1860: Zwischen langfristiger Strategie und Tagesgeschäft

70
1577

Abendzeitung: “Punktesieg für Ismaik”

“Ein 1:0 für Ismaik” titelt die Abendzeitung. Eine Schlagzeile, die nicht im Geringsten die Wirklichkeit wiederspiegelt. Nein, von einem Punktesieg werden auch die Anwälte von Hasan Ismaik nicht sprechen. Im Gegenteil.

Hätte der e.V. sich für die sofortige Kündigung des Kooperationsvertrages entschieden, so hätte der jordanische Investor seine Geschütze auffahren können. Und das hätte den Verein vermutlich über Jahre gelähmt. Das wäre einer Kriegserklärung gleichgekommen und der Investor hätte da zweifelsohne den längeren Atem gehabt. Eine Kündigung des bestehenden Kooperationsvertrages mt HAM International Ltd. ist aktuell nicht möglich. Zumindest nicht bis Ende Januar.

“Der Antrag ist vom Tisch, nicht aber die Thematik”

Die Stellungnahme des e.V.

Man muss eines klarstellen: Die Entscheidung heißt nicht, dass man sich damit nicht mehr beschäftigt. Sonst hätte man es nicht explizit so formuliert: “Das Präsidium und der Verwaltungsrat (…) haben in einer Sitzung (…) gemeinsam beschlossen (…) die von der Mitgliederversammlung (…) beauftragte Kündigung (…) nicht innerhalb von sechs Monaten auszusprechen“. Das heißt: Der Antrag ist vom Tisch, nicht aber die Thematik. Er war zeitnah ohne Nachteile für den Verein einfach nicht umsetzbar.

Die Antragstellerin konnte sich mit ihrem Wunsch, dass der Kooperationsvertrag unmittelbar, bzw. nach Änderung auf der Mitgliederversammlung, innerhalb von 6 Monaten aufgelöst wird, nicht durchsetzen. Damit ist er tatsächlich vom Tisch. Was bleibt ist der Wunsch der Mitglieder, dass man sich vom Kooperationsvertrag löst. Und das hat Präsidium und Verwaltungsrat anerkannt. Das ist ein klarer Auftrag. Nicht heute und nicht bis zum besagten 24. Januar. Aber mit dem Gutachten zur Kooperationsvertrags-Kündigung hat sich der Verein ein klares Bild ermöglicht. Im Hinblick auf die vertraglichen Vereinbarungen.

Für Ulla Hoppen sollte die Sache damit erledigt sein. Ihr Antrag liegt im Papierkorb. Nichts desto trotz hat sie einen wesentlichen Beitrag geleistet. Nämlich dafür gesorgt, dass sich die aktuellen Funktionäre endlich mal mit dem Kooperationsvertrag auseinandergesetzt haben. Man muss bezweifeln, ob 2011 die unterzeichnenden Funktionäre auch nur annähernd sich mit der Thematik beschäftigt haben. Wenn ja, wäre es genauso unverantwortlich wie wenn nicht. Dass die heutigen führenden Köpfe des Vereins dies nun nachholen müssen, ist auf der einen Seite löblich, auf der anderen Seite traurig. Dass ein Gutachten erstellt werden musste war zwangsläufig klar. Die Schuld sollte man bei den damaligen Unterzeichnern suchen.

Strategie und Taktik des Präsidiums

Das Präsidium zeigt ein durchaus nachvollziehbares Muster, das für manchen Fan auf den ersten Blick nicht erkennbar zu sein scheint. Denn auch jetzt nach der gemeinsamen Stellungnahme von Verwaltungsrat und Präsidium kommt Kritik auf. Vor allem von den Anhängern des Antrages zur Kündigung des Kooperationsvertrages. Die ist jedoch nicht berechtigt. Die Stellungnahme lässt durchblicken, dass der Verein sowohl strategisch als auch taktisch vollkommen anders vorgeht, als man es beim TSV 1860 München in den vergangenen Jahren gewohnt ist.

