Cliff Diving bedeutet, aus großer Höhe ins Wasser zu springen und dabei Saltos und Schrauben auszuführen. Im professionellen Sport geschieht das nicht als Mutprobe, sondern als hochpräzise athletische Disziplin: Bei den höchsten internationalen Wettbewerben erreichen die Springer beim Wassereintritt Geschwindigkeiten von rund 85 km/h.

Cliff Diving ist eine Extremsportart die auch als Klippenspringen bezeichnet wird. Es handelt sich um eine spektakuläre Form des Wassersports, bei der Athletinnen und Athleten aus großer Höhe ins Wasser springen und dabei akrobatische Figuren ausführen. Was auf den ersten Blick wie ein besonders mutiger Sprung aussieht, ist im Leistungssport eine hochpräzise Disziplin: Absprung, Körperposition, Rotation, Orientierung in der Luft und vor allem der Eintritt ins Wasser müssen innerhalb weniger Sekunden perfekt aufeinander abgestimmt sein.

Die bekanntesten internationalen Wettbewerbe finden an natürlichen Klippen oder speziell errichteten Plattformen statt. Im internationalen High Diving werden bei World Aquatics derzeit 20 Meter für Frauen und 27 Meter für Männer verwendet. In der Red Bull Cliff Diving World Series starten, so kann man auf der offiziellen Webseite nachlesen, Frauen aktuell von 21 Metern und Männer von 27 Metern.

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Cliff Diving auf einen Blick: Die wichtigsten Fakten

  • Cliff Diving bedeutet Klippenspringen: Der Begriff bezeichnet Sprünge aus großer Höhe ins Wasser, häufig verbunden mit akrobatischen Elementen.
  • Die Höhe ist enorm: Bei World Aquatics werden im High Diving derzeit 20 Meter bei Frauen und 27 Meter bei Männern genutzt. In der Red Bull Cliff Diving World Series springen Frauen von 21 Metern und Männer von 27 Metern.
  • Der Eintritt ins Wasser ist entscheidend: In der Red Bull Cliff Diving World Series müssen die Athleten mit den Füßen zuerst ins Wasser eintauchen.
  • Geschwindigkeit spielt eine große Rolle: Die Red Bull Cliff Diving World Series gibt für einen Sprung aus 27 Metern eine Geschwindigkeit von bis zu etwa 85 km/h beim Wasserentry (der Eintritt in die Wasseroberfläche) an.
  • Cliff Diving ist ein Präzisionssport: Bewertet werden unter anderem die technische Ausführung, Körperhaltung, Akrobatik, der Schwierigkeitsgrad und der Wassereintritt.
  • Es gibt verschiedene Sprungrichtungen: Dazu gehören vorwärts, rückwärts, reverse, inward und der Absprung aus dem Handstand.
  • Die Sportart hat historische Wurzeln: Die Red Bull Cliff Diving World Series führt die Ursprünge des Cliff Diving auf Hawaii im 18. Jahrhundert zurück und verweist dabei auf König Kahekili und die Klippen von Kaunolo.
  • High Diving ist international organisiert: Die ehemalige FINA, heute World Aquatics, nahm High Diving 2013 in ihr offizielles Programm auf, wie man auf der offiziellen Seite der WA nachlesen kann.
  • Das Verletzungsrisiko ist erheblich: Untersuchungen zu Cliff- und Splash-Diving zeigen, dass insbesondere der Wassereintritt eine wichtige Rolle bei Verletzungen spielt.

Was ist Cliff Diving genau?

Im Bild sieht man zwei Jugendliche beim Cliff Diving

Beim Cliff Diving springt ein Sportler aus großer Höhe ins Wasser und kombiniert den freien Fall mit kontrollierten akrobatischen Bewegungen. Dazu gehören beispielsweise Salti und Schrauben. Entscheidend ist, dass der Körper während des gesamten Sprungs kontrolliert bleibt und am Ende eine möglichst saubere Wasserlage erreicht wird.

Damit unterscheidet sich professionelles Cliff Diving deutlich vom spontanen Klippenspringen, wie es beispielsweise im Urlaub an einer Felsküste vorkommen kann.

Im Leistungssport ist ein Sprung keine spontane Mutprobe. Die Athleten trainieren Bewegungsabläufe wiederholt, arbeiten an Kraft, Beweglichkeit und Körperkontrolle und müssen außerdem lernen, Entfernungen und Rotation während des freien Falls zuverlässig einzuschätzen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Umgebung. Anders als beim klassischen Turmspringen ist die Kulisse beim Cliff Diving häufig nicht vollständig standardisiert. Meer, Fluss oder See können Wellen, Strömungen, Wind und unterschiedliche Sichtbedingungen mit sich bringen. Genau diese Kombination aus standardisierter sportlicher Leistung und wechselnden natürlichen Bedingungen macht den Sport besonders anspruchsvoll.

Was macht den Reiz von Cliff Diving aus?

Der Reiz des Cliff Diving entsteht aus einem ungewöhnlichen Zusammenspiel von Gegensätzen. Auf der einen Seite steht die spektakuläre Kulisse: hohe Felsen, Küsten, türkisfarbenes Wasser oder außergewöhnliche Bauwerke. Auf der anderen Seite steht eine extrem präzise Sporttechnik.

Für Zuschauer wirkt ein Sprung oft intuitiv. Der Athlet läuft zur Kante, springt und verschwindet wenige Sekunden später im Wasser. Tatsächlich steckt hinter diesem kurzen Moment eine lange Vorbereitung.

Besonders interessant ist deshalb die Diskrepanz zwischen sichtbarer Einfachheit und tatsächlicher Komplexität. Je besser ein Cliff-Diving-Sprung aussieht, desto leichter kann er wirken. Gerade eine scheinbar mühelose Ausführung ist jedoch häufig das Ergebnis jahrelangen Trainings.

Warum ist Cliff Diving so schwierig?

Die besondere Herausforderung liegt in der Kombination mehrerer Faktoren.

Bei einem normalen Sprung kann eine Bewegung relativ früh korrigiert werden. Beim Cliff Diving läuft die Bewegung dagegen mit hoher Geschwindigkeit ab. Gleichzeitig gibt es keinen langen Zeitraum, in dem der Athlet seine Position korrigieren kann.

