Der pädagogische NLZ-Leiter Maurice Navarro hat die Tore geöffnet und uns durch die Räume des Internats geführt. Küche, Esszimmer, Lernzimmer, Kraftraum, Mannschaftsbesprechungszimmer, Gemeinschaftsraum, aber auch Schlafzimmer wurden uns gezeigt. Es ist nicht groß, aber es fehlt den Jungs an Nichts.

Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des TSV 1860 München

NLZEs sind 14 jugendliche Stipendiaten, die Unterkunft im Internat finden. Ab der U15 (also mit 14 oder gar 13 Jahren) bis zum 18. Lebensjahr können sie dort verweilen. Jeder hat sein eigenes Zimmer. Alles wird vom Verein kostenfrei gestellt. Und dies mit 24-stündiger Betreuung durch die Pädagogen Maurice Navarro und Bettina Scheuenpflug, die ebenso in dem Gebäude wohnen, denn „die Jungs brauchen Aufsicht, wie bei den Eltern, damit sie rechtzeitig daheim sind und nicht über die Stränge schlagen“, so Navarro. „Obwohl die jungen Sportler eh sehr diszipliniert und reglementiert sind. Anders würde es auch nicht funktionieren.“

„Frühstück gibt es um halb sieben, dann geht es zur Tram und zu ihren Schulen.“

Die Woche der Junglöwen – ein intensives Programm

Die Woche eines Junglöwen ist stark durchtaktet. Navarro klärt uns auf: „Frühstück gibt es um 6.30 Uhr, dann geht es zur Tram und zu ihren Schulen. Sie sind in den Ganztagsschulen, in den Eliteschulen des Sports: Unterhaching, Taufkirchen oder im Theodor-Linde-Gymnasium. Alle natürlich in den Fußballer-Klassen. Sie kommen um ca. 16.30 Uhr zurück. Die Jüngeren müssen schon um 17.00 Uhr zum Training. Um 20.00 Uhr ist Abendessen und Feierabend ist so um 20.30 Uhr. Viele müssen noch was lernen, wenn sie in der höheren Schule sind. Ein straffes Programm, das sie absolvieren. Mittwoch ist der einzige freie Nachmittag, ohne Training. Die Spiele sind dann am Wochenende und selten schaffen es die Jungs am Sonntag nach Hause zur Familie. Diejenigen, die näher wohnen schon, aber wir haben z.B. einen Spieler aus Köln. Er fährt sehr selten nach Hause. Dafür kommen die Eltern hierher. Sie können auch hier in ihren Zimmern auf Gästematratzen übernachten. Das ist erlaubt.“

Begegnung zwischen Profis und Nachwuchs

Ein Balanceakt für die jungen Spieler, alles unter einen Hut zu bringen. Dafür sind die Pädagogen zuständig, ob allgemeine Betreuung, Hilfe beim Lernen oder auch Beratung bei der Berufs- oder Studienwahl, denn auch die Zukunftsplanung ist wichtig.

„Was bei uns speziell ist, möchte ich noch erwähnen“, so Navarro. „Bei uns begegnen sich die Profis und Jugendmannschaften sehr oft. Unsere Profis kommen vom Trainingsplatz, kommen hier in den Kraftraum und treffen auf die U15- oder U17-Spieler. Das ist für die Jungs gut, wenn sie Kontakt zu den Profis haben und sehen, was man erreichen kann.“ Es ist räumlich sehr eng. Andere Vereine trennen das Nachwuchsleitungszentrum gerne vom Profibereich. So auch der FC Bayern München. Die Akademie ist im Norden, die Profis an der Säbener Straße. Navarro ist auf die Regelung bei 1860 stolz: „Es ist in vielen Vereinen so, aber ich finde es als Stärke von uns, dass es so familiär ist.“

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