Schweinfurt: Zweimal Unentschieden in Folge

Der kommende Gegner für die Löwen am Samstag heißt 1. FC Schweinfurt 05. Und es könnte einer der spannendsten Spiele in der bisherigen Regionalliga-Saison werden. Mit einem 2:2 gegen 1860 Rosenheim und einem 1:1 gegen Illertissen hatten die Schweinfurter einen kleinen Durchhänger. In der gleichen Zeit erarbeitete sich der FC Bayern München II gleich zwei Siege. Nach einem anfänglich schwierigen Start in die Saison tasteten sich damit die kleinen Bayern wieder heran. Nur noch 3 Punkte trennten sie damit von Schweinfurt.

Man kann durchaus vermuten, dass für die Schweinfurter dies der größere Druck war. Denn im Hinblick auf den Tabellenführer 1860 München sagte Trainer Gerd Klaus zur Mainpost: „Wir müssen uns generell vom TSV 1860 München verabschieden.“ In aller Deutlichkeit machte er klar, dass für ihn die Löwen der absolute Liga-Favorit seien. Man wolle weiterhin die Münchner ärgern und tue alles dafür, den Wettkampf spannend zu halten, aber es sei nun mal schwer, den Löwen „dauerhaft Paroli zu bieten. Da müssen sich ganz viele Leute umstellen in ihrem Denken. Ob Fans, Verantwortliche, der ganze Verein“. Klare und mahnende Worte auf diejenigen, die mit Eifer nach München voraus blickten. Weiter sagte er der Mainpost: „Wir sind einfach viel zu weit von den Sechzigern weg, um uns ständig mit ihnen zu beschäftigen. Wir sind gut beraten, jedes Spiel für sich abzuarbeiten.“ Zu dem Zeitpunkt hatte Schweinfurt zweimal hintereinander unentschieden gespielt. Das Spiel gegen Illertissen stand an. Ein weiteres Unentschieden und ein Sieg von Sechzig wären dann immerhin schon 7 Punkte Unterschied gewesen. Zumal der Druck von den Bayern wieder da war.

Bayern patzt, Schweinfurt siegt wieder

Doch es kam anders. Die Bayern kamen über ein Unentschieden nicht hinaus, sitzen jetzt sogar nur auf Platz 5. Wenn auch mit einem Spiel weniger, aber immerhin auch mit 5 Zählern weniger auf dem Konto. Klar, die Löwen haben souverän in Heimstetten gegen Unterföhring gewonnen. Aber Schweinfurt konnte gegen Schalding-Heining ebenfalls gewinnen und so bleibt man an den Münchnern dran. Laut eigenen Aussagen taten sich die Schweinfurter anfänglich schwer gegen die Schaldinger Defensive.

Die Rolle als Vize-Favorit: Nervig für den Trainer

Gegen die Löwen wird es sicherlich noch schwerer. Die Defensive der Sechzger funktioniert. Doch ein überraschendes Gegentor und die Sache sieht anders aus. Schweinfurt ist durchaus gefährlich. Bekommt man im Grünwalder Stadion auch nur für einen kurzen Moment die Überhand und macht ein Tor, kann man die Löwen mächtig unter Druck setzen. Trainer Gerd Klaus ist froh, dass das Spiel gegen die Löwen nun kommt: „Jede Woche ist im Umfeld nur die Rede vom Spiel gegen die Sechziger, da prasselt so viel auf die Mannschaft ein. Ich kann es fast nicht mehr hören!“ Für den Schweinfurter Coach, das hörte man nun aus einigen Aussagen und Interviews raus, ist die Rolle des Verfolgers der „uneinholbaren“ Löwen mehr als nervig.

Spannendes Spiel mit Druck für beide Seiten

In jedem Fall wird es ein spannendes Spiel mit vermutlich viel Druck für beide Seiten. Daniel Bierofka hat jedoch Vorteile. Erst einmal die Kulisse im Grünwalder Stadion. Wie eine Mauer stehen die Fans hinter ihrer Mannschaft. Und man ist längst auf Giesings Höhe angekommen, fühlt sich dort wohl und sicher. Ein Löwenkäfig, in dem man keine Beute ist, sondern selbst Löwe. Hinzu kommt, dass man Tabellenführer bleibt. Auch wenn man verliert. Man darf sich einfach keinen Druck aufbauen und muss sich aufs Fußballspielen konzentrieren.

Die Schweinfurter hingegen müssen dran bleiben, wenn sie im weiteren Verlauf der Saison die Löwen ärgern wollen. Dort ist der Druck verhältnismäßig höher. In Giesing ist man nicht daheim. Man muss fair spielen, denn die Löwen-Fans dulden keine unfairen Tätigkeiten. Das hat man unlängst im Grünwalder zu spüren bekommen. Für die Schweinfurter spricht, dass der Druck des FC Bayern von unten erst einmal zweitrangig ist. Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt. Denn die kleinen Bayern spielen bereits am Freitag gegen Wacker Burghausen. Gewinnen sie dieses Spiel, sind auch sie wieder näher an Schweinfurt dran.

Schweinfurts Trainer Gerd Klaus wird in jedem Fall erleichtert nach dem Spiel aus dem Grünwalder Stadion gehen. Vermutlich selbst bei einer Niederlage. Weil der Druck aus dem Umfeld immens hoch ist. Wenn dieses Spiel zu Ende ist, kann man durchatmen. Die Mammut-Aufgabe in München wird dann hinter Schweinfurt liegen. Aber noch ist das Spiel nicht gelaufen.

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