Das Lied “Scheiß auf den Scheich, …” polarisiert und nicht jeder Fan findet den Text und die Verwendung des Liedes in Ordnung. Doch dass sehr viele Fans damit auch in Nürnberg ihren Unmut gegen den Investor äußern, ist nun mal Realität. Nicht jeder singt mit, doch gerade in Nürnberg stimmten viele mit ein.

Jüngst äußerte sich Saki Stimoniaris im Namen von Investor Hasan Ismaik. Und nutzt dabei eine neue Strategie. Nicht Facebook ist der gewählte Kanal, sondern eine offizielle Pressemeldung. Das wirkt professioneller. Der Inhalt der Botschaft wird wohl kaum die Fans zufrieden stellen. Der Investor möchte, dass man die Verträge mit Daniel Bierofka verlängert. Das ist nicht neu. Bierofka wird als zentrale Identifikationsfigur gesehen. Auf diesen Zug springt man damit erneut auf. Doch es bringt auch die Gefahr mit sich, dass die Fans genervt werden durch den ständigen Fokus auf Daniel Bierofka.

Eine Annäherung zwischen den beiden aktuellen Fanlagern wird es wohl kaum geben. Doch weder der Wunsch nach einer absoluten Alleinherrschaft durch einen Investor, noch die vollkommene isolierte Anti-Kommerzialisierung ist der richtige Weg. Es ist durchaus befremdlich, dass der eine oder andere Fan jeglichen Kommerz vollkommen ablehnt und dies mit einem IPhone kund tut. Klar ist: Der e.V. gehört geschützt und für die Profi-Mannschaft bedarf es einen gesunden Weg. Gerade auch die Diskussion um 50+1 ist wichtig. Geschützt gehören vor allem auch die Vereine, die unter der Voraussetzung durch 50+1 geschützt zu sein Verträge unterschrieben haben und bei einem Wegfall der Regelung die komplette Kontrolle verlieren würden. Der Wegfall von 50+1 ist für Vereine, die noch nicht die Mehrheit ihrer Aktien verkauft haben, im Grunde auch kein Problem.

Was denkt Ihr über das aktuelle Verhältnis der Fans zum Investor?

 

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Stepanek
Leser

Also mich persönlich stört das Lied nicht, es ist ja ein Teil unseres Grundrechts auf freie Meinungsäußerung. Aber besonders originell finde ich es trotzdem nicht, da auch immer in Abrede gestellt werden kann, dass es viele Fans waren die gesungen haben.

Das Lied soll aber doch eine Botschaft an HI richten, nur kommt die auch so deutlich an? Die Fans sollte doch mal deutlicher und wiederholend HI klarmachen, was sie von ihm und seinem Aktionen halten! War von ihm nicht eines seiner Versprechen, dass er sich zurück ziehen wird, wenn ihm die Fans klarmachen, dass sie ihn nicht mehr haben wollen.

Also dann machen wir ihm das mal unmissverständlich klar, immer und immer wieder! Liebe Stimmungsfans lasst Euch mal was einfallen.

bla1860
Leser

Was ich an der “Scheich-Lied-Diskussion” eigentlich so ziemlich den wichtigsten Punkt finde, und den hat bisher nur Klothilde angesprochen, ist folgender:

Das Lied wurde eben nicht von den Vorsängern angestimmt und “vorgegeben”, sondern es hat einfach irgendwo mitten im Block bei irgendwelchen “Normalos” angefangen und sich dann recht schnell in der Kurve verbreitet.

Die Ultras haben da soweit ich das gesehen hab zumindest anfangs nichtmal alle mitgemacht sondern warn im Gegenteil erstmal bisschen “genervt” dass was anderes gesungen wurden als sie geplant haben (war jetzt meine Interpretation aus Mimik etc) haben dann aber gemerkt wie viele es singen und dann eben auch mit eingestimmt.

Das finde ich von daher wichtig, da ja immer wieder so getan wird als ob das a) nur ein paar wenige wären (was dann in Nürnberg endgültig widerlegt wurde), und b) als ob das von den Ultras vorgegeben werden würde und alle die mitmachen Mitläufer ohne eigenen Meinung sind.