Strategisch: Wer ist der TSV München von 1860 und was will er die kommenden 3 Jahre erreichen?

Es steckt ein klarer Plan dahinter. Eine Strategie, die eine langfristige Ausrichtung von 3 Jahren plant. Man möchte den Verein auf eigene und unabhängige Beine stellen. Im Hinblick auf das Nachwuchsleistungszentrum sprach Reisinger letzte Woche davon, dass er hierfür ein Modell wie bei einer Stiftung andenkt. Die Botschaft ist klar, der e.V. soll am Nachwuchsleistungszentrum festhalten und es nicht kommerzialisieren. Im Hinblick auf die Gesellschafter und den Kooperationsvertrag gibt es nun ein Gutachten. Auslöser hierfür ist der Antrag zur Kündigung. Es ist nun wichtig, was der Vorstand für Optionen herausliest und was er davon in die strategische Planung einfließen lassen kann. Die Frage, die sich dabei stellt, läuft auf die 3-Jahres-Planung heraus. Wo wollen wir am Ende stehen? Und vor allem mit was für möglichen Partnern?

Taktisch: Was müssen wir Schritt für Schritt tun, um unsere mittelfristige strategische Planung umzusetzen?

Die Schwierigkeit ist die Umsetzung einer Strategie auf taktischer Ebene. Denn die basiert im Endeffekt auf dem Geschäftsführer und sein Betätigungsfeld. Es gibt einen Punkteplan, der abzuarbeiten ist. Der Punkteplan ist im Endeffekt die Vorgabe der strategischen Ebene, also der beiden Gesellschafter. Habe ich mir einen strategischen Plan zurechtgerückt, dann muss ich mir auf taktischer Ebene überlegen, wie ich zum Beispiel auch mit dem Mitgesellschafter umgehe. Auch die Stellungnahme war eine rein taktische Reaktion im Hinblick auf das mögliche Gesamtkonzept.

Operativ: Wie setze ich die taktische Ebene im Tagesgeschäft um?

Die größten Schwächen offenbart der Verein im operativen Tagesgeschäft. Erst kürzlich kontaktierte uns ein Journalist eines Fußballmagazins aus den USA. Er schreibt einen Bericht über den TSV 1860 München. Von der Presseabteilung bekam er keine Antwort. Und auch sonst, wenn es um Ticketing geht oder allgemeine Fragen von Fans, bekommt man häufig keine oder unzureichende Antworten. Um das Vertrauen in die strategischen und taktischen Entscheidungen zu stärken, ist aber gerade das Tagesgeschäft ein wesentlicher Punkt. Hier muss der Verein nacharbeiten. Leider ist das auch dem Sparkurs der KGaA geschuldet.

Zum Tagesgeschäft gehört auch, wie man sich präsentiert. Ein wesentlicher Punkt, um Akzeptanz für Strategie und Taktik zu schaffen. Hier ist die oft angedeutete Transparenz ein wesentlicher Punkt. Die Stellungnahme zur Entscheidung des Verwaltungsrates ist gut geschrieben und zeugt von Professionalität. Man wünscht sich dies jedoch auch in anderen Themenbereichen.

Fazit

Es ist erkennbar, dass der Verein gesundet. Der TSV München von 1860 wirkt, als hätte er die Optionen für die kommenden 3 Jahre durchgeplant und formuliert. Und auch die Taktik ist vorgegeben. Wichtig ist, die taktische Ebene zu festigen. Wer wird Geschäftsführer? Wer leitet das Nachwuchsleistungszentrum? Vor allem aber muss man das Tagesgeschäft auf Vordermann bringen. So schafft man nämlich das Vertrauen in die Basis und bei den Fans.

