Ein Kommentar

Robert ReisingerEs wird die wohl schwierigste Aufgabe in seiner bislang noch recht kurzen Amtszeit. Aber die Mitgliederversammlung als oberstes Organ des Vereins hat ihm einen klaren Auftrag gegeben. Und dieser muss umgesetzt werden. Es geht um den Kooperationsvertrag mit dem Investor Hasan Ismaik. Dieser muss, so die Mitgliederversammlung, in den nächsten sechs Monaten gekündigt werden. Eine Mammutaufgabe, zeigte sich Hasan Ismaik bislang als Investor weder wirklich kooperativ noch einsichtig, was die Belange und Probleme des Vereins angehen. Einige seiner Forderungen waren schlichtweg nicht erfüllbar. Auch um diese Forderungen soll es in einem Gespräch zwischen dem Präsidium und dem Investor gehen. Es ist also viel zu tun.

Hasan Ismaik, der unlängst für viele quasi zum Feind wurde. Im Endeffekt, weil er sich in vielen Bereichen nicht wirklich als ehrlich bewiesen hat. Die Hauptschuld der Misere im TSV 1860 München ihm anzukreiden, wäre jedoch falsch. Jahrelange Mißwirtschaft und Vereinsmeierei haben den Verein in seinen heutigen Zustand gebracht. Die Investitionen durch Hasan Ismaik haben das bereits vorhandene Loch nur noch mehr aufgerissen. Die Schulden sind höher als je zuvor.

„Wir sollten mal über den Antrag reden“,sagt Reisinger der tz München.

Ob es klug von Robert Reisinger ist, der tz München in diesem Augenblick Rede und Antwort zu stehen, das mag man sehen wie man will. Die Politik der ruhigen Hand hat allen gut getan. Die erste Mannschaft macht Freude, sportlich funktioniert es und das Grünwalder Stadion präsentiert sich, trotz vieler Baustellen, von einer guten Seite. Aber im Endeffekt muss Reisinger nun reagieren. Die Beschlüsse der Mitgliederversammlung sind bindend. Der Antrag über die Aufkündigung des Kooperationsvertrages wurde angenommen und muss nun umgesetzt werden. Dass er mit Hasan Ismaik nun das Gespräch suchen wird, ist zwingend notwendig. Und das hat er noch einmal mit seinen Worten an die Presse bestätigt.

tz München: Reisinger über Ismaik: „Sollten über den Antrag reden“

Man kann nur hoffen, dass Hasan Ismaik einsichtig ist. Nicht einsichtig im Hinblick auf die Vergangenheit. Man hat ihn ganz klar über den Tisch gezogen und ich kann durchaus verstehen, dass er gekränkt ist. So viele Millionen hat man in den Sand gesetzt. Dass er die falschen Berater hatte, die er sich selbst ausgesucht hat, das mag man nicht bezweifeln. Aber es ist viel mehr dahinter. Der Verein hat ihn ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Zweifelsohne, nicht der Verein an sich. Sondern einzelne Personen. Und auch nicht diejenigen, die nun die Vereinsführung inne haben. Aber das macht es nicht besser. Reisinger und sein Präsidium, aber auch der Verwaltungsrat, stehen für den Verein. Und sie müssen natürlich auch eingestehen, dass in den vielen Jahren seit Wildmoser unglaublich viele Fehler gemacht wurden. Wenn man das nicht tut, sondern sich ausschließlich darauf konzentriert, in einem Investor den Schuldigen zu suchen, dann sieht es mit der Zukunft des Vereins düster aus. Man muss nicht nur aus der Fehlinvestition, sondern auch aus der Zeit, die zu dieser Investition geführt hat, lernen. Denn machen wir uns nichts vor: Ein Hasan Ismaik wäre nie gekommen, wenn der Verein damals nicht am Boden gelegen wäre.

