Neues Jahr, alte Sitten.

Wenn es darum ging, Stellen in der KGaA neu zu besetzen, waren sich die Gesellschafter selten einig. So auch jetzt. Eigentlich wollte der Geschäftsführer Markus Fauser Ende 2017 weg sein und der Nachfolger stand für den e.V. bereits fest. Die naheliegende und vernünftige Lösung – Michael Scharold.
Hasan Ismaik sieht es jedoch anders und möchte den ehemaligen Löwen-Spieler und Jahn Regensburg-Sportchef Franz Gerber installieren. Das wollte er bereits letzten Sommer, doch dank der 50+1-Regel hat sich der e.V. durchgesetzt und Markus Fauser zum Geschäftsführer gemacht.

Nun befinden sich die Gesellschafter in der gleichen Position wie damals. 2 Meinungen, 4 Stimmen – die bekannte paritätische Situation. Am Montag, 8. Januar soll eine Entscheidung getroffen werden.

Doch wer sind die 2 Kandidaten überhaupt und warum wollen die Gesellschafter sie haben?

Michael Scharold

Über den Chiemgauer Diplomkaufmann Michael Scharold findet man nicht viel im Netz. Er war ab 2010 Projektleiter in der Finanzabteilung von FC Schalke 04 und u.a. dafür zuständig, ein neues Vertragsmanagement- und Rechnungsverarbeitungs-System einzuführen bzw. zu implementieren. Im Sommer 2014 stieg er bei Schalke zum Leiter der Finanzen auf und blieb dort bis zum April 2017, bis ihn der damalige 1860-Geschäftsführer Ian Ayre nach München holte, wo er ebenfalls Leiter der Finanzen wurde. Er hat eng mit Markus Fauser gearbeitet und will den eingeschlagenen Sanierungskurs fortsetzen. Eine Neuverschuldung für den laufenden Betrieb soll es mit ihm nicht geben.

Die Tatsache, dass er seit 8 Monaten beim TSV 1860 tätig ist und dadurch die Finanzen und das Umfeld kennt, spricht für ihn. Dass er beim Erstligisten Schalke 04 gearbeitet hat umso mehr. Der Fußballklub hat nämlich keine ausgegliederte Profimannschaft und das Stimmrecht und das Kapital liegt zu 100 Prozent beim Verein. Damit weiß er, wie man im Profifußball auch ohne einen Investor auskommt. Verständlich, dass der e.V. an ihm festhalten will.

Franz Gerber

Über den Wunschkandidaten von Investor Hasan Ismaik gibt es mehr zu berichten. Franz Gerber – wegen seiner früheren Vorliebe für Reptilien auch Schlangen-Franz genannt – hat seine Spieler-Profikarriere beim FC Bayern gestartet und spielte sogar 2 Jahre beim TSV 1860 München und stieg mit den Löwen in der Saison 1979/80 in die 1. Liga auf. So weit, so uninteressant. Spannender ist jedoch seine Karriere als Sportchef und Manager, insbesondere in Verbindung mit dem SSV Jahn Regensburg.

Im Februar 2010 wurde Franz Gerber Sportchef bzw. Geschäftsführer beim Jahn Regensburg und bekam einen 5-Jahres-Vertrag. In der Saison 2011/12 schafften die Regensburger mit ihm den Aufstieg in die 2. Bundesliga, um gleich danach wieder in die 3. Liga abzusteigen.

Bereits ab 2008 stand Franz Gerber seinem Bruder Josef Gerber, der Schatzmeister beim Jahn war, beratend zur Seite. Der Verein hatte dann 2010 wegen einer drohenden Insolvenz die GmbH & Co. KGaA gegründet (an deren Gründung Franz und Josef Gerber maßgeblich beteiligt waren) und Josef Gerber in den Aufsichtsrat gewählt wurde. Investoren stiegen ein, allen voran die Firma Bauteam Tretzel (BTT), die 90 Prozent der Anteile hielt.

Im Sommer 2013 trennte sich Jahn Regensburg von dem Sportchef und ab da wird es richtig interessant. Es folgte ein Rechtstreit zwischen dem Fußballklub und dem Ex-Geschäftsführer, der auf Wiedereinstellung und Fortzahlung seiner Bezüge klagte. Beide Prozessparteien fordern Geld voneinander. Der Grund dafür ist, dass Franz Gerber und sein Bruder Josef angeblich mit einem Gesamtbetrag von 30.000 Euro zu den Investoren bei der Jahn-Kapitalgesellschaft zählen. ,,Daher werde ich nach wie vor Anteil am Geschehen des Vereins nehmen“, so Franz Gerber damals.