 

70
Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment
11 Comment threads
59 Thread replies
2 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
14 Comment authors
buergiLandshuter LoeweMarleneGiorgoDr. Klothilde Rumpelschtilz Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Kranzberg
Mitglied
Kranzberg

Sehr gelungene Analyse und ich bin mir sicher, dass der Antrag von Frau Hoppen bzw. das daraus resultierende Gutachten uns noch sehr helfen wird. Verwaltungsrat und Präsidium machen seit ihrer Wahl einen hervorragenden Job – besonnen, seriös und zielgerichtet.

Marlene
Mitglied
Marlene

Viele Worte – leider kaum sinnvoller Inhalt!

„Eine Kündigung des bestehenden Kooperationsvertrages mit HAM International Ltd. ist aktuell nicht möglich. Zumindest nicht bis Ende Januar.“

Die Kündigung des Vertrages ist jederzeit möglich. Allerdings gibt es keinen Grund hierfür, der eine rechtmäßige Kündigung zulässt.

„Was bleibt (Anm.: Komma) ist der Wunsch der Mitglieder, dass man sich vom Kooperationsvertrag löst. Und das hat (Anm.: haben) Präsidium und Verwaltungsrat anerkannt. Das ist ein klarer Auftrag.“

Wenn wenige hundert Mitglieder auf einer MV nach über 8 Stunden Dauer einem Antrag zustimmen, dessen Grundlage – nämlich der Kooperationsvertrag – gar nicht bekannt ist, sondern von der Vereinsführung auch weiterhin offiziell als Geheimsache behandelt wird, dann kann man sehr gut von Manipulation sprechen und keinesfalls von einem Auftrag. Es verwundert ohnehin, von wem ausgerechnet Antragstellerin Hoppen eine Kopie dieses Vertrags hat. Und dass der Beschluss zur Kündigung nicht angefochten wurde.

„Es ist erkennbar, dass der Verein gesundet. Der TSV München von 1860 wirkt, als hätte er die Optionen für die kommenden 3 Jahre durchgeplant und formuliert. Und auch die Taktik ist vorgegeben. Wichtig ist, die taktische Ebene zu festigen. Wer wird Geschäftsführer? Wer leitet das Nachwuchsleistungszentrum? Vor allem aber muss man das Tagesgeschäft auf Vordermann bringen. So schafft man nämlich das Vertrauen in die Basis und bei den Fans.“

Erkennbar ist, dass die Vereinsführung gar keine Strategie dazu hat, 1860 wieder in den Profifußball zu führen – und schon gar nicht zusammen mit dem Mehrheitsgesellschafter. Letzterer wiederum hat auch(!) durch zig Millionen Darlehen und Genussscheine, die z.T. bereits Mitte 2019 fällig werden, ein gewaltiges Druckmittel zur KGaA. Denn bedient werden können diese nicht. Von Gesundung kann also gar keine Rede sein. Vielmehr könnte der Mehrheitsgesellschafter in einem Insolvenzverfahren die KGaA-Anteile des Vereins mit einer seiner weiteren Gesellschaften für das berühmte Butterbrot übernehmen, um auch größten Schaden für den e.V. abzuwenden …
 

Sebastian Waltl
Editor

“Wenn wenige hundert Mitglieder auf einer MV nach über 8 Stunden Dauer einem Antrag zustimmen.” Jeder der vorher gegangen ist oder gar nicht da war ist selbst schuld.
Es war zumindest über 19.000 Mitgliedern nicht wichtig genug, aktiv gegen den Antrag zu stimmen. Wie du selbst erkannt hast, hätten nur ein paar hundert Leute mit anderer Meinung kommen müssen, um den Antrag abzulehnen.
Es hat sich aber kaum jemand so sehr daran gestört, dass er dagegen gestimmt hat. Für mich hat jeder, der überhaupt nicht abgestimmt hat, passiv für den Antrag gestimmt.

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

also so lange man nicht gegen einen Antrag stimmt, ist man automatisch für den Antrag!?!

