Unter ungemütlichen und erschwerten Winterbedingungen absolvierten die Löwen vor 120 Zuschauern am Mittwoch ihr Testspiel gegen den österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck. 20 Minuten vor dem regulären Start sah es auf dem Kunstrasenplatz nicht danach aus, als würde da ein Spiel stattfinden, denn er war noch fast gänzlich mit Schnee bedeckt. Mit vereinten Kräften, inklusive Jungspieler vom NLZ, wurde geräumt und mit knapp einer halben Stunde Verspätung angepfiffen.

Testspiel
Testspiel: TSV 1860 – Wacker Innsbruck.

Das Testergebnis war nicht nach Bierofkas Geschmack. Die Löwen verloren mit 2:3, obwohl sie durch das Tor von Markus Ziereis bereits in der 1. Minute in Führung gingen. Doch auf dem rutschigen Kunstrasen und teilweise fiesem Schneefall hatten beide Mannschaften ihre Probleme. Dennoch konnte Wacker Innsbruck ihre Torchancen besser nutzen. Mit 1:3 ging es in die Pause, wonach beide Trainer ihre Mannschaften komplett auswechselten.
In der 2. Hälfte schaffte Sascha Mölders noch den Anschlusstreffer, mehr war jedoch nicht drin.

Gespräch mit dem Schiedsrichter

Das Spiel fand unter der Leitung vom Schiedsrichter Julian Kreye statt. Ein “alter Bekannter” vom Löwenmagazin, den wir bereits nach einem Ama-Spiel um ein Gespräch baten: Gespräch mit dem Regionalliga-Schiedsrichter Julian Kreye. So nutzten wir erneut die Gelegenheit, um ihm nach dem Spiel ein paar Fragen zu stellen.

Julian Kreye
Testspiel: TSV 1860 – Wacker Innsbruck. Schiedsrichter Julian Kreye

Daniel Bierofka war ja wegen dem Wetter bzw. schlechten Platzverhältnissen kurz davor, das Spiel abzusagen. Doch die Gäste hatten ja eine lange Anreise und er ließ den Platz doch vom Schnee räumen. Gab es von Dir auch die Überlegung, das Testspiel abzusagen?
Julian Kreye: Die Platzverhältnisse waren durch den vor Spielbeginn einsetzenden starken Schneefall sicherlich alles andere als ideal. Natürlich haben meine Schiedsrichterassistenten und ich uns Gedanken über die Bespielbarkeit zu diesem Zeitpunkt gemacht. Wenn wir Schiedsrichter zu dem Entschluss kommen, dass die Verletzungsgefahr zu groß ist oder eine ordnungsgemäße Durchführung des Spieles nicht gewährleistet ist, liegt es bei uns, das Spiel abzusagen. Allerdings beziehen wir bei einer solchen Entscheidung auch die Mannschaftsverantwortlichen mit ein, da insbesondere der Gast aus Innsbruck eine längere Anreise hatte und man die hierfür entstandenen Kosten nicht außer Acht lassen sollte. Da aber kein Eis auf dem Platz war, konnten wir glücklicherweise anpfeifen.

Das Wetter war sehr unbeständig und ungemütlich. Es war auch eine ziemliche Rutschpartie für die Spieler. Denke, dass es für Dich auch nicht leicht war. An welchem Punkt sagt man dann „Stopp. Wir brechen ab.“?
Julian Kreye: Wenn beispielsweise durch anhaltend starken Schneefall der Ball sich nicht mehr drehen würde oder man die Hand vor Augen nicht mehr sieht. Dann macht es einfach keinen Sinn mehr.

Testspiel: TSV 1860 – Wacker Innsbruck.

Der Trainer war mit den Leistungen, insbesondere in der 1. HZ, nicht ganz zufrieden. Wie hast Du das Spiel empfunden? 
Julian Kreye: Durch schlechte äußere Bedingungen kommt es zu einem ganz anderen Spiel, da Bälle meist verspringen und Spieler wegrutschen. Auf einem schneebedeckten Kunstrasenplatz ist meiner Meinung nach eine realistische Einschätzung von Leistung generell nicht möglich.

Wir haben mitbekommen, dass der BFV für die Regionalliga „Spezial-Assistenten“ einführt. Was bedeutet das genau und welche Vorteile hat es? 
Julian Kreye: Spezial-Assistenten sind Schiedsrichter, die zukünftig fast ausschließlich als Linienrichter eingesetzt werden sollen. Man kennt diese bereits aus der Bundesliga und aus internationalen Wettbewerben und könnte sie auch als professionelle Linienrichter bezeichnen. Durch diese Spezialisierung kann ein höherer Leistungsstand erreicht werden, da sich die in Frage kommenden Linienrichter auf diese eine Aufgabe an der Seitenlinie konzentrieren. Zusätzlich soll es für diese spezielle Assistenten-Schulungen geben, in welchen vertieft auf Abseits-Fragen und Laufarbeit eingegangen werden soll.

Und zum Schluss noch eine spezielle Frage. Du und Deine Assistenten wurden nach dem Testspiel im NLZ zu einer Gulaschsuppe eingeladen. Wie hat sie geschmeckt? 
Julian Kreye (lacht): Ja, das ist richtig, die Suppe war nach den 90 Minuten in der Kälte genau das Richtige für uns und wir haben uns über die Einladung gefreut. Hierfür nochmals ein Dankeschön an den TSV 1860 und die nette Atmosphäre in der Küche!

Test gegen Ligakonkurrenten FC Memmingen

Morgen, am 20. Januar, empfangen die Löwen in ihrem 3. Testspiel den FC Memmingen auf dem Trainingsgelände. Anpfiff ist um 13 Uhr. Damit treffen die Löwen auf den Konkurrenten aus der Regionalliga, der im Moment auf dem Abstiegsplatz überwintert. Sie stehen jedoch im Halbfinale des Toto-Pokals, wo sie auf den 1. FC Schweinfurt 05 treffen werden.

Die Bilanz aus der Liga spricht für den TSV 1860. Im ersten Spiel feierten die Löwen einen 4:1-Sieg, durch die Tore von Köppel (das gleich zum Tor des Monats wurde), Karger, Gebhart und Helmbrecht. Auch das Rückspiel im Grünwalder Stadion war mit Erfolg gekrönt. Die Tore von Karger und Weber sicherten den Löwen den 2:0-Sieg.

Der Eintritt für das Testspiel kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder bis einschließlich 13 Jahren sind frei.

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Baum
Leser

Super sympathisch. Gfoid ma. Vor allem das mit der Gulasch Suppe. 🙂