Fausers Aufräumaktion: Auch Schellenberg scheint betroffen

8
643

Ein Kommentar

Wie wir im gestrigen Bericht bereits geschrieben haben, steht laut dem Münchner Merkur Wolfgang Schellenberg, Leiter des Nachwuchsleistungszentrum vor dem aus. Schon vergangene Woche wurde uns aus der Geschäftsstelle berichtet, dass zahlreiche Mitarbeiter gekündigt wurden. Ist das Fausers Aufräumaktion vor seinem Abschied? Und steht tatsächlich auf dieser Streichungsliste auch Wolfgang Schellenberg?

Wolfgang Schellenberg, wie auch die Löwenfans, sind geschockt. Und ich bin es ehrlich gesagt auch. So richtig verstehen tu ich es nicht.

Sicher – die letzte Saison war hart für die Junglöwen. Die U19 und die U17 haben einen Abstieg verkraften müssen. Wegen dem Abstieg der B-Junioren musste die U16 zwangsabsteigen. Auch in dieser Saison tun sich die Junglöwen etwas schwer die Tabellenspitze zu behaupten. Doch ganz ehrlich … kann man einen Wolfgang Schellenberg ausschließlich an den letzten Monaten messen, nachdem er so viel Großes in den letzten 13 Jahren für den Verein getan hat?

Ihm hat der Verein viele gute Talente zu bedanken, die er zu den Löwen geholt hat. Ob als Trainer oder als NLZ-Leiter hat er junge Spieler ausgebildet und dem NLZ drei Sterne gebracht. Ob Bender-Zwillinge, Julian Weigl, Felix Uduokhai, Kevin Volland, Florian Neuhaus – die Liste ist endlos. Spieler, die heute im deutschen Fußball nicht wegzudenken sind. Spieler, die den TSV 1860 München stolz gemacht haben. Spieler, die dem TSV 1860 München in schweren finanziellen Zeiten die Lizenz retteten.

Wie würde in dieser Saison der Löwen-Kader aussehen, wenn der Verein nicht auf so viele gut ausgebildete Junglöwen hätte zurückgreifen können? Wer würde den Karren heute aus dem Dreck ziehen, wenn wir diese Jungs nicht hätten?

Als am “schwarzen Freitag” die Löwenwelt unterging, stand Wolfgang Schellenberg, wie Daniel Bierofka bereit dem Verein mit aller Kraft und Können zu helfen. Zu all seinen Aufgaben (Gesamtkonzeption des NLZ, sportliche Koordination des Leistungsbereiches, sowie die Kommunikation im Übergangsbereich) übernahm er als Trainer noch die U19- und U21-Mannschaft. Zudem arbeitete er eng mit Bierofka an der Kaderplanung zusammen.

Wolfgang Schellenberg, der sich mit Haut und Haaren den Löwen und seinem Nachwuchs verschrieben hat. Der so viel Herzblut reingesteckt hat. Bei dem man sich gefragt hat, ob er ein Privatleben hat. Bei allen Spielen seiner U19 und U21 dabei war. Auch die Spiele der jüngeren Jahrgänge hat er bei Möglichkeiten verfolgt. Auch in den letzten Wochen, nachdem er den Trainerposten an Christian Wörns abgegeben hat, stand er am Spielfeldrand. Wie auch am Samstag in Freising bei dem Qualifikations-Turnier der U19 für die Oberbayerischen Hallenmeisterschaften… Das hätte er nicht mehr machen müssen. Denn er hat wahrlich genug im NLZ zu tun.

Es ist leicht ein Nachwuchsleistungszentrum bei einem FC Bayern oder bei RB Leipzig zu führen, wo die Finanzen passen und Geld kein großes Thema ist – und doch haben auch diese große Klubs im Nachwuchsbereich nicht viel mehr Erfolg. Doch “Schelle” hat die Gabe aus Wenig das Meiste und Beste rauszuholen. All die Erfolge der vergangenen Jahren geben ihm Recht. Und es wäre ein fataler Fehler, ihn gehen zu lassen.

Der TSV ist im Umbruch. Man will mit weniger Investment bzw. Darlehen vom Investor Hasan Ismaik auskommen. Und das ist in Ordnung. Aber dann sollte man Wolfgang Schellenberg – insbesondere jetzt, wo er durch Christian Wörns entlastet wurde – auch die Chance geben, das NLZ wieder zur alten Stärke zu führen. Denn das kann er mit Sicherheit.

8
Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment
6 Comment threads
2 Thread replies
2 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
7 Comment authors
ErwinSebastian WaltlBanana JoeBruckbergerLoeweFriedberger Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Erwin
Gast
Erwin

Ich erinnere mich noch als Ernst Tanner den Verein verlassen hat. Das ist der Untergang im Nachwuchs, jetzt kommt nichts mehr, rief das entsetzte Umfeld. Dann kam Jürgen Jung als Nachfolger und hat den Job so gut gemacht, dass ihn am Ende der FCB abgeworben hat. Aber jetzt, rief das Umfeld, jetzt, nach Jung, ist gaaanz bestimmt das Ende nah. Nach Jung kam Schellenberg und brachte auch gute Leistung. Jetzt geht Schellenberg und das Umfeld schreit wieder: Das ist der Untergang, jetzt ist der Nachwuchs am Ende, da kommt nichts mehr. Wisst ihr was ich glaube: Es kommt ein Nachfolger und der macht das auch nicht schlecht. Vorausgesetzt die Verantwortlichen holen keinen Idioten. Wovon ich nicht ausgehe.

Sebastian Waltl
Editor

Da stimme ich dir absolut zu. Aber ich verstehe echt nicht, wieso die gute Arbeit von Schellenberg so schnell nichts mehr wert sein soll.

Sebastian Waltl
Editor

Ich hab gerade einen riesigen Schock gekriegt: Hab ich doch tatsächlich in der Überschrift der Abendzeitung statt “Bierofka-Intimus steht vor dem Aus” gelesen “Bierofka steht vor dem Aus”. Da bin ich vor lauter Schreck fast vom Stuhl gefallen. Zum Glück habe ich mich nur verlesen.
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.planungen-beim-tsv-1860-loewen-hammer-bierofka-intimus-steht-vor-dem-aus.4c265527-5530-46eb-9fb5-3cede64dee86.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

BruckbergerLoewe
Mitglied
BruckbergerLoewe

Irgendwie glaube ich nicht, dass das Fauser’s Alleingang ist.
Es wird doch von der Investorenseite immer der ominöse Mr.X angekündigt, eine angebliche Münchner Persönlichkeit.Vielleicht wütet der ja schon im Hintergrund für seinen ganz großen Auftritt ?
Ich bin gespannt ob und wann diese Bombe platzt,vielleicht als “Weihnachtsgeschenk” ?
By the way : Schelle ist mit Sicherheit 1860% Löwe, ich habe aber auch schon kritische Stimmen gehört, vor allem was den Umgang mit Jungendspielern und deren Eltern anbelangt.
Bin auf jeden Fall auf die offzielle Stellungnahme des Vereins zur Entlassung gespannt.

Banana Joe
Gast
Banana Joe

Diese Münchner Persönlichkeit gibt es nicht und wird es nie geben!

Friedberger
Mitglied
Friedberger

1860% Zustimmung. Bei aller Liebe, den Rotstift muss man woanders ansetzen nicht bei einer derart wichtigen und integren Person.

Tante Tornante
Mitglied
Tante Tornante

Absolut richtig und zutreffend!

jr1860
Mitglied
jr1860

sehr treffend, Tami Tes
Die wenigen Konstanten die wir noch haben sollte man nicht vom Hof jagen …