Ein Kommentar

“Augen auf, Löwen!” heißt ein Artikel auf dieblaue24. Ein Beitrag bei dem viele sagen: “Jetzt fängt er schon wieder an zu hetzen!” Oliver Griss, dessen Namen ich sogar in der U-Bahn höre, wo Fans “Scheiß auf den Griss, scheiß auf sein Blog …”, singen. Als ich die jugendlichen Fans darauf aufmerksam mache, dass die Leute drumherum durchaus respektieren, wenn man Fangesänge in der Bahn anstimmt, sie mit solchen “Liedern” eher weniger anfangen können, werde ich als “Grissmaikaner” beschimpft. Eigentlich schon ironisch.

Augen auf, Löwen!

Mit “Augen auf, Löwen” hat der Blogger wieder angefangen zu hetzen, so sagt man. Und deshalb habe ich diesen Artikel mehrmals durchgelesen. Immer und immer wieder. Weil ich verstehen will, was unsere Grabenkämpfe, die wir in der Fanszene haben, eigentlich bedeuten. Weil ich die Fans verstehen will. Und weil es mir vor allem darum geht, dass niemand irgendjemand anderem blind folgt. “Augen auf, Löwen!” – der Titel gefällt mir nicht. Das gebe ich zu. Aber egal wie oft ich den Text lese, ich komme immer wieder zum Entschluss, dass dort mehr Wahrheit drin steckt als wir uns eingestehen wollen. Zugegeben, als ich ihn zum ersten Mal gelesen habe, da hatte ich auch mit dem Kopf geschüttelt. Und auch andere im Löwenmagazin hatten kein Verständnis für “Augen auf, Löwen!”. Wenn ich ehrlich bin, vor allem wegen den Kommentaren darunter. Betrachte ich die Sache differenzierter, dann bekomme ich jedoch einen anderen Blick.

Das schockiert Euch? Vergesst doch bitte einmal, wer ihn geschrieben hat. Und lest nicht die Kommentare, die teilweise absolut unter der Gürtellinie sind. Hier liegt vor allem die Hetze begraben. Dass man dafür eine Basis geschaffen hat, das ist fragwürdig. Aber das ist ein anderes Thema. Betrachtet nur die Fakten im Beitrag.

Hurra, wir sind abgestiegen

“Hurra, wir sind abgestiegen”, schreibt Die Zeit. Ich weiß nicht, wieso sich ein Journalist herausnimmt, diese Worte in den Mund der Fans zu legen. Wer von uns war wirklich nach dem Relegationsspiel froh, dass wir abgestiegen sind? Ich persönlich war für einen Neuanfang. Ich wusste in der vergangenen Saison, dass etwas geschehen muss. Aber der Abstieg hat mich tief getroffen und ich weiß, dass es anderen Fans genauso ging. Zum Jubeln war mir überhaupt nicht zumute. Und selbst jetzt würde ich niemals sagen “Hurra, wir sind abgestiegen”. Auch wenn ich mich aktuell mit der Regionalliga durchaus identifizieren kann.

Die vielleicht schönste Geschichte dieses Sommers

“Die vielleicht schönste Geschichte dieses Sommers”, schreibt der Journalist von Die Zeit und auch dem kann ich in keiner Weise etwas Positives abringen. Zugegeben, ich bin wahnsinnig glücklich, wenn ich im Grünwalder Stadion bin, die Fans jubeln und die Mannschaft auf den Rasen tritt. Aber die aktuelle Stimmung zur Grundlage zu nehmen, es wäre “die vielleicht schönste Geschichte dieses Sommers” ist proletarischer Nonsens. Als wäre uns Fans alles um uns herum egal. Als wären wir Lemminge. Als wären wir wie Junkies, die von einem Kick zum anderen leben und uns völlig egal wäre, dass wir hochverschuldet sind. Seien wir mal ehrlich, wenn wir im Grünwalder Stadion sind, dann verdrängen wir es durchaus, dass es unserem Verein eigentlich finanziell miserabel geht.

“Es ist die Stunde der Fußballromantiker. In zwei Monaten sind mehr als 2000 Leute in den Verein eingetreten”, schreibt Die Zeit. Und irgendwie klingt das so, als wären das alles frustrierte Fans gewesen, die sich wegen Hasan Ismaik abgewendet haben und nun zurück sind. Nun ja. Viele Fans sind einfach Mitglied geworden, weil sie gesagt haben: “Wir sind abgestiegen? Uns ist das egal. Jetzt erst recht. Jetzt werde ich Mitglied”. Nicht weil sie Fußballromantiker sind, sondern weil sie hinter ihrem Verein stehen.