Spannender als die Forderungen der Prozessgegner war der aufschlussreiche Umgang des Regensburger Profivereins mit dem Geld, über das er nach eigenem Bekunden kaum verfügt. Angeblich wurden Kredite kurzfristig in bar und ohne schriftliche Vereinbarung ausgezahlt. Ähnlich salopp ging man mit der Abtretung einer Forderung in Höhe von 30.000 Euro um: Die Firma Bauteam Tretzel hatte Franz Gerber nebst Gattin einen Kredit in dieser Höhe zur Verfügung gestellt. Eine schriftliche Fixierung der Abtretung wurde versäumt. Unstrittig ist, dass die Prozess-Zeugen Josef Gerber und Alois Kindler jeweils 15.000 Euro an Franz Gerber in dessen Funktion als Geschäftsführer des SSV Jahn ausbezahlt haben. Franz Gerber holte sich Finanzspritzen für den Jahn von überall, auch von Privatpersonen, die das Geld hinterher nicht zurück bekamen. Eine komplexe Geschichte mit vielen kleinen Details.

2017 folgte dann der Korruptionsskandal um den Großinvestor BTT und der Verkauf seiner Anteile an Philipp Schober bzw. Global Sports Invest AG, worüber wir berichtet hatten: Immer Ärger mit dem Investor.
In einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung wurden auf Antrag des bisherigen Mehrheitseigners Bauteam Tretzel GmbH (BTT) dessen Aktien auf den neuen Jahn-Investor Philipp Schober beziehungsweise dessen Firma Global Sports Invest AG übertragen. Dieser Vorgang bedurfte formell der Zustimmung der Versammlung. 9 der 10 Gesellschafter stimmten gegen den Antrag – unter anderem der e.V. sowie Franz Gerber, Anteilseigner und ehemals Sportchef des SSV Jahn.

Einige Wochen später musste Philipp Schober durch eine Rücktrittsklausel die Aktien wieder an Tretzel zurückgeben, der sie an den Jahn selbst verkaufte. Im Hintergrund hatte sich lt. dem Wochenblatt jedoch ein ganz anderer Krimi abgespielt. Die Akteure: Der Jahn, Schober, Josef und Franz Gerber – und ein potentieller Investor, der Millionen in den Verein pumpen wollte. Nach Informationen des Wochenblatts kosteten die Jahn-Aktien von Tretzel 3,5 Millionen Euro.
Nämlich erst als eine Tranche über 500.000 Euro von Schober nicht bezahlt wurde, konnte Tretzel die Rücktrittsklausel ziehen. Es gab aber noch einen Investor, der konkret bereit war, 6,5 Millionen Euro für die Jahn-Aktien auf den Tisch zu legen. Schober hätte also mit dem Deal 3 Millionen Euro an den Jahn-Aktien verdient. Es handelte sich dabei um einen Millionär aus Südosteuropa, der angeblich auch beim AS Monaco und bei Manchester United große Summen investiert hat.

Jahns Präsident Hans Rothammer äußerte sich gegenüber dem Wochenblatt so: „Es ist richtig, dass ein von Herrn Josef Gerber aktiv betriebener Weiterverkauf der gesamten Anteile des SSV Jahn an einen ausländischen Investor in letzter Minute nur daran gescheitert ist, weil dies, durch die von uns erwirkte einstweilige Verfügung des Landgerichts Regensburg, nicht mehr möglich war“, so der Präsident.
Jahn Regensburg hat sehr viel Glück gehabt und ist aus der Sache am Ende gut rausgekommen.

Die Tatsache also, dass Franz Gerber offensichtlich sehr investorenfreundlich eingestellt ist – wie in einem Interview mit ihm im Sommer 2017 zu lesen war – und den Fall der 50+1-Regel sinnvoll findet, spricht dafür, dass ihn der 1860-Investor Hasan Ismaik als den geeigneten Geschäftsführer sieht.

