Auf Anfrage des Löwenmagazins hat sich die Stadt München zur aktuellen Lage im Hinblick auf das Grünwalder Stadion und vor allem auch der Rollstuhlfahrer-Situation geäußert. Allzu viele neue Informationen können wir Euch dabei leider nicht bieten, hören aber durchaus heraus, dass die Stadt und der Verein im Moment bei einigen Fragen sehr gute Gespräche führt und man in vielen Bereichen äußerst optimistisch ist.

Sanierung der Westkurve

Der Stadtratsantrag zur Sanierung der Westkurve und eine zusätzliche Kapazitätserweiterung liegt vor. Der Stadtrat wird hierzu in diesem Jahr nicht mehr tagen, sondern plant eine Sitzung Anfang 2018. Damit ist für uns eigentlich klar, dass es zur zweiten Saisonhälfte keine Änderung in diesem Bereich gibt. Wann es dann tatsächlich zur Sanierung kommt, kann uns die Stadt München nicht sagen. „Die Benennung einer Zeitschiene ist derzeit leider nicht konkreter möglich, da diese wesentlich vom Umfang des evtl. Umbaus und den notwendigen Sanierungsarbeiten abhängt“, sagt Stadtschulrätin Beatrix Zurek und betont: „Seien Sie versichert, dass uns an einer schnellen Erledigung eines Stadtratsantrages gelegen ist.“

Stadt zur aktuellen Lage der Behindertentoiletten

Ein weiteres Thema, das wir angesprochen haben, betrifft die Situation für Behinderte. Die Stadt betont, dass die Situation für die Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer unbefriedigend ist: „Derzeit stehen im Stadion zwei behindertengerechte Toiletten im VIP-Bereich und an der Nordtribüne zur Verfügung. Darüber hinaus sieht die aktuelle Belegungsvariante des Vereins 10 Rollstuhlplätze vor der Nordtribüne vor“.

Für viele Rollstuhlfahrer kamen zwei frustrierende Tatsachen zusammen. Während mancher Fan geschockt über den Abstieg war, sich aber dann recht schnell mit dem Grünwalder Stadion identifizieren konnte, war für viele Behinderte die Situation erstmals nicht wirklich schön: Zu wenig Plätze und eine deutlich schlechtere Sicht.

Die Landeshauptstadt München und der TSV München von 1860 sind laut der Stadtschulrätin derzeit im Gespräch, um eine rasche Verbesserung der Belegungssituation unter Einbeziehung der Toilette im VIP-Bereich zu erreichen. Im Rahmen der Entscheidung über die Kapazitätenerweiterung soll zudem die Frage der Toilettensituation insgesamt und in Bezug auf die Situation der Rollstuhfahrerinnen und Rollstuhlfahrer aufgegriffen und verbessert werden.

Auf unsere Frage hin, ob von privater Seite nicht eine kostengünstige Instandsetzung möglich sei, erklärt uns Zurek, dass das Problem nicht in der Einsatzfähigkeit der bestehenden Toiletten läge, sondern vielmehr an der geringen Anzahl vorhandener Toiletten. Auch der TSV 1860 München bestätigte uns, dass es im Moment intensive Gespräche in diese Richtung gibt. Überhaupt zeigt der 1860 trotz teilweise schwieriger Situationen ein hohes Engagement. So ist zum Beispiel der Einsatz von fest installierten Blinden-Kommentatoren ab der zweiten Saisonhälfte geplant. Beim Spiel gegen Schweinfurt waren diese bereits im Einsatz. Vor allem auch die Behindertenabteilung des TSV 1860 München ist sehr bemüht

Frau Zurek bedankte sich ausdrücklich bei uns für den Einsatz im Hinblick auf die Situation der Rollstuhlfahrer. Auch sie hofft, dass die derzeit laufenden Überprüfungen zeitnah zu einer Verbesserung für die sportbegeisterten Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer führen.

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