Sebastian Waltl
Editor

Das vielleicht nicht direkt. Ich würde eher sagen, dass man dann neutral ist. Aber man ist auf jeden Fall nicht so sehr dagegen, dass man deswegen zur Mitgliederversammlung kommt und dagegen stimmt. Es haben ja nur ca. 200 Leute wirklich aktiv gegen den Antrag gestimmt.

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

ja weil die ARGE Leute zurück in den Bayerwald mussten 😉
Wäre schon sinnvoll gewesen die Abstimmung an den Anfang zu stellen.

Sebastian Waltl
Editor

Naja. Ist es zu viel verlangt, einmal im Jahr bei der Mitgliederversammlung bis zum Ende zu bleiben? Meiner Meinung nach nicht.

Außerdem bleibt die Frage, ob dieser Antrag wirklich wichtiger war als die Wahl des Präsidenten. Und dazu kommt, dass wahrscheinlich das Protokoll eh unabhängig vom Inhalt bestimmter Anträge vorgegeben ist.

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

Punkte können vorgezogen werden….. wäre schon angebracht gewesen!

Sebastian Waltl
Editor

Man hätte bis zum Ende bleiben sollen…… wäre schon angebracht gewesen. 😉

jr1860
Mitglied
jr1860

seh ich auch so. Der Punkt war denjenigen wohl nicht wichtig genug

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

wie auch immer 🙂

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

für was habt ihr gestimmt? 😉

buergi
Gast
buergi

es ist aber eventuell ein bisschen viel verlangt die Mitglieder über einen wesentlichen Vertrag abstimmen zu lassen. Der Vertrag selbst lag den Mitglieder ja auch gar nicht vor. Das ist doch eigentlich Sache von der Geschäftsführung oder nicht?

jr1860
Mitglied
jr1860

Grundsätzlich ist es wie bei jeder Wahl:
Wer nicht teilnimmt, darf anschließend auch NICHT über das Ergebnis maulen. Die Anträge/Tagesordnung waren ja vorher bekannt.

Sebastian Waltl
Editor

Genau so sehe ich das auch. 😉

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Mitglied
Dr. Klothilde Rumpelschtilz

“Vielmehr könnte der Mehrheitsgesellschafter in einem Insolvenzverfahren die KGaA-Anteile des Vereins mit einer seiner weiteren Gesellschaften für das berühmte Butterbrot übernehmen..”
LOL
Wenn Insolvenz, dann ist der Insolvenzverwalter an einer positiven Fortführungsprognose interessiert und wird mit Sicherheit NICHT demjenigen oder einer seiner Firmen die Sachwerte veräußern der an selbiger Schuld ist.☝️

Giorgo
Mitglied
Giorgo

Warst du auf der Mitgliederversammlung?

Bist du überhaupt Mitglied?

Will nur wissen, ob du weißt, über was du sprichst?

Man hätte auch beantragen können, dass der Antrag von Frau Hoppen nach vorne gezogen wird. Er stand glasklar und eindeutig auf der Tagesordnung:
Vielleicht wär das sogar genehmigt worden.
Aber viele haben den Präsidenten gewählt und sind dann verschwunden.
Manipulation war das ganz sicher nicht.
Ich hab diesen Antrag auf der Tagesordnung entdeckt und mir gedacht, dass man bei einem so brisanten Thema auf jeden Fall noch warten muss.
Aber andere hauen ab und reißen hinterher dann das Maul auf.

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied
Sechzig_Ist_Kult

“Vielmehr könnte der Mehrheitsgesellschafter in einem Insolvenzverfahren die KGaA-Anteile des Vereins mit einer seiner weiteren Gesellschaften für das berühmte Butterbrot übernehmen, um auch größten Schaden für den e.V. abzuwenden …”

Das Hauptargument, das für mich gegen diese These spricht, liegt in der Tatsache, dass HI bereits ausreichend die Gelegenheit dazu hatte, uns in die Insolvenz zu schicken. Getan hat er es allerdings nie. Und das hatte meiner Meinung nach sicherlich nicht mit reiner Nächstenliebe zu tun. Ismaik ist schon Geschäftsmann genug, dass er da auf sein eigenes Wohl bedacht ist. Dass er schlussendlich doch gestundet hat, hatte schon seine Gründe. Ich gehe zudem fest davon aus, dass Ismaik sein Invest auch zukünftig nicht restlos gegen die Wand fahren lässt. Des Weiteren sehe ich es ähnlich wie die Klothilde.