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Sechzig_Ist_Kult
Leser

Der Form halber: Es ist Scharold geworden. 😀

http://www.tsv1860.de/de/Aktuelles_News/3474.htm (09.01.2017)

Sehr gut! Jetzt haben wir den Finanzexperten, den wir in unserer Situation so dringend benötigen. Dazu bereits eingearbeitet, in einen 5-Jahresplan zur Rückkehr in den Profifußball involviert und er trägt den neuen Kurs sicherlich voll mit! Klasse! 😉

Und als erstes auf der Homepage und nicht in der Presse. Das ist mal stark!! Wenn es in der aktuellen Konstellation nicht funzt, dann überhaupt nicht. 😉 Ich blicke wirklich zuversichtlich in die Zukunft. 😉

Interessant wäre jetzt noch, ob das nun gütlich war, oder am Ende doch 50+1 gezogen wurde… In der Stellungnahme steht weder darüber etwas drin noch wird Ismaik erwähnt. Klingt für mich eher nach nicht einig, sonst hätte man es wohl explizit dazu geschrieben, denk ich mal…

Und ab Liga 3 hoffentlich noch einen kompetenten SD und dann wären wir wirklich hervorragend aufgestellt.

Alles Gute, Michael Scharold!

Stepanek
Leser

Scharold 15 Zeilen, Gerber 65 Zeilen, da wird doch sehr viel über Gerber geschrieben, oder nicht?

Wir brauchen aktuell aber einen Kaufmann und Finanzexperten und keinen Ex-Spieler, spricht das nicht automatisch für Scharold?

Buergermeister
Leser

Doch! Ich finde man sollte schon bei beiden positive und negative Aspekte aufzählen. Mir (persönlich) war der Bericht so einfach zu einseitig. Auf den 65 Zeilen stand ja auch nicht viel positives 🙂

Buergermeister
Leser

und ihr seid jetzt die mit der neutralen Berichterstattung?? 🙂

Stepanek
Leser

Was müsste man dann schreiben, wenn man in Deinen Augen neutral wäre? Konkreter Vorschlag, bitte!

Buergermeister
Leser

Man könnte beim Gerber halt positive Aspekte auch erwähnen und beim Scharold z.B., dass er im Bereich Sport wenig mitbringt. Ganz normale Punkte halt.
Im übrigen war Gerber Profifussballer wieso das sooo uninteressant sein soll erschließt sich mir jetzt nicht!

bluwe
Leser

ganz einfach, weils ausschließlich ums Geld geht – war das bei Fauser wichtig welche sportlichen Background er hatte?
Und eben wg. fehl. finanz. Erfahrungen ist für mich FG einfach keine Alternative!

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Für den Sport langt in der 4. Liga Biero.
Haching hat selbst in der 3. keinen SD.
Wir müssen unsere Finanzen in der Zukunft in den Griff bekommen, dass war nämlich unser Problem in der Vergangenheit, deshalb gibts erst einen Ismaik bei uns.

Buergermeister
Leser

„Man mag von Franz Gerber halten, was man will. Fakt ist: Als Gerber im Februar 2010 den Posten übernahm, stand der Jahn auf dem 16. Tabellenplatz der 3. Liga. Ein Jahr später belegte der SSV Rang 8, vergangene Saison den dritten Platz – und stieg mit einem der geringsten Etats der Liga in der Relegation gegen den Karlsruher SC auf. Um auch in der Zweiten Bundesliga mit einem, im Vergleich noch niedrigeren Budget zu überleben, hätte alles optimal laufen müssen.“

Kohlhuber
Gast
Kohlhuber

Wenn es darum ging, Stellen in der KGaA neu zu besetzen, waren sich die Gesellschafter selten einig? Stimmt das denn? Nehmen wir nur mal die letzten Geschäftsführer: Poschner? Einvernehmlich. Rejek? Einvernehmlich. Basha? Einvernehmlich. Eichin? Einvernehmlich. Power? Einvernehmlich. Ayre? Einvernehmlich. Der ERSTE, den der Verein mit 50+1 durchgesetzt hat ist Fauser. In allen anderen Fällen war der Verein einverstanden, oder folgte, um Konflikte zu vermeiden, dem Wunsch des Investors.

swaltl
Redakteur

Tami Tes Sehr schöner Artikel. Damit weiß man wenigstens mal wirklich, über wen man da diskutiert.

