Eckdaten

  • Verein: 1. Fußball-Club Schweinfurt 1905
  • Sitz: Schweinfurt, Bayern
  • Gründung: 5. Mai 1905
  • Farben: Schwarz-Rot-Grün
  • Präsident: Markus Wolf
  • Trainer: Gerd Klaus
  • Stadion: Willy-Sachs-Stadion (16500 Plätze)
  • Webseite: http://www.fcschweinfurt05.de/
  • Daten auf Fupa.net: 1. FC Schweinfurt 05

Bisherige Spiele

  • SV Wacker Burghausen – 1. FC Schweinfurt 05 0:0
  • 1. FC Schweinfurt 05 – TSV Buchbach 1:0
  • TSV 1860 Rosenheim – 1. FC Schweinfurt 05 2:2
  • 1. FC Schweinfurt 05 – FV Illertissen 1:1
  • 1. FC Schweinfurt 05 – SV Schalding-Heining 3:1

Die „Schnüdel“ – wie man die Schweinfurter nennt

© Maxi Kilian

Ein klassischer fränkischer Fußballverein, das ist der 1. FC Schweinfurt 05, unser kommender Gegner. Man nennt sie auch die „Schnüdel“, ein uralter Begriff aus dem 20. Jahrhundert. Aber dazu am Schluss mehr.

Im Moment sind sie auf Tabellenplatz Nummer 2 und nicht nur deshalb unser härtester Konkurrent. Neben dem FC Bayern München II und der SpVgg Bayreuth waren die Schweinfurter diejenigen unter den Vereinen, die man als größte Gefahr für die Löwen im Hinblick auf die Meisterschaft ansah. Das hat sich zumindest im Hinblick auf Schweinfurt nicht geändert. Bayreuth hingegen ist im Moment abgeschlagen und auch der FC Bayern München II kann die Erwartungen zur Zeit nicht erfüllen. Damit sind die Schweinfurter aktuell auch weiterhin härtester Konkurrent. Zwar noch mit deutlichem Abstand zu den Löwen, aber immerhin als Zweitplatzierter direkt dahinter. Umso spannender ist das Duell am kommenden Samstag.

1. FC Schweinfurt 05 – eine wechselhafte Fußballgeschichte

Die Schweinfurter haben eine lange Geschichte. Mehrmals waren sie in der 2. Bundesliga. Zuletzt in der Saison 2001/2002.

Für die Löwen aus München wird allerdings vor allem der Aufstieg der Schweinfurter im Jahr 1990 in Erinnerung geblieben sein. 1986 hatte Werner Lorant den 1. FC Schweinfurt 05 übernommen. Der formte eine schlagkräftige Mannschaft. In der Saison 1989/90 übernahm man die Tabellenführung in der Bayernliga. Unvergessen dabei das dramatische Finale im Grünwalder Stadion. Vor 32000 Zuschauern erkämpfte man sich gegen den Tabellen-Zweiten, den TSV 1860 München, ein 3:3. Hätte man dieses Spiel verloren, dann wären die Löwen Meister geworden. So aber konnten sich die Schweinfurter in der Aufstiegsrunde gegen den SSV Reutlingen und Rot-Weiss Frankfurt durchsetzen und stiegen in die 2. Liga auf.

Halten konnte man sich dort allerdings nicht. Vor allem auch, weil Werner Lorant die Schweinfurter verließ. Erst 2001/2002 gelang erneut der Wiederaufstieg in die 2. Liga. Werner Lorant wechselte damals übrigens zu Viktoria Aschaffenburg und schließlich 1992 zum TSV 1860 München. Ausgerechnet der Trainer, der 1990 den Löwen mit den Schweinfurtern die Aufstiegschance vermasselt hatte, absolvierte dann mit den Münchnern den Durchmarsch in die 1. Bundesliga.

Insolvenz und Fall in die Landesliga Nord

© Maxi Kilian

Zurück zu Schweinfurt: Im Jahr 2004 wurde Insolvenz angemeldet. Für die Regionalliga bekam man keine Lizenz mehr, am Ende fand man sich sogar in der Landesliga Nord wieder. Es begann eine schwere Zeit. Mühevoll versuchte man die Mannschaft neu zu formieren. Es war schließlich der heutige Trainer, der die Mannschaft aus der fünftklassigen Bayernliga Nord in die Regionalliga Bayern führte. Es ist dort mittlerweile die fünfte Saison. Schweinfurt fand sich in der Regionalliga in dieser Zeit unter Gerd Klaus immer besser zurecht. Zuletzt im guten Mittelfeld.

Für dieses Jahr setzte man sich große Ziele: Aufstieg in die 3. Liga. Doch vor der Saison rechnete in Schweinfurt noch niemand mit dem Zwangsabstieg des TSV 1860 München. Die Löwen haben den Schweinfurtern hier einen deutlichen Strich durch die Rechnung gemacht.

© Maxi Kilian

Und dennoch, auch wenn für viele der TSV 1860 München der überlegene Favorit ist: Fußball ist eine launische Natur. Alles ist möglich. Und die Schweinfurter werden alles dransetzen, um sich die Chance zu bewahren. Man hofft zweifelsohne auf einen Leistungseinburch der Münchner, um wieder oben angreifen zu können.

Das Spiel ist am kommenden Samstag, 30. September 2017, im Grünwalder Stadion. Anpfiff ist um 14.00 Uhr. Bereits um 12.00 Uhr wird das Löwenmagazin wieder im Giesinger Bräu das Sechzger-Banner hissen. Im Moment rechnen wir mit rund 600 Fans aus Schweinfurt. Diese Zahl nannte uns zumindest Werner Wolf, der Vorsitzende der Schweinfurter, in unserem Interview.

Interview: https://loewenmagazin.de/im-blickpunkt-1-fc-schweinfurt-05

Schweinfurter – die sogenannten „Schnüdel“

© Maxi Kilian

Übrigens: Man nennt die Schweinfurter auch gerne die „Schnüdel“. Und die Wortschöpfung ist durchaus eine kleine Story wert. Schnüdel, das ist im unterfränkischen Sprachgebrauch im Endeffekt ein Zipfel. Vor 1920 waren Bälle in Sportarten wie Fußball oder Faustball an einer Stelle verschnürt, damit die Luft nicht entweichen konnte. Diese Stelle war für Spieler recht schmerzhaft, wenn man ausgerechnet sie traf. Vor allem natürlich die Faustbäller litten darunter. Ein Schweinfurter namens Fritz Stöcklein erfand eine neue Art von Ball. Mit einem Messingventil, das man in den unter dem Leder liegenden Gummiball schrauben konnte, ließ er den Schnüdel verschwinden. Ein Sattler nähte schließlich den Ball zu, ein Schnüdel oder auch Zipfel war nicht mehr zu sehen.

Witzigerweise erinnert mich diese Geschichte, vor allem im Hinblick auf die Wiesn, an ein Lied. Die Schweinfurter mögen mir verzeihen, wenn ich während des Spiels anfange „Schnüdel eini, Schnüdel aussi“ zu singen. Und weil´s so schön ist und ich glaube, dass die Schweinfurter durchaus Humor haben, hier das Lied, das mir einfach nicht aus dem Kopf geht.

Ansonsten wünschen wir den Schweinfurtern eine gute Anreise, ein spannendes und vor allem faires Spiel.

Zipel eini, Zipfel aussi …

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Max Kilian ( kugellagerstadt.com)

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