„Ich hoffe, dass die Deutsche Fußball Liga die 50+1-Regel freigeben wird.“

Karl-Heinz Rummenigge (c) Michael Lucan, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Vereine sollen selbst entscheiden

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München, betonte in einem Interview mit dem Magazin GQ, dass er ein Ende von 50+1 befürworten würde: „Ich hoffe, dass die Deutsche Fußball-Liga die 50+1-Regel freigeben wird.“ Rummenigge meint, dass jeder Verein selbst entscheiden solle, ober sich für Investoren öffne oder eben nicht.

Satzung schützt FCB vor Übernahme

Im Hinblick auf den FC Bayern München ist klar, dass die 50+1-Regel nicht wirklich relevant ist. „Beim FC Bayern ist ohnehin laut Vereinssatzung festgelegt, dass maximal 30 Prozent der Anteile veräußert werden dürfen“, so erklärt der CEO des FC Bayern dem Magazin. Diese Hürde hat sich der FC Bayern München selbst in die Satzung geschrieben. Im Grunde quasi eine selbst auferlegte Schutzmaßnahme.

Rummenigge wünscht sich einen sanften Übergang

Beim TSV München von 1860 würde es nach aktueller Konstellation freilich anders aussehen. Der Verein hat unter dem Schutz von 50+1 insgesamt 60 Prozent seiner Anteile bereits verkauft. Fällt die Regelung komplett weg, dann könnte Investor Hasan Ismaik die Geschäftsführung GmbH günstig erwerben und hätte damit die volle Kontrolle über die KGaA. Es sei denn, die DFL entscheidet sich für eine sanfte Übergangslösung, die derartige Fälle berücksichtigt. Auch Rummenigge meint, dass man wahrscheinlich „Leitplanken“ einbaut, denn der „Übergang soll sanft gestaltet werden“.

Der Beitrag des Magazins: Mastermind im Milliarden-Business


Titelbild: Karl-Heinz Rummenigge (c) Michael Lucan, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

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tomandcherry
Leser

Sehe es ähnlich wie KHR.

Dauerhaft wird sich diese Entwicklung hin zum „Investoren“-Fußball in Deutschland nicht mehr aufhalten bzw. verhindern lassen.

Und wenn man sich die Beispiele Bayer 04 Leverkusen, VW… Pardon… VfL Wolfsburg, SAP HoPPenheim, Red Bull… ach nee, „Rasenballsport“ (gnihihihi…) Leipzig und auch Kühne & Nagel Hamburg so anschaut, dann ist es eigentlich nur recht und billig, dass man auch anderen Vereinen die Möglichkeiten eröffnet, sich mit Hilfe von zahlungskräftigen Unternehmen/Geschäftsleuten neue Formen der Geldbeschaffung zu ermöglichen.

Bei allem Respekt vor dem „Traditionsvereins-Geschwafel“, da hat scheinbar jemand die Entwicklung der letzten Jahrzehnte verschlafen?

Als ich gestern Abend teilweise den Auftritt des „Plastikclubs“ RB Leipzig gegen St. Petersburg am TV verfolgen konnte, empfand ich die spielerische Klasse der Leipziger als wohltuend angenehm, gegenüber der sportlichen Tristesse, die so mancher „Traditionsclub“ seinen Zuschauern zumutet.

Und ich persönlich sehe lieber ansehnlichen Fußball, als sportliche Magerkost von spielerisch, technisch und taktisch limitierten Hauruck-Kickern.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Da glaub ich nicht so recht dran und muss immer das positive Beispiel Schalke 04 anführen.
100% eV und trotzdem erfolgreich.
Ich finde nicht, dass sich das ausschließt und es automatisch durch mehr Investoren, mehr Erfolg gibt.
Wir sind das beste Beispiel und der HSV das Zweitbeste (Ausgliederung 2014).

Was man auch von den Vereinen so hört ist, dass die gerne Investoren hätten, bevorzugt regional, aber immer Herr im eigenen Haus bleiben wollen.
Nur welche Investoren geben Geld ohne Entscheidungen treffen zu dürfen?
Wir sind hier wieder das beste Beispiel, dass dies nicht funktionieren wird.
Regional wird es dann schon 3x schwierig, frag nach in Nürnberg und Kaiserslautern.

Ich finde vieles ist nicht zu Ende gedacht.
Man hätte gern mehr Geld, möchte sich aber nicht in die Fänge von Einzelpersonen geben.