Der TSV 1860 München. Ein Arbeiterverein, auf dessen Rücken sich Leute profilieren wollten, die mit dem Arbeitertum meist herzlich wenig zu tun hatten. Irgendwo war immer ein Unternehmer oder Mittelständler. Es braucht eine gesunde Führung mit klarem Verstand. Und auch die Frage nach einem guten sportlichen Geschäftsführer wird bald im Raum stehen. Markus Fauser ist nur temporär im Verein. Wenn die Gespräche mit Hasan Ismaik geführt wurden, dann müssen weitere Entscheidungen getroffen werden. Schwere Entscheidungen. Denn der Verein ist hoch verschuldet. Nein, man kann Robert Reisinger definitiv nicht beneiden. Diesem Verein als Präsident vorzusitzen heißt eben nicht nur, dass man bei der dritten Mannschaft am Spielfeldrand sitzt und diese bejubelt, weil man mal bei deren Gründung mit dabei war. Auch wenn manche in unserem Präsidenten das gerne sehen. Der „freudenstrahlende eVler, der sich über seinen großen Sieg freut“. Nein, die Arbeit ist viel bedeutender und komplexer. Und das wird man in den kommenden Wochen und Monaten noch zu sehen bekommen.

Wir können als Fans und Mitglieder dem Präsidenten nur wünschen, dass er ein glückliches Händchen hat, was den Investor angeht. Und auch was die Zeit danach betrifft.

 

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Banana Joe
Leser

„Irgendwo war immer ein Unternehmer oder Mittelständler.“

Politiker hast noch vergessen, das waren die allerschlimmsten!

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Es gibt ja auch immer noch den nachweislichen Zusammenhang von Hamada Iraki und dem FC Bayern.
Ich zitier mal einen SZ-Artikel:
„Von Iraki ist bekannt, dass er bedeutende Kunden der Unicredit gelegentlich zu Spielen des FC Bayern begleitet. Das italienische Finanzinstitut verfügt über seine deutsche Tochter Hypovereinsbank (HVB) über zwei Logen in der Allianz Arena, die dem FC Bayern gehört und in der auch die Sechziger spielen.

Die HVB ist Bayern-Sponsor. In der Arena kümmert sich der Investmentbanker um Unicredit-Klienten und bekommt dort bei Auftritten des FC Bayern mit, wie sehr Fußball und Geschäft verzahnt sind. Hat ihn das dazu verleitet, selbst ins Fußballgeschäft einzusteigen? Jedenfalls hat Iraki sofort zugegriffen, als sich im Frühjahr die Möglichkeit bot, in Hasan Ismaik einen guten und vermögenden Bekannten vom Persischen Golf als Investor zu den Münchner Löwen zu lotsen.“

Ich glaub ja immer noch an die Theorie das der Uli H. Angst um seine Millionen hatte und 1860 auf keinen Fall insolvent gehen lassen wollte.
Da kam ihm Iraki gerade recht, der dann den übernaiven Ismaik überreden konnte.

tomandcherry
Leser

@ Dr. Klothilde R.

Dass es „merkwürdig“ ist, wenn ein Top-Manager bei einem der FCB-Sponsoren einen finanziell potenten Geldgeber aus einem anderen Kulturkreis präsentiert, wenn es der „Arena-Partner“ (der wir nur auf dem Papier waren) gerade am Nötigsten hat, muss nicht weiter kommentiert werden.

Auch die Tatsache, dass Hamada Iraki relativ zeitnah nach dem „Deal“ bei der UniCredit ausstieg und seine eigene Investment-Firma gründete, bestätigt nur mein dumpfes Gefühl, dass damals alles dafür getan wurde, um die Löwen finanziell so lange am Leben zu halten, bis die Arena abbezahlt ist und der Vermieter den Mieter nicht mehr zwingend braucht.

Bei all den Dingen die rund um die Arena passsiert sind und bei denen am Ende immer nur eine Partei wirklich profitiert hat, kann ich nicht nachvollziehen, wieso es scheinbar noch immer mehr als genug Löwen-Fans gibt, die es ernsthaft in Erwägung gezogen haben, auch als RL-Mannschaft weiterhin in der AA Heimspiele auszutragen?!?

Man muss den Verantwortlichen des FCB beinahe schon dankbar sein, dass sie uns nicht mehr länger in „ihrem Wohnzimmer“ dulden wollten und deshalb einen endgültigen Schlußstrich unter dieses Kapitel gezogen haben.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Was ich der eV-Seite ankreide ist, dass niemand den Mut hatte öffentlich zu sagen, dass die ganzen Millionen die wir zur neuen Saison (inkl. Winterpause) rausgehaun haben nur geliehenes Geld von Ismaik ist und damit eine komplette Überschuldung des eV/KGaA einhergeht.
Selbst wenn wir aufgestiegen wären, hätten wir einen großen Schuldenberg angehäuft.
Darauf hätte ruhig mal einer aufmerksam machen können, so waren alle feige, wahrscheinlich weil niemand der Buhmann sein wollte.