“Sich allein hinter dem Grünwalder Stadion und den tollen Löwen-Fans zu verstecken, ist keine Lösung”, schreibt dieblaue24. Dieser Satz gefällt mir nicht. Ich hätte ihn anders formuliert. Weil er definitiv polarisiert. Aber es steckt so viel Wahrheit dahinter. Es geht nicht darum, dass man sich hinter den Löwen-Fans versteckt, sondern vielmehr hinter der Euphorie. Stück für Stück verdrängen wir, dass wir hochverschuldet sind. Und die Politik der ruhigen Hand, die ich bislang als so positiv dargestellt habe, könnte auch zum Boomerang werden. Weiß irgendjemand von den Fans, ob der Verein in irgendeiner Weise ein Konzept für die Zukunft hat? Im Moment lebt jeder im “Hier und Jetzt”. Wir sind wie Kinder, die am Tisch unserer Eltern sitzen und nicht wissen, dass Papa arbeitslos ist, sich Gedanken darüber macht, wie er die Familie ernähren soll. Um seine Kinder nicht zu beunruhigen, sagt er nichts. Aber mit Sorge denkt er an Weihnachten, weil er nicht weiß, ob er Geld für Geschenke haben wird.

Wie sieht die Zukunft aus?

Oder ist es anders? Gibt es einen Plan? Ist die Zukunft gesichert? In jedem Fall schreibt niemand etwas oder macht den Mund auf. Über Hasan Ismaik wissen wir, dass das Präsidium mit ihm sprechen möchte. Von Gerhard Mey und seinem möglichen Konzept hört man gar nichts. Soll mich das beruhigen? Wenn ich am Dienstag im Giesinger Bräu nach der Arbeit ein Bier trinke, beim Trepperl-Wirt noch vorbei schaue und danach ins Grünwalder Stadion gehe, dann ist mir das zweifelsohne egal. Dann zählt der Sport, die Mannschaft, die Fans. Und das Stadion. Aber ich kann als Fan doch nicht immer von Spiel zu Spiel leben. Wir Fans wollen irgendwann schon mal hören, wo eigentlich der Zug hingeht.

Dem Verein gelingt es nicht, bestimmte Verantwortungsbereiche klar voneinander abzugrenzen. Es gibt einige im Verein, deren Arbeit ich sehr schätze. Aber die eben in vielen Positionen in verschiedenen Vereinen sitzen. Diesen Punkt spreche ich auch bei einer der Initiatorinnen von “Löwen-Fans gegen Rechts” an. Sage ihr, dass es taktisch nicht klug ist, wenn bestimmte Posten von den gleichen Personen besetzt werden. Auch der Artikel in Die Zeit ist Thema. Sie reagiert beleidigt, hält meine Argumentation für kindisch und lädt das Löwenmagazin dann von der nächsten Giesinger Stadtteilführung aus. Und bestätigt im Grunde vor allem meine Kritik. Sie fühlt sich als “Löwen-Fans gegen Rechts” angegriffen und lädt mich als “Freunde des Sechzger-Stadions” aus. Sei´s drum. Dann halt nicht.

Beendet das Schwarz-Weiß-Denken

Die Fans müssen lernen, sich vom Schwarz-Weiß-Denken zu verabschieden. Es gibt nicht nur die eine oder andere Seite. Man kann durchaus auch hinter dem Präsidium stehen und trotzdem kritisch hinterfragen. Man kann die Arbeit von den “Freunden des Sechzger-Stadions” oder der “Löwen-Fans gegen Rechts” für gutheißen und dennoch Kritik üben. Wenn man das nicht mehr kann, dann gibt es Stillstand. Eine gesunde Selbstkritik ist wichtig. Und vor allem ist es wichtig, den Fans nicht die schöne heile Welt vorzugaukeln. Die haben wir nämlich nicht.

Und dennoch freue ich mich auf Dienstag. Freue mich auf das Spiel. Die vielleicht schönste Geschichte dieses Sommers ist es nicht. Wir alle genießen den Moment. “Hand auf´s Herz”, sage ich. Wir wollen den Augenblick genießen, wollen aber hören, dass es für unsere Zukunft Hoffnung gibt.

