Die große Frage, die man sich in Giesing immer wieder stellt: Wird das Grünwalder Stadion dem TSV 1860 München auch in Zukunft gerecht? Die Stadt München hat nun eine Presseerklärung herausgegeben, die durchaus interessant ist. Wir haben bereits darüber berichtet, möchten aber noch einmal näher darauf eingehen.

Die Stadt spricht von 3 Schritten: Erst einmal sollen die Unterränge des Blocks J für die Fans geöffnet werden. Im 2. Schritt erfolgt dann die Eröffnung der Oberrränge F1, F2 und J. Zur kommenden Saison hin soll es schließlich weitere Maßnahmen geben. Diese sollen vor allem den Lärmschutz thematisieren und ermöglichen, dass 15000 Zuschauer darin Platz finden.

Geplante Schritte der Stadt

Aktuell

Aktuell ist der Block J komplett gesperrt. Beim F1 und F2 sind jeweils die Oberränge gesperrt. Die Zuschauerobergrenze liegt bei 12500 Zuschauern.

Der 1. Schritt

Beim 1. Schritt der Stadt München sollen der Unterrang des Blocks J aufgemacht werden. Die Kapazität wird dabei nicht geändert. Es bleibt bei insgesamt 12500 Zuschauern. Vermutlich wird die Öffnung des Unterrangs des J-Blockes zum neuen Jahr geschehen. Am 9. März wird gegen den SV Seligenporten damit vermutlich zum ersten Mal wieder jemand  im J-Block stehen.

Der 2. Schritt

Beim 2. Schritt werden auch die Oberränge geöffnet. Damit ist die komplette Westkurve offen. Dennoch wird es an der Kapazität erst einmal nichts ändern. Zugelassen sind 12500 Zuschauer. Grund hierfür sind die Lärmschutzbedingungen. Der große Vorteil im Hinblick auf das Stadion-Sicherheitskonzept: Unabhängig wie viele Fans der Gegner mitbringt, man kann ihnen in jedem Fall den Block P zuweisen, da man die Westkurve aufgrund der Gesamtkapazität ohnehin nicht komplett vollbekommt.

Der 3. Schritt

Auch einen 3. Schritt hat die Stadt bereits angekündigt. Der sieht Baumaßnahmen im Hinblick des Lärmschutzes vor. Durch diese Maßnahmen soll es möglich sein, auf 15000 Zuschauer aufzustocken und dabei sogar den Lärm zu reduzieren, trotz mehr Zuschauer. Ein Schritt, der vermutlich im Juli vollzogen wird. Mit dem 3. Schritt wäre das Stadion fit für die 3. Liga.

Ein möglicher 4. Schritt

Höchstwahrscheinlich sind mit dem 3. Schritt das Grünwalder Stadion im Hinblick auf die infrastrukturellen und die sicherheitstechnischen Anforderungen im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens die Anforderungen auch für die 2. und 1. Bundesliga erfüllt (ACHTUNG: Stimmt nicht, bitte Anmerkung zwecks Rundumüberdachung weiter unten beachten!). Es müsste dennoch einiges noch getan werden. Vor allem im Hinblick auf die Gastronomie unter der Westkurve. Die ist nämlich nicht vorhanden. Aktuell wird mit externen Schankflächen gearbeitet. In einem möglichen 4. Schritt könnte man dabei auch über eine Erhöhung auf 18500 Zuschauer sprechen. Zum Beispiel dann, wenn der TSV 1860 in der 3. Liga im oberen Drittel mitspielt und bereits ein möglicher Aufstieg in Aussicht ist.

Interessant der letzte Satz der Pressemitteilung der Stadt München: “Mit den geplanten Instandsetzungsmaßnahmen und der Kapazitätserweiterung ist noch keine vollständige Sanierung der Westkurve mit der darunterliegenden Gastronomie verbunden. Dies wäre ein umfassendes und zeitaufwändiges Projekt, das nicht ohne erhebliche Beeinträchtigung des Spielbetriebes realisiert werden könnte.” Derartige weitere Sanierungen sind also nicht ausgeschlossen, sonst würde man sie nicht explizit erwähnen. Und sie sind notwendig, um das Stadion mittelfristig zu etablieren.


Bedingungen für 1. Bundesliga / 2. Bundesliga

  • Zuschauerkapazität des Stadions von mindestens 15000 Plätzen, davon mindestens 3000 Sitzplätze. Presse- und Ehrentribüne müssen gedeckt sein. Mindestens ein Drittel aller Sitzplätze soll gedeckt sein.
  • Flutlichtanlage mit einer Beleuchtungsstärke von Minimum 800 Lux EV mit einer Ersatzstromversorgung, Sicherheitsbeleuchtung
  • Naturrasenspielfeld
  • Rasenheizung

Achtung NACHTRAG: Geänderte Regelung vom 25.08.2016:

Das Fassungsvermögen der Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga muss mindestens 15000 Zuschauer betragen, wobei in der Bundesliga mindestens 8000 Sitzplätze vorhanden sein müssen. In der 2. Bundesliga sollen mindestens 4500 Sitzplätze und müssen mindestens 3000 Sitzplätze vorhanden sein. Sämtliche Tribünenbereiche müssen einschließlich des Hauptumlaufbereichs gedeckt sein. Für die Gästefans sind 10 % der Gesamtkapazität (Sitz- und Stehplätze), mindestens 1500 Besucherplätze, davon bei Bedarf mindestens 450 Sitzplätze, vorzusehen.
Danke für den Hinweis im Kommentarbereich!