50+1 ist ein hervorragendes Instrument um die Einzigartigkeit der Mitbestimmung im deutschen Fußball zu schützen, denn Fußball gehört allen und nicht einigen wenigen.

Im übrigen hat Leverkusen letzte Saison gruseligen Fußball gespielt, Wolfsburg diese, Hoffenheim vor 2 Jahren und Leipzig vor 3.
Es ist immer alles eine Momentaufnahme.

tomandcherry
Leser

@ Dr. K. Rumpeltschtilz

Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt?

Ich habe nicht geschrieben, dass ich per se „Investoren-Fußball“ begrüße, weil ich davon ausgehe, dass damit der deutsche Profi-Fußball unaufhaltsam in Richtung „Tiki Taka-Spitze, Hacke, Einszweidrei“-Zauberfußball katapultiert würde, sondern – siehe mein zweiter Satz meines ursprünglichen Kommentars – dass sich diese Entwicklung dauerhaft nicht aufhalten bzw. verhindern lassen wird.

Klar sind es besondere Umstände, wenn sich Vereine speziell „regionale Investoren“ wünschen und dann keine(n) finden. Das ist m.E. keine große Überraschung, denn die beiden Beispiele Lautern und Nürnberg zeigen es auf.

Ob Schalke als Paradbeispiel für „100 % e.V. und trotzdem erfolgreich“ gelten darf? Da ist doch die Unruhe ebenfalls ständiger Begleiter und wie sich das „Sponsoring“ von Gazprom im Detail ausgestaltet, weiß ich nicht. Du etwa?

Dass die von Dir genannten Mannschaften „gruseligen Fußball gespielt haben“, ist kein Argument gegen meine Einschätzung, dass „50+1“ in Deutschland nicht mehr sehr lange Bestand haben wird.

Ich hatte diese Vereine deshalb genannt, weil sie als Paradebeispiele dienen, wie „50+1“ bereits seit Jahren gebogen wird, bis kurz vorm Zerbrechen. Gleiches Recht für alle – und somit weg mit „50+1“. Oder wieso sollten die Besonderheiten von Bayer 04, Wolfsburg, Hoffenheim oder RB Leipzig nicht auch anderen Vereinen wie z.B. Freiburg, Frankfurt oder Mönchengladbach offenstehen?

Leipzig gegen St. Petersburg sollte als Beispiel dafür dienen, dass ein „Plastikclub“ (wie man RBL landläufig gerne bezeichnet) durchaus attraktiven Fußball spielen kann, während ein sog. „Traditionsclub“ wie der BVB gegen Salzburg (ebenfalls „Plastik“) einen desolaten Auftritt hinlegte.

HHeinz
Leser

Gutes Beispiel. Welche Regel verhindert jetzt nochmal das RaBa Leipzig die Bundesliga aufmischt?
Ich behaupte: Keine, und füge hinzu: Leider.

Ich kann dem Investorenfußball nichts abgewinnen weil mir noch niemand aufzeigen konnte was daran besser sein soll wenn die Eintrittskarten das Dreifache kosten und Sky erst ab 100 Euro im Monat Fußball zeigt. Das ist ja auch das was Herr Rummenigge offen anspricht. Er behauptet Anbieter werden ein Vielfaches der aktuellen Rechte bezahlen und gleichzeitig stellt er die Vermutung in den Raum dass große Anbieter wie Amazon oder Perforce gleichzeitig ihre Samariter-Ader entdecken und diese Rechte für ein Taschengeld an die Fans weiterreichen.

Amazon und Co. sind aber keine Samariter sondern hinter diesen Unternehmen stecken Renditeversprechungen an ihre Eigentümer dagegen ist die Deutsche Bank ein Wohlfahrtsverein.

Aber ich will Dir Deine Meinung nicht nehmen. Es wird nicht mehr lange dauern dann wird auch mal eine Liga implodieren. In der spannenden österreichischen Investorenliga wird RB Salzburg gerade zum gefühlt 50 Mal Meister, hat diese Saison doch glatt 1 Spiel verloren (von 25). Man könnte also behaupten der Investorenfußball dort hat den Sport wirklich bereichert (Nein). Und das Lustige ist Red Bull investiert gar nicht mehr soviel Geld, weil sie der Meinung sind dass es für die Alpenliga auch mit ein paar Almosen reicht und dummerweise auch die Chinesen gerade Anderes zu tun haben. Und seitdem sie das tun sind sie lustigerweise noch erfolgreicher.
Und das lässt sich fortsetzen.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Ich frage mich auch ehrlich wie das in der Realität funktionieren soll?
Tendenzen wie halb volles Stadion beim größten Cluberfolg der Geschichte kann man ja nicht wegdiskutieren.
In Leverkusen bekommt man nicht mal zur CL das Stadion voll, Hoffenheim fährt mit 100-200 Auswärtsfans zu anderen Mannschaften, während man in Köln, Frankfurt sehnsüchtig solche Spiele erwartet.

