Interview mit Markus Wolf, Vorsitzender des 1. FC Schweinfurt 05

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Mit Spannung erwartet: Tabellenführer gegen den Zweitplatzierten

Vorstand Markus Wolf, 1. FC Schweinfurt 05 [ © Max Kilian]
Markus Wolf ist erster Vorsitzender des 1. FC Schweinfurt 05. Mit Spannung blickt er auf das Spiel in München am kommenden Samstag. Die Erwartung ist von vielen Seiten groß. Wir haben ihn befragt.

Für ein wenig Aufregung sorgte die Aussage von Trainer Gerd Klaus, über die wir heute morgen berichteten. “Wir müssen uns generell vom TSV 1860 München verabschieden” sagte er im Hinblick auf den Aufstiegskampf. Das war jedoch mehr als eine Botschaft in Richtung eigene Fans und Verein zu verstehen. Hätten wir es heute morgen nicht veröffentlicht, vermutlich hätte es niemand thematisiert. Auch dazu haben wir den Vorsitzenden der Schweinfurter befragt.

Artikel: Schweinfurts Trainer Klaus: “… müssen uns von 1860 verabschieden!”

Kontinuierlich nach oben

Die fünfte Saison befinden sich die Schweinfurter nun unter dem Kommando von Trainer Gerd Klaus in der Regionalliga, nachdem dieser sie aus der Bayernliga nach oben führte. Kontinuierlich ging es dabei nach oben. Die Schweinfurter haben sich immer mehr gefestigt. Der Abstieg des TSV 1860 München ist da natürlich besonders hart. Gerd Klaus befindet sich in seiner erfolgreichsten Saison. Erst führte er den Verein in die Regionalliga, sicherte sich dann den Klassenerhalt bevor er sich schließlich im guten Mittelfeld festsetzen konnte. In der aktuellen Saison ging es dann an die Tabellenspitze. Und vermutlich wäre man absoluter Favorit, wären da jetzt nicht plötzlich die Löwen.

Interview mit Markus Wolf

Das Spiel unserer Löwen gegen Euch wird wohl eines der Highlights für alle Fans. Schweinfurt wird als unser härtester Konkurrent im Hinblick auf den Meistertitel gehandelt. Wir können davon ausgehen, dass Ihr gewinnen wollt und es uns schwer machen werdet?

Antwort: Natürlich wollen wir in München unsere bestmögliche Leistung abrufen und die Löwen vor Probleme stellen. Das wird eine ganz besondere Herausforderung. Der Kader des TSV 1860 hat auf jeden Fall Drittliga-Qualität, und die Stimmung im Grünwalder Stadion sogar Erstliga-Qualität. Diese Atmosphäre kann sich aber auch positiv auswirken. Schauen wir mal, wie unsere Jungs damit umgehen. Zum härtesten Konkurrenten haben uns nach dem guten Saisonstart teilweise die Medien gemacht. Daniel Bierofka wird selbst wissen, auf welche Konkurrenten er selbst noch schauen muss.

Gerd Klaus, Euer Trainer, meinte gegenüber der Main-Post: “Wir müssen uns generell vom TSV 1860 München verabschieden”. Er wolle sich nicht ständig mit 1860 beschäftigen, wohl aber sich die Chance wahren, oben noch mal anzugreifen, falls München eine Schwächephase bekommt. Allgemein wirken seine Aussagen, als wolle er einer übereiferten Erwartungshaltung beim gesamten Verein etwas entgegenwirken.

