Ein Kommentar

Es war schon immer so, werden die Spötter anmerken. Eine Hiobsbotschaft jagt die andere. Der Verein kommt nicht zur Ruhe. Trotz gefühltem tausendmaligen Strategiewechsel. Und das ist definitiv nicht gut. Denn es wird denen in die Hände spielen, die eine völlig andere Strategie fahren wollen. Die sich loslösen wollen vom traditionellen e.V. und der kommerziellen Ausrichtung die Türen öffnen wollen.

Die Strategie der ruhigen Hand und der wenigen Worte, die vom Präsidium und dem Verwaltungsrat strikt durchgehalten wurde, gingen bislang auf. Kaum einer hat etwas gesagt. Die neugewählten Verwaltungsräte ohnehin nicht. Und es hat funktioniert, weil der Verein auf eine Basis der Hoffnung bauen konnte. Eine Hoffnung, die vor allem durch den IST-Zustand in der Regionalliga zustande kam: Heimatliche Atmosphäre im Grünwalder Stadion, willensstarke und treue Spieler, ein kämpferischer Trainer und vor allem die Tabellenführung. Davon hat Präsidium und Verwaltungsrat profitiert. Man konnte im Hintergrund arbeiten. Doch Fakt ist: In der Winterpause bedarf es Antworten.

Im Moment jagt eine Mutmaßung die andere. Der e.V. hat viele Mitstreiter, doch in der Zwischenzeit kommt deutlich Unruhe in die Fanszene. Viele wollen Klartext hören. Man muss die Stunde der Gunst nutzen. Ein klarer Strategiewechsel im Hinblick auf die Transparenz ist unbedingt notwendig. Der Rücktritt von Saki Stimoniaris ist ein heftiger Schlag. Egal was im Hintergrund passiert ist oder wie man es am Ende begründen wird. Mit „wir gehen als Freunde auseinander“ wird man wohl kaum diesen Abgang abtun können. Stimoniaris wurde von der Mitgliederversammlung gewählt. Man hat ihm genauso das Vertrauen geschenkt wie allen anderen. Man ist davon ausgegangen, dass der Verwaltungsrat auch diesen Auftrag annimmt: Gemeinsam für das Wohl des Vereins einzustehen. Mit den Personen, die man gewählt hat. Das ist nicht gelungen.

Fakt ist, der Verein benötigt aktuell an mehreren Positionen Führungspersönlichkeiten, die Klartext sprechen. Und nicht nur das, sondern auch Visionen haben, sie leben und vor allem repräsentieren können. Die kommende Woche wird entscheidend sein. Und das ist hart, kurz vor Weihnachten. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt und definitiv von keinem so gewollt.

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Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Stimionaris wollte ja damals schon Präsident werden.
Ein Machtmensch der sich, nur schwer vorstellbar, in einer Diskussionsrunde der demokratischen Mehrheit beugt.
Er fügt beabsichtigt dem Verein schweren Schaden zu.
Die Gräben werden tiefer, Zeit für die Reissleine und einen Neuanfang, selbstverständlich ohne Ismaik.

Faktenchecker
Leser

Sehr richtig. Und er wurde beim „Präsidentencasting“ zu Gunsten Cassalette aussortiert. Die Begründung war, dass ein Präsident sich nur um den eV zu kümmern hätte und nicht um die KGaA, was aber bei ihm zu Erwarten gewesen sei.

Deswegen fiel er durch. Der auserkorene Cassalette hat dann ausschließlich und bei jeder sich bietendenden Gelgenheit seinen Sermon zur KGaA herausgelassen…

Außerdem wurde Stimoniaris nachgesagt dass er „klare Kante“ gegen HI zeigen wollte weswegen er für das Präsidentenamt als nicht wählbar galt.

Jetzt gibt der Selbstdarsteller den Mann von der Bahnsteigkante – (zurücktreten bitte) …

SechzgeMax
Redakteur

„Man ist davon ausgegangen, dass der Verwaltungsrat auch diesen Auftrag annimmt: gemeinsam für das Wohl des Vereins einzustehen. Mit den Personen, die man gewählt hat. Das ist nicht gelungen.“

Das kann ich so nicht unterschreiben. Ein Verwaltungsrat ist für mich wie ein Mini-Bundestag. Die Bürger/Mitglieder wählen ihre Vertreter. Wenn man dann als gewählter Vertreter zurücktritt ist das nicht die Schuld des Bundestags/Verwaltungsrats.

Stimoniaris hätte weiterhin das „Pro-Ismaik-Lager“ im VR vertreten müssen. Dass er dabei wohl in der Opposition wäre, ist egal. Jede Stimme zählt.

swaltl
Redakteur

„Der Verein kommt nicht zur Ruhe. Trotz gefühltem tausendmaligen Strategiewechsel.“

Ich glaube ehrlich gesagt eher, dass der Verein nicht trotz der Strategiewechsel nicht zur Ruhe kommt, sondern gerade wegen der Strategiewechsel nicht zur Ruhe kommt.
Wenn sich mal eine Strategie findet, und da sehe ich zumindest die KgaA auf dem richtigen Weg (den e. V. auch, aber da erfährt man für mich zu wenig), die über einige Jahre hinweg funktioniert, dann werden sich viele Probleme verringern.