Ein Kommentar

Ganz ehrlich, aber es ist wohl eine der nervigsten aber auch gefährlichsten Begleiterscheinungen, dass man alles immer und immer wieder in Frage stellen muss. So richtig weiß niemand, wer hier Ehrenmann ist und wer nicht. Gestern kamen erste Informationen aus dem heute veröffentlichten Interview der Süddeutschen Zeitung mit Gerhard Mey. Und die Botschaft ist klar, laut Mey wäre Hasan Ismaik durchaus bereit zu verkaufen. Es gab bereits Gespräche.

Artikel: „Hasan Ismaik bereit zum Verkauf?“ sowie „Modell mit Ismaik wird es nicht geben

Heute das Dementi

Als hätte man es geahnt: Heute kam das Dementi von Hasan Ismaik auf Facebook. Scherzhaft hatten wir heute Nacht noch auf FB geschrieben: „Wann kommt das Dementi?“ Doch dabei wird natürlich die Frage aufgeworfen: Ist es echt? Der Account, der von ihm angeblich genutzt wird, hat rein gar nichts Seriöses. Der Süddeutschen Zeitung muss man natürlich glauben, dass Gerhard Mey tatsächlich mit den Redakteuren gesprochen hat. Alles andere wären zu wilde Verschwörungstheorien.

Zirkus in München?

Doch was ist mit Hasan Ismaik? Der Facebook-Account ist auffällig: Als Beschreibung steht dort „Zirkus in München“.* Und das schon seit längerer Zeit. Anfänglich dachten wir, es wäre ein Scherz des Pressebüros, das Herr Ismaik beauftragt hatte. Doch wer auch immer den Account nun pflegt, er wird wohl kaum diesen Fauxpas übersehen. Wie soll man so einen Geschäftsmann ernst nehmen?


* Anmerkung: Aus dem „Zirkus in München“ wurde nach Veröffentlichung unseres Berichtes rasch ein „Sportverein in München“.


Dann der Text. Wer hat ihn geschrieben? Wohl sicherlich nicht Herr Ismaik selbst. Veröffentlicht wurde er ungefähr, als es in Abu Dhabi 6 Uhr morgens war. Sonnenaufgang ist in etwa eine Stunde später. Seltsam also, dass man zu dieser Zeit reagiert hat. Ismaik muss hierfür ja sein Okay gegeben haben. Hat er sich deshalb die Nacht um die Ohren geschlagen? Bei uns war es übrigens in etwa 3 Uhr.

Wir wollen keine neuen Verschwörungstheorien aufstellen. Wir hinterfragen nur. Aber einem Account, der in seiner Beschreibung „Zirkus in München“ stehen hat, ist es sehr schwer zu glauben. Und deshalb schauen wir uns das Dementi genauer an.

Das Dementi näher betrachtet

Denn auch das wirft Fragen auf. Gerade der Satz „… dass Herr Mey mit 1860 gerne den Himmel besteigen will und die Wiederholung der Meisterschaft von 1966 plant, ist seine Sache“, klingt entweder nach Realsatire oder jemand möchte bewusst genau da einhaken, wo man Gerhard Mey kritisiert hat. Die Aussage „Der Himmel ist das Limit für 1860“ war durchaus kritisch. Weil es genau das wiederspiegelt, was viele Fans im Moment nicht wollen. Große Träumereien. Aktuell setzt man eher auf Bodenständigkeit und ordentliches Arbeiten. Seltsam wirkt auch der Satz „… er hat mir bei unserem Gespräch seine Anteile bei Webasto angeboten“. Man muss bedenken, dass Webasto ein Familienunternehmen ist. Werner Baier und Gerhard Mey gehören jeweils 50 Prozent. Beides sind Nachfahren des damaligen Gründers. Warum sollte ein Gerhard Mey seine Anteile an einen Jordanier verkaufen? Klartext wird auch nicht gesprochen. Angeblich soll Ismaik „seit Monaten mit einer herausragenden Münchner Persönlichkeit in sehr guten Gesprächen“ sein. Auch wieder eine Aussage, die uns Fans völlig irritiert zurücklässt.

Ob das Dementi nun wirklich aus der Feder von Herrn Ismaik stammt oder nicht, wir wissen es nicht. Fakt ist jedoch, dass es Ungereimtheiten gibt.

Wäre es aus der Sicht von Gerhard Mey nicht sinnvoller gewesen, erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn alles in trockeneN TücherN ist?