Tami Tes
Redakteur

Hier muss ich Dir vollkommen Recht geben. Keiner blickte hier durch, was die Ismaiks Einkaufswut letzte Saison wirklich bedeutete.
Die große Mehrheit der Fans war überzeugt, dass Ismaik einen Ribamar, einen Ayre und wie sie alle heißen finanziert. Aus eigener Tasche, denn er hat (zumindest nach außen hin) alleine bestimmt. Bis dahin wurden Personen installiert oder Spieler geholt, die der Verein abgenickt hatte (Beispiel Erikson). Also soll er doch holen, wen er will, wenn er es bezahlen wird. Hätte ja auch gut gehen können.
Und nun sieht es ja so aus, dass all das auf den Schuldenhaufen draufgepackt ist… Und wie hoch sind die Schulden nun? Und wie kann man die aus der Regionalliga heraus tilgen?

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Denke es gibt genug Verantwortliche die Einblick hatten und genau wußten das Ismaik die neue Saison auf eV/KGaA-Pump finanziert.
Da gibt es ja Kreditverträge die von eV-Seite unterschrieben wurden.

Das man plötzlich den Kurs der Konsolidierung (Rejek hatte mit einem Rekordniedrigdefizit für die Saison 2016/17 kalkuliert, glaube es fehlten nur noch 3,5 Mio bis zur 0) verläßt, ohne die Risiken öffentlich zu kommunizieren kann man nicht allein Cassalette in die Schuhe schieben.
Da hätte ich schon gerne Antworten der noch heute handelnden eV-Personen.
Und kommt mir ja nicht mit der Ausrede „Das ist Sache der KGaA“, denn 50+1 ist Sache des eV und eine Insolvenz der KGaA betriftt auch den eV.

Tante Tornante
Leser

Man könnte lange darüber räsonieren, wann denn die erste Bruchstelle entstanden ist, die dann letztendlich zum Abstieg in die Regionalliga geführt hat. Tatsache ist, dass 60 ein Jahr vor Eröffnung der AA abgestiegen ist und es in den ganzen Jahren nicht geschafft hat auch nur annähernd wieder an den Aufstiegsrängen zu schnuppern, geschweige denn in die Bundesliga aufzusteigen. Stattdessen der Muss-Verkauf der Anteile, ständige Wechsel in der Vereins- und Sportführung und weitere Schulden bis dann der Verein kurz vor der Insolvenz stand und nach dem letzten Strohhalm griff, der daher geschwommen kam. Eigentlich war man damals schon am Ende, sah aber eine Rettungsmöglichkeit in der Ehe mit Ismaik, die aber wohl von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Allein die drei letzten Jahre stehen doch für völliges Versagen aller Beteiligten. Konzept- und kopflos, wildes Dazukaufen und Rausschmeißen, Präsidenten die wohl nicht satzungsgemäß gewählt wurden usw. Diese Liste ließe sich doch beliebig fortführen (Mietpflanzen für 50.000 €!!!) und dann die Ehe mit einem beratungsresistenten Investor, der vom Fußball auch keine Ahnung hat und nicht willens oder in der Lage ist, sich Berater zu suchen, die vom Fußball und seinem Geschäft etwas verstehen. Das ist eben der Unterschied zum ungeliebten „Plastik-Klub“ RB Leipzig, da werden vom Investor Leute geholt die einen Plan haben, diesen durchziehen und vor allem Ahnung haben. Nun ist ja bei uns wieder fast alles in Butter und das meine ich völlig frei von Ironie. Es tut der Fanseele einfach nur gut, dass wir wieder im 60ger sind, die Tickets schwer zu bekommen sind, wir Tabellenführer sind und die Stimmung rund um den Verein wieder positiv ist. Sogar die ZEIT schreibt einen wunderschönen Artikel zum „neuen“ TSV. Nur, wie lange wird das, wie lange kann das anhalten? Was ist, wenn die nächsten Darlehen fällig werden, was ist, wenn die Mannschaft mal im Mittelfeld herumdümpeln wird, was ist nach 3 oder 4 Jahren Regionalliga? Jetzt ist alles toll, weil es das neue Alte ist: die Kneipen vor und nach dem Spiel, der Retro-Charme des 60gers, der „ehrliche“ Fußball. Und dann wird uns schon ein junger Spieler, nicht unbegabt, aber auch kein Juwel für – wenn es denn stimmt – 400.000 € einfach so weggekauft. Die Summen für Spielerverpflichtungen werden steigen, Neymar ist nur der Anfang gewesen. Die Anforderungen an Stadien wie Überdachung, Lärmschutz usw. auch die steigen weiter und dann wird es ohne Geld für einen Klub, der Ambitionen hat, sehr schwierig werden. Gut, dann halt eben keine Ambitionen. Nur wird das voraussichtlich wieder so enden wie in den vielen, bleiernen Jahren in der II.Liga. Man würde schon gerne, nur klappen tut es halt nie. Und das ganze eben 2 Ligen weiter unten… Entweder wird man Ismaik los, weil er seine Anteile verkauft oder aber beide Seiten haben dazu gelernt und starten nochmal von vorne. An die zweite Möglichkeit glaube ich nicht, also dann nur der Verkauf der Anteile und ein neuer Investor. Wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus. Deswegen wäre es gut, wenn man sich dazu… Weiterlesen »

