Herbert Hagen stellt für die kommende Mitgliederversammlung den Antrag, dass man den Verwaltungsrat von insgesamt 9 auf 7 Personen reduziert.

Die Begründung: Die letzten Jahre hätten bewiesen, dass 9 Räte nicht zu den gewünschten und lösungsorientierten Ergebnissen geführt hätten. Vergleiche zu anderen Vereinen in den Regionalligen oder auch der 3. Liga stütze dabei die These, dass ein Verwaltungsrat aus sieben Personen großzügig bemessen und ausreichend seien.

Unsere Einschätzung

Das Löwenmagazin hat sich intern mit einzelnen Anträgen beschäftigt. So auch mit diesem Antrag, der eine Reduzierung des Verwaltungsrates vorsieht.

Hierzu ist allerdings erst einmal ein Blick in die Satzung notwendig. Dort steht, dass der Verwaltungsrat „aus mindestens fünf, höchstens neun Personen“ bestehen soll. Im weiteren Satz steht „die Mitgliederversammlung kann für die jeweilige Amtsperiode eine Reduzierung der Zahl der Verwaltungsräte beschließen„. Das heißt: Eine Reduzierung auf 7 Personen ist jederzeit möglich. Ohne die Satzung ändern zu müssen.

Wir haben hier jedoch einen satzungsrelevanten Antrag vorliegen. Dieser ist leider dabei nicht eindeutig. Er führt nicht explizit aus, inwiefern die Satzung geändert werden soll. * Man muss davon ausgehen, dass der Antragsteller den Verwaltungsrat satzungsmäßig auf maximal 7 Personen beschränken möchte. Eine Alternative wäre zu beantragen, dass für die kommende Amtsperiode eine Reduzierung auf 7 Personen beschlossen wird. Das wäre jedoch satzungskonform gewesen und hätte keine Änderung benötigt. Wir gehen jedoch davon aus, dass der Antragsteller eben auf maximal 7 satzungmäßig beschränken möchte. [EDIT: der Anhang, der uns bis dato nicht vorlag, bestätigt dies]

* Es liegt tatsächlich im Schreiben ein Anhang für die Änderung für die Satzung vor. Dieser lautet:


13.1
Der Verwaltungsrat besteht aus mindestens fünf, höchstens sieben Personen; er soll aus sieben Personen bestehen. Die Mitgliederversammlung kann für die jeweilige Amtsperiode eine Reduzierung der Zahl der Verwaltungsräte beschließen, wobei die Mindestanzahl von fünf Verwaltungsräten nicht unterschritten werden darf.

 

Auch mit der Erläuterung haben wir uns beschäftigt. Die Begründung, dass andere Vereine in den Regionalligen oder auch der 3. Liga mit weniger Verwaltungsräten auskommen, kann für eine Entscheidung im Hinblick des TSV München von 1860 e.V. keine Grundlage sein. Man müsste im Einzelnen prüfen, welche dieser Vereine eine ähnliche Mitgliederzahl haben, ebenfalls Mehrspartenvereine sind und wie dort die Satzung im Gesamten geregelt ist. Lediglich anzuführen, dass in anderen Fußballvereinen 7 Personen im Verwaltungsrat ausreichen, ist unserer Meinung nach kein Argument für eine Änderung der Satzung im TSV München von 1860.

Der TSV München von 1860 e.V. ist übrigens mit deutlich über 20.000 Mitgliedern der mitgliederstärkste Verein der gesamten 3. Liga. Mehr oder weniger dicht gefolgt vom 1. FC Kaiserslautern mit rund 19.000 Mitgliedern. Der FC Hansa Rockstock bringt es immerhin auf rund 12.000 Mitglieder. Alle anderen Drittliga-Vereine haben deutlich weniger als 10.000 Mitglieder. Vier Vereine haben sogar weniger als 1.000 Mitglieder.

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Landshuter Löwe
Leser

Für mich stellt sich die Frage, was passiert, wenn bei sieben Mitgliedern mehr als zwei ausfallen. Und zwei „Verluste“ hatten wir ja schon. Muss dann eine außerordentliche MV einberufen werden?