Hinzu kommt die Höhe. Bei einem Sprung aus 27 Metern entsteht nicht nur eine hohe Geschwindigkeit, sondern es wirken auch erhebliche Belastungen beim Wassereintritt auf den Körper ein.

Deshalb benötigen professionelle Cliff Diver Fähigkeiten aus mehreren Bereichen:

  • Kraft: Besonders Rumpf, Beine und Schulterbereich müssen hohen Belastungen standhalten.
  • Beweglichkeit: Komplexe Figuren erfordern einen großen kontrollierten Bewegungsumfang.
  • Koordination: Mehrere Bewegungen müssen in sehr kurzer Zeit miteinander kombiniert werden.
  • Orientierungsfähigkeit: Während der Rotation muss die Position des Körpers im Raum zuverlässig wahrgenommen werden.
  • Körperspannung: Die Körperhaltung muss während verschiedener Phasen des Sprungs aktiv kontrolliert werden.
  • Mentale Konzentration: Der Ablauf muss trotz der erheblichen Höhe präzise reproduziert werden.

Cliff Diving als Extremsport: Mut allein reicht nicht

Cliff Diving wird häufig als Extremsport bezeichnet. Das ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz, wenn damit nur ‚Mut zum Risiko‘ gemeint ist. Professionelles Klippenspringen ist vielmehr eine Präzisionssportart unter außergewöhnlichen physikalischen Bedingungen. Der entscheidende Unterschied liegt zwischen Risiko eingehen und Risiko kontrollieren.

Im professionellen Sport stehen deshalb nicht Mut oder Risikobereitschaft allein im Vordergrund, sondern Training, technische Kontrolle, Vorbereitung und Sicherheitsmaßnahmen. Das Ziel ist, einen technisch schwierigen Bewegungsablauf innerhalb eines vorher trainierten und beherrschbaren Rahmens auszuführen. Genau diese Perspektive erklärt, weshalb professionelles Cliff Diving so stark von Training, Vorbereitung und Sicherheitskonzepten geprägt ist.

Welche Rolle spielt die mentale Stärke beim Cliff Diving?

Die mentale Komponente wird beim Cliff Diving häufig unterschätzt. Ein Athlet steht vor einem Sprung, bei dem bereits ein kleiner Fehler Konsequenzen haben kann. Gleichzeitig muss die Bewegung weitgehend automatisiert ablaufen. Zu viel bewusstes Nachdenken während des Sprungs kann den Bewegungsablauf stören. Da die Bewegungsabläufe in sehr kurzer Zeit ablaufen, müssen viele Elemente automatisiert und wiederholt trainiert werden.

Erfahrungsberichte aus dem Spitzensport zeigen, dass auch langjährige Athleten sehr unterschiedlich mit der Höhe umgehen. Die ehemalige Weltmeisterin Cesilie Carlton erklärte beispielsweise, dass ihre Höhenangst dazu beitrug, dass sie bei einem historischen Wettkampf besonders schnell vom 20-Meter-Turm sprang.

Solche Aussagen zeigen eine interessante Seite des Sports: Mentale Stärke bedeutet nicht zwangsläufig, keinerlei Angst zu empfinden. Entscheidend ist vielmehr, trotz der Situation einen kontrollierten und trainierten Bewegungsablauf abrufen zu können.

Wie hoch springen Cliff Diver?

Die Sprunghöhe hängt davon ab, ob es sich um einen professionellen High-Diving-Wettbewerb oder um einen Wettbewerb der Red Bull Cliff Diving World Series handelt.

Bei World Aquatics beträgt die reguläre Plattformhöhe im High Diving derzeit 20 Meter für Frauen und 27 Meter für Männer. In der Red Bull Cliff Diving World Series springen Frauen aktuell von 21 Metern und Männer von 27 Metern.

Damit liegen die Höhen deutlich über dem klassischen olympischen Turmspringen, bei dem vom höchsten Wettkampfturm aus 10 Metern gesprungen wird.

Die unterschiedlichen Höhen zeigen auch, warum zwischen High Diving und Cliff Diving beziehungsweise der Red Bull-Serie unterschieden werden sollte. Die Bezeichnungen werden zwar häufig vermischt, die jeweiligen Wettbewerbe haben jedoch eigene Regeln und Rahmenbedingungen.

Der Unterschied zwischen einem 10-Meter-Turm und einer 27-Meter-Plattform ist dabei erheblich. Mit zunehmender Fallhöhe steigt die Geschwindigkeit beim Wassereintritt, während gleichzeitig immer weniger Zeit für die Kontrolle der Bewegung zur Verfügung steht.

World Aquatics führt im High Diving derzeit 20 Meter für Frauen und 27 Meter für Männer als reguläre Plattformhöhen. Die Red Bull Cliff Diving World Series verwendet dagegen 21 Meter für Frauen und 27 Meter für Männer. Die Angaben beziehen sich jeweils auf die offiziellen Wettkampfformate und sollten nicht als allgemeine Empfehlung für das Klippenspringen verstanden werden.

Der Unterschied zwischen einem 10-Meter-Turm und einer 27-Meter-Plattform ist dabei nicht lediglich „etwas mehr Höhe“. Mit zunehmender Fallhöhe steigen Geschwindigkeit und Belastung beim Wassereintritt erheblich. Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Dynamik des Wassereintritts kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die auftretenden Kräfte mit der Sprunghöhe zunehmen.

Wie schnell ist man beim Cliff Diving?

Die Red Bull Cliff Diving World Series nennt für Sprünge aus 27 Metern Geschwindigkeiten von bis zu etwa 85 km/h beim Wassereintritt. Gleichzeitig wirken auf den Körper sehr hohe Verzögerungskräfte. Das erklärt, weshalb ein technisch unsauberer Wasserentry nicht mit einem gewöhnlichen Sprung ins Schwimmbecken vergleichbar ist.

Wie funktioniert ein Sprung beim Cliff Diving?