Und abhängig von Ismaiks Stundungen sind wir so und so. Das werden wir auch nicht ändern können. Man hat nun nahezu sieben Jahre lang versucht, mit Ismaik zusammenzuarbeiten… Was dabei rausgekommen ist, haben wir gesehen. Und dass es bei so vielen Personen auf e.V.-Seite in dieser Zeit immer nur am e.V gelegen haben soll, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Nur einer war über die knapp sieben Jahre konstant: Ismaik. Stellt sich also die Frage: Lag es an all den e.V. Verantwortlichen oder vielleicht doch an Ismaik. Die Entscheidungen der Mitglieder haben dazu auf der MV jedenfalls eine klare Sprache gesprochen. Und auch wenn man mit Ismaik wieder kooperieren würde, wäre man meiner Meinung nach vor gar nichts gefeit (siehe letzte Saison).

“Wenn wenige hundert Mitglieder auf einer MV nach über 8 Stunden Dauer einem Antrag zustimmen…”

Dazu ist ja bereits alles gesagt. Der Antrag stand auf der Tagesordnung. Jeder wusste Bescheid, dass über diesen Antrag abgestimmt wird. Jedes Mitglied hatte die Möglichkeit gemäß seinen innersten Überzeugungen für oder gegen den Antrag zu stimmen. Es sollte nicht zu viel verlangt sein, einmal im Jahr auf der MV bis zum Ende anwesend zu sein. Resultat ist ein absolut demokratisches Ergebnis. Im Prinzip gibt es ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder den Befürwortern des Hoppen-Antrags war die Entscheidung über den Hoppen-Antrag durchschnittlich wichtiger als den Gegnern des Antrags oder aber die Mehrheit war tatsächlich pro Hoppen-Antrag… Fakt ist, jeder hatte die Möglichkeit, über den Antrag abzustimmen. Wer das nicht getan hat, sollte sich aber im Nachhinein auch nicht beschweren… Ist im Prinzip wie bei jeder anderen demokratischen Wahl auch.

Und dafür, dass gerade mal 56 Mitglieder (darunter die drei Präsidenten) gegen den Antrag gestimmt haben, ist die Aufregung im Nachhinein unter den Gegnern des Antrags aber sehr groß.

Marlene
Gast
Marlene

Wieder ein ganz typischer Löwen-Fan-Kommentar.

Weder kann unterschieden werden zwischen Insolvenzverfahren und Insolvenz. Noch wird erkannt, dass eine MV nicht rechtmäßig über die Kündigung eines Vertrages abstimmen kann, wenn der Vertrag inhaltlich gar nicht bekannt ist.

In unserem Verein – dessen Mitglied ich seit rund 20 Jahren bin – wird fast immer nur getäuscht, bis das Fass wieder bricht. Und selbst dann.

Sebastian Waltl
Editor

Darf ich fragen, was für dich ein “typischer Löwen-Fan” ist? Es klingt hier nämlich so, als ob ein Löwen-Fan für dich typischerweise dumm und ungebildet ist.

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied
Sechzig_Ist_Kult

Ich gehe mit Dir dahingehend konform, dass ich es ebenfalls besser gefunden hätte, wenn die relevanten Inhalte des Kooperationsvertrags vor solch einem Antrag offen gelegt worden wären. Was zum Zeitpunkt der MV jedenfalls allgemein bekannt war, ist der Kernaspekt hinsichtlich 50+1. Ebenfalls finde ich es durchaus berechtigt zu hinterfragen, ob und falls ja woher Ulla Hoppen vor dem Antrag an den Inhalt des des Vertrags kam.