Was ich unabhängig von bestimmten Namen verstellen möchte:
Von den 17 Geschäftsführern die die KgaA bisher hatte waren nur drei Stück (Kneißl, Hinterberger, Eichin) früher selbst Fußballer. Nur zwei Geschäftsführer konnten vor ihrem Engagement bei 1860 Erfahrung bei anderen Vereinen als Geschäftsführer sammeln (Eichin und Ayre). Alle anderen waren vorher entweder als Geschäftsführer in der Privatwirtschaft tätig oder hatten keine Erfahrung als Geschäftsführer (z. B. Wildmoser Junior, Kneißl, Reuter, Hinterberger, Rejek).
Auch viele Bundesligisten haben Geschäftsführer, die vorher in der Privatwirtschaft tätig waren, zum Beispiel Watzke (BVB), Heidel (Schalke), Mintzlaff (Leipzig). Allerdings muss man dazu sagen, dass diese Vereine alle zusätzlich zum Geschäftsführer noch einen Sportdirektor haben.

Stepanek
Leser

Lieber Wastl, aber die zitierten Vereine spielen alle in der 1. Bundesliga, da braucht man einen Sportdirektor und muss sich diesen auch leisten können.

swaltl
Redakteur

Ja, das ist mir absolut klar. Ich wollte damit nur sagen, dass man nicht nur nach der Erfahrung als Geschäftsführer bei anderen Fußballvereinen entscheiden sollte. Das wollte ich mit meinem Kommentar eigentlich klar machen.

swaltl
Redakteur

Um einen Vergleich zu ziehen: Bei jeder Wahl, sei es jetzt Bundestag, Stadtrat oder sonst was, wählt man doch auch denjenigen, der für einen selbst am besten geeignet erscheint. Dabei spielt zwar die Erfahrung der Kandidaten eine Rolle, aber es sind auch viele andere Aspekte wichtig.

löwengraetscherR
Leser

Schön wäre es wenn man nicht schaut wer eher „e.V. Seite“ oder „HI-Seite“ sondern wer für den Posten besser geeignet ist.

Auf den GF Posten einer KGAA die seit 11 Jahren oder länger de facto pleite ist, wäre mir ein Mann mit ausgewiesener Finanzexpertise lieber. Das spricht für Scharold.

Gerber hat sicherlich durch seine aktive Zeit in sportlicher Hinsicht mehr „Hintergrund“. Aber das wäre für diesen Posten ein i-Tüpfelchen. Solche Positionen werden in der Regel von eher Kaufmännern geführt.

3und6zger
Leser

Es steht eine Personalentscheidung für die Zukunft an. Franz Gerber ist 64 Jahre alt, Dieter Schneider war in gleichem Alter 2012 gem. Herrn Ismaik „ein alter Mann, der zurücktreten sollte“. Daher ist Herr Scharold die bessere Lösung für die Zukunft. Und falls Benny Lauth den Sportdirektor machen will, wäre das genauso eine Personalie für die Zukunft. Was die Meinung über den Investor betrifft ist, schätze ich ihn ähnlich ein wie Daniel Bierofka. Und ja, wir haben einen Investor der Geld gegeben hat und sollten ihm gegenüber sachlich und freundlich sein, was aber nicht mit „Brown nosing“ verwechselt werden darf. Eine „gemeinsamer“ Weg in die Zukunft heisst auch, dass jeder Einfluß auf Entscheidungen haben sollte. Wenn Lauth eine Brücke nach Abu Dhabi schlagen könnte, fänd ich das positiv.

Wenn Herr Ismaik nicht aussteigen will, kann er nicht gezwungen werden. Wenn er aber dabei bleibt, soll er am sportlichen Erfolg mitarbeiten und nicht nur ständig versuchen, das Sagen auf vereinspolitischer Ebene zu bekommen. Wenn eine sportliche Leitung Lauth/Bierofka/Wörns ihn von richtigen Investments in Spieler überzeugen könnte, wäre schon viel gewonnen – für die Zukunft.

tomandcherry
Leser

Als mittlerweile vollkommen desillusionierter und den traurigen Tatsachen in die trüben Augen blickender jahrzehntelanger Löwen-Fan gehe ich jede Wette ein, dass es bei einer „fifty-fifty“-Möglichkeit bei der Wahl eines neuen Finanzgeschäftsführers am Ende doch wieder die verkehrte Entscheidung sein wird.