Im Bild sieht man einen Cliff Diver beim Absprung auf dem Felsen

Ein professioneller Sprung lässt sich grob in mehrere Phasen unterteilen:

  1. Vorbereitung und Absprung: Noch bevor der eigentliche Sprung beginnt, muss die Position auf der Plattform stimmen. Der Absprung bestimmt die Flugbahn und beeinflusst, wie viel Raum für die anschließenden akrobatischen Bewegungen zur Verfügung steht. Ein kleiner Fehler am Anfang kann sich im weiteren Verlauf des Sprungs verstärken. Deshalb ist der Absprung wesentlich mehr als ein simples „Abstoßen“.
  2. Freier Fall: Nach dem Absprung beginnt die eigentliche Flugphase. Der Körper wird beschleunigt, während der Athlet gleichzeitig Rotationen und Schrauben ausführt. Dabei muss ständig die Körperposition kontrolliert werden. Eine Rotation darf weder zu früh noch zu spät abgeschlossen werden.
  3. Orientierung: Besonders anspruchsvoll sind Sprünge, bei denen der Athlet während eines Teils der Bewegung das Wasser nicht unmittelbar sehen kann. Die Orientierung erfolgt dann über Körpergefühl, Bewegungsmuster, Timing und Erfahrung. Im Cliff Diving werden fünf grundlegende Absprungrichtungen beziehungsweise Sprunggruppen unterschieden: Forward, Backward, Reverse, Inward und Armstand. Innerhalb dieser Gruppen können verschiedene Saltos, Schrauben und Körperpositionen kombiniert werden.
  4. Wassereintritt: Die letzte Phase ist zugleich eine der wichtigsten: der Eintritt ins Wasser. Bei der Red Bull Cliff Diving World Series muss dieser grundsätzlich mit den Füßen zuerst erfolgen. Die Arme werden dabei eng am Körper geführt. Ein sauberer Wassereintritt ist nicht nur Bestandteil der sportlichen Bewertung. Die Körperposition beim Eintritt beeinflusst auch die auftretenden Belastungen.

Welche Sprünge gibt es beim Cliff Diving?

Cliff-Diving-Sprünge setzen sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Dazu gehören die Absprungrichtung, die Körperposition sowie Saltos und Schrauben. Je nach Kombination entsteht ein unterschiedlich schwieriger Sprung.

Die fünf grundlegenden Sprungrichtungen

Bei der Red Bull Cliff Diving World Series werden fünf grundlegende Sprunggruppen unterschieden:

  • Forward: Der Springer startet mit Blick zum Wasser und rotiert nach vorne.
  • Backward: Der Springer startet mit dem Rücken zum Wasser und rotiert nach hinten.
  • Reverse: Der Springer startet mit Blick zum Wasser und rotiert anschließend zurück in Richtung Plattform.
  • Inward: Der Springer startet mit dem Rücken zum Wasser und rotiert in Richtung Plattform.
  • Armstand: Der Sprung beginnt aus einem Handstand auf der Plattform.

Diese fünf Gruppen beschreiben zunächst die grundlegende Richtung des Sprungs. Innerhalb der jeweiligen Gruppe können zusätzliche Saltos und Schrauben ausgeführt werden.

Welche Körperpositionen gibt es?

Neben der Sprungrichtung beeinflusst auch die Körperposition den Bewegungsablauf. Im Cliff Diving werden unter anderem folgende Positionen unterschieden:

  • Straight: Der Körper bleibt weitgehend gestreckt.
  • Pike: Der Körper wird in der Hüfte abgeknickt, während die Beine gestreckt bleiben.
  • Tuck: Der Körper wird kompakt zusammengezogen.
  • Free: Die Körperposition kann innerhalb der jeweiligen Sprungvorgaben frei variiert werden.
  • Flying: Der Sprung enthält zunächst eine gestreckte Flugphase, bevor in eine andere Körperposition gewechselt wird.

Die Körperposition beeinflusst unter anderem die Rotationsgeschwindigkeit und das Timing des Sprungs.

Saltos und Schrauben

Zusätzlich zu Sprungrichtung und Körperposition können Cliff Diver Saltos (Somersaults) und Schrauben (Twists) miteinander kombinieren. Ein Salto beschreibt dabei eine Rotation um die Querachse des Körpers, während sich der Körper bei einer Schraube um seine Längsachse dreht.

Durch die Kombination verschiedener Bewegungen entstehen komplexe Sprünge. Nach Angaben der Red Bull Cliff Diving World Series sind dabei aktuell bis zu fünf Saltos und vier Schrauben möglich.

Die Schwierigkeit eines Sprungs hängt jedoch nicht allein von der Anzahl der Rotationen ab. Entscheidend ist die gesamte Bewegungskombination und deren technische Ausführung. Der Springer muss die Rotation zum richtigen Zeitpunkt beenden und den Körper für den Wassereintritt präzise ausrichten.

Welche Rolle spielt die Technik beim Cliff Diving?

Die spektakulären Bilder lassen leicht vergessen, wie technisch der Sport ist. Ein guter Sprung besteht nicht einfach darin, möglichst viele Figuren miteinander zu verbinden. Entscheidend ist, dass der gesamte Bewegungsablauf kontrolliert bleibt und die letzte Rotation genau so endet, dass ein sicherer und sauberer Wassereintritt möglich ist.

Dafür sind mehrere Fähigkeiten notwendig:

  • Körperkontrolle: Position und Körperspannung müssen während der gesamten Flugphase kontrolliert werden.
  • Timing: Jede Rotation und jeder Positionswechsel muss im richtigen Moment eingeleitet werden.
  • Orientierung: Während des Sprungs muss die Position des Körpers im Raum zuverlässig eingeschätzt werden.
  • Kraft: Vor allem Rumpf, Beine und Schulterbereich müssen hohe körperliche Anforderungen bewältigen.
  • Beweglichkeit: Komplexe Körperpositionen erfordern ausreichende Mobilität.
  • Präzision: Am Ende des Sprungs muss der Körper exakt für den Wassereintritt ausgerichtet sein.

Gerade diese Kombination macht einen Cliff-Diving-Sprung anspruchsvoll: Die einzelnen Bewegungen müssen nicht nur beherrscht, sondern innerhalb weniger Sekunden zu einem kontrollierten Gesamtablauf verbunden werden.

Wie wird Cliff Diving bewertet?

Bei der Red Bull Cliff Diving World Series wird nicht allein die Schwierigkeit eines Sprungs bewertet. Entscheidend ist vielmehr, wie sauber und kontrolliert der gesamte Bewegungsablauf ausgeführt wird. Die Judges berücksichtigen dabei unter anderem den Absprung, die Körperposition während der Flugphase und den Wassereintritt.