Was passiert denn wenn Hoffenheim absteigt?
Vor 2 Jahren war es fast soweit.
Hopp hat klar gesagt, dass der Club wegen struktureller Nachteile auf Transfererlöse angewiesen ist.
Meiner Meinung nach steht das alles auf sehr wackligen Füssen.

Was passiert wenn Mateschitz und Kind nicht mehr das sind und die Erben keine Lust auf Fußball haben?
Wird dann nach China verkauft?

Tendenzen wie gestern in Leipzig haben Gründe…..hier ganz gut zusammen gefasst.

https://www.11freunde.de/artikel/warum-sich-niemand-ueber-den-zuschauerschwund-bei-rb-leipzig-wundern-sollte

tomandcherry
Leser

@ HHeinz

Und welche Regel verhindert momentan, dass der FC BUYern die sechste Meisterschaft in Folge mit einem schier unglaublichen Punktevorsprung auf den Zweitplatzierten einfährt?

So kann man für jede Situation eine Pro- oder eben Contra-Argumentation finden, um sich entweder „50+1“ als Allheilmittel für den „traditionsbewußten deutschen Profi-Fußball“ schön zu beten oder die stille Hoffnung, dass ein (oder mehrere) andere(r) Verein(e) den Bayern in absehbarer Zeit sportlich Paroli bieten wird.

Wie interessant ist denn ein sportlicher Wettbewerb – ganz abgesehen davon, um welche Sportart es sich dabei handelt – dessen Sieger bereits zu Beginn der Saison feststeht? Ich kann’s Dir verraten: Gar nicht. Ich kenne eingefleischte FC Bayern-Fans, die allen Ernstes davon sprechen, dass ihnen die Deutsche Meisterschaft eigentlich egal ist, wenn die Roten definitiv nächste Saison in der Champions League vertreten sind! So sieht die aktuelle Lage in der „Super-Duper-tollen-Fußball-Weltmeister-Bundesliga“ aus. Traumhaft, oder?

Sollte durch eine Novellierung von „50+1“ zukünftig dem FCB ernsthafte sportliche Konkurrenz erwachsen, wäre das doch wesentlich besser und marketing-mäßig optimaler zu verkaufen, als die nächste, strunzlangweilige Bundesliga-Saison, in der die Roten zur Winterpause mit 12 Punkten Abstand auf Platz 2 davonmarschieren und sie am 28. oder 29. Spieltag als Meister 2019, 2020, 2021, 2022… feststehen?

Wie mitreißend waren die Spielzeiten, als sich die Meisterschaft erst am 32., 33. oder gar 34. Spieltag (erinnere Dich an den Andersson-Freistoß in Hamburg) endgültig entschieden haben.

Solche spannenden (!) Wettbewerbe möchte ich wieder sehen. Die Bundesliga langweilt mich seit Jahren und ich hab‘ kaum noch Interesse, mehr als die nackten Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen, weil es halt nur ein „FC Bayern-Schaulaufen“ ist.

Sollte es durch die Möglichkeiten, die sich mit dem Wegfall oder der Novellierung von „50+1“ für andere Vereine ergeben, wieder echten Wettbewerb in der Bundesliga geben, würde ich sofort wieder regelmäßig zuschauen. Aber so? Ist mir meine Zeit dafür zu schade.

Nur weil 60 und sein ganz spezieller Typ von „großzügigem Investor“ krachend in die 4. Liga abgestürzt ist, muss es doch nicht per se schlecht sein, solche Modelle einzuführen?

Wie es bei 60 lief, ist das Paradebeispiel für „So sollten es andere besser nicht machen“.

Aber wenn die anderen daraus ihre Lehren ziehen und es eben besser machen?

Ich sehe keinen vernünftigen Grund, warum man generell die Möglichkeiten von Investoren-Modellen im deutschen Profi-Fußball nicht anbieten sollte.

Jeder Verein kann es sich doch dreimal überlegen, ob so etwas in deren speziellem Fall überhaupt in Frage kommen würde.