Gerne dürft Ihr darüber diskutieren. Auf hoffentlich sachlicher und fairer Basis.

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Stephanie Dilba
Gast
Stephanie Dilba

Nachdem hier über ein Gespräch, das Arik Steen mit mir geführt hat, berichtet wird, möchte ich Folgendes richtig stellen:
– Ich gehöre nicht zu den InitiatorInnen der Löwenfans gegen Rechts.
– Nicht ich habe im Verlauf des Gesprächs beleidigt reagiert, sondern Arik Steen.
– Ich hielt und halte nicht seine Argumentation für kindisch, sondern das Verhalten, das er gezeigt hat (mitten im Gespräch wutschnaubend wegzurennen).
– Ich habe mich nicht als “Löwen-Fans gegen Rechts angegriffen” gefühlt; vielmehr habe ich mich als Person missachtet gefühlt, nachdem ich weder aussprechen noch meine Argumente darlegen konnte.
– Ich habe nicht das Löwenmagazin von der Teilnahme an der Stadtteilführung ausgeladen, sondern ihn persönlich; dies in meiner Rolle als Referentin und nicht als Löwenfan gegen Rechts oder als Freundin des Sechz’ger Stadions.

Und folgende Worte möchte ich zu dem Artikel hinzufügen:
Kritik üben ist schön und gut; aber wer dies fordert, sollte auch Kritik zulassen.
Wenn jemand öffentlich Selbstkritik fordert, sollte er selbst in der Lage sein, diese zu üben. Ein Verhalten zu kritisieren und seine Meinung lautstark und vehement mitzuteilen, aber nicht in der Lage zu sein eine andere Meinung zu respektieren, ist davon weit entfernt. Manchmal hilft es mitunter schon, anderen einfach mal zuzuhören…
Ach ja: Sachliche und faire Diskussion sollte auch nur jemand fordern, der sich an diese Regeln hält. Dazu gehört sicherlich nicht, Unwahrheiten zu verbreiten.

Hans
Leser

Hallo, erst mal bei meinen ersten Kommentar hier, grosses Kompliment an die Seitenbetreiber und vor allem an die Leute, die hier Kommentare schreiben. so neutral und doch emotionsgeladen, so informativ und spannend und vor Allem, ohne Hetze und Beschimpfungen gegen andersdenkende. Ich fuehl mich sehr wohl hier.
Zu OG: Ich habe diesen Menschen schon oefter live erlebt, er hat eigentlich nur ein Ziel, zu hetzen und zu spalten und somit klicks zu generieren. Ich habe mich schon sehr oft ueber Ihn und seine Blogs aufgeregt, aber jetzt gibts ja gsd eine tolle Alternative mit den Loewenmagazin.

Tante Tornante
Leser

Ich fand diesen Artikel in DIE ZEIT nicht so schlecht. Mir hat auch missfallen, dass Fans des TSV den Abstieg „wünschen“, das ist befremdlich.

Man sollte aber vielleicht doch mal den Kontext beachten, in dem der Artikel geschrieben wurde. Nach Monaten und Jahren des Chaos und dem immer knapp entgangenen Abstieg, der dieses Mal dann tatsächlich mit einer „Millionentruppe“ erreicht wurde und dem dann folgenden Zwangsabstieg in Liga IV ist der TSV bundesweit sicherlich zu einem unsympathischen Verein geworden.

Nun, wieder zurück im 60ger und einem Neuanfang, der für das was im Frühjahr/Frühsommer passierte, doch verdammt gut war, ist das positive Gefühl doch keine Überraschung. Und selbst wenn die Vorgänge in den vergangenen Jahren etwas undifferenziert in die Presse kamen, so konnte es doch nicht mehr weitergehen. Und dann kommt der Journalist von DIE ZEIT ausgerechnet auch noch an einem lauen Sommerabend nach Giesing, erlebt ein kochendes Stadion und restlos begeisterte 12.500, die ihre Begeisterung sicher auch auf sich selbst bezogen. Dann noch ein Hammersieg und sogar der Gegner wurde gefeiert.

Auf der anderen Seite der absolute Transferwahnsinn in Europa mit irrsinnigen und perversen Summen. Das kann einem das „schönste Sommermärchen im Fußball“ schon mal rausrutschen.