Bluemuckl
Leser

Ich denke, die anstehenden Gespräche zwischen eV und Herrn Ismaik werden die Bewährungsprobe für Herrn Reisinger. Ein großes Problem in diesem Zusammenhang ist meiner Meinung nach das hypernervöse Umfeld, namentlich die Boulevardpresse und ein Großteil der Fans, die einen sofortigen Aufstieg als alternativlos ansehen.

Ich würde einen langfristigen, nachhaltigen Weg ohne Schuldenmacherei und Abhängigkeit von irgendwelchen Investoren, egal ob diese Ismaik, Mey oder Huber heißen, befürworten. Dies erfordert aber Geduld und die Bereitschaft, Rückschläge zu akzeptieren. Ob man damit in die BL zurückkehren kann, wage ich nicht zu prognostizieren. Mir gefällt Sechzig im Moment so gut wie lange nicht, trotzdem wäre eine selbstbestimmte Rückkehr in den Profibereich mittelfristig absolut erstrebenswert.

Ich teile deine Meinung zur Weihnachtsgans-Thematik nicht, Arik, aber das haben Kommentatoren wie tomandcherry & Alexander Schlegel ja bereits hinreichend und sehr detailliert ausgeführt.

Im Großen und Ganzen entsteht hier aber gerade ein sehr interessantes, ambitioniertes Medium, welches ich mit großem Interesse verfolge. Mir gefällt euer Ton und die sachliche Herangehensweise.

Alexander Schlegel
Gast
Alexander Schlegel

@Arik
„Servus Alex. In vielen Dingen hast du durchaus Recht. Mir geht es aber darum das Schwarz-Weiß-Denken ein wenig aufzulösen. Wir müssen alle mal ein wenig versuchen beide Seiten zu verstehen. Beide Seiten machen sich gerne Feindbilder. Vor allem im Hinblick vor der Saison 2016 / 2017 waren durchaus beide Seiten nicht ganz unbeteiligt an vielen Fehlern.“

Stimmt, Arik. Aber ich sehe den Fehler seitens des Vereins nicht in zu viel
Aktivismus beim Geld ausgeben, sondern, ganz im Gegenteil, dass man dem Investor freie Hand ließ, obwohl man genau wusste, dass jeder ausgegebene Euro nur geliehen war. Das ist doch gerade der Witz an der Sache. Vor lauter Freude, dass der Herr Investor endlich die Schatulle öffnete, schaute man überhaupt nicht mehr darauf, was er mit dem Geld eigentlich machte und ob es sinnvoll ist, was er da mit seinen zwielichtigen Kumpels in London verabredete. Das hat ja der ehemalige Präsident Cassalette in einem fast schon legendären Interview bestätigt, wo er sich überhaupt nicht verantwortlich fühlte für das geschäftliche Gebahren in der KGaA und wie die Unschuld vom Lande verkündete, damit habe er, als Präsident des e.V. nichts zu tun. Und das genau ist auch mein Vorwurf an den Verein, Aufsichtsrat mit eingeschlossen. Man hat kollektiv weggeguckt.