Gezwungen wird keiner – es sei denn, er steht – wie weiland 1860 München – mit eineinhalb Beinen bereits vor der Insolvenz. Dann ist man beinahe dazu verdammt, sich mit dem (Investoren-)Teufel einzulassen.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Ich finde deinen Kommentar von mehren Seiten aus betrachtet nicht richtig.

Du hoffst durch „Novellierung“ der 50+1 Regel künftig mehr Spannung für die Liga und ein Ende des Dauermeisters FCB.
Da frag ich mal ganz frech zurück, wer hindert denn die Mehrfachmilliardäre Hopp und Mateschitz, genau dies mit ihren Vereinen zu verhindern?
Am Geld und an der Regel 50+1 kann es ja nicht liegen.

Ich beobachte das Gegenteil bei diesen Clubs, die besten Spieler werden verkauft, überragende Spieler die dem FCB gefährlich werden könnten werden nicht gekauft bzw. versucht man diese selbst zu entwickeln, um sie dann, wenn sie auf diesem Niveau sind, gewinnbringend zu verkaufen.

Ein ander Blickwinkel, selbes Ergebniss.
Beide Mailänder Vereine sind in chinesischer Investorenhand und werden mit vielen Millionen unterstützt, das Ergebniss ist eher mau, Titelchancen haben sich nicht gebessert und von der Meisterschaft sind beide meilenweit entfernt.

England:
Seit bestehen der Premier League (92/93) haben genau 2 Mannschaften außerhalb der Top 4 den Titel gewonnen.
Spannung ist zwar teilweise vorhanden aber es werden ähnlich wie in Spanien immer die selben Vereine Meister.

Wo ich dir Recht gebe ist, dass es ein Fehler war überhaupt diese Ausnahmen (50+1) zu schaffen.
Hier müssen klare Regeln für alle her, für die Fans und nicht für einzelne Personen.
Und man sollte vor allem darüber nachdenken wie man Spannung und Chancengleichheit verbessern kann, allein durch mehr Investorengeld wird dies nicht zu erreichen sein.

Fußball sollte Volkssport bleiben und nicht zum Spielball reicher Einzelpersonen degenerieren, die gern ihr Ego aufbessern möchten.

tomandcherry
Leser

@ Klothilde

Status Quo: Die Fußball-Bundesliga kennt seit beinahe sechs Spielzeiten nur einen Deutschen Meister.

Sportlicher Reiz: Uninteressant, da beinahe vor jeder Saison beinahe zwangsläufig der neue Deutsche Meister bereits feststeht.

Zukunftsaussichten: Ein Eindringen in die Vormachtsstellung des FCB wird nahezu unmöglich, da keinerlei ernsthafte Konkurrenzsituation besteht.

Frage: Wie kann die Fußball-Bundesliga demnächst sportlich wieder attraktiver gestaltet werden?

Durch das Beibehalten einer sowieso schon mit einigen Ausnahmen de facto ausgehöhlten „50+1“, die möglicherweise (!) die Vormachtstellung des FCB mit zementiert hat?

Oder durch das Öffnen für finanzielle Unterstützung durch Investoreneinstieg bei Vereinen, die sich bislang nicht an der „Gelddruckmaschine Champions League“ sattfressen konnten?

Wie man es dreht oder wendet, eine sportlich uninteressante Wettbewerbssituation wird mittelfristig das Produkt nachhaltig beschädigen, weil Desinteresse der Zuschauer weniger Erlöse durch TV-Verträge/Werbeeinnahmen/Pay-TV-Angebote mit sich bringen wird.

Ich kann nur für mich persönlich schreiben: Nie fand ich die Bundesliga-Spieltage uninteressanter, als seit dem Zeitpunkt, als der FCB die absolute Dominanz übernahm und es de facto keinen echten Konkurrenten mehr gibt.

Sollte sich dieser Umstand auch in nächster Zeit nicht ändern, könnte ich mir einen signifikanten Zuschauerschwund durchaus vorstellen. Mit all seinen daraus resultierenden Begleiterscheinungen.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Was können denn die Bayern dafür wenn die Konkurrenz zu blöd ist?
Wette mit dir, dass man mit Tuchel heute als BvB ein ernstzunehmenden Konkurrenten hätte.

Während ich versuche auf deine Argumentation einzugehen und anhand von Gegenargumenten eine sinnvolle Diskussion zu stande kommen zu lassen, gehst du mit keinem Wort auf meine Gegenargumente ein.

