Bei der Mitgliederversammlung der Fußballabteilung des TSV München von 1860 e.V. waren am Dienstagabend 90 stimmberechtigte Mitglieder im Saal der Gaststätte „Zunfthaus“ in der Thalkirchner Straße anwesend. Abteilungsleiter Roman Beer führte durch die Veranstaltung und informierte in seinem Bericht die Mitglieder vollumfänglich über die Abteilungsarbeit.

Bezüglich der Mitgliederzahlen gibt es Positives zu berichten. Seit dem Abstieg im Sommer 2017 haben viele Fans Solidarität gezeigt und sind dem Verein und dabei vor allem auch der Fußballabteilung beigetreten. Während die Abteilung am 30.06.2016 noch 16.691 Mitglieder zählte, sind es heute bereits 20.044 Mitglieder. Auch in punkto Sponsoren und Förderer ist man zufrieden und konnte dadurch einige Vorhaben umsetzen.

Augenmerk liegt auf der Nachwuchsarbeit

Der Bericht gliederte sich in vier Säulen: (1) Junioren (U9 bis U17, Löwenfußballschule etc.), (2) Weitere Aktive (Amateure, Futsal, Blindenfußball, Schiedsrichter etc.), (3) Traditionspflege (Veranstaltungen, Fanartikel etc.) und (4) Organisatorisches. Dabei wurde mehrfach betont, dass die absolute Priorität der Abteilung in der Nachwuchsarbeit liegt. Das Nachwuchsleistungszentrum hat erneut 3 Sterne bekommen und durch die Spieler wie Hiller, Weeger, Weber, Köppel und Karger konnte man einige Nachwuchsspieler in den Profibereich heben. Man arbeitet aber auch konstant an der Weiterentwicklung und Erweiterung des Breitensportes. So wagt man z.B. einen erneuten Versuch, die Frauenfußball-Sparte zu eröffnen. Eine Leiterin hätte man schon, jedoch muss ein passendes Trainingsgelände gefunden werden.

Verpflichtungen der KGaA gestundet

Als es um die Zahlen und Bilanzen ging, wurde natürlich auch die durch den Servicevertrag von der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA jährliche zugesicherte Summe von 540.000 Euro zur Sprache gebracht. Bereits in den Hauptversammlungen der letzten Jahre hatte Roman Beer betont, dass diese Summe von der KGaA nicht überwiesen wird. Nun war dies auch im letzten Jahr, mittlerweile zum vierten Mal, der Fall. Nach dem Abstieg hat man sich dann darauf geeinigt – über den Sanierungsvertrag – diese Beiträge zu stunden. Das erfolgte beiderseits, denn auch die Fußballabteilung hatte jährliche Verpflichtungen bei der KGaA von fast 300.000 Euro. So wurden seitens der Fußballabteilung effektiv um die 900.000 Euro in den 4 Jahren gestundet und der KGaA „überlassen“. Im Moment wird ein neuer Servicevertrag verhandelt. Darüber werden die Mitglieder zum gegebenen Zeitpunkt informiert.

Verein unterstützte die KGaA mit 10 Millionen seit 2011

Anschließend gab es natürlich Aussprachen zu den Berichten und diverse Fragen der Mitglieder. Die interessanteste Information betraf wiederrum die Finanzen. Laut Roman Beer hat der Verein seit 2011 in etwa 10 Millionen Euro in die Tochtergesellschaft TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA gesteckt. Dies erfolgte nicht als Kredit oder Darlehen, aber stets mit dem Ziel, den Profibereich zu unterstützen und auszuhelfen. Unter anderem in Form von ehrenamtlicher Tätigkeit.* Angesichts der Summe staunten die anwesenden Mitglieder.

* Satz nachträglich eingefügt

Roman Beer als Abteilungsleiter erneut gewählt

Die Wahlen verliefen für die anwesenden Kandidaten positiv. Roman Beer wurde mit 75 Stimmen zum Abteilungsleiter gewählt. Thomas Probst, der 10 Jahre lang der Kassenwart war, stellte sich als stellvertretender Abteilungsleiter zur Wahl und bekam 79 Stimmen. Der nun ehemalige stellvertretende Abteilungsleiter Reinhold Mader wurde mit 77 Stimmen schließlich zum Kassenwart gewählt.