Aber natürlich muss man natürlich auch die Drucksituation sehen, in der alle standen. In der Liga rutschte man immer mehr ab, der gefühlte 100. Neuanfang war wieder einmal ein Reinfall und an seiner Seite wusste man einen Choleriker, der zu Kurzschlusshandlungen neigte, aber dabei keinerlei Plan hatte. Aber er war auch der Einzige, der die finanziellen Möglichkeiten besaß um den Verein aus der selbstverschuldeten Misere zu retten. Also hielten alle still und schickten Stoßgebete gen Himmel.

Ich sag nicht, dass das alles einfach war und möchte auch keineswegs in der Haut der damals Verantwortlichen stecken, aber die Aussage, dass der Verein den Investor ausgenommen habe wie eine Weihnachtsgans geht meilenweit an der
Realität vorbei.

Übrigens: ich hätte Dir gerne unterhalb Deines Kommentars geantwortet, aber dazu muss ich einen Code eingeben, der unter den Antworten nicht mehr sichbar ist, zumindest bei mir. Das scheint ein Bug zu sein.

Landshuter Löwe
Leser

Hi Alex, ich glaube, dass es seit der Fast-Pleite und dem Einstieg von HI eigentlich nur einen wirklichen Neuanfang gegeben hat. Und der war mit dem Absturz in Liga 4 verbunden (und der damit verbundenen Befreiung von Lasten wie AA, viele zu großer Kader, schlechtes Management). Und damit, dass der Verein endlich „Kante“ gezeigt hat. Den Vereinsführungen seit dem HI-Einstieg werfe ich schon vor, einige gravierende Fehler gemacht zu haben. Sofern ich das beurteilen kann. Einer dieser Fehler sind für mich Teile des Kooperationsvertrag (50+1) und das Versagen bei der Installation von kompetenten kaufmännischen Leitern und Sportdirektoren/Trainern, in Verbindung mit Konzeptlosigkeit und Ungedult. Ich denke das geht Anfangs schon auf die Kappe des e.V. bzw der entsprechenden Gremien. Mit dem Geld von HI hätte sicher mehr gemacht werden können. Einer von HIs Fehlern ist sicher dessen Glaube, dass Lückenfüllen zum am Leben erhalten Investment ist. Hier hätte gleich zu Anfang das Geld investiert gehört, dass letzte Saison leider zum Fenster rausgeworfen wurde. Aber damals hat ihn vielleicht der Mut zu Größerem verlassen.

ELIL
Frank

BruckbergerLoewe
Leser

Interessant dabei wäre ob mittlerweile das „Männergespräch“ zwischen Ismaik und Mey stattgefunden hat.Ausserdem läuft die selbstgesetzte Frist von Mey bezüglich der Vorstellung seines Zukunftskonzeptes in 2 Tagen ab.Gibts zu beiden Themen was neues ?
Dass HI keine Ahnung vom Fussball hat war bekannt, dass er ausserdem kein guter Geschäftsmann ist weiss man spätestens seit seinem Rausschmiss als CEO bei Arabtec,wo er auch zweistellige Millionenbeträge verbrannt hat.

Alexander Schlegel
Gast
Alexander Schlegel

Oh mei, da werden wieder die alten Märchen aus 1001. Nacht aufgewärmt: „Ausgenommen wie eine Weihnachtsgans“. Wenn man so was behauptet, sollte man aber auch Ross und Reiter benennen. Nur zur Erinnerung: Jahre lang hat HI keineswegs in die Mannschaft investiert, sondern nur immer das strukturelle Minus (Stichwort Allianz Arena, Catering-Blödsinn) in Form von nachrangigen Krediten beglichen. Und diese Zahlen waren ihm mit Sicherheit alle bei seinem Einstieg bekannt. Und jede Personalentscheidungen – sei es Trainer, sei es Geschäftsführer, sei es Spieler – die in den letzten Jahren gefällt wurden, sind allesamt von ihm abgenickt worden. Er hat sogar in Eigenregie, über Spielerberater in London, dem Verein komplett überteuerte „Rohrkrepierer“ aufs Auge gedrückt. Ein Costa Runjaic konnte beispielsweise mit einem Ribamar überhaupt nichts anfangen, der da plötzlich am Trainingsgelände auftauchte (auch noch verletzt). Ab der letzten Winterpause hat er sogar in kompletter Eigenregie den „We-go-to-the-top“-Startrainer installiert und ihm auch noch gleich die gewünschten Söldner finanziert, die er dem Verein jetzt allesamt als Darlehen ans Bein bindet. Und dieser Mann besitzt auch noch die Chuzpe sich als großer Gönner hinzustellen, weil er seine verursachten Schulden als Darlehen dem Verein stundet. Das ist wirklich so bizarr, das kann nur bei 60 passieren.

