Blick auf die Fankurve der Konkurrenz
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beginnt die Überprüfung eines Vorfalls des FC Energie Cottbus aufgrund von Fanrufen aus der Kurve. In der Nachspielzeit zwischen Cottbus und dem Halleschen FC am Mittwoch stimmten die Energie-Fans in ein „Halle, ihr Zigeuner“ ein. Der DFB-Kontrollausschuss wird den Fall nun prüfen. Dabei kann es anschließend auch zu Ermittlungen und einer damit verbundenen möglichen Geldstrafe kommen. Dass eine Überprüfung vorgenommen wird, heißt aber nicht, dass es zwangsläufig auch zu Ermittlungen kommt.
Vorfall bereits beim Aufstieg
Bereits im Mai hatte es einen „Vorfall“ in Cottbus gegeben. Nach dem erfolgreichen Aufstiegsspiel gegen Weiche Flensburg hatten die Cottbusser Spieler bei der Pressekonferenz ironisch „Trainer, du Zigeuner“ gesungen. Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte daraufhin mit „Spieler, ihr Zigeuner“ geantwortet. Trainer Wollitz musste sich dabei öffentlich entschuldigen.
Der Begriff „Zigeuner“ ist seit Jahren in der Diskussion. Der Zentralrat der Sinti und Roma setzt sich vehement dafür ein, dass der Begriff als diskriminierende und rassistische Bezeichnung für die ost- bzw. süd-osteuropäische Minderheit der Sinti und Roma verstanden wird. Der Vize-Vorsitzende des Zentralrates sagte 2015, er wolle niemandem ein schlechtes Gewissen machen, weil jemand ein Zigeunerschnitzel bestelle. Der Begriff ist bis heute nicht verboten. Zwar entschied die Stadt Hannover im Jahr 2013, zukünftig in ihren städtischen Kantinen statt Zigeunerschnitzel zukünftig „Schnitzel Balkan Art“ anzubieten, in vielen Teilen Deutschlands bleibt der Begriff jedoch bestehen.
Im Hinblick auf das Wort „Zigeuner“ gibt es unterschiedliche Auffassungen. Für viele Juristen fällt eine Strafbarkeit nach § 130 des Strafgesetzbuches aufgrund von Volksverhetzung in jedem Fall aus. Zwar kann man durchaus eine Beschimpfung einer nationalen, rassistischen, religiösen oder ethnischen Gruppierung bei der Nutzung des Wortes hineininterpretieren, eine derartige Äußerung müsse jedoch geeignet sein, um den „öffentlichen Frieden zu stören“. Gerade in der Fankurve ist nicht davon auszugehen, dass die Fans den Begriff „Zigeuner“ als Schimpfwort für die Spieler von Halle benutzt haben, weil sie davon ausgehen, dass diese tatsächlich einer ost- bzw. süd-osteuropäischen Minderheit angehören. Anders wäre es, wenn man den Begriff „Neger“ verwenden würde und explizit einen dunkelhäutigen Spieler damit meint.
Ermittelt der Deutsche Fußball-Bund, muss er den Fans explizit eine rassistische oder diskriminierende Absicht unterstellen, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Tut er das nicht, dann führt er den Kampf gegen Rassismus und für Gleichberechtigung in der Kurve und im Sport ad absurdum.
Gerne dürft Ihr Eure Meinung sagen und über die Thematik auch kontrovers diskutieren.
Titelbild: (c) Sane, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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