Immer wieder wird die Forderung laut, man solle Banner und Schwenkfahnen in der Westkurve, die sich gegen Hasan Ismaik und seine Vertreter richten, verbieten. Vor allem das Präsidium steht dabei in der Kritik. Doch wer hat überhaupt Einfluss auf das, was in der Kurve gezeigt wird?
In der Westkurve gibt es immer wieder Protestbekundungen seitens der Fans. Einige Fans fordern ein Verbot. Geschimpft wird dabei vor allem auf das Präsidium. Präsident Robert Reisinger stünde in der Verantwortung, nicht nur gegen Pyro-Technik vorzugehen, sondern auch gegen ismaikkritische Banner, Spruchbänder und Schwenkfahnen. Doch was kann der Präsident überhaupt ausrichten?
Imago imagescEigentlich ist es eine ständige Wiederholung des gleichen Themas, das jedes Jahr von Neuem wieder und wieder behandelt wird. Das Präsidium äußerte sich ganz klar im August vergangenen Jahres. „Als Gesellschaftervertreter wünschen wir uns, dass diese Fahne nicht mehr weht.“ Doch ein Verbot sei der falsche Weg, vielmehr bedürfe es Überzeugungskraft. Hasan Ismaik, hatte ein Jahr zuvor bereits geäußert, dass er für Meinungsfreiheit in der Löwenfamilie stehe. Die KGaA hatte ein Banner der Westkurve auf der Homepage des TSV 1860 wegretuschiert. Ismaik macht klar, dass das nicht von ihm aus ging. Bereits Peter Cassalette fuhr eine klare Linie im Hinblick auf Kritik aus der Fankurve: „Das ist freie Meinungsäußerung, ich habe ein dickes Fell“ so der damalige Präsident. Ein wichtiger Punkt. Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland ein hohes Gut. Und ist wesentlicher Bestandteil der Demokratie.
Imago ImagescDoch wer kann Spruchbänder, Banner und Schwenkfahnen überhaupt verbieten? Für die Genehmigung dieser Botschaften ist ausschließlich die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zuständig, nicht das Präsidium. Es obliegt also der Geschäftsführung, ismaikkritische Botschaften zu verbieten. Der DFB fährt hier eine klare Schiene. „Es ist uns ein Anliegen zu betonen, dass die Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist. Diese einzuschränken war und ist nicht im Interesse des DFB“, schreibt der Deutsche Fußball-Bund. Kritik gegen Institutionen und Personen sei selbstverständlich zulässig, erklärt der Verband. „Wir schätzen die kreative und kritische Fankultur in Deutschland. Diese wollen wir erhalten“, meint der DFB in einer Pressemeldung.
Das durchgestrichene Konterfei von Hasan Ismaik oder auch das von Anthony Power ist mit der Meinungsfreiheit gedeckt, wie ein Gericht bei der Gerichtsverhandlung zwischen der TSV 1860 Merchandising GmbH und den Löwenfans gegen Rechts festgestellt hat. Die KGaA müsste also etwas verbieten, das mit der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Das würde auch dem Deutschen Fußball-Bund sauer aufstoßen.
Titelbild: imago images


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