Interview von Mey und aktuelles Dementi von Ismaik

Was denkt Ihr über das Dementi? Wäre es aus der Sicht von Gerhard Mey nicht sinnvoller gewesen, erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn alles in trockenen Tüchern ist? Denn auch das ist eine wesentliche Frage, die wir uns stellen. Warum dieses Interview mit der Süddeutschen Zeitung jetzt kurz vor der Winterpause? Viele Fans waren einfach nur froh von Investorenseite nichts gehört zu haben. Und wir wollen natürlich nicht, dass 1860 die Bühne für reiche Männer wird. Egal wie derjenige auch immer heißt.

Der Text von Herrn Ismaik

Liebe Löwen,

ich bin sehr enttäuscht, dass der Münchner Unternehmer Gerhard Mey behauptet, dass ich angeblich bereit sei, meine Anteile zu verkaufen. Richtig ist, dass ich mich mit Herrn Mey vor einigen Wochen auf meiner Kur in Alicante getroffen habe. Falsch ist, dass ich auch nur ansatzweise daran denke, mich beim TSV 1860 zurückzuziehen. Das habe ich zuletzt mehrmals deutlich gemacht. Für mich ist 1860 eine Ehrensache.

Dass Herr Mey mit 1860 gerne den Himmel besteigen will und die Wiederholung der Meisterschaft von 1966 plant, ist seine Sache. Wir hatten über unser Treffen eigentlich absolutes Stillschweigen vereinbart. Deswegen überrascht es mich umso mehr, dass Herr Mey jetzt solche Märchen erzählt. Er wollte das Gespräch mit mir, nicht ich mit ihm. Er hat mir bei unserem Gespräch seine Anteile bei Webasto angeboten. Zudem hat Mey mir hinterher in einer Mail versichert, dass er sich dafür einsetzt, dass ich Ehrenpräsident von 1860 werden soll.

Mit seiner Medienoffensive versucht Mey jetzt Druck auf mich auszuüben, dabei sollten wir alle nicht vergessen: Dieser Mann redet seit Monaten über einen Verein, den er im Jahr 2011 offenbar noch nicht gekannt hat bzw. ihm helfen wollte oder konnte. Mey hat mir gesagt, dass er seit Juni Mitglied bei 1860 ist. Im nachhinein war es ein Fehler, mich mit Herrn Mey zu treffen. Ich wollte nur höflich sein.

Zum letzten Mal: 1860 ist unverkäuflich und ich bin im Gegensatz zu Herrn Mey nicht der Meinung, dass die Strahlkraft der Marke 1860 verblasst ist. Im Gegenteil: Unser Verein lebt und wird über den Umweg Regionalliga wieder an Kraft zulegen.

Dass es mir um 1860 sehr ernst ist, beweist allein die Tatsache, dass ich seit Monaten mit einer herausragenden Münchner Persönlichkeit in sehr guten Gesprächen bin. Ich hoffe, dass wir hier demnächst Vollzug melden und mit dieser Person einen Neuanfang zum Wohle des TSV 1860 starten können.

Einmal Löwe, immer Löwe

Gerne dürft Ihr darüber diskutieren!

Bitte Anmelden um zu kommentieren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
boletus
Leser

Hoffentlich verpisst sich dieser Hauptverantwortliche für den Niedergang. Ismaik, geh einfach. Nimm von mir aus noch ein wenig Geld mit, aber verpiss Dich. Ismaik, Du bist verantwortlich – und zwar ganz allein – für den Niedergang, dann heuchele nicht immerzu, du wärest ein Löwe. Verpiss dich.

trackback

[…] Hasan Ismaik bereit zum Verkauf? und Gerhard Mey: Modell mit Ismaik wird es nicht geben sowie Das Dementi von Hasan Ismaik: Ist es echt? haben wir ausführlich über das Treffen vom Unternehmer Gerhard Mey und dem aktuellen […]

trackback

[…] Auch lesenswert: Das Dementi von Hasan Ismaik: Ist es echt? […]

swaltl
Redakteur

Immer wenn man bei Ismaik meint, es geht nicht mehr peinlicher, schafft er es, das ganze noch zu übertreffen. Wer Ismaik bei Facebook abonniert hat hat gerade eine Nachricht mit einem sehr seltsamen Link bekommen. Darin kommt dann am Handy eine komische Fehlermeldung. Ich vermute mal, dass es sich dabei um einen Virus für PCs handelt. Deshalb empfehle ich euch, den Link nicht zu öffnen!

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Man sollte jetzt endlich den Hoppen-Antrag durchsetzen.
Die 2 „Investoren“ geben das beste Negativ Beispiel für diese Art der Fußballfinanzierung ab.
Back to the roots.
Fans und eV sollen den Neustart Wagen, ohne Investor.