Wer regelmäßig in der Kurve ist weiß dass die Ultras das “Scheich Lied” in dieser Saison so wirklich angestimmt eigentlich nur bei der großen 50+1 Aktion und im Spiel gegen Chemie Leipzig haben.

Ansonsten hat sich das eigentlich immer einfach so entwickelt und ausgebreitet und kam eben NICHT von den Ultras.

Übrigens selbiges gilt für das “Jeder Rote ist ein Hurensohn”.

Auch das kam nicht von den Ultras. Und auch da waren die Ultras eher genervt und haben nichtmal mitgemacht (ich btw auch nicht, weil ich das auch langsam affig finde).

Das hat sich auch nicht gegen den FC Bayern gerichtet sondern wurde halt von ein paar Leuten angestimmt weil die Clubberer rote Trikots hatten. Und dann haben ein paar (wenige warns nicht aber auch nicht ansatzweise so viele wie beim “Scheich Lied”) mitgemacht.

Ich fand/finde das Lied ja auch ganz nett. Aber halt nur wenns gegen die Roten geht.
Mittlerweile wird das ja ständig gesungen und eigentlich immer wenn der Gegner rote Trikots hat.
Das war vlt 1,2 mal ganz witzig.. aber vor allem wenn man gegen jemanden spielt mit dem man “cool” ist (was bei Nürnberg ja der Fall ist), dann find ichs eher affig da mit “Jeder rote ist ein Hurensohn” anzufangne.
Und wie gesagt, das geht den Ultras auch so. Die haben eigentlich alle die Augen verdreht als das gesungen wurde.

Das Problem ist, dass Leute die sich in der Fanszene und Kurve nicht auskennen sofort denken “ach die beiden Lieder.. das warn sicher die Ultras, die interessiert das Spiel ja eh nicht, sondenr nur gegen Hasan und die Roten”.

Das ist aber schlicht nicht so gewesen.

BruckbergerLoewe
Leser

Das Investment von Hr.Isamik ist auf dem Nullpunkt angekommen, daher ist es unwahrscheinlich , dass er jetzt oder in naher Zukunft seine Anteile verkaufen will oder wird.Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass ein neuer Investor,Sponsor oder wie man Ihn auch immer nennen will , Hr.Isamik seine Anteile zu einem Ihm vernünftig erscheinenden Preis abkaufen kann bzw. wird.
Auch wenn man sich schwer tut, so muss man doch wenigstens versuchen , mit der Investorenseite vernünftig zusammenzuarbeiten.
Eine Insolvenz und somit einen Neuanfang in der Bayernliga wird es nicht geben , obwohl es vielleicht die bessere Alternative wäre.

Irgendeiner muss den ersten Schritt aufeinander zutun , es geht um Sechzig und nur um Sechzig !

3und6zger
Leser

Trotz berechtigter Kritik am Investor ist das Lied “Kindergarten” und passt dazu, dass man auf der Tribüne bei Temperaturen um 0 Grad Bier von hinten abbekommt, weil einige Intelligenzlöwen meinen, ihre Becher schmeissen zu müssen. Wenn man seine Dummheit in vielen Aktionen so deutlich zeigt (Sonderzug demolieren), dann wird man halt nicht mehr für voll genommen und die Kritik wird durch den Kritiker selbst ad absurdum geführt.
Und Herr Ismaik braucht sich darüber nicht beschweren. Im Dezember 2015 spricht er noch von Verschwörung und daß sich Leute an seinem Geld bereichert haben. Anzeige erstattet er aber nicht, da wie immer nur Anschuldigungen und Schuldzuweisungen wahrscheinlich ohne Beweise, kurz heisse Luft, rausgehauen wurden. Spätestens im Januar 2016 hat er dann das Ruder komplett übernommen und Casalette war dafür da, die Entscheidungen des großen Zampano zu erklären. Nach eigenen Aussagen hatte Hr. Ismaik bis Dezember 2015 38,3 Mio € “investiert”. D.h. wenn es jetzt 70 Mio € sein sollen, wurden seit anfang 2016 32 Mio. € verheizt, die die KGaA jetzt auf dem Schuldenkonto hat. Ich lasse mir nicht nehmen, daß davon kein einziger € ohne Placet aus Abu Dhabi oder von seinen Statthaltern hier (“Sportchef” GF Noor Basha) ausgegeben wurden. Jetzt also auf die Vereinvertreter in den Gremien zu zeigen oder zeigen zu lassen, ist erbärmlich. Wenn man glaubt, daß 11 zusammengekaufte Spieler oder ein “Welttrainer” eine Mannschaft bilden können, hat man halt vom Fußball keine Ahnung und sollte in Dinge investieren von denen man was versteht oder Experten einstellen.
Aus den zugänglichen Quellen hab ich mal eine Tabelle über die Kohle zusammengestellt:

