Gestern wurde bekannt, dass die Vertragsverhandlungen mit einem potentiellen Löwenstüberl-Wirt gescheitert sind. Der TSV 1860 München versucht, die Berichterstattung geradezubiegen. Im Endeffekt macht man genau das Gegenteil.
„Mit aller Vehemenz müssen wir der heute veröffentlichten Darstellung widersprechen“, lautet der Einleitungssatz. Es sollte eine „Richtigstellung zum Sachverhalt Löwenstüberl“ werden. Man stellt in der KGaA fest, dass sich tatsächlich ein potentieller Pächter und der TSV in „sehr fortgeschrittenen Gesprächen befand(en), es aber nicht zu einem Vertragsabschluss kam“. Das ist kein Widerspruch zu der gestrigen Darstellung in den Medien, sondern unterstreicht diese sogar.
Weiter erläutert man, dass an den Vertragsverhandlungen lediglich „der potentielle Pächter sowie der kaufmännische Geschäftführer der KGaA, Michael Scharold, beteiligt“ waren. Etwas anderes hat nie einer behauptet. Niemand glaubt ernsthaft, dass ein Anthony Power oder ein sonstiger Vertreter von HAM International sich mit an den Tisch gesetzt hat. Darum geht es im Endeffekt auch gar nicht. Sondern um diverse Klauseln, die im Vertrag stecken sollen. Und die laut Presseberichten von Anthony Power kommen. Am Tisch musste er dafür nicht sitzen. Was also möchte man suggerieren? Dass Michael Scharold alleine verantwortlich für den Vertrag ist? Das ist er ohnehin.
Auf die eigentliche Kritik, dass in den ausgearbeiteten Verträgen diverse Klauseln enthalten sind, die sowohl die Meinungsfreiheit als auch den Wirt und seine Arbeit massiv einschränken, geht man gar nicht ein. „Zum Absprung des Wirts hätten ‚viele Kleinigkeiten im Rahmen der Gespräche in der Summe geführt.‘ Dass unter diesen Kleinigkeiten auch ein paar klitzekleine Investorenwünschchen gewesen sein könnten, wurde allerdings nicht bestritten“ schreibt dazu die Süddeutsche Zeitung. Richtig, der TSV 1860 München entkräftigt die Vorwürfe von diversen Klauseln nicht. Vertragsinhalte, die im Hinblick auf die Meinungsfreiheit zumindest fragwürdig sind. Und die auch gleich mal mit einer Vorverurteilung von verschiedenen Gruppen einhergeht. Man verbietet einigen von vorneherein Versammlungen abzuhalten. Entkräftigt wird das nicht. Obwohl man mit aller Vehemenz der veröffentlichten Darstellung widersprechen möchte.
Das ist der Punkt. Am Ende widerspricht man gar nichts. Nun müsste man eigentlich einen Haken hinter die ganze Sache machen. So richtig gelingt dass allerdings nicht. Weil das Löwenstüberl wenig attraktiv ist, muss man auf einen Löwen mit Herzblut hoffen. Auch Christl Estermann hatte lange Zeit gekämpft. Miete hatte sie keine zahlen müssen. Auf Anweisung von HAM International hatte die KGaA darauf verzichtet. Das große Geld macht man in jedem Fall scheinbar nicht. Zudem sind umfangreiche Umbauarbeiten notwendig. Die aktuelle Posse macht es noch schwieriger.
Mancher Fan erwartet vom Präsidium, dass 50+1 gezogen wird. Das ist unwahrscheinlich und sicherlich auch gut so. Am Ende sollte allen klar sein, dass die Verantwortung bei Geschäftsführer Michael Scharold liegt. Er haftet für die KGaA und muss seine Entscheidungen zum Wohle des Unternehmens treffen. Störfeuer von den Gesellschaftern sind da mehr als kontraproduktiv. Das operative Geschäft ist für Scharold ohnehin schon schwer genug. Wenn er sich ständig gegenüber den Gesellschaftern rechtfertigen oder vielleicht sogar emanzipieren muss, dann ist das nicht im Sinne des TSV 1860 München. Und am Ende geht es nur darum. Um den TSV.


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