Wie viele Schiedsrichter bewerten einen Sprung?

Bei der Red Bull Cliff Diving World Series bewerten fünf internationale Schiedsrichter jeden Sprung. Jeder vergibt zwischen 0 und 10 Punkten in Halbpunkt-Schritten.

Anschließend werden die höchste und die niedrigste Wertung gestrichen. Die drei verbleibenden Wertungen werden addiert und mit dem Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Sprungs, dem sogenannten Degree of Difficulty (DD), multipliziert.

Dadurch fließen sowohl die technische Ausführung als auch die Schwierigkeit eines Sprungs in die Gesamtpunktzahl ein.

Welche Faktoren entscheiden über die Bewertung?

Bei der Red Bull Cliff Diving World Series bewerten fünf Schiedsrichter den Sprung. Diese achten bei jedem Sprung insbesondere auf drei Phasen:

  • Absprung: Der Sprung sollte kontrolliert und technisch sauber eingeleitet werden.
  • Position in der Luft: Körperhaltung, Saltos, Schrauben und die Kontrolle während der Flugphase spielen eine wichtige Rolle.
  • Wassereintritt: Der Springer muss den Körper für einen möglichst sauberen und kontrollierten Eintritt ins Wasser ausrichten.

Die konkrete Punktzahl hängt dabei von der Ausführung des gesamten Sprungs ab. Ein technisch schwieriger Sprung bringt also nicht automatisch eine hohe Wertung. Erst die Kombination aus Schwierigkeitsgrad und sauberer Ausführung führt zu einer hohen Gesamtpunktzahl.

Was bedeutet der Schwierigkeitsgrad?

Jeder Sprung besitzt einen festgelegten Schwierigkeitsgrad, den Degree of Difficulty (DD). Dieser berücksichtigt die einzelnen Elemente des Sprungs und beeinflusst anschließend die Berechnung der Gesamtpunktzahl.

Das Bewertungssystem sorgt damit dafür, dass anspruchsvollere Sprünge entsprechend ihrer Schwierigkeit berücksichtigt werden. Gleichzeitig muss ein schwieriger Sprung technisch kontrolliert ausgeführt werden, damit daraus eine hohe Punktzahl entsteht.

Gerade beim Cliff Diving zeigt sich deshalb, dass spektakuläre Bewegungen allein nicht ausreichen. Entscheidend ist die Kombination aus Schwierigkeit, Körperkontrolle, Präzision und einem sauberen Wassereintritt.

Wie läuft ein Cliff-Diving-Wettbewerb ab?

Bei der Red Bull Cliff Diving World Series treten pro Wettbewerb zwölf Männer und zwölf Frauen an. Das Teilnehmerfeld besteht jeweils aus acht festen Athleten und bis zu vier Wildcard-Startern. Die Männer springen von einer Höhe von 27 Metern, die Frauen von 21 Metern.

Ein Wettbewerb besteht aus vier Runden. Die ersten beiden Runden folgen dabei einem vorgegebenen Format, während die Athleten in den letzten beiden Runden ihre Sprünge frei auswählen können.

Der Ablauf lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:

  1. Erste Runde: Alle Athleten absolvieren einen vorgeschriebenen Sprung. Für diese Runde gelten besondere Vorgaben hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades.
  2. Zweite Runde: Es folgt ein sogenannter Intermediate Dive. Auch hier gelten Vorgaben für den Schwierigkeitsgrad.
  3. Dritte Runde: Die Athleten zeigen erstmals einen frei gewählten Sprung. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei nicht nach oben begrenzt.
  4. Vierte Runde: In der letzten Runde folgt erneut ein frei gewählter Sprung. Auch hier können die Athleten ohne eine festgelegte Obergrenze beim Schwierigkeitsgrad antreten.

Die Startreihenfolge verändert sich im Verlauf des Wettbewerbs. Während die Reihenfolge der ersten Runde durch eine Auslosung festgelegt wird, starten die Athleten in den späteren Runden in umgekehrter Reihenfolge ihrer bisherigen Gesamtpunktzahl. Dadurch springt der aktuell Führende später und kennt die Ergebnisse der bereits gestarteten Athleten.

Jeder Sprung wird von fünf Judges bewertet. Sie vergeben jeweils zwischen 0 und 10 Punkten in Halbpunkt-Schritten. Die höchste und die niedrigste Wertung werden gestrichen. Die drei verbleibenden Wertungen werden addiert und mit dem Schwierigkeitsgrad des Sprungs multipliziert. Daraus ergibt sich die Punktzahl für den jeweiligen Sprung.

Nach vier Runden werden die Punkte aller Sprünge zusammengerechnet. Die Gesamtpunktzahl entscheidet über das Ergebnis des jeweiligen Wettbewerbs. Die erzielten Punkte fließen außerdem in die Gesamtwertung der Red Bull Cliff Diving World Series ein.

Das Wettbewerbsformat verbindet damit zwei unterschiedliche Anforderungen: In den ersten Runden müssen die Athleten bestimmte Sprungvorgaben erfüllen, während sie in den letzten beiden Runden ihre technisch anspruchsvollsten Kombinationen zeigen können. Gerade dort spielt der Schwierigkeitsgrad eine wichtige Rolle, da es keine Obergrenze für die Schwierigkeit des gewählten Sprungs gibt.

Wie trainieren Cliff Diver?

Ein Klippenspringer trainiert für den Cliff Diving Wettbewerb und macht einen Handstand vor dem Absprung.

Das Training von Cliff Divern besteht nicht einfach darin, immer wieder aus größerer Höhe ins Wasser zu springen. Gerade weil Sprünge aus der vollen Wettkampfhöhe den Körper stark belasten und geeignete Plattformen nicht jederzeit zur Verfügung stehen, spielt das Training an Land eine wichtige Rolle.

