene Mannschaft. Es geht also darum, sich auf engstem Raum zu behaupten, Passgenauigkeit und möglichst schnell von hinten herauszuspielen.

Passspiel im Viereck

Eine zweite immer wechselnde Gruppe übt zeitgleich das Passspiel in der Bewegung im Raum um ein kleines abgestecktes Viereck. Annehmen, weiterpassen, kurz abprallen lassen, Doppelpass, Onetouch im Wechsel, zack, zack. Druckvolle und genaue Pässe auf engem Raum. Ein bekannter Trainer würde an dieser Stelle fachsimpeln: „Hier ist högschde Konzentration gefragt“.

Übungen zur kontrollierten Spieleröffnung

Jetzt geht es ans Eingemachte. Zwei Mannschaften über eine Platzhälfte. Blau auf das große Tor, in dem wechselweise Bonmann und Hiller steht. Gelb spielt „nur“ über die Mittellinie. Biero gibt klare Anweisungen, wer welche Position zu bekleiden hat und was er sich konkret von jedem Einzelnen erwartet. Mein erster Gedanke: „Eine interessante Übung vom Trainer“. Scheinbar hatte ich zu laut vor mich hingedacht. Mein Nebenmann, Familienvater zweier Söhne, merkte nur halbtrocken und hintersinnig an: „Dafür haben wir den Trainer ja ein Dreiviertel-Jahr fort geschickt“. Wir müssen beide lachen.

Trainer Bierofka erklärt Spielzüge, die er von seinen Jungs sehen will.


Um was geht es jetzt bei dieser Übung? GELB befindet sich im letzten Angriffsdrittel. Da heißt es hoch zu stehen, den Gegner beim Spielaufbau zu stören, bei Balleroberung schnell umzuschalten und den Abschluss zu suchen. Der Weg zum Tor ist nicht mehr weit. Das Ziel ist der erfolgreiche Torabschluss.
Blau steht umgekehrt im hinteren ersten Drittel und muss unter dem Druck des hoch stehenden Gegners das Spiel eröffnen. Ziel ist es, durch geschicktes Passspiel das Spiel kontrolliert zu eröffnen und Raum nach vorne zu gewinnen und die Mittellinie mit dem Ball am Fuß zu überlaufen. Immer wieder wird unterbrochen und Biero erklärt, was falsch, was gut gemacht wurde, bzw. wie man es besser machen könnte. Alle sind voll konzentriert bei der Sache.

Zweite Trinkpause. Und zum Abschluss ein Spiel auf zwei große Tore von Strafraum zu Strafraum. 8 gegen 8. Vorher gibt es natürlich die obligatorische Ansprache des Trainers im Halbkreis. Um was geht es nun bei dieser Übung? Die Positionen sind klar zugeteilt und Biero gibt engagiert Anweisungen. Es gilt schnell und sicher hinten heraus zu spielen. Die Außen sind als Anspielstationen permanent besetzt. Und immer wieder bietet sich die Gelegenheit, das Spiel mit einem kurzen Pass auf die zentrale Mittelfeldposition zu eröffnen. Dort kommt wechselweise Bekiroglu oder Dressel dem Abwehrspieler entgegen. Auf dieser zentralen Position ist es entscheidend, bereits bei der Passannahme zu wissen, wohin der Ball weiter gespielt wird. Links rum oder rechts rum. Und wenn es sein muss den Ball unter dem gegnerischen Druck einfach an den Abwehrspieler zurückprallen lassen.

Der Löwendompteur hat hier alles im Griff.

Das sieht teilweise schon ganz gut aus. Wieder ein Pfiff von Biero. Das Spiel ist unterbrochen. „Dennis, du bist frei, du wolltest den Ball haben. Schrei, mach dich bemerkbar.“ Und weiter geht es. Doppelpass, Abschluss, rein in die Kiste. So muss das aussehen. Lex ist jetzt auch auf dem Platz. Das heißt, er liegt am Spielfeldrand und beobachtet das Treiben auf der grünen Wiese aufmerksam. Mit einem Eisbeutel kühlt er sein Sprunggelenk. Sicherlich nur eine Vorsichtsmaßnahme nach der leichten Trainingseinheit. Die vollständige Genesung nach Riss des Syndesmosebandes wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das Vormittags-Training ist zu Ende. Um 15:00 Uhr steht bereits die nächste Einheit auf dem Programm.

So nun ist das Vormittags-Training beendet. Die Tore werden zurück auf die Torlinie getragen, noch ein Schluck aus der Pulle und die Spieler gehören für einen Augenblick den Fans. Viele Kids der Fußballschule vom Nebenplatz warten bereits mit leuchtenden Augen und einem Edding in der Hand. Auch die Kinder meines Nebenmannes von eben am Zaun wollen ein Foto mit den Spielern machen und die ein oder andere Unterschrift ergattern. Alle Wünsche werden bereitwillig erfüllt.

Kapitän Weber erfüllt bereitwillig Autogrammwünsche.
Die Spieler zum „Anfassen“.

Ich nutzte die Gelegenheit dann auch noch, um mich persönlich bei Stefan Lex zu bedanken, der im vergangenen Herbst die Unterschriften aller Spieler auf einem Trikot besorgte, welches mir zu meiner Überraschung von meinen Freunden zum Fünfzigsten geschenkt wurde. Ein kurzer Händedruck. „Gern geschehen“. Der TSV 1860 München, ein Verein zum Anfassen.

Ich kann an dieser Stelle nur jedem empfehlen, dem es möglich ist, schaut vorbei an der Grünwalder Straße 114. Wenn das Löwenstüberl dann auch irgendwann wieder bewirtet sein wird, um so besser.

Unsere Empfehlung

 

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Im Grünwalder Stadion

Keine andere Band hat Löwen-Stadionlieder mehr geprägt als Lustfinger. Vor allem "Löwenmut" darf im Sechzger Stadion nicht fehlen. Nun hat die Punk-Band sich mit dem Kabarettisten Roland Hefter zusammengetan und ein neues Lied rausgebracht. Im Stadion wurde es bei den letzten Heimspielen bereits gespielt. Wer Amazon Music hat, der kann den neuen Song "Im Grünwalder Stadion" von Lustfinger & Roland Hefter kostenlos abspielen. Als Download kostet das Lied lediglich 1,29 Euro.

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