Lieber Arik, tisch hier keine Märchen vom armen Investor auf. Wenn ich Geschichtsklitterung lesen will, steuere ich einen anderen Blog an … 😉

jr1860
Leser

Denke „Schuld“ haben beide Parteien HI UND eV.
Aber gerade letztes Jahr hat HI schalten und walten dürfen wie er wollte und was ist dabei rausgekommen?
Das schlimmste finde ich, dass HI das nur mit Krediten an die KGaA ermöglicht hat. Diese Kredite bestehen leider ja immernoch. Würde eigentlich von HI erwarten, dass er die finanziellen Belastungen seiner Fehlentscheidungen zumindest selber trägt…
Aus dem Grund hätte ich eine Insolvenz der KGaA bevorzugt, um hier reinen Tisch zu machen. So holt uns das Missmanagement leider in 2 Jahren wieder ein, wenn besagte Kredite fällig werden. Die werden wir auch da nicht bezahlen können…
Finde es btw erstaunlich ruhig von HI im Moment; bei der sportlichen Entwicklung steigt der Wert seines Anteils ja wieder 😉

tomandcherry
Leser

@ jr1860

Dass es nach außen hin so verdächtig ruhig ist in der Kommunikation mit HI macht mir eigentlich die meisten Sorgen. Das fühlt sich ein bisschen so an wie die Ruhe vor dem Sturm..

tomandcherry
Leser

@ Alexander Schlegel

Muss Dir Recht geben, Alexander, dass man (sprich: Arik) es sich hier ein bisschen zu einfach macht.
Tatsache ist doch, dass HI einen regelrechten Verschleiß an Präsidenten, Geschäftsführern, Sportdirektoren, Trainern… aufweisen kann, der in dieser Art und Weise ziemlich einzigartig im Profi-Fußball sein dürfte? Und erzähle mir jetzt keiner, dass diese inflationären Personalentscheidungen nicht in Absprache mit ihm getroffen wurden.
Im Endeffekt war HI wohl viel zu blauäugig, als er sich damals für den Einstieg bei 60 München entschieden hat und später viel zu ungeduldig (wie eine Menge 60er-Fans ebenfalls), als die angestrebten sportlichen Ziele nicht mal annähernd erreicht wurden.
Wenn gefühlt alle sechs, neun oder zwölf Monate die Positionen Trainer, Sportdirektor, Geschäftsführer oder Präsident ausgetauscht werden, dann entsteht garantiert eins nicht: Kontinuität und daraus resultierend sportlicher Erfolg.
Während andere Vereine auch mal Rückschläge in Kauf genommen haben, konnte es bei 60 nie schnell genug gehen. Jedenfalls mit dem Entlassen bestimmter Funktionsträger.
Der 1. FC Köln hatte in der ersten Saison mit Peter Stöger als Trainer auch noch keinen Erfolg. Man ließ ihn jedoch weiterarbeiten und in der darauffolgenden Saison stieg man auf. Der Rest ist bekannt und Köln seit x Jahren wieder Europacup-Teilnehmer.
Bei 60 sollte immer alles von „gleich auf sofort passieren“ und geduldig abwarten kennt man dort nicht. Die Ergebnisse zeigen jedenfalls mir, welches System besser funktioniert.

Chobber
Leser

Und warum konnte das so einfach geschehen? Weil er die Arge hinter sich scharren konnte. Tischt in Rudelshausen bei den Hallertauer Löwen auf, zahlt Freibier und dem Kern sein Hirn war wie üblich gleich Maßkrug. Die passen alle zusammen der Kern, Schnell und unser Platzhirsch Beck.

Landshuter Löwe
Leser

Region 9? Du sprichst mir aus der Seele (auch wenn ich es nicht so formulieren würde 😉 ).

