Es ist immer wieder spannend, die Fans des TSV München von 1860 zu befragen. Wir freuen uns, dass innerhalb kürzester Zeit weit über 500 Fans teilgenommen haben. Die jüngsten Teilnehmer unserer Umfrage waren 15 Jahre alt, die ältesten etwas über 70. Das Durchschnittsalter lag in etwa bei 40 Jahren.  Wir werden die Umfrageergebnisse in mindestens zwei Teilen veröffentlichen. Heute beschäftigen wir uns vor allem mit der Mitgliederversammlung und dem potentiellen Investor Gerhard Mey.

Auch in unserer letzten Umfrage vor der Mitgliederversammlung kamen einige interessante Ergebnisse zustande. Die Stimmung war damals vorsichtig optimistisch. In der aktuellen Umfrage hat sich unserer Ansicht nach die optimistische Grundstimmung gefestigt. Das merkt man sowohl in den Umfragewerten, als auch in den Kommentaren.

“Junge Mannschaft die kämpft, läuft und beißt. Spieler und Trainer , Die sich voll mit den Löwen identifizieren. Ein Präsidium , Das wieder  eigenständig ist und sein will.”

Fanmeinung

Der Verein hat sich unserer Meinung politisch und sportlich in ein gutes Fahrwasser gebracht. Das Präsidium agiert taktisch klug. Und die Mannschaft gefällt den Fans überwiegend. Leider wird noch immer häufig Sportpolitik und der Sport auf dem Platz vermischt. Aber prinzipiell sehen wir vom Löwenmagazin durchaus positiv in die Zukunft.

“Das aktuelle Präsidium scheint einen guten Job zu machen. Der Einfluss von Ismaik ist auf ein Minimum reduziert. Die Mannschaft macht Spaß und Bierofka als Trainer ist die perfekte Lösung.”

Fanmeinung

Meinung zum Ergebnis der Mitgliederversammlung

Zweifelsohne, der Verein ist noch immer gespalten. Auch zahlreiche Kritiken haben wir ausgewertet. Wir werden in einem Extra-Bericht auch äußerst kritische Kommentare veröffentlichen. Im Raum bleibt zum Beispiel immer noch die Meinung, dass Befürworter des Grünwalder Stadions den Verein unterwandert hätten. Ein Fan schreibt, dass ein echter Neuanfang mit Hasan Ismaik und den alten Verantwortlichen im e.V. nicht möglich sei.

“Der Verein wurde von den Befürwortern eines Stadions unterwandert. Der Investor trifft alle ihm überlassenen Entscheidungen falsch und ist uneinsichtig. Ein Echter Neuanfang ist mit ihm/und den alten Verantwortlichen im e.V. wohl nicht möglich!”

Fanmeinung

Geschäftsfüher TSV 1860 Fauser
Markus Fauser berichtet über die KGaA

Wir stellen uns natürlich dabei vor allem die Frage nach der Mitgliederversammlung. Kritiker im Hinblick auf den Ausgang der damit verbundenen Wahlen kritisieren vor allem eines: Man hatte keine Möglichkeit einer Brief- oder Onlinewahl. Viele konnten aufgrund der Entfernung oder aus sonstigen Gründen nicht kommen. Unsere Frage nach der Zufriedenheit im Hinblick auf das Ergebnis dieser Wahlen haben wir deshalb vor allem in Bezug mit der Angabe “Mitglied / Nichtmitglied” gestellt. Und interessant ist, dass vor allem die Mitglieder, unabhängig ob sie nun wählen waren oder nicht, mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sind. 80 Prozent der Mitglieder sind mit dem Ergebnis tendentiell zufrieden (6 und mehr Punkte). Jedoch: Bei Nichtmitgliedern sind das immerhin ebenfalls 65 Prozent.

In der Grafik sieht das so aus, wobei 1 = gar nicht zufrieden bis 10 = sehr zufrieden bedeutet:

Das heißt, dass auch Nichtmitglieder durchaus mit dem Ausgang der Wahl zufrieden sind, sich jedoch eher mit ihrer Stimme im neutralen Mittelfeld befinden. Die Meinung, dass bei einer Brief- oder Onlinewahl die Mitgliederversammlung vom Ergebnis her anders ausgegangen wäre, ist unserer Ansicht nach nicht richtig.

Thematisierung hoher Ziele durch potentielle Investoren

Mit Sorge schauen einige Fans Richtung Gerhard Mey, dem potentiell möglichen Investor für die Münchner Löwen. Neben der Entwicklung der Blogger-Kultur und damit verbundenen Hetze im Internet, der Zuschauerkapazität und der Spaltung der Fanszene, für die Fans einer der wichtigsten aktuellen Themen.

“Die angedeutete Bereitschaft mit Mey evtl. einen neuen Investor in den Verein zu lassen, macht mir Sorgen. Es geht zwar im modernen Fußball nicht ohne externe Geldgeber, es besteht aber ein Unterschied zwischen Sponsoring und Investoren, die für ihr Geld Mitbestimmung und Kontrolle einfordern.”

