Was möchte der Löwenfan? Je nachdem (1) wer eine Frage stellt, (2) wie sie gestellt wird und vor allem (3) wem sie gestellt wird, kommen dabei die unterschiedlichsten Antworten heraus. Und die werden dann gerne genutzt, um Politik zu machen. Dabei ist es durchaus interessant, was der Fan denkt. Allerdings gilt es dabei, den allgemeinen Fan weiter aufzuschlüsseln. Denn nicht jeder Fan ist in der ARGE und nicht jeder Fan ist Mitglied des TSV München von 1860 e.V.. Das ist für das Ergebnis jedoch immens wichtig.

Aktuell plant die Fanorganisation Löwenmagazin e.V. deshalb eine Fan-Umfrage, die möglichst repräsentativ ist und alle Faktoren berücksichtigt.

Erkennbare Fanzuordnung

Die Umfrage soll klar erkennbar machen, ob ein Teilnehmer Mitglied im TSV München von 1860 e.V., in einem Fanclub der ARGE oder einem ARGE-unabhängigen Fanclub ist. Und natürlich diejenigen, die keinem Fanclub angehören. (ergänzt / die Redaktion) Die Abgrenzung zueinander ist wichtig, denn der e.V. muss primär die Wünsche der Mitglieder umsetzen. Aber nicht nur, denn der e.V. ist auch Gesellschafter der KGaA. Und die hingegen muss kundenorientiert denken. Zwar gibt es Schnittmengen, die gilt es jedoch erkennbar zu machen. Das ist wichtig, denn grundsätzlich kann ein Fan, der nicht im e.V. ist, zwar den e.V. als Gesellschafter kritisieren, wer jedoch den e.V. zum Beispiel im Präsidium vertritt, ist eine reine Entscheidung der e.V.-Mitglieder. Grundsätzlich muss man alle Fans, gleich welcher Zuordnung, als potentielle Kunden der KGaA sehen. Das ist interessant im Hinblick zum Beispiel auf die Stadionfrage.

Die Fragestellungen

Eine schwierige Aufgabe wird die Fragestellung sein. Frage ich nach der Notwendigkeit eines Investors, dann impliziert eine positive Antwort nicht unbedingt, dass jemand mit dem aktuellen Investor konform geht. Will ich das erörtern, dann muss ich die Frage dementsprechend auch stellen.

Kontrollorgane für die Auswertung

Es ist vollkommen unmöglich, eine Umfrage zu starten, die dann ausschließlich von der Fanorganisation Löwenmagazin e.V. ausgewertet wird. Die einen werden sich bestätigt fühlen, die anderen werden die Umfrageergebnisse in Frage stellen. Um das zu verhindern, wollen wir ein Team zusammenstellen, dass quasi als Kontrollorgan fungieren soll. Sofern das entsprechende Interesse besteht, möchten wir gerne einen Vertreter der ARGE, des e.V. und auch jemand aus der Presse. Gerne, sofern gewünscht, auch andere mögliche Interessenvertreter. Sie sollen, bis auf einige persönliche Daten, uneingeschränkt Zugriff auf die Ergebnisse haben. Zudem sollen die Beteiligten vorab mitentscheiden können, welche Fragen gestellt werden und wie sie formuliert werden. Franz Hell hat sich bereits für eine Mitarbeit bereit erklärt. Die Anfrage an mögliche weitere Vertreter wird vorbereitet.

Umfrage ist noch in Planung

Noch ist die Sache in Planung. Ohne die entsprechenden Kontrollorgane wird eine solche Umfrage nicht funktionieren. Zudem sind rechtliche Fragen vor allem im Hinblick auf den Datenschutz zu klären. Es sollen möglichst wenig persönliche Daten abgefragt werden, aber jedoch so viele Daten, dass eine eindeutige Zuordnung zum Beispiel zur Mitgliedschaft des e.V. möglich ist. Diese Daten gehören natürlich entsprechend geschützt. Hierfür gibt es im Löwenmagazin auch einen extra Datenschutzbeauftragten.

Für die Beteiligten wird es ein schwieriges Unterfangen. Das Ergebnis wird sicherlich nicht jedem gefallen und vielleicht werden manche Erwartungen enttäuscht. Wie man am Ende mit dem Ergebnis umgeht, muss jeder für sich selbst wissen.