Zumindest wurde durch das Ergebnis der Abstimmung über den Hoppen-Antrag also deutlich, dass man einerseits Ismaik eindeutig kritisch gegenübersteht und sich andererseits den Erhalt von 50+1 bei Sechzig München wünscht. Aber generell wären mehr Informationen zum KV sicherlich wünschenswert gewesen.

Blaublut
Mitglied
Blaublut

Gut recherchiert und analysiert: Gratulation für den hervorragenden und seriösen Beitrag, der die Situation differenziet und treffend darstellt. Die Gemengelage der Probleme ist nun mal höchst Komplex. Klar dass “Effektjounalismus” (AZ) und instrumentalisierte Propagandablogs (db24) da nur an der Realität vorbei schmieren. Gut, dass sich mit solchen Beiträgen – wie übrigens auch dem Interview mit dem Bergsport-Abteilungsleiter – herum spricht, dass hier inzwichen die Musik spielt und nicht bei den “Probagandisten”.

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

Und so lange die Anteile nicht übernommen werden MUSS eine Lösung mit HI gefunden werden, “kein Gesprächsbedarf, Geld nur geschenkt” usw sind da kontraprouktiv….

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Mitglied
Dr. Klothilde Rumpelschtilz

Was tragen Ismaik und seine Bevollmächtigten zur Lösung des Konflikts bei??
Yaya Ismaik hat sich mit einem leeren Blatt Papier beworben.
Sind die Vorschläge seines Bruders, zur Zukunft von 1860, genauso umfangreich?

jr1860
Mitglied
jr1860

HI sitzt in seiner Schmollecke und schweigt… wie meist wenns ihm ned passt.
Geldhahn zum Zudrehen gibts ja GottseiDank gerade nicht…
Wie er sich verhält ist unterstes Kindergartenniveau, andere Kultur hin oder her… Hat ihm einer das Förmchen weggenommen …

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

Ich fand es einfach ungeschickt und mit den populistischen Aussagen wollten sie halt ihren Position festigen.
Kennst du die Pressekonferenz nach dem Doppelabstieg?

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

Gibt zwei Möglichkeiten:

1. Entweder man löst HI mit einem Investor aus.

2. Man schafft es eigenständig zu wirtschaften…. (dieses Jahr noch nicht gelungen siehe Kredit die Bayerische und Verkauf von Spielern)

jr1860
Mitglied
jr1860

Bei Option 2 bleibt uns aber immernoch HI als Damoklesschwert, zumindest die Darlehen..

Option 1 kann man auch vom Regen in die Traufe kommen…

Um die Investoren/Schulden loszuwerden hilft eigentlich nur die Insolvenz, aber die hätte in meinen Augen dieses Jahr im Juni sein müssen 😉
Aber ich glaube da wäre dann auch der eV. mit übern Jordan gegangen

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

Außerdem besteht das Problem, dass wir seit ca 10 Jahren nicht im Stande sind Geld zu erwirtschaften.

jr1860
Mitglied
jr1860

TROTZ oder WEGEN dem Müllbergstadion 😉

Sebastian Waltl
Editor

Ich tippe eher auf “wegen”. Hieß es nicht öfter mal, wir würden mit der Arena Verlust machen. Das ist im Grünwalder sicherlich nicht der Fall.

jr1860
Mitglied
jr1860

… das sehen aber andere Seiten/Blogs ganz anders 😉

Sebastian Waltl
Editor

Es mag sein, dass vielleicht der Gewinn im Sechzgerstadion auch nicht riesig ist, wie viel übrig bleibt weiß ich nicht. Aber die Miete und alle anderen Kosten sind halt sehr viel geringer.

Aber immerhin haben manche anderen Blogs mittlerweile eingesehen, dass das Grünwalder für die Stimmung wichtig ist. 😉

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

das lag meines Wissens am caterervertrag, dass wir schulden gemacht haben und nicht an der stadionmiete.