Das hat nix damit zu tun, dass der Klub natürlich ein Konzept und eine Strategie für die Zukunft benötigt. Ja, ganz sicher. Dennoch darf ein wenig „sich selbst feiern“ schon sein, zumindest jetzt, nach dem schlimmen ersten HJ 2017.

BruckbergerLoewe
Leser

Top Kommentar und alle Löwen : Hand auf’s Herz ,Schal in die Luft , Hände in den Himmel !
Denn: Sechzig ist der geilste Club der Welt !

bluwe
Leser

Diese Ausformulierung der aktuellen Situation bei Sechzig steht mM nach über allem.
Jedoch empfinden viele und u.a. auch ich das Beispiel, wohin der Zug gehen wird, anders.

Denn in den Jahren der 2BL stand Sechzig alleine auf einem Abstellgleis oder auch in einer Sackgasse. Da passt gut das Beispiel mit dem Licht am Ende des Tunnels, es war der entgegenkommende Zug… 😉

Jetzt ist es anders, denn viele sehen Sechzig daheim in Giesing wieder als selbstbestimmenden Verein. Auch wenn es nicht so ist, hat es die MV genauso widergespiegelt.
Hierfür begeistern sich viel und u.a. auch ich.
D.h. es gibt ein neues Gleis und keiner weiß wo er hinführen wird. Jedenfalls ist es kein Abstellgleis mehr!

jr1860
Leser

Sehr treffend

Mrbennyblue
Leser

Man merkt schon deutlich, was dieser sehr gut geschriebene Artikel (besonders das mit dem Familienvater passt sehr gut) bewirken soll: Die stark gespaltene Fanstruktur zu einigen. Es ist bewundernswert! Sogar in dem besagten Blog hast du mit deinem Kommentar unter dem “Augen auf” Artikel großen Beifall erhalten. Macht weiter so. Eines Tages werden es alle verstehen: Wir Löwen sind innerlich so stark vereint in unserer Liebe zu unserem Verein. Dann wird auch der letzte kapieren, dass diese unsäglichen Grabenkämpfe totaler Schmarrn sind.
In diesem Sinne
EliL

Personix
Leser

Danke für den guten Artikel! Ich fand auch den auf DB24 gut und bin nicht immer bei den anderern die hier nur Hetze sehen.
Ich bin seit mehr als 40 Jahren Löwen Fan, jetzt auch Mitglied, da ich nicht nur mitreden sondern auch mitbestimmen will. Einfluss kann man nur nehmen als Mitglied.
Wo geht der Weg hin ist die Frage, hier sucht man die Antworten vom Verein vergebens. Momentan wird der Fan etwas allein gelassen, zwar mit guter Stimmung im Stadion, aber ohne Vision.

trackback

[…] viel Wirbel sorgte heute morgen der Artikel „Hand auf´s Herz„. Zahlreiche Mails erreichten uns, sowohl Kritik als auch Zustimmung. Alle jedoch fair, […]