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Serkan
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Ich erinnere mich wie Tami Tes auch an die große Löwenumfrage zu Zweitliga-Zeiten. Die war handwerklich so schlecht gemacht, dass einem die Haare zu Berge standen, wenn man sich methodisch auch nur ein klein wenig mit sowas auskennt. Hab vor grauer Vorzeit mal bis zum Vordiplom Soziologie… Das Problem an einer gut gemachten Umfrage, die wirklich repräsentativen Charakter hätte, ist der enorme (auch finanzielle) Aufwand. Das kann eine Freiwilligenorganisation wie das Löwenmagazin unmöglich leisten. Deshalb nageln viele Pseudos ein paar unausgegorene Fragen im Internet zusammen und nennen das dann Umfrage. Die Ergebnisse sind entsprechend für´s Klo. Nur mal als Beispiel: Eine wirklich sauber gemachte Umfrage unter rund tausend Teilnehmern, repräsentativ ausgewählt, kostet bei einem guten Markt- und Sozialforschungsinstitut (die auch wissen was sie tun) zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Ich wünsche euch natürlich trotzdem viel Glück, fürchte aber, eure Arbeit ist für die Katz.

tomandcherry
Leser

Ganz generell ist es doch vollkommen wurscht, wer sich wie und warum pro/contra dieser oder jener Meinung positioniert.

Die traurige Tatsache ist doch, dass es mind. zwei nicht mal ansatzweise kompromissbereite Fan-Lager gibt, die keine 5 % Übereinstimmung erzielen können, um einen mittelfristig (also nach meinem Ermessen ca. drei, vier Jahre) erfolgversprechenden Plan anzupacken. Dazu kommen die “neutralen” Fans, die einerseits sehen, dass das Investoren-Modell bei 60 krachend gescheitert ist, andererseits aber keine rosigen Zukunftsaussichten in der RL Bayern, im GWS und ohne finanzkräftige Unterstützung “von Außerhalb” erkennen.

Mir persönlich ist es vollkommen egal, ob nun dieser oder jener Herr Präsident beim TSV 1860 München e.V. wird, wenn doch sofort wieder ca. 50 % Vorbehalte gegen ihn haben werden. Wie soll dabei irgendwas positiv Nachhaltiges entstehen, wenn ständige Grabenkämpfe nur zu weiteren Verwerfungen in der Fan-Szene führen werden.

Ganz ehrlich: Seit dem Abstieg hatten wir x Präsidenten, die alle komplett unterschiedliche Typen und vollkommen konträre Außendarstellungen und Arbeitsweisen hatten. Auer, von Linde, Beeck, Mayerhofer, Casalette und jetzt Reisinger.

An jedem von diesen Herren hatte irgendeine(r) irgendwas auszusetzen, ganz egal ob die Vorwürfe berechtigt waren, oder nicht.

Wer ist denn so blauäugig und glaubt, dass sich das mit dem nächsten Präsidenten nach Robert Reisinger ändern wird?

Auch die Besetzungen des Präsidiums und Verwaltungs- bzw. Aufsichtsrats werden immer wieder Anlass zu Spekulationen, Diskussionen, Vorhaltungen, Verschwörungstheorien… geben.

Genauso wird es mit potentiellen Geldgebern bzw. der Klärung des zukünftigen Status von Hasan Ismaik sein.

Es wird immer (!) Pro/Contra dieser oder jener Personalentscheidung geben. Sonst wäre es nicht der TSV 1860 München. 😉

Also wie eingangs bereits geschrieben, ist es doch vollkommen egal, welche Umfragen man zu welchen Themen in Bezug auf 60 München startet und wie die “repräsentativen Ergebnisse” dann ausfallen mögen.

Beim “anderen Blog” würde zur wortgleich gestellten Umfrage mit 1.000 %-iger Sicherheit ein vollkommen anderes Ergebnis rauskommen, als die Ergebnisse hier im “Löwenmagazin” aussehen würden.

BruckbergerLoewe
Leser

Wird sehr schwer wenn es eine repräsentative Umfrage mit Substanz werden soll:
“Internet: Große Probleme bestehen bei Erhebungen im Internet, da die Grundgesamtheit hier oft nicht abgegrenzt werden kann (wenn man darunter alle Internetnutzer versteht), und da zudem bei der Verwendung passiver Auswahlverfahren das Problem der Selbstselektivität auftritt. Zudem ist die Identität der Teilnehmer meist nicht zweifelsfrei überprüfbar, so dass auf Grund der geringen Kosten für den Teilnehmer in großem Maße Mehrfachabstimmungen möglich sind. .Für diese ist allerdings eine Feststellung der Identität per Postverfahren erforderlich, die aus Kostengründen üblicherweise nicht angewandt wird” (Quelle Wikipedia)

