Man ärgert sich im TSV 1860 München recht schnell über die Berichterstattung in der Presse. Negativschlagzeilen über den Verein gibt es immer wieder. Schuld daran sind grundsätzlich immer die Journalisten. Doch Berichterstattung im Hinblick auf die Vereinspolitik ist vor allem von einem abhängig: vom richtigen Informationsfluss. Die wechselseitige Beziehung zwischen der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins und der Presse ist das A und O für die Außendarstellung des Vereins. Ansonsten suchen sich sowohl die Presse, als auch die interessierten Leser, andere Zugänge. Eine Problematik, die beim TSV 1860 München schon lange vorhanden ist und sich nicht zu bessern scheint.

Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, klar Farbe zu bekennen und Informationen zu liefern. Und zwar schnellstmöglich. Denn die Pressearbeit wurde schnelllebig und ist längst auf den Zug der sozialen Netzwerke aufgesprungen. Man erinnere sich an früher. Man hat was gesagt und am nächsten Tag stand es in der Zeitung. Leserbriefe dazu gab es dann frühestens am Wochenende darauf. Heute wird innerhalb weniger Minuten jede Nachricht verbreitet. Und vor allem diskutiert. Ob man das nun gut findet oder nicht ist zweitrangig. Man muss damit arbeiten.

Der aktuelle Fall rund um Wolfgang Schellenberg muss dem TSV 1860 München eine Lehre sein. Eine Stellungnahme des Vereins folgt, so wurde es uns bekannt gegeben. Bislang jedoch Fehlanzeige. Was zur Folge hat, dass sich sowohl Fans als auch die Presse anderen Quellen bedienen. Und damit wird eine große Bandbreite an Vermutungen, Theorien und Spekulationen geschaffen. Die der Sache eindeutig nicht dienlich ist. Das kann und darf nicht im Sinne des Vereins sein.

“Ich sage dann, wenn ich etwas zu sagen habe”, sagte Präsident Robert Reisinger im Sommer. Gute Worte zum damaligen Zeitpunkt. Er sollte diese Philosophie jedoch zu manchen Themen überdenken. Man muss auch dann etwas sagen, wenn es notwendig ist etwas zu sagen. Weil man sich als Interessent sonst andere Quellen sucht. Und die Vergangenheit hat gelehrt, dass immer Insider-Informationen nach außen dringen. Und sollte das nicht der Fall sein, dann gibt es “altgediente” Herren, die anstelle von Insidern etwas sagen.

Der großen Flut an Spekulationen kann man vor allem mit einer gezielten und raschen Öffentlichkeitsarbeit entgegenwirken. Schnelle Berichterstattung würde, so lustig es klingt, auch die Vereinspolitik entschleunigen. Denn viele unnötige Diskussionen würden damit ad absurdum geführt.

 

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Baum
Leser

Bei einigen “Gruppen” ist es doch vollkommen egal ob und was der Präsident bzw. der e.V. sagt oder nicht. Sagt er etwas dann werden die Aussagen verdreht bis man darüber hetzen kann und es dem Untergangsszenario dieser Gruppen passt. Sagt er wiederum nichts dann wird er als untätig verunglimpft. Bestes Beispiel ist das Leserinterview von Reisinger. Reisinger äußert sich, wie ich finde, äußerst sachlich und kompetent und bietet keine Angriffsfläche für besagte “Gruppen”. Deshalb wird es größtenteils ignoriert bzw. es wird ihm vorgeworfen das er seine Antworten vorher mit einem Anwalt abgesprochen hat.

Giorgo
Leser

Da hast du auf jeden Fall Recht.
Man muss natürlich einschränkend eingestehen, dass der Informationshunger bei den Löwenfans schon sehr hoch ist und es gibt wahrscheinlich in ganz Deutschland keine so spekulative Presse wie in München. tz und az möchten 365 Tage im Jahr etwas über einen Regionalligisten raushauen, was auch interessiert gelesen werden soll. Ist schon schwer diesen Hunger zu stillen.
Dazu kommen die Internetforen. Da gibt es einen der sich wie ein Geier auf jedes falsche Wort stürzt, es verdreht und den Informationsgeber dann niedermacht.
Seit neuestem gibt es da auch einen Arik Steen mit seinem Löwenmagazin, er möchte immer auf dem neuesten Stand sein und detailgetreu unterrichtet werden.
Wer soll das alles nur befriedigen? 😉

Grundsätzlich stimme ich mit dir aber schon überein
Finde vor allem auch, dass der Fauser ruhig ein wenig mehr Informationspolitik betreiben könnte. Mir ist das einfach deutlich zu wenig.