Fanmeinung

 

“Es sollten nicht wieder die zweiten vor den ersten Schritten unternommen werden, s. Herrn Mey, der noch keine Anteile besitzt, aber schon wieder von einem Stadion und der Meisterschaft spricht.”

Fanmeinung

Nach seinem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, in dem er von der Wiederholung der Meisterschaft im Jahr 1966 spricht und auch die Stadionfrage erneut aufflammen lässt, sind die Fans äußerst skeptisch. Es ist deshalb fraglich, ob das Interview sinnvoll war. Nur 27,6 Prozent aller Befragten stimmen zu, dass es sinnvoll zum aktuellen Zeitpunkt ist, wenn ein Investor die Stadionfrage und die 1. Bundesliga thematisiert. 72,4 Prozent hingegen sehen das kritisch. Ganze 46,1 Prozent haben sogar mit nur einem Bewertungspunkt “stimme überhaupt nicht zu” angekreuzt. Sicherlich sind die Fans vor allem im Hinblick auf die Investitionen von Hasan Ismaik sehr vorsichtig geworden. Die Grafik zeigt dabei von dunkelblau (stimme überhaupt nicht zu) über hellblau und hellgrün bis hin zu dunkelgrün (stimme voll und ganz zu) die Verteilung der Stimmen an. Der goldene Markierungsstrich zeigt die Grenze zwischen 5 und 6 Punkten.

In einer weiteren Grafik stellen das Ergebnis noch einmal im Balkendiagramm:

Erstaunlicherweise resultiert daraus auch, dass die Frage “Wir brauchen einen Investor” nicht ganz so euphorisch beantwortet wird, wie vor zwei Wochen. Im Moment sagen nur 48 Prozent, dass wir einen Investor benötigen. 52 Prozent tendieren eher zu “Nein”. Wir sind davon überzeugt, dass das vor dem Interview von Gerhard Mey mit der Süddeutschen Zeitung noch anders ausgesehen hat. Prinzipiell ist jedoch auch festzustellen, dass es dabei ein stärkeres Mittelfeld gibt. Das kann man durchaus als eine gewisse Unentschlossenheit interpretieren.

Interessant vor allem: 20 Prozent der Teilnehmer an unserer Umfrage, die sich voll und ganz gegen die Thematisierung von Bundesliga und Stadionfrage zum aktuellen Zeitpunkt durch einen Investor aussprechen, sind prinzipiell für einen Investor. Mit der richtigen Strategie, kann ein Investor also durchaus die Herzen der Fans gewinnen. Vor allem aber muss man dabei bedenken, dass die Emotionen der Fans eine unglaubliche Gewichtung haben. Der TSV 1860 München ist nicht einfach “nur” eine Firma.

Stadt München und das Grünwalder Stadion

Auch die Frage, ob die Stadt München mehr Initiative im Hinblick auf das Grünwalder Stadion zeigen muss, haben wir gestellt. 82 Prozent der Teilnehmer an unserer Umfrage tendieren zu “Ja” und haben 6 oder mehr Punkte angekreuzt. Immerhin 52,6 Prozent stimmen voll und ganz zu.

Auch wir sind der Meinung, dass vor allem die Stadt in einigen Punkten aktiv werden muss. So zum Beispiel im Hinblick auf die Auslastung. Aktuell dürfen nur 12.500 Zuschauer ins Stadion. So wie es aussieht, wird Block J in jedem Fall gesperrt bleiben. Aber in den Blöcken F1 und F2 wäre es durchaus möglich, die Kapazität auf insgesamt 15.000 Zuschauer zu erhöhen. Was durchaus mal eine deutliche Steigerung wäre und den Löwen helfen würde. Gerade auch im Hinblick auf die Behindertensituation sollte nicht nur der Verein, sondern auch die Stadt aktiv werden. Der Verein gibt in diesem Bereich aktuell sein Bestes. Das wissen wir aus Gesprächen mit den Behindertenbeauftragten.

Wir sind der Meinung, dass die Stadt zu wenig tut, um den Regionalligisten zu unterstützen. Zweifelsohne kann die Stadt nichts für den Fall der Löwen in die vierte Liga. Aber vielleicht gerade aufgrund des Zwangsabstiegs sollte die Stadt zur Förderung des Sports aktiver werden.

Wir bedanken uns recht herzlich für die Teilnahme an unserer Umfrage.

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Muckl
Gast

Ich bin sehr wohl der Meinung dass eine Brief- oder Onlinewahl die Ergebnisse der Mitgliederversammlung deutlich beeinflusst hätte, weil z.B. auch gar nicht gewährleistet werden kann dass nicht ein Fanclub-Präsident für all seine Mitglieder die Stimmabgabe übernimmt.
Aber der Weg zum Verein sollte es einem schon Wert sein bei der Vereinspolitik mitzubestimmen und es ist gut dass der Antrag auf Brief- bzw. Onlinewahl abgelehnt wurde!

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[…] Aufstiegsforderungen) geht eindeutige Kritik. Mit dieser Thematik haben wir uns ja bereits in Teil I dieser Umfrage […]

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