Dernitzky Oskar
Leser

Hallo zusammen, ich sehe die Wichtigkeit in der Transparenz der Umfrage. Es gibt hierzu schon einige oder es gab eine Umfrage seitens des TSV 1860 und ein bekanntes Ergebnis kenne ich leider nicht. Uns muss allen klar sein, das wir ohne Investor es nicht schaffen werden in den Profifussball zurück zukehren. Nur die letzten Jahre waren aber immer geprägt von falschen Versprechungen und falschen Zahlen. Auch können wir uns als e.V. nicht gegenüber eines Investors verschlissen. Es muss ein Miteinander werden und nicht ein gegeneinander. Viele Dinge laufen ja seit 2011 nicht so richtig – wieviel Präsidenten-GF – Sportdirektoren und Trainer wir hatten, zeigt eigentlich unsere aktuelle Lage wo wir zur Zeit spielen. Mein Ziel war es nicht in der Regionalliga zu spielen. Aber ich nehme es so wie es ist. Ich wünsche mir als Mitglied des TSV 1860 e.V. eine vernünftige Lösung auf lange Sicht und nicht nur Luftblasen und Versprechungen.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Wenn man die tendenziösen Fragestellungen der ARGE bedenkt, frag ich mich ehrlich ob F. Hells Bemühungen um Neutralität und Ausgleich schon gescheitert sind oder noch nicht richtig wirken.

Otzberger08
Leser

So eine Umfrage kommt jetzt eigentlich zur richtigen Zeit.
Unser Fanlager ist leider gespalten wie noch nie in meiner 55 Jährigen Fankarriere.
Ich hoffe das für alle Beteiligten ein gutes Ergebnis herauskommt.
Besonders gut finde ich das ihr alle Löwenfans erreichen wollt.
Da bin ich mal auf das Ergebnis gespannt.

Kai aus der Kiste
Leser

ArikSteen , ich bin ein Sechzger-Fan seit 1993, zunächst über eine Fern-Mitgliedschaft und seit 2002 ganz offiziell Mitglied im e.V. der Fussballabteilung, und ich bin weder in der ARGE noch in Pro1860 organisiert.
Ich bin seit Anfang des Bestehens vom Löwenmagazins hier Mitglied und ich mag einfach hier die faire Diskussionsweise untereinander. In einem anderen Blog wurde ich aufgrund meiner Äusserungen zum Verhalten des Investors vom Seitenbetreiber mit meinem Account gelöscht.
Ganz ehrlich, Sechzig spielt heuer eine nahezu fast perfekte Saison, die keiner im Vorfeld unter diesen Voraussetzungen hätte für möglich gehalten.
Ganz klar ist auch, der TSV 1860 mit diesen Fans, wie zuletzt in Nürnberg, gehört einfach wieder zurück in den Profi-Fussball.
Ob man nun e.V.-Anhänger oder Investorenfreundlich ist, es muss eine schnellstmögliche Gemeinsamkeit her.
Bin gespannt auf die Umfrage und ob sich hier ein klares Meinungsbild aller Fans abzeichnen lässt.
Vielleicht funktioniert so eine Art Umfrage nur auf tsv1860.de?

Tante Tornante
Leser

Freut mich, dass Ihr auch an die nicht-organisierten Fans denkt! Bin ja selber nirgendwo irgendwo Mitglied, eher der frei Vagabundierende… 🙂

Strahlenkatarakt
Leser

Das größte Problem sehe ich darin, so eine Umfrage repräsentativ zu gestalten. Konkret: Wie findet man eine für die Meinung in der Grundgesamtheit repräsentative Untergruppe, ohne Zugang zum Vereinsregister und der ARGE Mitgliederliste? Wie und in welcher Stärke bindet man die nicht organisierten Fans in die Befragung ein?
Wenn ihr die Umfrage im Löwenmagazin bewerbt, wird es später heißen: “Da lesen doch eh nur die Investoren Gegner mit. Die Ergebnisse kannste knicken.” Reziprok läuft das, wenn die ARGE so eine Umfrage über ihren Vorstand in die Regionen trägt.
Die nicht belegbare Repräsentativität war, selbstkritisch gesehen, auch das große Manko meiner damaligen Löwenumfrage.
Um nicht später, nach großen, ehrlichen Anstrengungen mit einem lapidaren “so what?” von der Inquisition versenkt zu werden, sollte daher die meiste Energie für diesen entscheidenden Aspekt in der Studienplanung aufgewendet werden, die Statistiker unter uns sind gefragt.

Buergermeister
Leser

Und die, die in keinen der drei genannten Kategorien sind?