Ismaik Darlehen.gif
Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Meiner Meinung nach sollte die Ablehnung gegenüber Ismaik noch viel deutlicher zum Ausdruck gebracht werden.

In UK oder Italien werden unseriöse Investoren namentlich zu jedem Spieltag mit Transparenten “angezählt”.

Auf Dauer seinen Namen so negativ in der Presse zu lesen und solche Bilder verbreitet zu sehen kann eine Verkaufsentscheidung beeinflussen.

Die Nummer “ich halte in Ruhe meine Aktien und warte ab” sollte man ihm nicht durchgehen lassen.
Dieser Weg bringt 1860 nicht voran, im Gegenteil, eine schnellstmögliche Trennung könnte der zusätzliche Treibstoff für den Neuanfang sein.

Im Moment sitzt leider der Bremser noch mit an Board.

Alexander Schlegel
Leser

Ich vertrete dieselbe Position wie im Artikel geschildert: wir müssen natürlich aus der 4. Liga raus, das ist einfach ein Witz, wenn ein Verein wie der unsrige im S-Bahn-Einzugsgebiet seine Auswärtsspiele bestreitet. Und das meine ich keineswegs negativ gegenüber Vereinen der Regionalliga Süd, vor denen ich, gerade auch durch die Erfahrungen in dieser Saison, wirklich nur den Hut ziehen kann. Das ist wirklich prima, was da mit Engagement und Herzblut auf die Beine gestellt wird. Da hat auch jeder Löwenfan höchsten Respekt, denke ich.

Dennoch haben wir in dieser Liga nichts verloren, auch wenn ich das Treiben um die totale Kommerzialisierung im Profi-Fußball mit all seinen Auswüchsen inzwischen auch sehr kritisch sehe. Aber wir müssen uns aber eben auch vor Augen führen, wer uns dahin gebracht hat. Das ist eben jener Investor, der in der letzten Zweitliga-Saison das letzte Strandgut für haarsträubende Summen engagiert hat (die er als absoluten Hohnwitz der KGaA danach auch noch als Schulden anhängt), damit Schiffbruch erlitt, den Verein aus Machtkalkül ein weiteres Mal absteigen ließ und nun über seinen Sprecher verkünden lässt, dass wir uns doch bitteschön nicht in der Regionalliga einnisten sollten. Bei allem Respekt, aber bei solchen Aussagen fühle ich mich als Löwenfan nur mehr verarscht. Und zwar nach Strich und Faden.

Das derzeit unlösbare Dilemma für viele Löwenfans ist, dass man natürlich nicht in der Regionalliga bleiben möchte, aber auch auf keinen Fall mit so einem Investor an Bord Lust auf Profifußball hat. Da ist so viel verbrannte Erde inzwischen da, dass ich mir da kein gedeihliches Miteinander mehr vorstellen kann. Auch wenn ich weiß, dass in der Vereinsführung auch nicht nur Leute mit Heiligenschein sitzen.

Übrigens glaube ich nicht, dass wir hier von zwei ähnlich großen Lagern sprechen können. Die Ismaik-Fraktion ist nach meiner Einschätzung weitaus kleiner als die Mehrheit der Ismaik-Kritischen. Nur sind sie lauter. Zwar nicht im Stadion, aber online.