Der Löwe irrt verloren durch die Savanne

Im sozialen Netzwerk, in der Presse und bei den Bloggern: Egal wohin man schaut, alle wollen vor allem eines, eine klare Informationspolitik. Die ist jetzt wichtiger denn je. Doch der richtige Mann für so eine Aufgabe fehlt. Der Verein versucht sich nach außen so zu präsentieren, als wäre man in der Regionalliga angekommen und man müsse nur noch ein paar Dinge sortieren. In Wirklichkeit allerdings fallen viele markanten Sprüche, Durchhalteparolen und mutmachende Phrasen. Mehr nicht. Noch nie war die Informationspolitik schlechter. Noch nie waren Fans verunsicherter als jetzt. Klarheit schaffen. Das ist im Moment das Wichtigste. Keiner verlangt, dass von heute auf morgen alles gut geworden ist. Aber wir Fans wollen wissen, woran wir sind.

Nichts weiß man – alles nur Spekulation

Gute Informationspolitik war noch nie wirklich die Stärke der Münchner Löwen. Und auch das Verhältnis zur Presse war in den vergangenen Jahren eher gespalten. In der Zwischenzeit hält sich die Presse mit Berichten sogar zurück. Sieht fast so aus, als hätten die Journalisten Mitleid. Aber im Grunde wird es vermutlich auch für die Presse langsam mühselig, Informationen zusammenzuglauben. Kommentare von alten Legenden wie Werner Lorant machen auch keinen Spaß mehr. Sie drehen zwar das Mühlrad weiter, aber im Grunde ist der gesamte Fluss ausgetrocknet. Schade! Nichts weiß man – alles nur Spekulationen.

Okay, ich glaube wirklich, dass man im Hintergrund ackert. Vor allem der aktuell eingesetzte Geschäftsführer Markus Fauser arbeitet mit Hochdruck. Denn er hat persönlich viel zu verlieren. Er und seine Firma sind bekannt dafür, Firmen zu retten und wenn es notwendig ist bestmöglich durch eine Insolvenz zu bringen. Die wird für ihn nur der letzte Notnagel sein. Besser geht auch er aus der ganzen Sache heraus, wenn es ihm ohne Insolvenz gelingt. Und ich denke, dass er dem Präsidium den Kopf gewaschen hat (siehe letzter Beitrag). Das Präsidium, so hoffe ich, weiß, was das Stündlein geschlagen hat. Und unterstützt maßgeblich. Sicherlich werden in den kommenden Wochen wichtige Gespräche geführt. Einige fanden bestimmt auch schon vergangene Woche statt. Und es wäre natürlich unklug, ungefiltert Informationen herauszuhauen. Das würde die Fans nur verunsichern. Aber wenn ein Verein in dieser Stunde die Mitgliederversammlung absagt, dann ist es doch angebracht, mehr Informationen zu bringen, als dass eine Mitgliederversammlung im Moment keinen Sinn machen würde, weil man einige “konstruktive Gespräche” führt und die erst zu einem Ergebnis führen müssen.

Wir wollen wissen, was Sache ist

Nein, das ist nicht gerecht. Die Fans wollen wissen, was Sache ist. Und es wäre nur fair, wenn sich der Herr Präsident mal mit seinem Geschäftsführer hinsetzt und darüber berät, was man den Fans sagen kann und will. Da will ich keine Sprüche hören wie “Wir können Regionalliga”. Da möchte ich wissen, wie es im Moment mit den Verhandlungen mit dem FC Bayern aussieht. Was ist jetzt mit Hasan Ismaik? Was ist mit der drohenden Insolvenz? Welche Verträge sind nun fix? Wo ist man noch in Verhandlung? Und selbst wenn es schlechte Nachrichten sind, entschuldigt, aber alles ist besser als die ganzen Spekulationen. Die Fans zerfleischen sich. Nicht erst seit dem Abstieg, aber es wurde schlimmer seit dem. Es gibt die “Ismaik-Jünger” und die “Ewig Gestrigen”. Beides übrigens Begriffe, die ich aus einem anderen Forum habe und die ich saudämlich finde. Früher bist als Sechzger noch durch die Stadt gegangen und hast andere Sechzger getroffen und ein gutes Gefühl dabei gehabt. Wir gehören zusammen. Wir sind Brüder im Geiste. Heute fragst du dich, ist er Pro oder Contra? Pro oder Contra Grünwalder Stadion, Pro oder Contra Ismaik, Pro oder Contra e.V.?

Klare Worte! Das ist es, was wir im Moment brauchen!

Schluss mit Durchhalteparolen, her mit Informationspolitik

Ganz ehrlich, Präsidium. Hört auf mit Euren Durchhalteparolen. Hört auf uns zu erzählen, was wir können und was nicht. Wir wollen wissen was möglich ist und was nicht! Nicht was wir könnten, wenn alles um uns herum passt. Hört auf mit Euren lockeren Sprüchen vor laufender Kamera. Mit dem Grinsen und süffisanten Lächeln. Eines scheinen einige nämlich nicht verstanden zu haben: Es ist egal, ob wir in der Bundesliga sind oder in der Regionalliga. Eine KGaA ist ein Unternehmen. Und das muss nun mal unternehmerisch geführt werden. Da kann sich auch keiner hinter einem e.V. und einem Ehrenamt verstecken. Hier geht es um Jobs und um viel Geld. Und dazu gehört es auch, dass man die Leute informiert, die diesen Verein unterstützen. Die jeden Monat für eine Karte im Stadion und ein Bier ein Teil ihres Gehaltes opfern. Die Fanartikel kaufen. Ihrer Mannschaft hinterherreisen. Die wollen wissen, was Ihr da macht. Aber Informationspolitik? Fehlanzeige. Die Spekulationen, Geschichten, Gerüchte und Zweifel gehen weiter.

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1 Kommentar auf "1860: Klare Informationspolitik muss her"

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Wolfgang
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