Als wir die Saison geplant und für uns Ziele definiert haben, konnte noch keiner ahnen, was da bei 1860 für ein Wahnsinn passiert. Ursprünglich war unser Minimalziel die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal als beste Amateurmannschaft der Liga, dazu hatten wir die Meisterschaft auch als nicht unrealistisch eingeschätzt. Und dann war plötzlich der TSV 1860 da, ein Verein und eine Mannschaft, die in dieser Liga natürlich nichts zu tun haben. Wir haben dann selbst noch vor der Saison gesagt, dass wir unter den neuen Bedingungen einen Platz unter den ersten drei anstreben. Wir wollen trotzdem, wie es auch Gerd Klaus gesagt hat, dranbleiben. Sollte Sechzig irgendeinen unerwarteten Rückschlag erleiden, wollen wir uns hinterher nicht vorwerfen, dass wir nicht das Beste gegeben hätten.

Anmerkung der Redaktion: Gerd Klaus trainiert die Schweinfurter übrigens seit Juli 2012. Damals kam er vom FSV Erlangen-Bruck. Die Schweinfurter führte er im ersten Jahr aus der Bayernliga in die Regionalliga.

Das Spiel gegen Schweinfurt war in wenigen Minuten bei den Löwen ausverkauft. Es war schlichtweg purer Wahnsinn. Mit wie vielen Fans aus Schweinfurt können wir rechnen?

Wir haben derzeit rund 600 Karten verkauft.

Grünwalder Stadion und dann auch noch am Samstag um 14.00 Uhr. Prime-Time für ein Regionalliga-Spiel. Wir wissen jetzt schon, dass nicht nur das Stadion voll sein wird, sondern auch Giesings Straßen und Kneipen. Harter Kampf um die Vorherrschaft in der Regionalliga oder ein Fußballfest?

Wir hoffen, dass es auf dem Rasen ein spannender Wettstreit um die Vorherrschaft wird. Ein gewisses 3:3 bei 1860 im Jahre 1990, nach dem wir mit Werner Lorant als Trainer in die zweite Bundesliga aufgestiegen sind, ist ja noch in bester Erinnerung. Wenn es diesmal auch wieder 3:3 ausgeht, sind vielleicht alle Beteiligten in Feierlaune (lacht).

Wie hoch ist der Druck von den Fans und auch den Verantwortlichen im Verein auf Trainer und Mannschaft? Der FC Bayern II startet miserabel in die Regionalliga, holt aber langsam wieder auf …

Wir haben auf Vollprofitum umgestellt, da steigen die Erwartungen. Aber man darf auch nicht abheben: Etliche Spieler haben schon vorher als Amateure bei uns gespielt, trainieren jetzt eben unter anderen Bedingungen. Mit den Möglichkeiten, die Sechzig und der FC Bayern haben, hat das nichts zu tun. Wie hoch der Druck von den Fans ist, weiß ich nicht. Ich hoffe, dass sie auch realistisch bleiben. Als Verantwortliche erwarten wir aber schon, dass die Mannschaft konstant gute Leistungen abruft und erfolgreich ist. Wir werden nach dem 36. Spieltag die Beurteilung der Saison nicht davon abhängig machen, ob und wie viele Punkte Rückstand wir möglicherweise auf 1860 haben. Sondern davon, wie viele Punkte wir selbst auf dem Konto haben und wie unsere Mannschaft aufgetreten ist. Wir haben mit dem Toto-Pokal-Sieg, dem DFB-Pokal-Erfolg gegen Sandhausen und dem Erreichen der zweiten DFB-Pokal-Runde gegen Eintracht Frankfurt zuletzt einige Erfolge gefeiert.

Gibt es eine bestimmte Taktik oder Vorgehensweise gegen 1860?

Dazu wird Trainer Gerd Klaus vermutlich bis zum Anpfiff nichts verraten. Ich gehe aber mal davon aus, dass wir uns nicht verstecken, sondern auch versuchen, unsere Qualitäten in die Waagschale zu werfen. Gegen die Qualität von Sechzig 90 Minuten nur zu mauern, wird wahrscheinlich nicht gut gehen.

Wir bedanken uns für das Gespräch und freuen uns auf ein tolles Fußballspiel im Grünwalder Stadion.

Vereinshomepage: http://www.fcschweinfurt1905.de

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