Medialer Fokus ist bei Sechzig normal

Während die Presse in München wohl kaum ein Thema rund um den TSV 1860 München auslässt, ist es in Saarbrücken eher ruhig. Die dortigen Löwen sind bei weitem nicht so im Fokus der Medien, wie die doppelschwänzige Löwenkonkurrenz in der bayerischen Landeshauptstadt. Ob es ein Vorteil ist oder nicht, das ist schwierig zu sagen. Fakt ist, dass die Saarbrücker in der gesamten eigenen Saison eher wenigerem Druck ausgesetzt waren. Man ist sogar dankbar, wenn die Medien über den Verein schreiben. In München ist man eher froh, wenn es mal ruhiger ist und nicht das Haar in der Suppe gesucht wird. Der mediale Fokus auf Sechzig ist normal, sie können sicherlich mit Druck umgehen. Wie sieht es mit Saarbrücken aus? In einem Saarbrücker Fanforum sieht man durchaus, dass man nach München und in die dortige Presse schaut. Weil die Abendzeitung jüngst ein wenig auf die Stärken und Schwächen der Saarbrücker einging, wurden sie in einem Fanforum der Saarländer als besonders Fan-nahe Zeitung betitelt. Münchner sehen das vermutlich anders.

Saarbrücker spielerisch Favoriten?

Auf dem Papier ist Saarbrücken stärker. Aber ein großer Vorteil für die Löwen aus München könnte es sein, dass sie in Saarbrücken eher als unberechenbar wahrgenommen werden. Im letzten Spiel der Münchner, das im Fernsehen übertragen wurde, war wenig von der bisherigen Taktik zu sehen und es wurde viel experimentiert. Und auch in den Spielen zuvor zeigte sich Sechzig eher launisch. Manchmal war die erste Halbzeit spielerisch eine vollkommene Katastrophe und in der zweiten Halbzeit wurde der Schalter umgeschaltet. In anderen Spielen, die länger in der Vergangenheit dieser Saison zurückliegen, zeigten unsere Löwen sich von Anfang an bissig und angriffslustig. So zum Beispiel in Nürnberg. Gerade auch in der Fanszene der Saarbrücker erscheinen die Löwen aus München deshalb sehr unberechenbar. Eine nichterkennbare Taktik wurde auch bei den eigenen Fans in München oft kritisiert. Die Saarländer hingegen zeigen in den Spielen, die man im Internet noch online sehen kann, eine klarere Linie. Vor allem die beiden Stürmer Behrens und Schmidt bringen eine große Qualität auf den Platz. Aber sie sind berechenbarer. Bei den Löwen in München haben nicht einmal die eigenen Fans eine wirkliche Ahnung, wie Bierofka aufspielen lässt und welche Taktik er fährt. Das könnte ein durchaus großer Vorteil für Daniel Bierofka sein, der nun hinter verschlossenen Türen einen Plan entwickelt.

Bonusspiele sind Salz in der Suppe …

Der Trainer stapelt zwar gewohnt tief, wenn es um den Gegner geht. Doch sein Sportlicher Leiter nimmt diesen vorsichtigen Tönen etwas die Schärfe. Auf der Homepage des Vereins spricht er vom “Salz in der Suppe” im Hinblick auf die Bonusspiele und setzt vor allem auch auf die Fans. Saarbrücken sei zwar vom Papier her leicht favorisiert, aber man sei gut vorbereitet. Saarbrücken hat man invensiv beobachtet, man will die Stärken von Saarbrücken egalisieren und die Schwächen ausnutzen, so Gorenzel. Zur Zukunft der Löwen sagt Gorenzel nichts. Der Fokus liegt auf der Mannschaft und auf der Relegation, meint der Sportchef. Alles andere sei momentan unwichtig.

Angst müssen die Löwen vermutlich keine haben. Respekt schon, aber die Saarbrücker sind schlagbar. Wenn Sechzig hochkonzentriert in das Spiel geht und man die Schwächen der Saarländer tatsächlich erkannt hat, dann ist der Aufstieg in jedem möglich.

Fakt ist, die Fans können sich darauf freuen. Gorenzel hat durchaus Recht. Es ist das Salz in der Suppe. Und das gilt es zu genießen. Und natürlich gilt es, die größte Stärke auszuspielen: die Unterstützung durch unsere Fans.


Titelbild: (c) 1. FC Saarbrücken, Pressefoto

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