Die Löwen werden erst am 17. Spieltag (22. Oktober) zu Hause auf die zweite Mannschaft des FC Bayern treffen. Einen Vorbericht wird es zu dem Zeitpunkt geben. Doch bereits heute wollen wir im Hinblick auf die gesamte Saison einen Blick auf den Nachbarn riskieren.

Verfehlte Ziele

Der FC Bayern München. Ein Fußballclub, der in Deutschland hohe Maßstäbe setzt und in punkto Erfolg lange uneinholbar bleibt. Was für den Verein zählt, ist der Erfolg, der Platz 1. In jeder Hinsicht. Deshalb können Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge einfach nicht zufrieden sein, dass es Bereiche gibt, wo der FC Bayern nicht an der Spitze steht. So wie zum Beispiel die Jugendarbeit.

Natürlich hat der Club schon viele große Fußballer herausgebracht. Doch inzwischen ist es schon lange her, dass ein Jugendspieler den Sprung in die eigene Profimannschaft geschafft hat. Bastian Schweinsteiger, einst Aushängeschild für die Nachwuchsförderung, ist inzwischen verkauft. Philipp Lahm beendete seine Profikarriere. Derzeit stehen regelmäßig nur noch Thomas Müller, David Alaba und Mats Hummels für den FCB in der Startelf. Auch in den deutschen U-Nationalmannschaften sind wenige Nachwuchsspieler zu finden.

Hoffenheim, Leipzig und Dortmund haben als Nachwuchs-Ausbilder die Bayern längst überholt und auch im Europaranking landete, laut einer Studie des ‚CIES Football Observatory‘, der FCB im Jahr 2015 nur auf Platz 20 (von 460). Umso stolzer kann hier der TSV 1860 sein, denn die Löwen belegten in der Studie Platz 30.

Seit sechs Jahren kämpfen die Bayern-Amateure um den Aufstieg in die dritte Liga. Und dieser Aufstieg wäre wichtig. Der Vorstand ist der Meinung, dass man das Talent von guten Nachwuchskickern in der Regionalliga deutlich schlechter fördern kann, als in der dritten Liga. Und auch die Tatsache, dass Werder Bremen als einziger deutscher Fußballklub eine zweite Mannschaft in der 3. Liga vertreten hat und der FC Bayern eben nicht, wird Hoeneß und Co. sicherlich nicht gefallen. Weil man eben überall vorne sein möchte.

Also wird nichts mehr dem Zufall überlassen.

FC Bayern-Campus

Damit sich da was ändert, entsteht an der Ingolstädter Straße der neue FC Bayern-Campus, der am 1. August seinen Betrieb aufnehmen sollte. Auf einer Fläche von 30 Hektar steht das neue Nachwuchsleistungszentrum (mit 25 Appartements) sowie ein großes Sportgelände. Für die Jugend alles nur vom Feinsten: Vereinsheim, Restaurant, Präsentations- und Behandlungsräume, Arztpraxis, Schwimmbecken, Kantine und eine Players-Lounge. Ein 70 Millionen teures Projekt. Direkt gegenüber soll ein Stadion mit 2.500 Plätzen entstehen, zudem noch zwei weitere Plätze für den Spielbetrieb.

Das festgesetzte Saisonziel heißt 3. Liga und dafür ist auch gutes Personal nötig. Jochen Sauer (zuletzt RB Salzburg) übernimmt die Leitung des Campus. Die U23 steht unter der Leitung von Tim Walter, den Tobias Schweinsteiger als Co-Trainer unterstützt.

Aber auch das ist noch nicht alles. Ausgewählte Nachwuchsspieler bekommen jedes Jahr die Chance und die Möglichkeit, bei der Saisonvorbereitung eine Woche mit den Profis zu trainieren und mit ihnen die Asien-Reise zu absolvieren. So durften heuer unter anderem Felix Götze, Marco Friedl, Milos Pantovic, Manuel Wintzheimer und Niklas Dorsch, die ausschließlich in der Regionalliga spielen, mit nach China. Dadurch können die jungen Spieler sehr viel von den gestandenen Profis lernen.
Aus diesem Grund wurden zwei Spiele der Bayern-Amateure (mit Genehmigung vom BFV) verlegt.

Ausblick

Ob diese Sonderbehandlung im Moment von Vorteil ist, wird sich zeigen. Denn immerhin musste Tim Walter die Vorbereitung und die Trainingseinheiten ohne diese Spieler absolvieren. Dazu kommt, dass die Mannschaft noch nicht im Spielmodus ist und als Einheit noch nicht zusammengewachsen ist. Wie gut die Fitness ist wird sich auch zeigen.

Das Auftaktspiel gegen FC Ingolstadt II – bevor es auf die Reise ging – gewannen die Bayern-Amateure mit 5:0, doch das zweite Spiel gegen Unterföhring endete unentschieden mit einem 2:2. Laut Spielbericht waren die Unterföhringer sogar streckenweise überlegen.

Aufstieg in die 3. Liga ist für die zweite Mannschaft des FC Bayern München ein Muss. Aus Sechzger Sicht hoffe ich, dass wir diesen Plan vereiteln können.

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