Die Vergangenheit lehrte mich zu akzeptieren, dass bei 60 München so gut wie jede Entscheidung, bei denen es nur zwei Möglichkeiten gab, sich rückwirkend betrachtet als falsch herausstellte.

Wieso sollte es ausgerechnet bei dieser Personalentscheidung anders sein?

BruckbergerLoewe
Leser

Der Weg „keine neuen Schulden‘ und „keine neuen Darlehen“ muss weitergeführt werden.
Mit Hr.Isamik ist kein Verhandeln möglich, da er nur die totale,eigene Machtausübung akzeptiert.
Eine Trennung ist unausweichlich, zur Not auch mit der Folge einer Insolvenz und Neuanfang in der Bayernliga.

tomandcherry
Leser

@ Bruckberger Löwe

In Bezug auf „zur Not auch mit der Folge einer Insolvenz“ sind nicht gerade wenige Löwen-Fans recht schnell bei der Sache.

Ist Dir bekannt, dass das absichtliche Herbeiführen einer Insolvenz ein Straftatbestand ist?

Davon abgesehen empfinde ich bereits die sportliche Zwangsteilnahme an der RL Bayern als Höchststrafe. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da.

Was sollte Deiner Meinung nach in einer noch tieferen Spielklasse, dann mit Sprichwörtlich NICHTS AUF DER HAND (denn bei einer Insolvenz hätte 60 überhaupt nichts mehr, mit Ausnahme einer einst besseren Vergangenheit) besser sein?

Dass man im GWS anstatt gegen Memmingen, Buchbach oder Garching gegen Bayernliga-Mannschaften antreten müsste? Was wäre daran besser?

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Bei einer Insolvenz würden wir in der jetzigen Spielklasse bleiben, allein schon aus Sicherheitsgründen.

Eine Klasse tiefer kann kaum ein Verein mit den Fanmassen von 1860 „zurecht kommen“.

Koch hat das auch schon bestätigt.

tomandcherry
Leser

@ Dr. K. R.

Dann ist es aber trotzdem keine echte Alternative, wenn man eine – strafbar! – absichtlich herbeigeführte Insolvenz als „last chance to freedom“ ansieht, nur um dem Würgegriff des „größten Löwenfreundes aller Zeiten“ zu entgehen.

Ich hab‘ immer häufiger den Eindruck, dass viele, die von „dann geht 60 halt in die Insolvenz“ reden/schreiben, sich nicht mal ansatzweise darüber im Klaren sind, welche Auswirkungen eine Insolvenz nicht nur auf die KGaA, sondern eben auch auf den Gesamt-Verein TSV München von 1860 hätte.

Insolvenz ist doch keine Spaßveranstaltung, die man sich mal auf die Schnelle leistet, weil man dadurch von allen unangenehmen Verpflichtungen befreit ist und am nächsten Montag startet man locker flockig bei Null und alles ist gar nicht mehr so schlimm.

Auch wenn nicht jede(r) betriebswirtschaftliche (Grund-)Kenntnisse haben kann, sollte man sich vor solchen Parolen erstmal ein bisschen über die daraus resultierenden Konsequenzen informieren, bevor man sich damit aus der Deckung wagt.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Da bin ich 100% bei dir, auch wenn ich lieber einen TSV ohne Investor sehen würde.

unvoreingenommen
Leser

ja! Ich denke einige haben von privatinsolfenz gehört,( 7Jahre sparen und alles ist gut) leider absoluter Trugschluß

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Selbst nach einer Insolvenz der KGaA kommen wir nicht von Ismaik los. Der e.V. darf auch nach einer Insolvenz der KGaA keine Lizenz für die Ligen 1 bis 4 beantragen (Kooperationsvertrag!!).

https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/so-sehr-knebelt-kooperationsvertrag-mit-ismaik-1860-8528446.html

Das einzige was wahrscheinlich helfen würde, wäre die Insolvenz des e.V.. Aber das wäre einerseits eigtl. untragbar (bei 22.000 Mitgliedern und so vielen erfolgreichen Abteilungen) und andererseits ist das Herbeiführen einer Insolvenz ohnehin strafbar.

Ob der e.V. bei einer Insolvenz der KGaA ebenfalls mitgerissen wird, ist momentan reine Spekulation. Auf jeden Fall sollte daran gearbeitet werden, das genau das nicht passiert.

unvoreingenommen
Leser

danke! Endlich einer der es begriffen hat.