Zum Training gehören unter anderem:

  • Krafttraining: Muskelkraft und Explosivität werden insbesondere für Absprung, Körperkontrolle und die Stabilisierung während des Sprungs benötigt.
  • Rumpfstabilität: Eine kontrollierte Körpermitte hilft dabei, während Saltos und Schrauben die gewünschte Körperposition beizubehalten.
  • Trampolin- und Akrobatiktraining: Bewegungsabläufe, Rotationen und Schrauben lassen sich unter kontrollierten Bedingungen wiederholen und verfeinern.
  • Wassersprungtraining: Grundlegende Techniken und Bewegungsabläufe können aus geringeren Höhen trainiert werden, bevor sie unter anspruchsvolleren Bedingungen ausgeführt werden.
  • Beweglichkeitstraining: Eine ausreichende Beweglichkeit unterstützt die verschiedenen Körperpositionen während der Sprünge.
  • Mentales Training: Feste Routinen und wiederholte Abläufe helfen dabei, Konzentration und Bewegungssteuerung auch unter Wettkampfbedingungen abzurufen.

Eine 2026 von World Aquatics vorgestellte Untersuchung beschäftigt sich ausdrücklich mit dem Trainings- und Wettkampfalltag von Elite-High-Divern. Als besondere Herausforderungen werden unter anderem der begrenzte Zugang zu Plattformen in voller Wettkampfhöhe, intensives Training an Land und das Verletzungsrisiko genannt. Untersuchungen zu Cliff- und Splash-Diving zeigen, dass insbesondere die Phase des Wassereintritts für Verletzungen relevant ist.

Das Training ist deshalb darauf ausgerichtet, komplexe Bewegungsabläufe möglichst zuverlässig zu beherrschen. Ein professioneller Cliff Diver trainiert nicht hauptsächlich das Springen von einer möglichst hohen Klippe, sondern die technischen und körperlichen Voraussetzungen, die für einen kontrollierten Sprung notwendig sind.

Dabei wird die Wettkampfhöhe nicht einfach durch immer höhere Trainingssprünge vorbereitet. Viele Bewegungsabläufe können zunächst unter deutlich kontrollierten Bedingungen trainiert werden. Erst wenn Technik, Orientierung und Körperkontrolle ausreichend gefestigt sind, werden anspruchsvollere Höhen und Sprünge einbezogen.

Gerade diese Kombination aus Athletik, Akrobatik, Wassersprungtechnik und mentaler Vorbereitung macht das Training zu einem wesentlichen Bestandteil des Sports. Die wenigen Sekunden eines Wettkampfsprungs sind letztlich das Ergebnis einer langen und vielseitigen Vorbereitung.

Welche Ausrüstung wird beim Cliff Diving verwendet?

Cliff Diving wirkt auf den ersten Blick wie eine Sportart mit sehr wenig Ausrüstung. Bei professionellen Wettbewerben ist jedoch vor allem die Infrastruktur rund um den Sprung wichtig. Die Athleten selbst benötigen vergleichsweise wenig Ausrüstung, während der Veranstalter umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen bereitstellt.

Zur persönlichen Ausstattung gehört in erster Linie geeignete Schwimmbekleidung. Je nach Veranstaltung können außerdem weitere funktionale Kleidungsstücke oder Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Eine besondere Schutzausrüstung wie beim Motorsport gibt es für den eigentlichen Sprung jedoch nicht.

Eine wichtige Rolle spielt dagegen die Sicherheitsinfrastruktur. Dazu gehören je nach Veranstaltungsort unter anderem:

  • vorbereitete Sprungplattformen oder geeignete Absprungbereiche
  • Sicherheitsboote
  • Safety Diver beziehungsweise Rettungstaucher
  • Rettungskräfte
  • medizinisches Personal und entsprechende Versorgung
  • abgesicherte Bereiche für Athleten und Zuschauer
  • technische Einrichtungen zur Überwachung und Organisation des Wettbewerbs

Besonders wichtig sind die Safety Diver. Sie befinden sich während der Sprünge im Wasser und können bei Problemen unmittelbar eingreifen. Auch die Sicherheitsboote dienen dazu, den Wasserbereich zu überwachen und im Notfall schnell reagieren zu können.

Die konkrete Ausstattung hängt stark vom Veranstaltungsort ab. Bei einer künstlichen Plattform an einer Küste gelten andere Bedingungen als bei einem Wettbewerb an einer natürlichen Felsformation. Wassertiefe, Strömung, Wellengang, Wind und die Zugänglichkeit des Absprungbereichs müssen jeweils berücksichtigt werden.

Damit zeigt sich ein wichtiger Unterschied zwischen professionellem Cliff Diving und spontanem Klippenspringen: Beim Wettkampfsport ist nicht nur der Sprung selbst vorbereitet. Auch der Wasserbereich, die Rettungskette und die medizinische Versorgung werden in das Sicherheitskonzept der Veranstaltung einbezogen.t werden.

Ist Cliff Diving gefährlich?

Cliff Diving ist mit einem erheblichen Verletzungsrisiko verbunden. Besonders anspruchsvoll ist der Wassereintritt, bei dem der Körper innerhalb sehr kurzer Zeit stark abgebremst wird. Auch Fehler bei Rotation, Körperposition oder Orientierung können zu Verletzungen führen.

Wie groß das Verletzungsrisiko tatsächlich ist, hängt unter anderem von der Sprunghöhe, der Technik, den Trainingsbedingungen und der jeweiligen Umgebung ab. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch deutlich, dass Verletzungen beim Cliff Diving insbesondere während des Wassereintritts auftreten können.

Eine prospektive Untersuchung aus dem Jahr 2017 erfasste 81 Cliff Diver und 51 Splash Diver mit insgesamt 7.857 Stunden Sportausübung. Über beide Gruppen hinweg wurden 7,9 Verletzungen pro 1.000 Stunden Sportexposition registriert. Bei den untersuchten Cliff Divern waren Fuß und Sprunggelenk sowie Hals und Halswirbelsäule besonders häufig betroffen. In 79 Prozent der erfassten Verletzungsfälle ereignete sich die Verletzung beim Wassereintritt.

Die Studie stellte außerdem fest, dass das Verletzungsrisiko während des Trainings höher war als während der untersuchten Wettkämpfe. Für die untersuchte Gruppe wurden 11,3 Verletzungen pro 1.000 Stunden Training gegenüber 4,5 Verletzungen pro 1.000 Stunden Wettkampf ermittelt. Die Autoren weisen deshalb unter anderem auf die Bedeutung geeigneter Trainingsbedingungen, eines systematischen Landtrainings und einer guten Sprungtechnik hin.

Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich mit der Wassersicherheit bei 68 Elite-High-Divern, die zwischen 2009 und 2021 an internationalen Wettbewerben teilgenommen hatten. Bei den Männern kam es durchschnittlich zu einer Intervention des Wassersicherheitsteams pro 295 Sprünge, bei den Frauen zu einer pro 265 Sprünge. Bei einem Teil dieser Interventionen wurde anschließend eine weitere medizinische Untersuchung im Krankenhaus erforderlich. Als mögliche Faktoren für Zwischenfälle wurden unter anderem neue Sprünge mit wenigen Wiederholungen, die Körperposition beim Wassereintritt und Umweltbedingungen wie Wasserbewegung oder kalte Temperaturen genannt.

Warum ist der Wassereintritt so entscheidend?

Wasser wirkt bei hohen Eintrittsgeschwindigkeiten nicht wie eine weiche Landefläche. Beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche muss der Körper innerhalb sehr kurzer Zeit abgebremst werden. Dabei entstehen sogenannte Slamming-Kräfte.

Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Dynamik des Wassereintritts zeigt, dass die effektive Belastung mit zunehmender Sprunghöhe zunimmt. Gleichzeitig spielt die Körperposition beim Eintritt eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Eintrittspositionen führen zu unterschiedlichen Belastungen für den Körper.

Für das professionelle Cliff Diving bedeutet das: Ein kontrollierter Wasserentry ist nicht nur für die sportliche Ausführung wichtig, sondern auch für die Belastung des Körpers. Genau deshalb wird dem letzten Teil eines Sprungs im Training und im Wettkampf besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Warum spontane Sprünge von Klippen etwas anderes sind

Professionelles Cliff Diving sollte nicht mit dem spontanen Klippenspringen an einem unbekannten Urlaubsort gleichgesetzt werden.

Bei professionellen Wettbewerben werden Sprungbereich und Wasserfläche vorbereitet und durch ein Sicherheitsteam überwacht. Je nach Veranstaltungsort kommen unter anderem Safety Diver, Boote und medizinische Einsatzkräfte zum Einsatz.

Bei einem unbekannten Gewässer können dagegen Wassertiefe, Felsen unter der Wasseroberfläche, Strömungen, Wellengang oder andere Hindernisse schwer einzuschätzen sein. Die Risiken lassen sich deshalb nicht allein anhand der sichtbaren Höhe einer Klippe beurteilen.

Gerade der Unterschied zwischen professionellem Training und spontanem Klippenspringen ist entscheidend:

Ist Cliff Diving olympisch?

Stand 2026 ist Cliff Diving beziehungsweise High Diving keine olympische Disziplin. Bei den Olympischen Spielen wird zwar Wasserspringen ausgetragen, das olympische Programm umfasst jedoch die klassischen Disziplinen vom 3-Meter-Brett und vom 10-Meter-Turm sowie das Synchronspringen.

Auch für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ist High Diving nicht Teil des bestätigten Wettkampfprogramms. World Aquatics hat die Qualifikationsregeln für das olympische Wasserspringen bereits festgelegt; High Diving ist darin nicht als olympische Disziplin vorgesehen.

Die internationale Entwicklung des High Diving geht jedoch weiter. World Aquatics veranstaltet eigene Weltmeisterschaften und den High Diving World Cup. 2026 umfasst der World Cup erstmals drei Stationen in Fort Lauderdale, Porto Flavia und Zhaoqing. Die Wettbewerbe finden dabei sowohl an permanenten Plattformen als auch an natürlichen Klippen statt.

Eine mögliche Aufnahme von High Diving in ein zukünftiges olympisches Programm ist damit weiterhin eine Perspektive, aber keine bereits beschlossene Tatsache. Für den aktuellen Stand sollte daher zwischen dem international etablierten High Diving und dem tatsächlich olympischen Wasserspringen unterschieden werden.

Warum springen Cliff Diver nicht einfach von immer höheren Klippen?

Höhe allein macht einen Sprung nicht automatisch zu einer anspruchsvolleren sportlichen Leistung. Mit zunehmender Absprunghöhe steigen vor allem die Geschwindigkeit beim Wassereintritt und die körperliche Belastung.

Gleichzeitig bleibt für die Ausführung der akrobatischen Bewegungen nur ein begrenzter Zeitraum. Der Athlet muss Rotationen und Schrauben innerhalb weniger Sekunden kontrollieren und den Körper anschließend für den Wassereintritt ausrichten. Ein Fehler bei der Orientierung oder beim Timing kann dabei unmittelbare Folgen haben.

Deshalb wird die sportliche Schwierigkeit im professionellen High Diving nicht einfach durch eine immer größere Absprunghöhe gesteigert. Stattdessen werden komplexere Sprünge mit unterschiedlichen Rotationen, Schrauben und Körperpositionen ausgeführt.

Auch für die Vergleichbarkeit der Wettbewerbe sind festgelegte Höhen wichtig. Wenn alle Athleten unter möglichst vergleichbaren Bedingungen antreten, lassen sich ihre Leistungen anhand von Technik, Schwierigkeit und Ausführung besser miteinander vergleichen.

World Aquatics legt für seine High-Diving-Wettbewerbe entsprechende Plattformhöhen fest. Für Männer sind 27 Meter vorgesehen, für Frauen 20 Meter. Bei der Red Bull Cliff Diving World Series springen die Männer von 27 Metern und die Frauen von 21 Metern.

Die begrenzte Höhe bedeutet daher nicht, dass die Sprünge weniger anspruchsvoll sind. Die Herausforderung entsteht vielmehr durch die Kombination aus Fallhöhe, Geschwindigkeit, komplexen Bewegungsabläufen, räumlicher Orientierung und einem präzisen Wassereintritt.

Kann jeder Cliff Diving machen?

Das Bild zeigt eine Gruppe Jugendlicher beim Klippenspringen

Cliff Diving aus großer Höhe ist keine Sportart, mit der ohne entsprechende Erfahrung und Vorbereitung spontan begonnen werden sollte. Zwischen einem professionellen Cliff Diver und einem unerfahrenen Freizeitspringer liegen erhebliche Unterschiede.

Für einen sicheren Einstieg sind zunächst grundlegende Fähigkeiten im Wasserspringen, eine gute Körperkontrolle und Erfahrung mit akrobatischen Bewegungen wichtig. Auch die Umgebung spielt eine entscheidende Rolle. Wassertiefe, Wasseroberfläche, Strömung, Wind und der Absprungbereich müssen zuverlässig beurteilt werden können.