Jompi1860
Gast
Jompi1860

Leider wurde der gleichlautende Beitrag des Löwenmagazins auf Facebook gelöscht und mit ihm auch meine längere Replik darauf. Ich versuche es hier also nochmal und hoffe, dass ich meine Gedanken einigermaßen nochmal zusammenbringe 😉 Also, es liegt in jedermanns persönlichem Ermessen, wie er die Ereignisse der letzten Wochen und Monate beurteilt. Für die einen war der Doppelabstieg DER irreparable Super-GAU und der Liebesentzug unseres “Investors” Folge und Schuld des Handelns rückwärts gewandter Politik und Personen im Verein. Für die anderen – darunter vermutlich auch etliche von denen, die nach dem schwarzen Freitag in den Verein eingetreten sind – war und ist der Gang in die 4. Liga das ferne Licht am Ende des Tunnels, eine Chance, nach mehr als einem Jahrzehnt voller Streit, Niederlagen und Demütigungen einen neuen Weg einzuschlagen, der uns am Ende hoffentlich unsere Eigenständigkeit, unser Selbstbewusstsein und auch unser Selbstverständnis als Turn- und Sportverein München von 1860 e.V. zurückbringen wird. Dass ich mich auch nach zwei nicht so guten Spielen in der Regionalliga Bayern unbeirrt zur zweiten Gruppe bekenne, ist kein Geheimnis. Dass der Weg zu dem erträumten, oben beschriebenen Ziel ein langer und steiniger sein wird, wird niemand bestreiten. Ich schon gar nicht. Aber lange und steinige Wege scheinen eben ein treuer Begleiter unserer Löwen zu sein. Das erste Mal seit langer Zeit steht an der Spitze unseres Vereins eine Person (Reisinger), der ich aufgrund ihrer Geradlinigkeit und Standhaftigkeit ernsthaft zutraue, den TSV 1860 von den teilweise üblen Launen Ismaiks zu befreien. Wir haben einen Geschäftsführer (Fauser), der diese Berufsbezeichnung auch verdient und der in kurzer Zeit schon vieles richtig gemacht hat. Wir haben einen Trainer (Bierofka), der so fest verwurzelt und geerdet ist bei unserem Verein wie kaum ein Coach vor ihm. Und trotz allem bestreite ich nicht, dass es keinerlei Garantie gibt, dass der jetzt beschrittene Weg erfolgreich sein wird. Aber es gibt auch keine Garantie dafür, dass es nicht klappt. Gerne bemühe ich hier das alte Sprichwort, dass derjenige, der kämpft, durchaus verlieren kann. Nur derjenige, der nicht kämpft, hat eben schon verloren. Zu jedem Kampf gehören Mut, Zuversicht und Vertrauen. Ich persönlich habe daran keinen Mangel, selbst nach zwei torlosen Unentschieden und Tabellenplatz 1 in der Regionalliga Bayern halte ich die Lage noch nicht für aussichtslos. Ich bin wohl ein unverbesserlicher Optimist geworden nach dem Doppelabstieg. Ebenso würde ich im Übrigen nicht bestreiten, dass ein Blogbetreiber, der seit Monaten gewählte Vereinsvertreter teilweise auch unter der Gürtellinie angreift oder solche Angriffe über seine Plattform nicht unterbindet, mit einigen seiner Aussagen auch Recht haben wird. Aber das sind doch Binsenweisheiten. Und dafür bekommt das Löwenmagazin bzw. der Autor des Artikels zumindest von mir keinen Applaus. Denn was ist denn die Conclusio, das Fazit des Autors? Dass man – sicherlich aufgrund der Erfahrungen der letzten 20 Jahre – immer davon ausgehen muss, dass in unserem Verein nur Dilettanten am Werk sind, die nicht wissen, was sie tun? Ich denke, jedem der Verantwortlichen ist völlig klar, was auf dem Spiel steht. Es wird nunmehr sicherlich in… Weiterlesen »

blau91
Leser

Wieder ein Kommentar, der mich bestätigt in diesem Block genau richtig zu sein. Danke dafür. Wir sollten wirklich akzeptieren, dass es andere Meinungen gibt. Letztendlich will jeder das gleiche. Der Verein soll sportlich, wie finanziell gesund und nachhaltig dastehen. Gegeneinander hetzen geht gar nicht. Das hat nichts mit Löwenfamilie zu tun. Was bei Sechzig gerade passiert, ist wohl wirklich so, wie du es mit dem arbeitslosen Vater und seinen Kindern beschreibst. Wir Kinder freuen uns naiv auf die Mannschaft, die Spiele, die unglaubliche Stimmung im Stadion, das drum herum in Giesing. Und ich bin an dieser Stelle gerne naiv. Und der Vater, der Verein, was macht der? In der Tat es ist derzeit sehr angenehm nichts negatives zu hören. Aber… Persönlich kann ich es ehrlich gesagt nicht glauben, dass immer noch keine konkreten Gespräche mit HI stattgefunden haben. Es fällt mir schwer zu glauben, dass im Hintergrund die richtigen Entscheidungen, die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden. Bei aller Freude, die derzeit in Giesing vorherrscht, es ist ein fragiles Konstrukt, das jederzeit auseinander zu brechen droht, wenn nicht die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Natürlich bleibt ein Löwenfan immer ein Löwenfan, aber der TSV wird sich irgendwann nur noch in Giesing abspielen und irgendwann merken, dass selbst das Grünwalder zu groß ist. Die Fans werden bald Antworten auf viele offene Fragen einfordern. Positiv stimmt mich da momentan nur ein Herr Fauser, der hoffentlich noch lange die KGaA leiten wird. Ich bin gerade, wie viele andere Löwen gerne naiv und genieße den Moment. Insofer gebe ich dem Artikel in der Zeit auch voll umfänglich recht. Er zeigt nur auf, wie es ist. Es wird ja nicht behauptet, dass es der Wunsch der Fans war in die vierte Liga abzusteigen. Der Artikel ist getragen von der unglaublichen Stimmung um diesen Verein, trotz des Doppelabstiegs. Das gibt es nirgends auf der ganzen Welt. In keinem Verein. Darauf sind wir doch alle so stolz. Der Verein muss aber endlich handeln und aufzeigen, wo die Reise hingeht. Wir sehen uns Dienstag im Stadion. Auf die Löwen.