Einfach nur zu sagen die Bulli ist unspannend, dazu braucht es keine Diskussion, das kann jedes Kind feststellen.
Mir geht es aber um das „für und wieder“ bzw. abwägen von Argumenten in Bezug auf 50+1, das wäre zielführend…..

tomandcherry
Leser

@ Klothilde

Was willst Du jetzt eigentlich konkret von mir?

Ich hatte in meinem Eingangskommentar doch eindeutig geschrieben, dass nach meiner Meinung die „50+1“ dauerhaft nicht haltbar sein wird.

Das ist eine ganz persönliche Einschätzung meinerseits und kann logischerweise auch vollkommen falsch sein, weil „50+1“ auch die nächsten 20 Jahre Bestand haben kann.

Weiterhin habe ich geschrieben, dass die „50+1“ durch Vereine wie aktuell Bayer 04, Wolfsburg, Hoffenheim oder Leipzig sowieso schon so gut wie abgeschafft ist, da könnte man es auch anderen Vereinen ermöglichen, sich mit dem Einstieg von Investoren zu befassen. Jeder wie er eben mag oder kann.

Alle „Pros“ und „Cons“ sind m.E. spekulativ, denn ich habe keine Glaskugel um die Zukunft des deutschen Profi-Fußballs zu erkennen, ob er in ein paar Jahren Investoren-dominiert sein wird oder eben nicht.

Das Beispiel Premier League kann m.M. nach sowohl für die Öffnung von Investoren, als auch dagegen angeführt werden. Es gibt halt nicht nur „Weiß“ oder „Schwarz“ bei diesem relativ komplexen Thema.

Ich habe meine rein persönliche Meinung über eine strunzlangweilige Bundesliga zum Ausdruck gebracht, in der es nach meiner Einschätzung nur einen echten Meisterschaftsanwärter gibt bzw. auch zukünftig geben wird, wenn andere Vereine nicht mal ansatzweise vergleichbare finanzielle Möglichkeiten haben werden.

Ob man das nun begrüßt (so wie ich es tun würde), oder in Bausch und Bogen verdammt (so wie Du es tust), wird die zukünftige Entwicklung in keiner Weise beeinflussen.

Die „Großen“ des Fußballs werden das so oder so entscheiden, da interessiert die Meinung des kleinen Fans sowieso nicht mehr.

Was wolltest Du jetzt nochmal konkret mit mir ausdiskutieren? 😉

BruckbergerLoewe
Leser

Warum gibt es hier überhaupt einen Artikel über die Meinung einen vorbestraften Uhrenschmugglers ?

Tami Tes
Redakteur

Wenn ihr wo anders diese Meldung gelesen habt, werdet ihr merken, dass mit keinem Wort die Tatsache erwähnt wurde, dass es dem FCB vollkommen egal sein kann, sollte die 50+1 Regelung fallen – denn sie betrifft das nicht. Hier wurdet ihr aufgeklärt.
Leider ist aber einem DFB das Wort dieses Mannes wichtig (wichtiger als Aussagen eines Watzke oder Eberl) – und dass sollte allen auch klar sein. Seine Aussagen schaden allen Vereinen, die sich an der 50+1 klammern.

ArikSteen

Leider verstehen es einige nicht, warum dieser Artikel wichtig ist. Erstens ist es tatsächlich ein wichtiger Punkt, dass sich der FCB abgesichert hat. Zweitens appeliert Herr R. für einen sanften Übergang. Das ist aus meiner Sicht der einzige Weg, dass 1860 gut aus der Sache herauskommt. Die sanfte Anpassung bis hin zum Wegfall. Ansonsten wird das irgendwann gerichtlich durch die EU entschieden. Und dann ist sie weg und das ohne Kompromisse.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Warum hat denn nicht schon längst jemand geklagt?
Ich höre immer es ist so einfach und verstößt klar gegen EU-Linien.
Wer sagt sowas?
Rechtsexperten?
Welche?

Mein Stand ist, dass es eine Verbandsregel ist und niemand gezwungen wird am Spielbetrieb teilzunehmen.
Jederzeit steht es den Investoren offen ihre eigene Liga zu gründen.

Banana Joe
Leser

Da aber fast jeder Proficlub seine Fußballabteilung quasi in ein Wirtschaftsunternehmen ausgelagert hat, gelten hier europaweit halt wieder andere Spielregeln. Da verstößt 50+1 mMn schon gegen geltendes EU-Recht und hätte vor einem Gericht kaum eine Chance.

