Geisterspiel – wie viel brachte es ein?

Wie viel Geld wurde für das Geisterspiel eingenommen? Die Frage wurde uns oft gestellt. Wir haben keine Antwort. Als wir Geschäftsführer Markus Fauser darauf angesprochen haben, ob der Verein die Gesamtsumme veröffentlicht, kam ein “schauen wir mal!”. Bis heute wurden keine Zahlen veröffentlicht. Als wir noch einmal nachfragten kam ein Hinweis auf den Wochenanzeiger und die dortige Veröffentlichung von Namen. Von anderer Seite wurde uns klar gemacht, dass das keine Spenden waren, sondern die Einnahmen wie normale Eintrittskarten verbucht wurden. Als Gegenwert bekam man das Ticket – eine goldgeprägte Sonderedition.

Die Arena-Card-Sammelaktion

Bei den vergangenen Spielen wurden die Arena-Karten eingesammelt. Wird der Verein Klartext sprechen und die Zahlen veröffentlichen? Ein wichtiger Punkt, den viele Fans erwarten. Wer spendet, möchte gerne wissen für was und wie viel man am Ende eingenommen hat. Das ist wichtig, gibt ein gutes Gefühl und sorgt dafür, dass man auch in Zukunft gerne spendet.

‘Unternehmer für Sechzig’: Spenden projektbezogen

Die ‘Unternehmer für Sechzig’ spenden ebenfalls Geld in den Verein. Sie haben jedoch eine klare Regel aufgestellt. Josef Wieser, Vorsitzender des Fördervereins, erklärt uns vor einiger Zeit: “Wir spenden projektorientiert. Dann wissen wir nicht nur was wir spenden sondern genau für welche Aktion”. Eine gute Entscheidung, die Unternehmer wollen wissen, was mit ihrem Geld passiert. Über 30.000 Euro gingen so in den e.V. und im kommenden Jahr wird es deutlich mehr.

Finanzloch 1860?

Es ist gut, dass sich Menschen im Umfeld des Vereins Gedanken machen, wie sie Projekte unterstützen und fördern können. Doch im Hinblick auf die Spenden erwarten viele Fans mehr Transparenz. Jüngst schrieb uns ein Fan, dass er einige tausend Euro in den letzten Jahren gespendet habe, aber bei keinem einzigen Euro jemals gewusst hat, wo das Geld nun genutzt wurde. Nun sei Schluss. Seinen Geldbeutel hat er immer gerne geöffnet, aber das ist nun vorbei. “Für mich ist 1860 ein ewiges Finanzloch”, erklärte er uns: “Spenden werde ich dann wieder, wenn man die Spender fairer behandelt.”

Ein Unternehmer erzählte uns, dass er nach dem Abstieg an den Verein geschrieben habe, er würde gerne unterstützen (das war vor der Mitgliederversammlung). Mit 10.000 Euro. Er bekam jedoch keine Antwort. Daraufhin unterstützte er einen anderen Verein. Eigentlich verrückt im Laufe der Saison dann um jeden Euro zu kämpfen.

Transparente Spendenpolitik

In der Zwischenzeit ist es ohnehin schwierig, klar zu erkennen, wer nun Spenden sammelt. Gerade auch die Vermischung zwischen einzelnen Vereinen macht es schwer hier durchzublicken. Ob nun die Fußballabteilung oder die ‘Freunde des Sechz’ger Stadions’ Spenden einsammeln ist nicht immer verständlich.  Um jedoch die Fans nicht zu verstimmen, sollte man hier klare Trennlinien schaffen und eine transparente Spendenpolitik anstreben. Gerade auch im Hinblick auf die Gemeinnützigkeit ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema.

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Sebastian Waltl
Mitglied

Ganz ehrlich, ich glaube, dass viele Fans bereit wären, einen kleinen Beitrag zu spenden, wenn es vorher klar wäre, wofür das Geld verwendet wird. So wie es auch die Unternehmer für Sechzig machen.
Mur um mal ein Beispiel zu nennen: Wenn man von vornherein kommuniziert, dass Geld gesammelt wird, um zum Beispiel ein Trainingslager der Jugend zu finanzieren oder den Unterhalt der Rasenheizung, dann würden wahrscheinlich viele Löwenfans ein paar Euro geben.

Landshuter Loewe
Editor

Glaube ich ich auch, ich würde z.B. auch gerne einen symbolischen Ziegelstein für eine adäquate Spielstätte kaufen.

RheumaKai
Mitglied

Ich glaube nicht, dass die “Karten ” gegen Nürnberg wie normale Eintrittskarten behandelt worden sind. Das würde ja bedeuten mit 19% Umsatzsteuer, Verbandsabgabe und Behandlung als Erlöse. So dämlich kann niemand sein. Nicht mal Verantwortliche bei 1860!

Tante Tornante
Mitglied

Das ist ein starkes Stück, was Du da beschreibst, Arik…

Bezüglich der Spende des Restguthabens auf den beiden Arena-Cards, hätte ich auch mal gerne ein “Danke” gelesen und gewusst, was denn dabei rumkam. Auch wenn es sich nicht um große Summen handelt, es ist immerhin eine Spende.

So langsam aber sicher sollten die Damen und Herren im Klub mal ein bisschen professioneller werden.

Nicht ausgeschlossen, dass sich aufgrund dieses Artikels nun jemand meldet und was dazu sagt. Das ist dann aber zu spät, immer nur auf “Druck” zu antworten.

Giesing1860
Mitglied

Wie steht es eigentlich aktuell mit der Gemeinnützigkeit? Ist die nun in Gefahr? Auch da würde ich gerne wissen was aktuell die Sachlage ist.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Mitglied

Die ungeklärte Gemeinnützigkeit des eV behält Ismaik als Faustpfand in der Hinterhand.
Ohne ihn geht da nix und er hat kein Interesse daran dem Verein zu helfen.

Franz
Gast

Guter Beitrag. Mehr Transparenz würde ich mir da auch wünschen. Auch ich spende ab und zu. Man will schon wissen wohin das geht und was es gebracht hat.

Landshuter Loewe
Editor

Ich habe mir mal den Spass gemacht und in unregelmäßigen Abständen eine Mail (insgesamt ca. 10) an 60 geschickt mit der Bitte mir mitzuteilen, was den bei der Nürnberg-Aktion rausgekommen ist. Keine Antwort, nicht einmal eine Info darüber, dass man nichts verrät. Vielleicht war es ja ein Flop?

ELIL

Frank

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