evacorona
Leser

Wohin ist denn die Verlinkung auf Facebook verschwunden? Wird hier jetzt auch schon gelöscht, wenn die Reaktionen vielleicht nicht alle positiv sind?

Bluemuckl
Leser

Bedenklich ist, was man mit “Augen auf, Löwen” und vergleichbaren Artikeln auf db24 an Hasskommentaren und primitivster Hetze gegen einzelne Personen generiert.

Ich möchte nicht in der Haut von Herrn Reisinger, Herrn Sitzberger, Herrn Beer, Herrn Drees oder Frau Hoppen stecken. Dies sind sicher alles Personen, welche alleine durch ihre Zugehörigkeit zu verschiedenen “Vereinen im Verein” polarisieren. Aber diese maßlose von Hass und Verachtung geprägte Hetze gegen diese Personen ist dadurch nicht zu rechtfertigen. Punkt.

Der verantwortliche Autor Oliver Griss kalkuliert diese Kommentare meiner Meinung nach aus mehreren Gründen mit ein:

Erstens generieren polarisierende Artikel per se Klicks, damit Aufmerksamkeit und Einnahmen.

Zweitens entstehen durch Artikel wie diesen wilde Diskussionen, Schuldzuweisungen und Gegenreden, was wiederum Klicks und Einnahmen generiert.

Drittens kann Herr Griss so seinen persönlichen Rachefeldzug gegen einige ihm unliebsame Personen in der Öffentlichkeit austragen.

Zur Ruhe und Einigkeit trägt das natürlich nicht bei.

Daß Kritik und Hinterfragen nötig ja geradezu eine Bürgerpflicht sind, steht dabei außer Frage.

Daß die handelnden Personen beim TSV München von 1860 schon immer Grund zur Skepsis boten ist ebenfalls kein allzu großes Geheimnis.

Dennoch sollte man als Fan und Journalist mit mehr Bedacht und Weitsicht agieren und der plumpen und niveaulosen Hetzjagd keinen Nährboden bieten. Dies hilft dem Verein nämlich in keinster Weise. Destruktives Verhalten ist immer kontraproduktiv. Kritik und Hinterfragen sollten immer konstruktiv vonstatten gehen.

Vor diesem Hintergrund sei es mir gestattet, diesen aktuellen Artikel im von mir sehr geschätzten Löwenmagazin zu kritisieren.

Die Intention ist hier meiner Meinung nach klar zu erkennen. Man möchte durch einen kontroversen Artikel möglichst eine kontrovers geführte Diskussion auslösen, was den Zugriff und die Bekanntheit des neuen Mediums erhöhen soll. Das ist nachvollziehbar und verständlich.

Aber muss dazu immer wieder Oliver Griss und seine Blaue24 herhalten? Gibt es nicht genug andere Themen über die man ausgiebig diskutieren könnte?

Nix für unguad, nur meine bescheidene Meinung.