Aber das Thema ist viel zu komplex, da du auf der anderen Seite eben die Sportvereine hast, die dem Gemeinnützigkeitsprinzip unterliegen, d.h., also jedem Sportinteressierten die Möglichkeit geben müssen, gleich welcher Herkunft und finanziellem Background, ihre Sportart mit geringen Mitgliedsbeiträgen oder gar Förderung zu betreiben. Diese Sportvereine hast du in all den Ländern, in denen es kein 50+1 mehr gibt und wo der Profifußball komplett ausgelagert ist halt kaum noch. In Großbritannien gehen die meisten Breitensportangebote nicht mehr vom klassischen Verein aus sondern von Unis, Schulen, der Armee, der Polizei, privaten Unternehmen oder sonstigen Initiativen, gerade in Großsstädten. Auch die Dart- und Snookerclubs sind dort nur noch Wirtschaftsunternehmen, wo du erstmal einen schönen Batzen „Mitgliedsbeitrag“ blechen muss, ähnlich wie unsere elitären Golfclubs hierzulande.

Und dann hast du auf der anderen Seite die Verbände… Verbände, die freilich ihre Regeln aufstellen dürfen, so wie sie lustig sind, aber auch nix anderes sind, als reine Wirtschaftsunternehmen, die Übertragungsrechte teuer verkaufen und Sponsoringeinnahmen erzielen. Schon in diesem Punkt sollte klar sein, dass sie sich ihr eigenes Grab nicht schaufeln werden. Klar kann der Verband sagen, an unseren Ligen dürfen nur noch Sportvereine ohne wirtschaftliches Interesse und ohne Kapitalgesellschaft mitspielen, unser Fußball wäre dann zwar vielleicht wieder authentisch, aber tot!

Das Thema ist viel zu umfangreich, dass wir es hier ausreichend und v.a. faktenbasiert diskutieren könnten. Im Prinzip bleibt uns nix anderes übrig als abzuwarten, was in den nächsten Monaten oder Jahren mit dieser Regel passiert und v.a. wie wir ohne großen Schaden aus Schneiders Jahrtausend-Dummheit wieder herauskommen, denn wenn 50+1 fällt, hat jeder andere Verein die absolute Selbstbestimmung, was er mit seinen Anteilen macht… nur wir dummerweise halt nicht mehr!

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Mein Punkt ist ja der, dass niemand in seiner Freiheit eingeschränkt wird.
Die Verbandsregeln sind bekannt und niemand wird gezwungen sich daran zu beteiligen.

Ich frage mich auch ehrlich, warum bis jetzt noch niemand geklagt hat, wenn es doch so einfach ist und alle auf eine Abschaffung drängen.

Für mich ergibt sich das klare Bild, dass viele Vereine zwar gern das Geld der Investoren hätten aber immer noch Herr im eigenen Haus sein wollen.
Dies bringt aber Konflikpotenzial mit sich, wie man bei uns wunderbar erkennen kann, denn derjenige der Geld gibt, möchte auch bestimmen was mit seinem Geld passiert.

Für mich kann es gar keinen Kompromiss geben.

Entweder bleibt die Entscheidungshoheit bei den Mitgliedern oder einzelne Personen (wie in England) übernehmen den Fußball.

SechzgeMax
Redakteur

Wieso gibts keinen Artikel, wenn sich Watzke oder Eberl gegen die 50+1 Regel aussprechen???

HHeinz
Leser

Der Herr Rummenigge möchte also anderen Vereinen etwas ermöglichen für das er selbst eine Bremse in die Satzung eingebaut hat!?

Zynismus wie er zum FCB passt. Ich würde mir wünschen dass der FCB den Herrn Rummenigge bald freigeben wird denn er repräsentiert die hässliche Seite des Profisports.

Gleichzeitig fordert er natürlich ein funktionierendes Financial Fair Play. Möglichst alle Proficlubs in den Händen privater Investoren, welche dann durch ein funktionierendes Financial Fair Play möglichst wenig Kapital einsetzen müssen um die fette Kuh Fußballfans zu melken.

Das Schöne am Herrn Rummenigge ist dass man sich wirklich nicht anstrengen muss um ihn nicht zu mögen. Da ist mir persönlich sogar der Herr Honig noch lieber, und das ist immerhin einer der größten Steuersünder der Republik.

Landshuter Löwe
Leser

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