Quo vadis TSV?

ARGE: “Keine Revolution gegen Reisinger”

Die Abendzeitung sprach in dieser Woche bereits von einer Revolution gegen Präsident Robert Reisinger. Der Fanclub-Dachverband “ARGE” hat den Wahlkampf begonnen und schickt prominente Löwen wie Werner Lorant und Bernhard Winkler ins Rennen. Man möchte den Kurs der aktuellen Führung nicht mitgehen. Das ist die primäre Botschaft. Die ARGE hat in der Zwischenzeit über Facebook die “Revolution” dementiert. “Diese Wortwahl ist komplett an den Haaren herbei gezogen”, so der Social-Media-Beauftragte Sascha Üblacker. Die ARGE möchte ein “gemeinsames 1860. Mit Robert Reisinger, aber auch mit Hasan Ismaik.”

Noch kein Wahlkampf

Arge-Vorstandsmitglied Franz Hell widerspricht zudem gegenüber der tz München, dass man sich bereits im Wahlkampf befindet. Bei der Aussprache des ARGE-Vorstandes mit den Regionsbeauftragten ging es ausschließlich um die Stimmungslage der Funktionäre in der ARGE. Bereits vor zwei Wochen kündigte man an, dass man erst die 30.000 indirekten Mitglieder in den Fanclubs befragen möchte. Indirekt deshalb, weil deren Fanclubs in der ARGE Mitglied sind, nicht einzelne Fans. Die Befragung ist immens wichtig, um den Kurs zu zementieren. Ein wichtiger basisdemokratischer Prozess.

Klar ist, dass die ARGE gerne eigene Kandidaten ins Rennen schicken möchte und hierfür natürlich ein Konzept benötigt. Um den Kurs durch die 30.000 indirekten Mitglieder zu legimitieren ist nicht mehr viel Zeit. Bereits am 31. März schließt sich das Zeitfenster für die Vorschläge der Verwaltungsrats-Kandidaten. Man hat also nur noch 12 Tage Zeit, um herauszufinden, welchen Kurs die Mitglieder mit ihrem Dachverband ARGE gehen möchten, um anschließend hierfür ein Konzept zu entwickeln.

Konzept wird ab April vorgestellt

Bernhard Winkler und Werner Lorant, so der Fanclub-Dachverband auf Facebook, werden ab April gemeinsam mit der ARGE dieses Konzept in den Regionen vorstellen. Damit will man natürlich möglichst viele der 30.000 indirekten Mitglieder erreichen und deren Fanclubs bereisen. Die ARGE muss sich dabei allerdings auch die Frage stellen, wo die Schnittmenge zum TSV München von 1860 e.V. ist. Denn am 22. Juli 2018 sind lediglich die ARGE-Mitglieder wahlberechtigt, die auch im TSV Mitglied sind. Wie hoch diese Schnittmenge ist, ist nicht bekannt.

Gespannt wird nun von vielen Fans die Umfrage erwartet, die den zukünftigen Kurs der ARGE mitbestimmen soll. Diesen demokratischen Befragungs-Prozess dann in ein Konzept umzuwandeln wird die wohl größte Herausforderung sein.

 

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Serkan
Leser

Franz Hell hat nach dem Doppelabstieg selbst erklärt, dass er keine Ziele mehr mit 1860 hat, außer Reisinger als Präsident wegzukriegen. Das sagt er auch jedem, der es hören will.

Reinhard Friedl
Leser

Bevor die ARGE ihr Konzept vorstellt, sollen sich die Verantwortlichen dieser Fan-Dachvereinigung bitte die Bilanzen der KGaA anschauen. Leider ist noch nicht die Bilanz zum 30.6.2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Aber auch ohne die “irrsinnigen” Ausgaben in der letzten Saison (bestimmt kommen hier noch einmal 10 Mio € Darlehen dazu) zeigt die Bilanz per 30.6.2016 auf, warum 1860 für den Spielbetrieb der 1. Mannschaft nur eine Lizenz erhielt, wenn keine neuen Schulden gemacht mehr werden. Diese Auflage bestimmt die derzeitige Vereinspolitik der Verantwortlichen im e.V.
Der Bilanzverlust war zum 30.6.2016 bereits 40,7 Mio €.
Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile der Kommanditisten lagen bei 5,8 Mio €. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft überschuldet ist und die KGaA einen “negativen Wert” hat.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern lagen bei 12,5 Mio € (dürften in der Saison 2016/2017 nochmals extrem angestiegen sein.)
Das Genussrechtskapital von Herrn Ismaik betrug 19,3 Mio €.
Meines Erachtens müssen die Forderungen von Herrn Ismaik von damals 12,5 Mio € plus die Forderungen aus der letzten Saison in Genussrechte umgewandelt werden. Mit einem Verkauf dieser Genussrechte zu ca. 25 % könnten sich dann evtl. Gönner finden, die bereit wären, neues Geld in die KGaA zu investieren und 1860 könnte wieder in den Profifußball zurück kehren.
Alles andere sind Träumereien, die Personen in verantwortlichen Positionen nicht träumen dürfen. Auch sollten Journalisten endlich einmal ihre Hausaufgaben machen und sich die Zahlen anschauen und evtl. einmal jemanden Sachkundigen fragen, was diese Zahlen für den TSV 1860 bedeuten.
Wer von neuen Darlehen spricht ist meines Erachtens ein “Scharlatan” und hat keine Ahnung was eine Bilanz und Verstöße hierzu für Konsequenzen haben.
Also soll bitte ein bisschen Hirn in den Köpfen der Verantwortlichen der ARGE vorhanden sein.

Sebastian Waltl
Redakteur

Als Außenstehender, der in keinem Fanclub Mitglied ist macht es mir den Eindruck, als ob die ARGE sich in den letzten Wochen keinen Gefallen tut.

Erst kündigen sie groß eine Befragung an. Dann gibt es eine Versammlung von 39 anscheinend sorgfältig ausgewählten Vorsitzenden der Fanclubs. Dabei kommt dan raus, dass die ARGE den momentanen Kurs nicht befürwortet. Was man so liest haben sie vorher schon extra die richtigen Leute ausgesucht, damit dieses Ergebnis überhaupt rauskommt.

Und nur einen Tag später fällt ihnen anscheinend ein, dass sie ja die Mitglieder befragen wollten. Angeblich soll das Ergebnis der Umfrage dann bindend sein. Wenn bei der Befragung rauskäme, dass die Mehrheit der Fanclubs gegen eine Zusammenarbeit mit Ismaik ist dann hat der Vorstand der ARGE aber ein ganz großes Problem.

Selbst ich, der davon nicht allzu viel mitbekommt, habe den Eindruck, dass es in der ARGE gewaltig brodelt. Es würde mich nicht wundern, wenn dem Vorstand der ARGE die ganze Sache bald um die Ohren fliegt.

3und6zger
Leser

Hat die Mitgliederbefragung von der ARGE schon stattgefunden? Geschmatzt wird darüberseit dem Nürbergspiel, also schon mehr als 3 Wochen. Von meinem Fan-Club habe ich bis jetzt noch nichts bekommen! Weiss jemand wie das abläuft und wie die ARGE das organisiert? Wie kann die ARGE verifizieren, ob einer Fanclubmitglied und und Löwenmitglied ist, wenns anonymisiert ablaufen soll?
Oder mit Personalien? Aufgrund der Nähe zum Blog und den 24 Dummbeuteln dort, werde ich diese der ARGE nicht geben. Man weiss ja nie, nachdem was ich dort schon an Drohungen gelesen habe!