Sebastian Waltl
Editor

Ja, so hab ich das auch in Erinnerung.

jr1860
Mitglied
jr1860

zuwenig Stecksemmeln gegessen??? 🙂 🙂

Sebastian Waltl
Editor

Vielleicht sollten wir dem Herrn Stiftl mal eine Mail schreiben, dass er in Zukunft im Sechzgerstadion Stecksemmeln verkaufen soll? 😂

1860 forever
Gast
1860 forever

Ein sehr guter Artikel. Tut richtig gut, zur Abwechslung einmal einen journalistisch einwandfreien Bericht zu lesen, welcher klar die Probleme und Fragestellungen aufzeigt. Einfach top, im Gegensatz zu dem was in der Klatschpresse und vor allem auf der Hetz- und Polemik-Seite von DB24 so alles geschrieben wird.

Sechzig
Mitglied
Sechzig

Alles schön und gut, aber wie will man sich von Hi loseisen bzw. machen was der e.V. will, ohne dass die Darlehen fällig werden?

Wie will der Verein so jemals gesunden?

Buergermeister
Mitglied
Buergermeister

ja deswegen sollen sie ja miteinander sprechen.

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied
Sechzig_Ist_Kult

Starker Kommentar, Arik! Bei Deiner Grundaussage gehe ich vollkommen mit. Der Artikel in der AZ war mir gestern erheblich zu kurz gedacht… Oder einfach nur darauf bedacht, Klicks zu generieren?

Die Entscheidung, vorerst nicht zu kündigen ist unter Abwägung der Pro und Cons bzw. Chancen und Risiken sehr verantwortungsbewusst. Allein der Teil der Pressemeldung in dem es heißt “dass unter den aktuellen Rahmenbedingungen und zum gegenwärtigen Zeitpunkt” eine Kündigung eine Rechtsstreit herbeiführen würde, zielt für mich auch ganz klar darauf ab, dass man wohl was in der Hinterhand hat, bzw. genaue Erkenntnisse für die Zukunft daraus zieht. Der Wille der Mitglieder zum KV ist eindeutig hervorgegangen und ich finde es absolut richtig, diesen weiterzuverfolgen. Wenn man jetzt von “Punktsieg” spricht, dann wohl eher für den e.V., weil man nun klare Erkenntnisse für das weitere Vorgehen hat…

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Ulla Hoppen für ihren mutigen Antrag. Wie an einiger Stelle teilweise mit ihr umgegangen wird und ihr Name verunglimpft wird, war zwar erwartbar, ist aber für mich dennoch eine Katastrophe. Sie hat mit ihren Antrag definitiv neue Chancen ermöglicht, uns vom – für mich persönlich höchst “unglücklichen” -KV zu entledigen. Vielleicht klappt das ja zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich. Ich würde es mir sehr wünschen! Je unabhängiger wir von Ismaik sind, desto besser. Die aktuelle Strategie gefällt mir dabei bestens, weil sie für mich der einzig gangbare Weg für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Sechzig München ist!

Und auch taktisch werden wir bei den vakanten Positionen zeitnah Klarheit haben, da bin ich mir sicher!

Um Zeit zu gewinnen, sollten wir nun hoffen, dass das Bundeskartellamt Ismaiks Beschwerde zurückweist. Dann sind ihm erstmal die Hände gebunden. Wenn der Beschwerde stattgegeben wird, findet sich wohl auch ein anderer Kläger, sollte Ismaik gemäß des KV’s nicht gegen 50+1 klagen dürfen… Das setzt uns möglicherweise schneller als uns lieb ist unter Druck zu handeln bzw. handeln zu müssen.

