Negative Meinungen im Blickpunkt

Im zweiten Teil unserer Umfrage möchten wir uns vor allem mit den negativen Meinungen beschäftigen und diese teilweise kommentiert, teilweise allerdings auch unkommentiert, wiedergeben. Wir halten es für wichtig, dass man diese Punkte verinnerlicht und, sofern möglich, daran arbeitet. Selbstreflexion ist einer der wichtigsten Prozesse in der Selbstreinigung des Vereins. Leider sind auch zahlreiche Beleidigungen in manchen Kommentaren eingebunden. Es war für uns nicht so einfach, die Themen zusammenzufassen.

“Beschämend” bezeichnete ein Teilnehmer unserer Umfrage das Verhalten einiger Mitglieder auf der Mitgliederversammlung. Der tiefe Graben zwischen den Fans ist noch immer vorhanden und wird von vielen auch als besonders schlimm empfunden. Der Streit in den sozialen Netzwerken und die Unruhe neben dem Platz, trotz sportlichen Erfolgs, wird von zahlreichen Fans als negativ wahrgenommen. Und diese Angst ist durchaus berechtigt. Noch immer spricht man von “zwei Lagern”. Man kann nur hoffen, dass das irgendwann ein Ende hat. Aus unserer Sicht wird die Fanmitte jedoch wieder stärker. Im Grünwalder Stadion und bei den Fantreffen in den Straßen und Plätzen sieht man mehr Geschlossenheit.

“Was will Mey wirklich?”

Ein weiterer Punkt, den die Teilnehmer beschäftigt, ist die Investorenfrage. Viele sehen Hasan Ismaik noch immer als “Damoklesschwert” über dem Verein schweben. Und auch in Richtung Gerhard Mey (neue Träumereien, Größenwahn, Unruhe, Aufstiegsforderungen) geht eindeutige Kritik. Mit dieser Thematik haben wir uns ja bereits in Teil I dieser Umfrage beschäftigt.

“Die Marke 1860 wurde schwer beschädigt durch seine intransparenten und irrational wirkenden Handlungen.”

Kritik am Verein gibt es vor allem in den Bereichen der Professionalität der Geschäftsstelle und des Ticketing. Fans berichten davon, dass eMails nicht beantwortet werden. Telefonisch wäre auch niemand erreichbar. Das Ticketing halten einige für nicht transparent genug und auch die Informationspolitik wird kritisiert. Interessant ist dabei aus unserer Sicht vor allem auch die Kritik in Richtung eMail-Beantwortung. Wir hatten vor dem Geisterspiel bei der Geschäftsstelle angefragt, ob wir als Löwenmagazin das Bild der “symbolischen Eintrittskarte” bekommen können, um die Fans zu ermutigen, dieses Ticket zu kaufen. Wir bekamen keine Antwort!

Die “Fans werden aus dem Grünwalder Stadion ausgeschlossen”, es gibt im Grünwalder Stadion zu wenig Platz und zu wenig Karten, schreibt ein Teilnehmer. Das müssen wir an dieser Stelle allerdings gleich mal revidieren. Für das letzte Heimspiel gab es auch für Nichtmitglieder noch lange Karten. Und auch für das ausstehende Spiel gegen den FC Ingolstadt sind noch Karten verfügbar. Aber das Ticketing muss besser werden, zweifelsohne. Nicht jeder Fan möchte Woche für Woche auf ein Zeitfenster warten. Vermutlich ging deshalb auch die Nachfrage an Tickets deutlich zurück. Aber das ist nur eine Vermutung unsererseits.

Die Kritik geht natürlich auch in Richtung “gesperrte Ränge”. Die Schlangen vor den Bierständen im Grünwalder Stadion wären zu lange und die Wurst “schmeckt beschissen”.

Kritik in Richtung Präsidium geht vor allem im Hinblick der fehlenden Zukunftsvisionen. Alle Entscheidungen wären “nicht auf Profifußball ausgerichtet”, schreibt ein Teilnehmer unserer Umfrage. Noch immer gäbe es Schulden und die Stadionzukunft sei ungeklärt, schreibt ein anderer.

Der Respekt vor Investoren und Sponsoren wird von einigen als mangelhaft bewertet. Vor allem gegenüber Investor Ismaik wäre man nicht fair. Er habe zwar Fehler gemacht, jedoch enorm viel Geld investiert. Das könne man nicht einfach verdrängen.

Im Hinblick auf die Mannschaft und den Trainer gibt es wenig Kritik. Einer schreibt jedoch “die Spielweise der Löwen ist schrecklich”. Er meint “der Ball wird einfach wild weggedroschen, keine genauen Pässe möglich, der Tordrang fehlt…die Spieler haben eine schlechte Ballkontrolle die Bälle gehen nach klein klein Spiel generell verloren”. Es sei “kein Konzept außer Kampf” erkennbar.

Was auch deutlich spürbar ist: Man hat Angst, junge Talente zu verlieren. Die Frage wird uns ohnehin in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen. Wie attraktiv wird 1860 zukünftig für junge Talente sein? Wen kann man halten?

Dass man wieder vom Aufstieg spricht und die Stadionfrage erneut in den Focus rückt, ist eine Kritik, mit der wir uns schon beschäftigt haben und primär vor allem auch mit dem Interview von Gerhard Mey bei der Süddeutschen Zeitung zu tun hat.

Kritik ging auch in Richtung dieblaue24. Der Blog ist vielen Fans zu tendenziös und die Berichterstattung einseitig. Einige Fans gehen sogar weiter und sind der Meinung, dass man dort die Grabenkämpfe forciert und zur großen Spaltung maßgeblich beigetragen hat.

“Den TSV 1860 in jeder Lage zu unterstützen, schreibt die ARGE auf ihre Fahne, und hat gegen den Willen der Mehrheit den Verein bekämpft!”

Sehr scharfe Kritik geht vor allem an die ARGE. Ein Teilnehmer meint, dass die Arbeitsgemeinschaft sich mehr auf ihre Arbeit konzentrieren sollte. Fanclubtreffen mit Spielern und Ehemaligen zu organisieren, den Rowdytum innerhalb der Sportstätten zu bekämpfen oder Regionsversammlungen abzuhalten und nicht in dieser Weise “vereinsschädigende” Sportpolitik zu betreiben.

Auch unser Löwenmagazin bekommt Kritik. Wir wären “der Versuch eines Gegenpols” zu einem anderen Blog und “hetzerisch”, nur eben von der anderen Seite. Sogar als “manipulativ im Sinne des e.V.” beschreibt ein Teilnehmer unsere Berichterstattung.

Im Großen und Ganzen sind die Kritiken und negativen Meinungen jedoch weitaus weniger als die positiven Stimmen. Seitens des Vereins sollte man die Kritiken jedoch ernst nehmen. Prinzipiell, so ist unsere Meinung vom Löwenmagazin, ist man auf einem guten Weg. Aber einige Kritikpunkte können auch wir unterstreichen.

 

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