Friedberger
Leser

Sprich Neugründung oder wie stellst du dir das vor?

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Vertrag kündigen.
Konfrontation mit Ismaik.
Zur Not Insolvenz.

Landshuter Löwe
Leser

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, würde auf Grund von Fehlern in der Vergangenheit beim eV der Konkurs der KG zum Verlust der Gemeinnützigkeit des eV führen und damit zu Steuernachzahlungen, die unweigerlich auch zum „Tod“ des eV führen würde. Für mich keine Option.

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Diese Möglichkeit steht zumindest im Raum, das ist richtig. Aber sicher ist das meines Wissens auch nicht. Alles Spekulation…

Allerdings bin ich überzeugt, dass ein Kündigen des Kooperationsvertrags mit der HAM Ltd NICHT dazu führen würde, dass Ismaik die Stundung seiner Darlehen zurückzieht… Damit würde auch er alles verlieren. Und wie man am aktuellen Poker zwischen Mey und Ismaik sieht, scheint ihm das Geld dann doch nicht völlig sch***egal zu sein…

Ismaik muss einfach auch klar gemacht werden, dass er hier nicht mehr erwünscht ist… Ich glaube, das hat er nämlich immer noch nicht so ganz verstanden.

Abgesehen davon klebt ja aktuell auch immer noch das Damoklesschwert Fall der 50+1- Regel über uns. Sollte 50+1 zeitnah fallen, kann uns Ismaik aufgrund des Kooperationsvertrages für läppische 12750 Euro zum „Alleinherrscher“ aufsteigen… Das wäre ein absoluter Alptraum… Vor allem würde es wohl vieles zerstören, was derzeit aufgebaut wird. Zumindest fürchte ich das…

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Sorry… das Schwert schwebt, nicht klebt… 😂😂😂

Landshuter Löwe
Leser

Dieser Vertrag regelt nur die Zusammenarbeit zwischen KG und Eigentümern. Und betrifft nicht die Besitzverhältnisse an der KG. Ich hoffe doch sehr, dass dieser Vertrag keine Unkündbarkeitsklausel hat und somit regulär gekündigt und neu- bzw, nachverhandelt werden kann, dann ohne handwerkliche Fehler auf Seiten des eV. Somit muss wegen einer Kündigung des Vertrages keiner der Vertragspartner kaputt gehen. Daher sehe ich das halb so schlimm. Alles Verhandlungssache.

swaltl
Redakteur

Ismaik soll sich mit Mey nur aus Höflichkeit getroffen haben. So ein Schmarn. Mal abgesehen davon, dass Ismaik bisher nicht wirklich durch übertriebe Höflichkeit geglänzt hat: Ich treffe mich doch auch nicht nur aus Höflichkeit mit einem der Händler, die an jedes Auto ihre Kärtchen hängen, wenn ich mein Auto auf gar keinen Fall verkaufen will.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Habe auch so eine Theorie.

Wenn Ismaik jetzt am Tiefpunkt grundsätzlich nicht verkaufen will, klingt das erstmal logisch und nachvollziehbar.

Wenn aber der Hr. Mey ständig auf ein Gespräch drängt und Ismaik grad ein wenig langweilig in seiner Kur ist, sagt er „komm rüber anhören kostet nix“.
Mey erzählt dann was er vorhat und unterbreitet ihm ein Angebot.
Ismaik will ja gar nicht verkaufen und nennt dann seinen utopischen Betrag bei dem er sogar noch Gewinn macht.
Kann man ja mal machen wenn man nicht verkaufen will.
Thats it.

Landshuter Löwe
Leser

„Wäre es aus der Sicht von Gerhard Mey nicht sinnvoller gewesen erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn alles in trockene Tücher ist?“

Ja wäre es und deswegen glaube ich derzeit keinem von beiden auch nur ein Wort bis Taten folgen.

Schwabinger Löwe
Gast
Schwabinger Löwe

Nein, ich glaube das macht Mey schon richtig: einen Bullshit—Typen wie Ismaik muss man mal auch öffentlich in den Wind hänfen damit der auch kapiert das dessen Gelabbere hier niemand mehr beeindruckt, Hasan glaubt wohl immer noch das er der grosse Macher ist, nachdem Arabtec—Fiasko ist er wohl eher ne persona—non—grata in den UAE…

Ich frage mich gerade ob das Löwenmagazin mal beim Hamada Iraki nachhaken könnte, der müsste ja wissen wie es um den Ruf von Ismaik da unten bestellt ist (oder jemanden kennen der es weiss?)