ArikSteen

Ja, dann muss eine ordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden.

Landshuter Löwe
Leser

Also dann ist mir persönlich das Risiko zu groß, dass nur deswegen eine MV einberufen werden soll. Und damit verbunden neue Wahlkämpfe, die dann wieder unnötig Unruhe verursachen.

Herbert Hagen
Leser

Sehr schlecht recherchiert, Löwenmagazin!

Meinem Antrag auf Reduzierung der Anzahl der VR liegt ein eindeutiger Entwurf der neuen Satzung bei, aus dem sehr klar hervorgeht, dass der VR künftig aus höchstens 7 Personen bestehen soll. Auch werden in Ihrem schlecht recherchierten Artikel meine Gründe hierfür sehr verkürzt dargestellt. Schade eigentlich …

DaBianga
Leser

Hier wäre aber jetzt die Gelegenheit deine Gründe hier so darzustellen wie du denkst.

Herbert Hagen
Leser

Sehr gerne … siehe hierzu Anlage!

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HHeinz
Leser

Der Antrag wird auch mit ausführlicher Begründung nicht besser.
Bonuspunkt: Er hat als satzungsändernder Antrag Null Chance bei der Mitgliederversammlung.
Von außen betrachtet hat man ein wenig das Gefühl dass es sich bei diesem Antrag um eine misslungene Retourkutsche handelt. Warum auch immer.

Prinzipiell haben wir eher zu wenig Versammlungen als zu viele. Das alleine wäre daher für mich kein Grund für eine Ablehnung. Saki Stimoniaris wurde allerdings bei der letzten Wahl aus dem Gedächnis auf Platz 4 gewählt und er wäre vermutlich auch angetreten wenn es nur 7 Plätze gegegen hätte.

Und vermutlich wäre er trotzdem ebensoschnell zurückgetreten.

Herbert Hagen
Leser

Retourkutsche?
HHeinz , ich hatte denselben Antrag bereits vor über einem Jahr eingereicht. Leider war der Termin für satzungsändernde Anträge für die MV 2017 bereits verstrichen.
Nicht zu viel spekulieren … ich versichere Dir, dass ich sehr gute Gründe hatte als Kassenprüfer zurückzutreten …

HHeinz
Leser

Ich kann auch nach mehrmaligem Lesen mit der Begründung nichts anfangen.
Wenn wir über den Verwaltungsrat diskutieren könnte man zum Beispiel überlegen ob die Zahl der Fußballer zu hoch ist oder ob es zu wenig gewählte Mitglieder gibt welche zuvor eine aktive Rolle im Verein eingenommen haben. Vielleicht würde bei der hohen Anzahl an Kandidaten eventuell auch eine Vorauswahl Sinn machen um die Zahl der Kandidaten sinnvoll zu begrenzen (< 20).

Aber ich kann beim besten Willen nicht erkennen warum eine Reduktion um zwei Sitze irgendetwas an der Entscheidungsfindung dieses Gremiums verändern sollte. Dass der Verwaltungsrat in der Vergangenheit öfters eine schlechte Figur gemacht hat liegt auch an der Struktur von Kontrollorganen. Diese werden oft erst informiert wenn Entscheidungen in den ausführenden Organen bereits gefallen sind.

Du bist ja ehemaliger (aber eigentlich noch gewählter) Kassenprüfer. Ich hatte eigentlich das Gefühl dass Du diese Aufgabe gewissenhaft und gerne ausgeführt hast. Jetzt bist Du kein Kassenprüfer mehr. Das mag private Gründe haben oder vielleicht auch nicht.
Der Helmut Reiter war auch in dieses Amt gewählt aber es hat ihn anscheinend leider von Anfang an nicht interessiert.

Ich war sehr enttäuscht dass ich seinen Namen jetzt trotzdem wieder auf der Kandidatenliste für den Verwaltungsrat lesen musste aber jetzt schweife ich ab.

