Seit Sonntagabend dreht sich beim TSV München von 1860 fast alles nur um ein Thema: das vorgeschlagene Finanzpaket von Investor Hasan Ismaik. Das Präsidium lehnt dieses Paket bereits ab bevor es im Aufsichtsrat zur Sprache kommt. Bekanntermaßen ist die Auslegung der Presse immer auch mit einer persönlichen Note des jeweiligen Autors versehen. Doch es gibt eine offizielle Stellungnahme des Präsidiums, unterzeichnet von den drei Präsidiumsmitglieder.

Stellungnahme des TSV München von 1860 e.V. zum „Paket“

Die Verantwortlichen des TSV München von 1860 e.V. haben das durch eine Pressemitteilung am 3. Juni 2018 seitens unseres Mitgesellschafters kommunizierte „Bündel an Maßnahmen, die den TSV 1860 sportlich und wirtschaftlich erfolgreich machen“ sollen, geprüft.

Wir begrüßen ausdrücklich sämtliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Gemeinnützigkeit des e.V. und danken insoweit unserem Mitgesellschafter für seine Mitwirkung bei der Umsetzung der dafür erforderlichen Schritte. Weiter bestätigen wir dankend die bedingungslose Stundung sämtlicher Darlehen, wie in der letzten Aufsichtsratssitzung beschlossen und kommuniziert. Gerade dieser Schritt ist alternativlos, um eine Insolvenz der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu vermeiden.

Wir danken in diesem Zusammenhang ausdrücklich auch unserem Sponsor und Partner „die Bayerische“, die mit einem Sanierungsdarlehen im vergangenen Sommer, nach einer desaströsen Saison und nach dem unnötigen, durch die Nichteinhaltung finanzieller Zusagen erzwungenen Abstieg in die Regionalliga Bayern, dem Klub die Treue gehalten und die Fortführung ermöglicht hat. Insoweit sehen wir keinen Anlass, dieses bislang zur Sicherstellung der Liquidität bereitgestellte und noch nicht abgerufene Darlehen durch ein weiteres Darlehen unseres Mitgesellschafters zu ersetzen, das einer Zweckbindung unterliegen soll.

Entgegen dem Eindruck der Pressemitteilung unseres Mitgesellschafters stehen nach derzeitigem Stand keine weiteren für die Stärkung der Mannschaft in der 3. Liga einsetzbaren Mittel zur Verfügung. Um aber das gemeinsame Ziel sportlichen Erfolgs in der wettbewerbsintensiven 3. Liga zu erreichen und die entsprechende Planung der sportlichen Leitung unter Führung von Günther Gorenzel und Daniel Bierofka zu unterstützen, werden wir die Geschäftsführung anweisen, ein bislang nicht abgerufenes, aber noch verfügbares Darlehen unseres Mitgesellschafters in Höhe von Mio. € 3,856 anzufordern und diese Mittel entsprechend zielgerichtet einzusetzen.

In diesem Fall benötigen wir weder mögliche Transfererlöse durch Weiterverkäufe von Ex-Spielern noch eine als Alternative vorgesehene, noch vollständig unbestimmte, Finanzierung durch unseren Mitgesellschafter.

Wir freuen uns auf die Diskussion unseres Alternativvorschlags, der das gemeinsame Ziel einer positiven sportlichen Zukunft unseres TSV München von 1860 verfolgt, in der nächsten Aufsichtsratssitzung.

Robert Reisinger

Robert Reisinger

Hans SitzbergerHans Sitzberger Heinz Schmidt

Heinz Schmidt

 

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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buergermeister

Kann mir mal jemand erklären warum die 3.8 millionen damals eigentlich nicht gefehlt haben? Sonst hätte man ja gleich kein Darlehen benötigt!?

konterhoibe

Zu der Zeit wurde Schindler für ungefähr diese Summe zu Huddersfield transferiert, zumindest grob. Scheinbar hat man dadurch dann den Aigner Transfer selbst gestemmt und das Darlehen bisher nicht angefasst.

buergermeister

2.2 Millionen waren das. Für mich ist das nicht transparent so wie viele andere Sachen auch.

konterhoibe

Kein Verein der Welt wird seine kompletten Finanzen offen legen, allerdings gibt es ja immer den Wirtschaftsbericht, in dem auch unsere Darlehen aufgelistet sind.

Transparenz ist wichtig, aber auch im “normalen” Wirtschaftlichen Bereich gibt nie jemand alle Infos raus, alleine schon weil dies teils Strafbar wäre.

Abgesehen davon, wir hatten damals auch noch durch verschiedene Transfers von Ex-Spielern (Volland etc.) ein wenig Geld bekommen, darüber dürfte dann auch eine Finanzierung von Aigner möglich gewesen sein.

Der Witz ist ja das wir, wenn wir nicht die Schulden von HI aufgedrückt bekommen hätte, durch den Abstieg vermutlich Finanziell gar nicht mehr so schlecht da stehen würden, auch wenn natürlich keine großen Sprünge möglich wären.

buergermeister

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -15.658.302,79
sowas meine ich z.B.

buergermeister

Ja finde ich im Moment auch gut, dass sie solide wirtschaften. Die Jahre davor auch vor HI wurden halt jedes Jahr schulden gemacht.

sechzig

Weil es beim TSV 1860 München schon seit Wildmosers Zeiten an Transparenz gefehlt hat, ganz einfach…jeder macht sein Ding und schaut dass der andere blöd da steht.

konterhoibe

Wenn du schon Wildmoser bringst. Mit seinem handeln hat er uns ja erst in die Position gebracht das ein Investor nötig wurde. Er hat immer die Löcher gestopft, die er Verursacht hatte und alle anderen waren ja Idioten und nur er weiß es besser. Erinnert das an jemanden?

buergermeister

Es wird kein Geld geben. Dann müssen sie halt mit dem 3 Mio Etat spielen!

tomandcherry

@ Buergermeister

Ja, dann müssen sie halt mit dem 3 Mio. Etat spielen. Was auch sonst?