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Vielleicht sah Mey darin auch einfach nur seine letzte Chance, indem er öffentlichen Druck aufzubaut… Nur so ein Gedanke…

Fakt ist, das Sechzig wieder mal zum Spielball der (potentiellen) Investoren geworden ist, und das ist einfach nur Mist…

swaltl
Redakteur

Ganz ehrlich, in den Aussagen von Hasan Ismaik sind sehr viele Ungereimtheiten: Das fängt bei der angeblichen deutschen Großmutter an und hört damit auf, dass Mey seine Anteile an Webasto anbeboten haben soll. Webasto ist ein Familienunternehmen, an dem Mey 50 Prozent gehören. Zudem hat Mey bisher immer betont, mit seinem Privatvermögen bei Sechzig einsteigen zu wollen.
Meiner Meinung und Hoffnung nach ist das ganze eine große Schlammschlacht um den richtigen Preis. Ismaik wird so lange nicht öffentlich zugeben, bis der Verkauf fixiert ist. Jede Aussage, dass er verkaufen will senkt doch nur den Preis.

Tami Tes
Redakteur

Also sind wir gerade Zuschauer beim Live-Feilschen auf dem Basar? Hmmm… möglich wäre es. Dann werden wohl auch einige Menschen dafür (böse) benutzt.

Schwabinger Löwe
Gast
Schwabinger Löwe

Ja aber wundert Euch das…?
Hasan‘s Reichtum ist auf Lug und Betrug aufgebaut, mit der gezielten Manipulation von dem Arabtec Aktienkus durch verschleierte Eigentumsverhältnisse hat er damals in den Emiraten einer der grössten Börsenkursstürze initiiert und dabei wurden Tausende von Kleinanlegern um ihr Geld betrogen (einfach mal nach „Ismaik Arabtec Where it went wrong“ googeln, dann kommt sowas wie http://www.arabianbusiness.com/where-did-it-all-go-wrong-for-arabtec–554544.html)

Und die gleiche Methode von Grosskotz—Bullshiten macht er eben auch bei Sechzig…und die ewige Frage wieviel Geld er so oder so noch nach dem Rausschmiss bei Arabtec hat, den von seinen anderen Firmen Masaken Capital und Marya Investments ist nix mehr zu hören…und dann hat man wohl genug Zeit für Kuraufenthalte…)

Tami Tes
Redakteur

Jep. Die Berichte kenne ich alle. Habe mich damit mal intensivst beschäftigt und auch meine Parellelen gezogen. Auch beim Arabtec ist er mit ganz großen Worten und Versprechungen „eingezogen“ und sich mit dem Besitzer nach all dem Mist überworfen. Abgesehen davon, dass er einige Klagen wegen Koruption u.Ä. auf den Hals hatte.

Seriös kling doch anders…

Schwabinger Löwe
Gast
Schwabinger Löwe

Plus die Scheckbetrug/Geldwäsche—Geschichte in Jordanien; er wurde zwar freigesprochen sber genauere Hintergründe sind nicht bekannt

Tami Tes
Redakteur

… und wer weiß was noch alles.
Tja, man hatte damals dankend den Retter in letzter Minute angenommen, ohne zu wissen, was bzw. wen man sich da ins Haus holt.

Baum
Leser

Leider hatte unser damaliger Präsident nicht den Schneid den einzig richtigen und ehrlichen Weg in die Insolvenz zu gehen. Ich bin davon überzeugt das wir aktuell nicht schlechter dastehen würden. Zumindest hätte man sich dieses peinliche Kapitel mit diesem unsäglichen Investor gespart.

LNHRT
Leser

Da sind ein paar Aussagen dabei, die es absolut unglaubwürdig machen. „Ehrenpräsident, Teilhaber bei Webasto, Münchner Persönlichkeit, Kur in Alicante…“
Die dahintersteckende Satire hätte man schon etwas besser aufziehen können.

Tami Tes
Redakteur

Zitat: Angeblich soll Ismaik “seit Monaten mit einer herausragenden Münchner Persönlichkeit in sehr guten Gesprächen” sein.

Ganz ehrlich. Welche „Persönlichkeit“ in München, die nur ein wenig Verstand hat, würde eine Zusamenarbeit mit Herrn Ismaik freiwillig eingehen?
Und seit wann duldet Herr Ismaik jemanden neben sich? Seit wann kann er mit jemanden kooperieren und mitarbeiten – auf Augenhöhe?