Der Antrag, die Mitgliederversammlung zukünftig an einen Tag am Wochenende zu verlegen, wurde mit 64 Stimmen abgelehnt.

Kurz vor 21 Uhr wurde die Versammlung geschlossen.

 

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Weiss-Blau
Gast

Roman Beer sagt es durch die Blume: der Nachwuchsbereich des e.V. funktioniert, bei der U19 und U21 gibt es Fragezeichen. Mich würde wirklich interessieren, welche finanzielle Mittel für die den KGaA-Nachwuchs nötig ist und woher das Geld aktuell stammt.

United Sixties
Leser

Auch hier Danke u. Gratulation an die wiedergewählte Abteilungsleitung und das ehrenamtliche Engagement von Roman, Thomas und Reinhold sowie zahlreichen weiteren Helferinnen u.Helfern in und rum um die FA.
Die beachtliche Mitgliederzahl von 20 044 sollte bald auf 25 000 wachsen und den Druck auf die Stadtbehörden erhöhen, schon bald zukunftsfähige Ausbaulösung am GWS zu erreichen. Der gute Kontakt und ruhige Austausch untereinander gebührt ebenfalls besten Dank und weiter so.
ELIL

Reinhard Friedl
Leser

Meines Erachtens ging es hauptsächlich um Arbeiten und Tätigkeiten, die von Ehrenamtlichen im e.V. bzw. geringfügig Beschäftigen für die KGaA in den Jahren seit 2011 ausführten. Es gibt eben eine Vielzahl von Personen im e.V., die ihre Arbeitsleistung ohne Entgelt bzw. für eine geringe Vergütung auch für die KGaA zur Verfügung stellen („Idealismus“). Bei der Vielzahl der Personen und den Jahren summiert sich dies. Eine „normale“ Firma hätte dementsprechend Personalkosten.

Serkan
Leser

Danke, Frage ist beantwortet. Reinhard: du hast recht! Hab es jetzt woanders auch so gelesen. Münchner Wochenanzeiger schreibt: „Während der Aussprache zu den Berichten wollte ein Mitglied wissen, in welcher Höhe sich der Verein insgesamt seit dem Einstieg von Investor Hasan Ismaik im Jahr 2011 an der Ausbildung junger Fußballer beteiligt hätte. Seit 16 Jahren müssen Profiklubs im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens den Betrieb eines Nachwuchsleistungszentrums nachweisen. Beer antwortete, eine Summe ließe sich allenfalls als Schätzung nennen. Zu berücksichtigen sei, dass jede Menge ehrenamtlicher und geringfügig honorierter Arbeit in die Ausbildung einfließe, sich vieles im ideellen Bereich abspiele. Ohne diese Unterstützungsleistungen wäre eine Förderung im Spitzensport nicht möglich. Beer geht von einem Betrag von 10 Millionen Euro aus, den andernfalls die KGaA hätte selbst stemmen müssen.“

Quelle: https://www.wochenanzeiger.de/article/211824.html

Das klingt für mich schon nachvollziehbar.

Buergermeister
Leser

Da steht aber Ausbildung junger Fußballer, das wäre dann im Bereich e.V. anzusiedeln.

Serkan
Leser

Der Knackpunkt ist das hier: „Seit 16 Jahren müssen Profiklubs im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens den Betrieb eines Nachwuchsleistungszentrums nachweisen. “ Ohne NLZ keine Lizenz für Profifußball. Ismaiks Versuche in der jüngsten Vergangenheit, sich den Nachwuchsbereich einzuverleiben, wäre (wenn der Verein dem nachgeben würde) mit hohen Risiken verbunden.

Serkan
Leser

Hat er das mit den 10 Mio wirklich so gesagt? Denn das kann doch nur indirekt gemeint sein? Wie kommt es zu dieser Zahl?

L.A.
Leser

Wie wo was 10 Millionen 🤔 wo sind denn die auf einmal hergekommen?