Stepanek
Leser

Ich muss die Argumentation ja nicht noch mal wiederholen, in dem Artikel und den Kommentaren ist das ja bereits ausführlich geschehen.

Für mich kann es deshalb nur zur Entscheidung pro Scharold kommen!

Baum
Leser

Dieses „Gerber vs Scharold“ spiegelt eigentlich die Situation in der KGaA bzw. das Verhältnis zwischen e.V. und Mitgesellschafter deutlich wider. Der Mitgesellschafter schlägt erneut einen Kandidaten als GF der KGaA vor, der bereits vom e.V. im Sommer 2017 abgelehnt wurde und durch 50+1 verhindert wurde. Für mich ist das eine Provokation des Mitgesellschafters. Was sollte sich an Gerbers Qualifikation seit Sommer 2017 geändert haben, dass ihn jetzt in den Augen des e.V. als fähigen GF der KGaA befähigen sollte? Ich bleibe bei meiner Meinung. Ein „#gemeinsam“ mit dem Mitgesellschafter ist nicht mehr möglich. Man muss ihm klar die Grenzen aufzeigen, sei es durch 50+1 oder durch völlige Missachtung. Er machts ja durch seine unkommunikative Haltung (ausser man bezeichnet den Brandbeschleuniger24 als sein offizielles Sprachrohr) nicht besser. Er benimmt sich weiterhin wie ein beleidigtes kleines Kind. Mit so jemandem kann man nicht vernünftig zusammenarbeiten.

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Für mich ist in unserer Situation ein GF mit exzellenter Finanz-Expertise essentiell. Es stehen Lizenzierung, Stundungen weiterer Ismaik-Darlehen und im Zweifel immer auch eine potentielle Insolvenz vor der Tür. Für mich ist Scharold daher der richtige Mann. Zudem bereits im Thema, wahrscheinlich von Fauser gut eingearbeitet und offensichtlich bereits in einen Fünfjahresplan involviert, um uns zurück in den Profifußball zu führen. Da sollte völlig unabhängig von Personen die beste Entscheidung für unsere Löwen getroffen werden. Und ich vertraue da Reisinger und Co. da absolut. Mit Fauser haben sie durch den Einsatz von 50+1 auch einen sehr ordentlichen Griff gemacht. Und Scharold hat zudem bereits Erfahrung bei Schalke 04 als Finanzierungsleiter gesammelt. S04 soll ja durchaus eine Hausnummer als Verein sein… 😉

Für mehr als zwei Personen haben für diesen Posten wir wohl derzeit leider nicht die Mittel. Und in unserer Situation halte ich einen Finanzexperten für noch essentieller als einen Sport-Experten. Sollte im Mai der Aufstieg gelingen, wäre es wünschenswert, ab der dritten Liga einen zusätzlichen Sportdirektor wie Lauth holen, wenn wir das – wovon ich absolut ausgehe – dann auch stemmen können. Damit wären wir, sowohl finanziell als auch sportlich, meiner Meinung nach dann ziemlich gut aufgestellt. Für Lauth spräche jedenfalls die Identifikation mit dem Verein sowie seine Ausbildung (Sportmarketing-Studium) und sein verhältnismäßig sicherlich eher geringes Gehalt.

Wenn sich das Präsidium also für Scharold ausspricht, dann vertraue ich dem auch, da es für mich aktuell einen ausgesprochen guten Job macht. Und sollte Gerber tatsächlich so investorenfreundlich eingestellt sein, würde das meine Haltung pro Scharold nur weiter bestärken… Das haben die letzten Jahre für mich einfach gezeigt, dass das bei uns kein guter Ansatz ist. Hauptargument für Scharold ist für mich allerdings eindeutig sein finanzielles Know-How, das ihn als GF auszeichnen würde.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Auch Lauth ist Investorenfreundlich eingestellt.
Sein letztes Interview auf DB24 war sehr deutlich Contra eV.

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Stimmt. Voraussetzung wäre für mich, dass er den aktuellen Kurs mitträgt. Ansonsten ist er für mich keine Alternative. Wenn er sich dazu bereit erklärt, könnte ich ihn mir, wie oben erwähnt, gut bei uns vorstellen.

tomandcherry
Leser

@ Sechzig_Ist_Kult

Ich weiß ja nicht, ob heutzutage die von vielen Fans so gepriesene Identifikation mit dem jeweiligen Verein tatsächlich ein (mit-)ausschlaggebendes Kriterium sein muss?