Die Sicherheit

Im Hinblick auf die Sicherheit ist ohnehin die Polizei gefragt. Die Diskussion wird gerne für die Stadionfrage herangenommen, ist jedoch eher eine Sache der Planung und Koordinierung von Polizeikräften. Natürlich ist es richtig, dass sicherheitsrelevante Fragen an anderen Standorten einfacher wären. In Giesing ist es jedoch ohne Probleme möglich, auch diese Fragen optimistisch zu klären. Selbst in der 3. Liga. Das Kontingent für gegnerische Fans liegt dann bei 1500 Zuschauern maximal.

Weitere Fragen

Die Parkplatzsituation ist selbstverständlich eine weitere Frage. Aber auch die wird sich klären. Das Konzept des “Park & Ride & Stadium” scheint aufzugehen. Selbst bei einer Aufstockung auf 15000 oder gar 18500 Zuschauern wird das Grünwalder Stadion etwas Besonderes bleiben. Den Event-Fan, wie er in der Allianz-Arena beim Nachbarn aus der Seitenstraße zu finden ist, wird es nicht geben. Viele nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel sehr gerne.

Stadion für 1860 – das wird Dieter Reiters sportpolitischeS Baby

Unser Fazit: Das Grünwalder Stadion war bislang eine kurzfristige Lösung für die Regionalliga. Mit der Vorgehensweise der Stadt München ändert sich dies in eine mittelfristige Lösung. Das heißt, dass der TSV 1860 München ohne Probleme zweimal aufsteigen kann, was aktuell auch das mittelfristige Ziel des Vereins sein sollte. Über langfristige Lösungen muss man sich aktuell wohl kaum Gedanken machen. Es wird schon schwierig genug, von der Regionalliga in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Es ist davon auszugehen, dass dann bereits 18500 Zuschauer möglich sind. Gerade auch, weil schätzungsweise dies in einer Phase diskutiert wird, wenn die Regionallwahlen anstehen. OB Dieter Reiter wird sich dann kaum die Butter vom Brot nehmen lassen, wenn er sich jetzt schon so einsetzt. Das wird sein sportpolitisches Baby.


Unsere nicht ernstzunehmende Empfehlung

Wer der Allianz-Arena trotzdem hinterher trauert, dem empfehlen wir abschließend dieses nette 3D-Puzzle der Arena in blau. Fast 2 Euro günstiger als die rote Variante. Neben der Fußball-Begeisterung werden logisches Denken, Konzentrationsfähigkeit und Feinmotorik gefördert. Vielleicht hilft gerade das “logische Denken” bei der Stadionfrage. Wer weiß. Vom Grünwalder Stadion gibt es leider nur eine Pop-Up-Karte. Wenn es mal ein 3D-Puzzle des Grünwalder Stadions gibt, dann verlosen wir es, versprochen!

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12 Kommentare auf "Grünwalder Stadion: Schrittweise Änderung auf mittelfristige Lösung"

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LNHRT
Mitglied

Ich bin auf die Verteilung gespannt, wenn die Westkurve weiter aufgemacht wird, ohne die Kapazität zu erhöhen.

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied

Ich gehe zumindest mal davon aus, dass dann die Ostkurve nur noch den Gästefans überlassen wird… In der Westkurve wird es trotzdem luftiger. Allerdings hoffe ich, dass die Blöcke G und H gut gefüllt bleiben. Wäre wichtig für die Stimmung…

LNHRT
Mitglied

Genau das ist meine „Befürchtung“. Erstmal ist es super, wenn das riesen Loch zwischen Westkurve und Stehhalle geschlossen wird. Wenn dann aber große Lücken entstehen, könnte sich das in der Stimmung bemerkbar machen. Wir werdens sehen.

Sebastian Waltl
Mitglied

Leider ist mittlerweile eine vollständige Überdachung für die 1. und 2. Liga Pflicht. Damit hat zum Beispiel Darmstadt riesige Probleme: https://www.google.de/amp/www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/676115/artikel_existenzbedrohend_dfl-auflagen-treffen-darmstadt-hart.amp.html#ampshare=http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/676115/artikel_existenzbedrohend_dfl-auflagen-treffen-darmstadt-hart.html
Außerdem wären für die 1. Liga 8.000 Sitzplätze Pflicht.

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied

Man beachte aber auch Artikel 67:

“Artikel 67 Befreiungen
Soweit keine gesetzlichen Vorschriften oder behördlichen Anordnungen entgegenstehen, können auf Antrag des Clubs Abweichungen von einzelnen Vorschriften des Regelwerks für Stadien und Sicherheit zugelassen werden. Bei Befreiungen von sicherheitstechnischen Vorschriften des Regelwerks für Stadien und Sicherheit ist die Kommission Prävention & Sicherheit & Fußballkultur des DFB zu befassen.”

Sebastian Waltl
Mitglied

Wobei ich mal annehme, dass es so eine Ausnahme nur für ein oder zwei Jahre gäbe. Bei Darmstadt ist es zum Beispiel so, daas sie ein Jahr Zeit bekommen haben, die neuen Richtlinien umzusetzen.

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied

Davon gehe ich auch aus, kann es aber nicht mit Sicherheit sagen. Sollte jemand definitiv Bescheid wissen, wäre es cool, uns davon wissen zu lassen 😉

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