Einen schönen Sonntag wünscht euch allen der
Bluemuckl

Landshuter Löwe
Leser

@Alle: wirklich gute Auseinandersetzung hier. Vielen Dank! @Dir: “Aber muss dazu immer wieder Oliver Griss und seine Blaue24 herhalten? Gibt es nicht genug andere Themen über die man ausgiebig diskutieren könnte?” Ich behaupte jetzt mal was Provokantes: Es gibt derzeit kaum wirklich wichtige andere kontroverse Themen. Warum? – Liga? Es ist so wie es ist. – Stadion?: Es gibt nichts Neues. – Präsidium?: Es ist wie es ist & es gibt nichts Neues. – KGaA?: Es gibt nichts Neues. – HAM?: Es gibt nichts Neues. – Mannschaft / Spiele?: Wird hinreichend diskutiert. – Schuldfrage Abstieg / Doppelabstieg?: Es ist wie es ist & es gibt nichts Neues. Keiner weiss was Genaues, aber jeder spricht mit. – Ticketsituation? Es ist wie es ist & es gibt nichts Neues. – Fanscene? Zerstritten wie seit Wildmosers Zeiten, wird aber auch hinreichend immer wieder diskutiert (wobei man das oft kaum Diskussion nennen kann). Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass es eine Annäherung geben kann. Es gibt ja keine neuen Argumente. Wahrscheinlich gibt es eine Verbesserung erst dann, wenn wir eine echte neue Heimat haben und CL spielen. Aber 100%ig sicher ist das nicht. Es wird immer welche geben, die gegen alles sind. Und alles noch x-mal aufwärmen, nein Danke! Erst dann, wenn es neue Entwicklungen gibt. OG füllt das “Sommerloch” ganz bewußt mit seinen Provokationen. Er wärmt oben genannte Punkte immer wieder auf. Die Gründe sind schon wiederholt genannt worden. Er bietet sich in voller Absicht als Zielscheibe an. Und die wird genutzt. Auf der anderen Seite nutzt er natürlich alles, was seiner Meinung nach in seinem Sinne als Zielscheibe dienen könnte. Und Arik ist auf den Zug aufgesprungen. Das ist in meinen Augen OK, wenn er damit die Diskussion auf seiner Webseite befeuern will. Ich für mich ziehe aus dem Kommentar und den Beiträgen HIER einige Aspekte, die mich dazu bringen, über meine (erste) Meinung nachzudenken und eventuell zu relativieren. Das Thema Zukunft/Perspektive des e.V. bzw. der Profis halte ich schon für ein wichtiges, aktuelles Diskussionsthema. Nur es muss auch eine Diskussion sein mit Informatonen, faktenbasierten Meinungen und rationalen Vorschlägen. Leider scheint das derzeit nicht möglich zu sein, da immer sofort der Themenwechsel zur Schulfrage kommt. Vielleicht wäre das was für hier im Forum? Zurück zum Artikel der Zeit. Ich sehe den Artikel als Wiedergabe dessen, wie der Verein derzeit nach außen wirkt. Es ist Leben zurückgekommen. Das die Stephanie zitiert wird passt meiner Meinung nach nicht in den Tenor des Artikels. Der Author wollte wohl ganz bewusst Zündstoff in den Artikel bringen. Mit Erfolg. Wobei ich glaube, die Aussage schon mal wo gelesen zu haben (Wochenanzeiger?). Das Zitat beschreibt aber die Zerrissenheit im Herzen, die sicher auch bei anderen existiert bzw. existiert hat. Ähnlich habe ich auch gefühlt. Ich habe mir zwar den Abstieg (und Niederlagen) nicht gewünscht aber meinte, wenn er schon passiert kann man den auch nutzen, Altlasten loszuwerden und neu anzufangen. Ich war im übrigen Stephanie auf der MV sehr dankbar, als sie Ismaiks Ausflüchte bezüglich der fehlenden Vorstellung… Weiterlesen »

Bluemuckl
Leser

Servus Frank,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und deine Einschätzung. Ich denke gerade die zukünftige Ausrichtung des eV und der KGaA bieten eine vorzügliche Möglichkeit zur Diskussion. Auch wenn momentan von offizieller Seite nichts nach Außen dringt, so können doch wir Fans ganz wunderbar darüber “streiten”, wie man sich die Zukunft vorstellt.

Mit meiner Kritik, was ich wahrscheinlich nicht vernünftig zu formulieren vermochte, meinte ich eigentlich, daß das Löwenmagazin es nicht nötig hat, immer wieder auf Oliver Griss und sein Medium so detailliert einzugehen, weil es schlichtweg nicht so einflußreich ist, wie der Betreiber es gerne hätte. Es ist was es ist, ein subjektives, investorennahes Blog, mit ordentlicher Reichweite und schwankender Qualität, was den Inhalt der Veröffentlichungen anbelangt. Letztendlich ohne viel Relevanz für konkrete Entscheidungen innerhalb des eV, wie man auf der MV dann gesehen hat.

Baut euch hier was eigenes, unabhängiges auf, ich finde ihr seit auf einem sehr guten Weg.