Mir persönlich ist ein ausgewiesener Fachmann, der sein Können in der jüngeren Vergangenheit bereits unter Beweis gestellt hat, wesentlich angenehmer, als ein ehem. Spieler, der sein Was-auch-immer-Studium abgeschlossen hat und sich dann als Berufseinsteiger und Anfänger auf so einem verantwortungsvollen Posten beweisen muss.

Das spricht m.E. auch gegen das „Argument“ von Gerbers „Löwen-Vergangenheit“. Weil er kurz nach Christi Geburt mal für zwei Spielzeiten (oder waren’s sogar drei?) die Kick-Stiefel für 60 angezogen hat…

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Da geb ich Dir grundsätzlich schon recht. Identifikation und theoretisches Wissen alleine reichen natürlich nicht aus.

Lauth wurde halt jetzt hier von mir als Vorschlag genannt, weil er derzeit allgemein recht häufig genannt wird und ich ihn mir durchaus bei uns vorstellen könnte, zumindest solange er unseren aktuellen Kurs mitträgt. Ich denke doch, dass Lauth in seiner Spielerkarriere bereits den einen oder anderen Kontakt knüpfen konnte. Und jeder hat mal klein angefangen. Ich fände das für die dritte Liga durchaus denkbar. Wenn er diese Chance bei uns nicht bekommt, dann sicherlich früher oder später woanders. Für Lauth spräche sicherlich auch sein vergleichsweise eher niedriges Gehalt (gerade bei unserem Sparkurs). Außerdem versteht er sich wohl sehr gut mit Bierofka. Die beiden könnten sicherlich gut miteinander. Und Biero z.B. kommt ja aus der selben „Ecke“. Ex-Spieler, Identifikation mit dem Verein, Sympathieträger… Ich denke, da funktioniert es durchaus, auch wenn es mir noch zu früh ist, das abschließend zu beurteilen. Bislang war sicherlich auch ein bisschen Glück mit den Ergebnissen im Spiel. Außerdem ist Biero ja quasi bereits TR und Sportchef in einer Person. Und die Zusammenstellung der Mannschaft hat insgesamt herausragend funktioniert. Und das im Prinzip sogar ohne jegliche Erfahrung als Sportchef…

Trotzdem, sollte am Ende ein ausgewiesener Fachmann kommen, dann wäre mir das natürlich auch recht. Vermutlich sogar noch ein bisschen lieber. Nur sollten wir bedenken, dass a) wir dann gerade mal in der dritten Liga spielen und b) unser Budget stark begrenzt sein wird. Wenn sich trotzdem jemand findet, dann umso besser. Aber leicht wird es nicht, unter diesen Bedingungen einen wirklich guten Kandidaten (Fachmann) zu finden.

3und6zger
Leser

Hatte mir am Mittwoch im Sportdirektor-Thread im Forum schon meine Meinung gebildet und dabei bleibe ich!

Re: Sportdirektor
Beitrag von 3und6zger » Mo 1. Jan 2018, 12:04
Also ich habe mir jetzt zum Thema Sportdirektor eine Meinung gebildet:

Wenn Benny Lauth möchte, fände ich ihn im (Dream-)Team mit Daniel Bierofka als Sportliche Leitung ideal. Zusammen mit Wörns und Jung als sportliche Berater wären wir sportlich für die Regionalliga mehr als, für die 3.Liga gut aufgestellt.

Wenn Herr Scharold Geschäftsführer wird, würde ich mir wünschen, daß Herr Fauser als Berater, falls das vom Budget her möglich ist, noch mitwirkt. Falls Herr Ismaik nicht auf die 50+1 Entscheidung vom Kartellamt bzw. eventuelle Änderungen von DFL und DFB warten will (was ja gerne noch 2-3 Jahre dauern kann), könnte er ja auch Herrn Fauser als Aufsichtsrat engagieren und in die Gremien schicken. Dann hätte er zum ersten Mal in 6 Jahren einen kompetenten Vertreter seiner Interessen dort.

Just my 5 cents – sagen die Amerikaner!

ICFPFALZ
Leser

Pro Scharold. Gerber trau ich nichts zu.