Im Übrigen sagt die Etat-Höhe relativ wenig über die sportlichen Perspektiven einer Mannschaft aus.

Sonst hätte es Regensburg vor einem Jahr auch niemals in die Relegation zur 2. Liga schaffen dürfen – und dabei einen Etat-mäßig überlegenen Zweitligisten ausschalten.

Vielleicht ist es sogar besser mit “geringen Mitteln”, dafür aber bodenständiger und realistischer Arbeit zum Erfolg zu kommen, als sich von einem Geldgeber abhängig zu machen, bei dem man nicht einschätzen kann, ob sich seine Laune zwischen 12:00 Uhr und Mittag drei mal ändert?

Ich bin zwar der Meinung, dass es bis in die Bundesliga nur mit entsprechender Kapitalausstattung gehen kann, aber dass auch finanziell großzügig alimentierte Bundesligisten scheitern können, haben zuletzt Mannschaften wie Hamburg oder Wolfsburg bewiesen.

serkan

Warum eigentlich nicht? Stimoniaris hat doch angekündigt, die Wünsche von Bierofka und Gorenzel zu 100% zu erfüllen. Jetzt kann er beweisen was seine Worte wert sind. Du weißt es schon?

pele60

Wenn der VR dagegen stimmt 50:1 ist HI aus dem “Schneider”. Dann macht Reisinger seine Geldquelle auf.

serkan

Ich verstehe leider nicht was du mir sagen willst? Ich finde die Idee, ein bereits von HI bewilligstes aber nie ausbezahltes Darlehen zur Finanzierung heranzuziehen, schlüssig. Das Geld muss doch jetzt fließen, damit das mit Bieros Verstärkungen noch was wird. Oder was glaubst du wie lange man zeitlich noch warten kann? Was hindert HI seine Zusage einzuhalten? Er könnte sich dadurch in ganz anderem Licht präsentieren.

sechzig

Dennoch widerspricht das Präsidium mit seinem Handeln ihrem Credo, weitere Schulden bei Hi zu machen. Es is immer noch eine Unterschied, ob dieses nur genehmigt oder auch abgerufen ist…jetzt muss es zurückgezahlt werden.

friedberger

Die Schulden bzw. das Darlehen sind doch eh schon vereinbart… von daher sind es keine neuen Verbindlichkeiten

buergermeister

Ja das sind quasi vorher unbekannte Schulden. Aber man könnte sie auch zum tilgen verwenden. Also sind es neue Schulden.

konterhoibe

Man würde dann Schulden mit neuen Schulden begleichen, das ist ja als würde ich immer wieder einen neuen Kredit aufnehmen um den letzten abzuzahlen, das ist ein Teufelskreis der immer nur mehr Schulden generiert.

Sollten die 3.8 Millionen wirklich abgerufen werden muss man diese allerdings natürlich nicht nur in die Manschaft investieren, da gibt es sicher auch andere Möglichkeiten wo diese evtl. genutzt werden könnten, evtl. natürlich auch zur Tilgung, insofern das dann überhaupt Sinn machen würde.

Stefan_Kranzberg

Und warum macht der Herr Superfan Ismaik eine weitere Zahlung davon abhängig, ob der Weigl-Transfer zustande kommt? Wieso geht er nicht in Vorleistung und lässt sich das Geld zurückzahlen, wenn Weigl tatsächlich nach Paris wechselt?

pele60

Dann wäre der Etat 3. Liga auch so in trockenen Tüchern.

tomandcherry

“Wir freuen uns auf die Diskussion unseres Alternativvorschlags,…”

Das liest sich fast schon provozierend, denn wie diese Diskussion(en) ausfallen werden, kann sich jede(r), die/der sich seit geraumer Zeit mit dem TSV 1860 München und seiner “unheilvollen Allianz” beschäftigt, lebhaft vorstellen.

Auch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit RR ein Präsident an der Spitze unseres Herzens-Vereins steht, der sich nicht zum Erfüllungsgehilfen des Mehrheitsgesellschafters degradieren lassen wird.

“Klare Kante zeigen” bzw. “(s)eine Meinung vertreten und nicht beim geringsten Widerstand einknicken” könnten helfen, 60 München mittelfristig wieder in ruhigere Gewässer zu führen.

Schade, dass Herr Ismaik scheinbar immer noch nicht verstanden hat, was “gemeinsam” eigentlich bedeutet.

m1i8c6h0l

Ich kann nimmer! Is das geil . Robert is der beste präsi aller Zeiten ! Man kann seine Arbeit für den tsv nicht genug würdigen ! ZDF —> zahlen ; Daten ; Fakten !!!

Danke

Grüße aus plattling

reinhard-friedl

Nur so geht´s mit einem Mitgesellschafter der meint, dass alle nach seiner Pfeife tanzen müssen und nur er bestimmen kann, wann er Zeit hat sich mit 60 zu beschäftigen. Vielleicht kommt er ja zur Einsicht und wandelt seine Darlehen in Genuss-Scheine um, damit jemand ihm dann 20 – 25 % hierfür bieten kann, damit dieses “schwarze ” Kapitel beendet werden kann.

juergen

sehr gut 🙂
Soll sich der Mitgesellschafter mal dran gewöhnen, dass er nicht (mehr) alles mit dem eV machen kann.
Reisinger & Co machen einen super Job!

Stefan_Kranzberg

Der Reisinger ist echt die coolste Sau vom TSV.