Das Ziehen von 50+1 als Mittel zum Durchbrechen der Angst-Politik

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Die 50+1-Regelung steht immer wieder in der Diskussion. Doch beim TSV 1860 München zeigt sich einmal mehr, wie notwendig diese Regel ist und welchen Sinn sie macht. Denn mit ihr kann der TSV die kontraproduktive Blockade des Mitgesellschafters und Kreditgebers temporär durchbrechen.

Saki Stimoniaris hat in seiner Bewerbung um den Posten als Präsident beim TSV München von 1860 eine klare Taktik gefahren. Unter seinem potentiellen Konkurrenten Robert Reisinger gibt es keinen Fortschritt. Bewusst baute er auf das mögliche Horror-Szenario, dass die Löwen für immer in die Amateur-Falle stürzen. Sein populistischer Wahlkampf basiert auf dem Element „Angst“. Abstrakten Debatten und komplexen Themen-Fragen geht er bewusst aus dem Weg.

Die Instrumentalisierung der Angst ist ein durchaus probates Mittel. Sie möchte Wählerinnen und Wählern im Wahlprozess von einem rationalen zu einem rein auf Emotionen basierenden Entscheidungsweg führen. Bei den Fans ist das gar nicht mal so schwer. Denn der Herzensverein ist ohnehin eine emotionale Angelegenheit. Da Angst zu streuen scheint einfach. Man muss sich nur der Wiederholungstaktik bedienen. Und tatsächlich sind die sozialen Netzwerke, Foren und Blogs voll von den immer wiederkehrenden angstmachenden Parolen. Ohne rationale Argumente, sondern rein auf Panik basierend. Immer wieder fällt dabei der Name Robert Reisinger. Bewusst wird der Präsident wiederholend ins Spiel gebracht, um bei den Leserinnen und Lesern unbewusst eine Verbindung zwischen der Quelle der Angst und der Vereinsführung aufzubauen.

Ist eine sachliche Debatte über die Ziele von HAM International und seinen Vertretern überhaupt möglich? Das ist sie und sie ist auch notwendig. Während der Verein diverse Vorschläge für die Zukunft gemacht hat, blockiert der Mitgesellschafter jegliche Option. Und bietet die aus seiner Sicht einzig richtige Alternative: zusätzliche Darlehen. Und die werden nicht als Schulden verkauft, sondern als notwendige Investitionen, um Daniel Bierofka halten zu können und einen konkurrenzfähigen Kader aufzustellen. Bedingungen und Höhe des Darlehens werden nicht genannt. Bewusst nicht, weil sie dann diskussionsfähig werden würden. Mehreren Ideen, sei es die Rückgliederung des Nachwuchsleistungszentrums, einen dritten Kapitalgeber oder Sponsorenangebote, wird eines entgegengesetzt: eine weitere Verschuldung und eine weitere Abhängigkeit von Kreditgeber Hasan Ismaik in unbekannter Höhe.

Mit dem Ziehen von 50+1 wird es dem Präsidium nicht gelingen, aus dem seit Jahren bestehenden Teufelskreis auszubrechen. Es gelingt damit jedoch, den totalen Stillstand zu verhindern. Der wäre für Saki Stimoniaris‚ Taktik nämlich wichtig. Basierend auf Stillstand kann er sein Horrorszenario des totalen Abstiegs und Niedergangs des TSV 1860 München weiter ausschmücken. Mit dem möglichen Ziehen von 50+1 wird weiteres Sponsorengeld frei.

50+1 ist leider ein notwendiger Schritt. Viel wichtiger jedoch wäre die Versachlichung der Zukunfts-Debatte. Die Rationalisierung der Gedanken von Wählerinnen und Wählern sowie allen anderen Fans, die nicht wahlberechtigt sind. Wenn sich ein klares angstfreies Bekenntnis gegen eine weitere Abhängigkeit von Hasan Ismaik und eine damit verbundene weitere Verschuldung durchsetzt, dann muss keiner 50+1 ziehen. Die Fans und Mitglieder müssen von HAM International in der Diskussion Argumente verlangen und sollten populistische Stimmungsmache ignorieren. Dann geht die stimoniarische Taktik nämlich nicht mehr auf.

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