Kann man Cliff Diving als Anfänger ausprobieren?

Wer sich für Cliff Diving interessiert, sollte zunächst unter fachkundiger Anleitung trainieren. Grundlegende Sprungtechnik, Wassergewöhnung, Körperkontrolle und akrobatische Bewegungen lassen sich unter kontrollierten Bedingungen erlernen, ohne direkt aus großen Höhen springen zu müssen.

Die Höhe sollte dabei nicht allein nach persönlichem Mut oder der eigenen Selbsteinschätzung gewählt werden. Gerade beim Cliff Diving können Fehler beim Wassereintritt erhebliche Verletzungen verursachen. Auch ein auf den ersten Blick geeigneter Sprungplatz kann unter der Wasseroberfläche Hindernisse aufweisen oder durch Strömung und Wellengang ungeeignet sein.

Besonders problematisch sind spontane Sprünge von unbekannten Klippen oder in Gewässer mit nicht zuverlässig bekannter Wassertiefe. Offizielle Wasser-Sicherheitsstellen warnen deshalb grundsätzlich davor, in Gewässer mit unbekannter Tiefe zu springen oder zu tauchen.

Ein sinnvoller Einstieg führt daher über fachkundige Anleitung und kontrollierte Trainingsbedingungen. Die großen Höhen des professionellen Cliff Diving sind nicht der Ausgangspunkt, sondern das Ergebnis einer langfristigen sportlichen Entwicklung.

Cliff Diving und klassisches Turmspringen: Wo liegt der Unterschied?

Cliff Diving und klassisches Wasserspringen haben viele Gemeinsamkeiten. In beiden Sportarten werden Sprünge aus großer Höhe mit Saltos und Schrauben kombiniert. Die Bedingungen und die Wettkampfanforderungen unterscheiden sich jedoch deutlich.

Der größte Unterschied liegt damit nicht in den akrobatischen Bewegungen selbst, sondern vor allem in Höhe, Umgebung und den Bedingungen des Wassereintritts.

Beim klassischen Turmspringen findet der Wettkampf unter weitgehend standardisierten Bedingungen statt. Sprungturm, Becken und Wasserbereich sind genau festgelegt. Dadurch lassen sich die Leistungen der Athleten besonders gut miteinander vergleichen.

Beim High Diving sind die Sprunghöhen deutlich größer. Gleichzeitig können natürliche Umgebungsbedingungen wie Wind, Wellen oder Strömung eine Rolle spielen. Beim Cliff Diving kommen zusätzlich außergewöhnliche oder natürliche Austragungsorte hinzu.

Trotz dieser Unterschiede gibt es eine enge sportliche Verbindung. Techniken aus dem klassischen Wasserspringen bilden auch beim High Diving eine wichtige Grundlage. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass beim High Diving wesentlich größere Höhen und damit auch deutlich höhere Geschwindigkeiten beim Wassereintritt erreicht werden.

World Aquatics unterscheidet High Diving ausdrücklich vom klassischen Diving. 2013 wurde High Diving erstmals im Rahmen der damaligen FINA-Weltmeisterschaften ausgetragen; bei den damaligen Weltmeisterschaften in Barcelona wurde die Disziplin erstmals in diesem Rahmen ausgetragen.

Seit wann gibt es Cliff Diving als professionellen Sport?

Die Geschichte des Klippenspringens reicht deutlich weiter zurück als die moderne professionelle Wettkampfszene. Das Springen von hohen Klippen ins Wasser hat eine lange Tradition und wird unter anderem mit Hawaii und König Kahekili in Verbindung gebracht.

Die heutige internationale Wettkampfszene entwickelte sich dagegen vor allem im 21. Jahrhundert. Einen wichtigen Schritt stellte 2009 die erste Saison der Red Bull Cliff Diving World Series dar. Die Serie etablierte regelmäßige internationale Wettbewerbe an unterschiedlichen Austragungsorten und trug dazu bei, Cliff Diving einem größeren Publikum bekannt zu machen.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgte 2013: Bei den FINA-Weltmeisterschaften in Barcelona wurde High Diving erstmals als eigene Disziplin im Rahmen der Weltmeisterschaften ausgetragen. Damit erhielt der Sport eine internationale Meisterschaftsebene innerhalb des Schwimmsport-Weltverbandes.

2014 wurde High Diving anschließend auch formal in das Regelwerk der damaligen FINA aufgenommen und als sechste aquatische Disziplin offiziellisiert. Gleichzeitig wurden eigene Regeln für High Diving und die entsprechenden Wettkampfanlagen festgelegt.

Damit lassen sich zwei Entwicklungen unterscheiden: Die Tradition des Klippenspringens reicht weit zurück, während sich das international standardisierte High Diving als organisierte Wettkampfdisziplin erst in jüngerer Zeit entwickelt hat.

Die Entwicklung lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:

Der letzte Punkt ist tatsächlich ein guter aktueller Beleg für die weitere Entwicklung des Sports: World Aquatics hat den High Diving World Cup 2026 auf drei Stationen erweitert. Die Wettkämpfe werden dabei von den standardisierten 27-Meter-Plattformen für Männer und 20-Meter-Plattformen für Frauen ausgetragen.

Was ist der Unterschied zwischen Cliff Diving und High Diving?

Die Begriffe Cliff Diving und High Diving werden häufig synonym verwendet, bezeichnen im sportlichen Kontext aber nicht ganz dasselbe.

Cliff Diving ist ein weiter gefasster Begriff für das Springen von natürlichen oder künstlichen Erhöhungen ins Wasser. Besonders häufig wird damit das Klippenspringen von natürlichen Felsen oder spektakulären Plattformen an Küsten, Seen und anderen Gewässern verbunden. Je nach Kontext kann Cliff Diving sowohl Freizeitsprünge als auch organisierte Wettbewerbe bezeichnen.

High Diving bezeichnet dagegen eine international regulierte Wettkampfdisziplin. Für Wettbewerbe gelten feste Regeln, definierte Sprunghöhen und ein standardisiertes Bewertungssystem. World Aquatics führt High Diving als eigenständige Disziplin und organisiert unter anderem Weltmeisterschaften und den High Diving World Cup.