Auf jeden Fall hat das Präsidium durch ihre verantwortungsbewusste Entscheidung bei mir weiter an Vertrauen gewonnen. Ich denke schon, dass da jetzt ein klarer Plan dahinter steckt.

jr1860
Mitglied
jr1860

ArikSteen : Dein Wort in Gottes Gehörgang
Wäre schön, wenn solch ein Plan vorhanden wäre

unvoreingenommen
Mitglied
unvoreingenommen

Nun ja, lieber Arik, ich lese aus diesem Beitrag deine militärische Vergangenheit heraus. Taktik, Strategie, Taktik, Strategie. Ich hoffe wir führen keinen Krieg.

Was mir nicht ganz klar ist ” 3 Jahres Strategie”? Reisinger ist Präsident bis 2019, Fortführungsprognose Fauser bis 2019, Stundungen Ismaik bis 2019

Sebastian Waltl
Editor

Man kann ja trotzdem über den bestehenden Stand hinaus planen. Eigentlich wäre es sehr sinnvoll, nicht zu sagen “wer weiß was 2019 passiert”. Genau das sollte man sich rechtzeitig überlegen, wie es dann weitergeht.

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied
Sechzig_Ist_Kult

Taktik und Strategie haben ja wohl nicht nur was mit Militär zu tun, sondern sind im Prinzip wesentliche Grundlage für den Erfolg eines jeden Unternehmens… 😉

Sechzig_Ist_Kult
Mitglied
Sechzig_Ist_Kult

Ich fürchte gerade, da hab ich die Ironie nicht ganz herausgehört… Schande über mich! 😉

Sebastian Waltl
Editor

ArikSteen wie immer ein sehr gelungener Kommentar. Ich sehe es sehr ähnlich. Es ist sehr gut, dass man jetzt weiß, welche Optionen man hat. Deswegen war das Gutachten schon sehr gut.
Ich hoffe, dass es bald erste Erkenntnisse gibt, wie die nächsten drei Jahre aussehen sollen. Und ich würde mich wünschen, dass man in drei Jahren sagen könnte, dass der Plan größtenteils aufgegangen ist.

Zu einem Satz muss ich noch kurz etwas sagen: “Und auch sonst, wenn es um Ticketing geht oder allgemeine Fragen von Fans, bekommt man häufig keine oder unzureichende Antworten.”
Vielleicht ist es nur ein subjektiver Eindruck, aber ich muss sagen, dass vom Ticketing, insbesondere von Frau Frisch, eigentlich jede Mail innerhalb von ein paar Stunden beantwortet wird. Da kann ich mich echt nicht beklagen. Jedes Mal wenn ich etwas gefragt habe, sei es wann es Karten für ein bestimmtes Spiel gibt oder wenn ich Probleme mit einer Bestellung hatte, wurde meine Frage beantwortet.
Und auch meine zwei Mails an die Adresse info@tsv1860.de wurden beide ziemlich schnell beantwortet. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück, aber meine Fragen wurden alle schnell und zu meiner Zufriedenheit beantwortet.

Giorgo
Gast
Giorgo

Kann ich bestätigen.
Ich hatte Probleme im Ticketing am Sonntag.
Wollte 2 Tickets für Nürnberg.
Hab dann eine Mail geschrieben.
Bereits am Montagmittag hatte ich von Frau Frisch die Zusicherung, dass für mich zwei Tickets für das Nürnbergspiel reserviert sind.
War direkt überrascht.
Vielleicht wird das besser.

Sebastian Waltl
Editor

Mir ist es als es vor ein paar Wochen die Karten für die letzten Heimspiele passiert, dass sich mein PC während der Bestellung aufgehängt hat.
Als ich wieder auf die Seite gegangen bin, hieß es, dass ich bereits eine Bestellung am laufen hätte und deshalb keine neue Bestellung abschließen kann.
Als ich eine Mail geschrieben habe wurde mir nach 15 Minuten geantwortet, dass sie meine Bestellung jetzt manuell abgeschlossen haben und ich das Geld einfach überweisen soll, und die Karten werden losgeschickt, wenn sie das Geld haben. Hat ganz prima funktioniert.
Also beim Ticketing wird einem echt schnell geholfen, wenn man Probleme hat.