Ich wünsche ebenfalls einen schönen Nachmittag,

Bluemuckl

jr1860
Leser

Zumindest die Schreiberlinge von AZ und tz zitieren gerne und oft DB24…
So ganz ohne Einfluss ist OG also nicht…

Als seriöserein und objektiveren Blog sehe ich aber das Löwenmagazin

Weiter so 😀

Bluemuckl
Leser

Ja, das scheint wohl so zu sein. Ich lese weder TZ noch AZ geschweige denn Bild, daher kann ich dazu wenig sagen. Aber wie man hört scheint es da ein reges gegenseitiges Abschreiben und Zitieren zu geben.

Landshuter Löwe
Leser

Hi Bluemuckl,
es ist richtig, das nicht jeder Artikel auf DB24 hier zum Thema gemacht werden sollte. Das brauchts nicht. Ich schilder aber jetzt ein Beispiel, warum ich das in bestimmten Fällen doch für wichtig halte.

Ich habe heute im Fan-Club für die Nichtmitglieder einen Vortrag über die MV gehalten. Zur Vorbereitung habe ich mir gestern die Ticker vom e.V., von TZ und von DB24 ausgedruckt. Während der Ticker vom e.V. extrem neutral ist (die Buhs werden nicht genannt), der von TZ vollständig mit den Sonderereignissen ist, ist der von DB24 unvollständig, wobei Angriffe gegen den Investor übertrieben dargestellt und Fehlverhalten von Ismaik (Vorstellung VR-Wahl) ignoriert werden. Zudem endet der Ticker bereits um 18:37. Da ich bis zum Ende der MV durchgehalten habe, konnte ich die Ticker in diesem Fall gut und individuelle Sichtweisen ausreichend bewerten.

Es ist aber nicht immer so, dass ich die notwendigen Informationen habe. Wenn ich mich nur über eine Quelle informieren kann werde ich schnell Opfer von Fehlinformation. Arik und das Team haben deutlich bessere Kontakte zu 60 und der Szene und bekommen Informationen aus erster oder zweiter Hand. Dann bin ich froh, wenn jemand da ist, der den Sachverhalt mit seinem Wissen relativiert. Insbesondere wenn man das Gefühl haben darf, das diese Informationen nicht zielorientiert gefiltert werden.

Frank

Bluemuckl
Leser

Deiner Argumentation kann ich durchaus folgen und aus dieser Warte betrachtet muss ich dir uneingeschränkt zustimmen. Schön, daß man hier so sachlich und freundlich Argumente austauschen kann.

tomandcherry
Leser

Sehr gut analysiert und geschrieben, Arik.

Speziell die Aussage über “Löwenfans gegen Rechts”, deren Mit-Initiatorin scheinbar wenig (bzw. überhaupt nicht?) kritikfähig zu sein scheint, ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft als solche.

Auch dass Du den “Ungezähmt”-Artikel des “anderen Blogs” in seiner grundsätzlichen Aussage als richtig darstellst, finde ich absolut positiv. Denn Du hast vollkommen recht, dass man sich die Realität nicht schöner träumen darf, als sie es tatsächlich ist.

Dass man von Herrn Mey und seinen Konzepten nichts (mehr) hört, liegt vielleicht in erster Linie daran, dass man vom “Löwenfreund” und ehem. Geldgeber seit dem Doppel-Abstieg nichts mehr gehört und gelesen hat?

Ein “Männer-Gespräch”, wie es Herr Mey in dem berühmten Interview angekündigt hatte, kann halt nur dann stattfinden, wenn sich zwei Männer dazu entschlossen haben, es ernsthaft miteinander zu probieren. Bleibt einer von beiden in seiner “Schmollecke” hocken und kommt nicht an den Tisch zur gemeinsamen Diskussion, wird sich an der momentan herrschenden Situation nichts Wesentliches verändern.

Dass es in Bälde einer Weichenstellung für die nähere Zukunft unseres TSV bedarf, sollten die meisten, denen 60 München am Herzen liegt, längst begriffen haben. Allerdings sind dazu einige Herrschaften nötig, die sich bislang nicht so eindeutig in der Öffentlichkeit geäußert haben.

Vielleicht springt demnächst mal einer (oder sogar mehrere?) über seinen Schatten und macht den Anfang? Im Interesse einer positiven Zukunft unseres Herzensvereins wäre das mehr als wünschenswert.