Wobei ich seit der MV die Rolle der ARGE relativer sehe. Die ARGE-Führung konnte die Mitglieder deutlich weniger als von mir erwartet mobilisieren. Insbesondere bei dem neuen Präsidenten und dem derzeitgen Geschäftsführer der KGaA muss sich die ARGE neu positionieren. Auch hier stehen meiner Meinung nach „Männergespräche“ an.

ELIL
Frank

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Man muss sich mal vorstellen das Schnell und Konsorten öffentlich Yaya Ismaik als Wahlempfehlung ausgegeben hatten.
Genau der Yaya Ismaik der es nicht mal für nötig hielt seine Kandidatur zu begründen und als einziger Kandidat ein weißes Blatt mit seinen Zielen abgab.
Warte immer noch auf die Begründung der ARGE warum er besonders geeignet sein sollte.
Fachliche Kompetenz schließ ich jetzt mal aus.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Auch an deinem Kommentar wird man wenig rütteln können.
Du bringst Fakten, wo andere nach Gefühl argumentieren.
Das es immer noch viele gibt, die lieber den Märchen glauben schenken, spricht nicht gerade für diese Leute.
Man darf gerne mit offenen Augen durch die Welt rennen und ab und an das Hirn einschalten wäre auch nicht so verkehrt.

tomandcherry
Leser

Wurde HI tatsächlich „ausgenommen wie eine Weihnachtsgans“?!? Wie konnte das passieren? Er, der doch angeblich ein so erfolgreicher „Businesss Man“ ist, der sich „nicht mit einem Autohändlern und einem Polizisten an einen Tisch setzen wollte“, als es um richtungsweisende Entscheidungen, die Zukunft von 60 München betreffend, ging (in der „Schneider-Ära“).
Dieser „Selfmade-Milliärdär“ soll also wie ein dummer Junge von „Amateuren“ „über den Tisch gezogen worden sein“? Kann ich mir nur schwer vorstellen.
Als ich damals vom Einstieg eines schwerreichen Geldgebers, der meinen Herzensverein im allerletzten Moment vor einer Insolvenz bewahrte, erfuhr, war ich nur eins: heilfroh.
Hätte mir damals jemand prophezeit, dass nach sechs Jahren und dem Investment von 70 (?) Mio. € der sportliche und finanzielle „Doppelabstieg“ als traurige Tatsache feststehen würde, hätte ich diese Person wohl schallend ausgelacht.
Aber zurück zum Thema: Wieso hat ein so erfolgreicher Geschäftsmann wie es HI doch allem Anschein nach ist, nicht von Anfang an (also 2011) echte Fußball-Fachleute als seine Vertrauensleute installiert? Stattdessen gab’s einen Apotheker als Geschäftsführer. In einem Profi-Fußball-Verein! Auch das blinde Vertrauen in die Fähigkeiten eines Gerhard Poschner, der m.W. bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei nachprüfbare Erfolge in einer ähnlichen Position vorweisen konnte, war doch keinesfalls „über den Tisch ziehen“? Eher gutgläubiges Hoffen auf irgendwelche besseren Zeiten, die man mit GP als GF Sport anstrebte. Alleine die Kaderzusammenstellung mit u.a. drei Barcelona B-Spielern…
Jedenfalls sehe ich als „Nicht-Interna-Kenner der Materie“ keinesfalls eine Hauptschuld in der mangelhaften Zusammenarbeit mit HI bei den jeweils Verantwortlichen des TSV bzw. der KGaA. Mögen manche Probleme u.a. den kulturellen Unterschieden bzw. einer fehlenden gemeinsamen Sprache geschuldet gewesen sein, so sollte es in Zeiten der Globalisierung doch möglich sein, wenigstens einen gewissen Status an professioneller Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Von Seiten des Investors habe ich in all den Jahren nicht viel davon erkennen können. Aber es ist natürlich einfacher, die „Amateure“ des TSV 1860 für den sportlichen Niedergang verantwortlich zu machen.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Ist dir mal gelungen alles präzise auf den Punkt zu bringen, Respekt.
👍

tomandcherry
Leser

@ Dr. Klothilde R.

Danke „für die Blumen“, Klothilde. 😉

Landshuter Löwe
Leser

Hi Arik, Du schreibst, „…der Verein ist hoch verschuldet…“. Beziehst Du Dich auf den e.V. oder die KGaA?