In der Praxis gibt es jedoch deutliche Überschneidungen. Ein High-Diving-Wettbewerb kann beispielsweise an einer natürlichen Klippe ausgetragen werden. Umgekehrt können bei einem als Cliff Diving bezeichneten Wettbewerb die Regeln und Bewertungsverfahren des professionellen High Diving angewendet werden.

Vereinfacht gesagt:

In der Praxis können sich beide Bereiche überschneiden, etwa wenn ein High-Diving-Wettbewerb an einer natürlichen Klippe ausgetragen wird. Die folgende Gegenüberstellung verdeutlicht die Unterschiede beider Varianten:

In der Praxis überschneiden sich beide Bereiche jedoch deutlich. Viele internationale High Diver treten auch bei bekannten Cliff-Diving-Veranstaltungen an.

Cliff Diving heute: Zwischen Extremsport, Wettkampf und Medienereignis

Cliff Diving ist heute sowohl als spektakuläre Form des Wassersports als auch als professioneller Wettkampfsport international bekannt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Red Bull Cliff Diving World Series, die seit 2009 regelmäßig Wettbewerbe an unterschiedlichen Orten veranstaltet. 2026 umfasst die Serie fünf Stationen auf drei Kontinenten.

Parallel dazu hat sich High Diving als international regulierte Wettkampfdisziplin innerhalb von World Aquatics etabliert. Der Verband organisiert eigene Weltmeisterschaften und seit 2014 auch den High Diving World Cup. Dabei gelten festgelegte Wettkampfhöhen von 27 Metern für Männer und 20 Metern für Frauen.

Auch 2026 entwickelt sich die internationale Wettbewerbsstruktur weiter. Der World Aquatics High Diving World Cup findet erstmals an drei Stationen statt: in Fort Lauderdale in den USA, in Porto Flavia auf Sardinien und in Zhaoqing in China. Das Finale ist für den 21. und 22. November 2026 in Zhaoqing angesetzt.

Zhaoqing nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Dort wurden bereits 2018 permanente High-Diving-Türme mit 27-Meter-Plattformen für Männer und 20-Meter-Plattformen für Frauen errichtet. 2019 fand dort erstmals ein internationaler High-Diving-Wettbewerb statt.

Die Red Bull Cliff Diving World Series setzt dagegen stärker auf außergewöhnliche Austragungsorte. 2026 stehen unter anderem Bali, Kopenhagen, Mostar und Polignano a Mare auf dem Kalender. Dabei werden sowohl natürliche Klippen als auch eigens errichtete Plattformen genutzt. In Bali mussten die Veranstalter beispielsweise wegen Hochwasser und veränderter Wetter- und Wasserbedingungen den ursprünglich geplanten Ablauf anpassen und alle vier Wettkampfrunden nach Broken Beach auf Nusa Penida verlegen.

Damit zeigt sich die heutige Entwicklung des Sports besonders deutlich:

Wo finden Cliff-Diving-Wettbewerbe statt?

Ein wesentlicher Teil der Faszination liegt in den ungewöhnlichen Austragungsorten. Anders als bei einem klassischen Schwimmbecken kann die Umgebung Bestandteil der Veranstaltung sein. Wettbewerbe wurden beziehungsweise werden unter anderem an Küsten, Seen, Flüssen und außergewöhnlichen natürlichen Felsformationen ausgetragen.

Dabei verändert jeder Ort die Bedingungen. Wind, Wellen, Wassertemperatur, Licht, Strömung und die Beschaffenheit des Absprungbereichs können die Vorbereitung beeinflussen.

Ein aktuelles Beispiel ist die Red Bull Cliff Diving World Series in Bali, das für seine tollen Cliff Jumping Spots bekannt ist: Beim Red Bull Cliff Diving 2026 in Bali mussten die Veranstalter den Austragungsort kurzfristig anpassen. Wegen starker Überschwemmungen bot der Kroya Waterfall keine ausreichende Wassertiefe für einen sicheren Wettbewerb. Gleichzeitig führten außergewöhnlich hohe Wellen am ursprünglich geplanten Standort Kelingking Beach zu weiteren Änderungen. Deshalb fanden alle vier Wettbewerbsrunden schließlich am Broken Beach auf Nusa Penida statt.

Das verdeutlicht einen weiteren Unterschied zum klassischen Hallensport: Beim Cliff Diving ist die Umgebung nicht nur Kulisse, sondern Bestandteil der sportlichen Herausforderung.

Häufige Fragen zum Cliff Diving (FAQ)

  1. Was bedeutet Cliff Diving auf Deutsch?

    Cliff Diving bedeutet auf Deutsch Klippenspringen. Gemeint ist das Springen aus großer Höhe ins Wasser, häufig kombiniert mit akrobatischen Bewegungen.

  2. Wie hoch springen Cliff Diver?

    Bim professionellen High Diving springen Frauen je nach Wettbewerb aus einer Höhe von etwa 20 bis 21 Metern und Männer aus 27 Metern Höhe.

  3. Wie schnell ist man beim Cliff Diving?

    Bei einem Sprung aus 27 Metern können beim Wassereintritt Geschwindigkeiten von bis zu etwa 85 km/h erreicht werden.

  4. Ist Cliff Diving gefährlich?

    Ja. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und der Belastungen beim Wassereintritt besteht ein erhebliches Verletzungsrisiko. Deshalb sind professionelles Training und geeignete Sicherheitsmaßnahmen besonders wichtig.

  5. Ist Cliff Diving olympisch?

    Stand 2026 ist High Diving keine olympische Disziplin. World Aquatics organisiert jedoch internationale Wettbewerbe und entwickelt die Sportart weiter.

  6. Was ist der Unterschied zwischen Cliff Diving und High Diving?

    Cliff Diving bezeichnet allgemein das Springen von Klippen oder anderen Erhöhungen ins Wasser. High Diving ist dagegen eine international regulierte Wettkampfdisziplin mit festgelegten Regeln und Höhen.

  7. Kann man Cliff Diving als Anfänger ausprobieren?

    Sprünge aus großen Höhen sollten nicht spontan ausprobiert werden. Anfänger sollten zunächst unter fachkundiger Anleitung grundlegende Sprungtechnik, Wassergewöhnung und Akrobatik unter kontrollierten Bedingungen erlernen.

Daniela Schmitt
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