LionsPack
Leser

Die Gründe sind dann doch auch interessant, bei Kandidaten die letztendlich wieder politisch mitmischen wollen. Ich habe persönlich allgemein ein ungutes Gefühl bei deinem Antrag. So richtig sehe ich den Sinn nicht. Aber kläre uns doch auf.

bluwe
Leser

Herbert, Danke für die Bereitstellung des Originalantrages.

Daraus lässt sich jedoch keine Begründung nachvollziehen welche Entscheidungen der VR mit 9 Mitgliedern falsch bzw. im Umkehrschluß welche er mit 7 richtig getroffen hätte.

Ich sehe daher keine Verbesserung an der Satzung und am Handeln des VRs.
Im Gegenteil bei einem großen Mehrspartenverein wie Sechzig sehe ich mit mehr VR-Mitgliedern eine wesentlich größere und auch erforderliche Vielseitigkeit!

Herbert Hagen
Leser

Aber ist es in der Praxis nicht oft so, dass Projektteams mit weniger Mitgliedern handlungssicherer, verantwortungsbewusster und schlagkräftiger sind als große Runden, in denen den Worten nur selten Taten folgen. Die Meinungsvielfalt geht bei 7 Verwaltungsräten sicherlich nicht verloren, überdies findet diese ja auch sehr stark im Vereinsrat statt.

Meine Berufserfahrung lehrt mich, dass viele Köche tatsächlich sehr oft den Brei verderben, so nicht selten in den vergangenen Jahren bei uns Löwen geschehen.

Mein Antrag soll auch ein Denkanstoss sein und den künftigen Verwaltungsräten deutlich machen, welch große Verantwortung sie dem Verein und auch den Mitgliedern gegenüber haben. Wenn man dann erfahren muss, dass einzelne Verwaltungsräte in der Vergangenheit nur sporadisch den Sitzungen beiwohnten, sollte man dies hinterfragen und die richtigen Schlüsse hieraus ziehen. Das darf und kann nicht unser Anspruch sein!

DonZapata
Leser

Aber die Einstellung eines Verwaltungsrats hinsichtlich seines Amtes hat doch nichts mit der Anzahl im Gremium zu tun. Es kann bei 7 Verwaltungsräten genauso sein, daß einige selten oder nie auftauchen.

Herbert Hagen
Leser

Aber die Verantwortung jedes Einzelnen ist noch größer.
Schlimm genug, dass es keine Verständlichkeit ist, an jeder Sitzung teilzunehmen und wir darüber diskutieren müssen …

bluwe
Leser

Mit der Einstellung und klarer Aufgabenzuordnung bin ich voll bei Dir!
Das mit den Köchen stimmt auch. Aber hat hier im VR die Reduzierung eine signifikante Wirkung?
Mir fehlen immer noch die Beispiele was 7 VRs besser gemacht hätten als 9.

Es gibt und gab leider noch viele VR-Kandidaten denen erschreckender Weise die eigentlichen Aufgaben des VR gar nicht bewusst sind/waren.
Und hier sollte zuerst angesetzt werden. Dazu ist Dein Denkanstoß sinnvoll.

LionsPack
Leser

Du übst Tag für Tag auf Facebook Kritik gegenüber dem Löwenmagazin. Es ist dein gutes Recht deine Meinung zu sagen, aber man sieht doch deutlich deine Abneigung gegenüber der ehrenamtlichen Arbeit. Das vorweg. Deine Begründung ist auch bei der ausführlichen Darstellung wenig nachvollziehbar.

Herbert Hagen
Leser

Weder übe ich Tag für Tag Kritik gegenüber dem LM (wenn aber schlecht recherchiert wird, sollte man auf die offensichtlichen Fehler hinweisen) noch habe ich eine Abneigung gegenüber dem Ehrenamt … ganz im Gegenteil! Hätte ich sonst selbst Ehrenämter (u.a. auch beim e.V.) übernommen.

Wenn aber mitunter persönliche Interessen, mangelndes Demokratieverständnis sowie Lagerdenken regieren, stehen beste Argumente sowie ziel- und lösungsorientierte Dialoge auf verlorenem Posten.

HHeinz
Leser

Bei aller (hoffentlich sachlichen) Kritik. Vielen Dank dass Du Dich hier stellst und Deine Positionen erläuterst.