Medialen Druck verringern: Braucht 1860 einen Sportchef?

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WestkurveSportlich läuft es für den TSV 1860 München bislang ausgezeichnet. Man ist Tabellenführer mit mindestens 3 Punkten Vorsprung. Aktuell in der Tabelle sind es 6 Punkte, doch den Ingolstädtern fehlt noch ein Spiel.

Der große Vorsprung ist geschmolzen, aber Grund für Panik ist das in keiner Weise. Auch wenn die Liga nun wieder spannender geworden ist. 2 Niederlagen in Folge sind natürlich hart, aber es waren auch Spiele mit hoher Brisanz. Doch man diskutiert. Vor allem in den Medien, in den Tageszeitungen, bei den Sendern und bei den Bloggern. Und gerade jetzt kommt vor allem die Frage auf, ob der Druck nicht verringert werden muss.

Daniel Bierofka übt Kritik

Auch Daniel Bierofka kritisiert diesen Punkt, wie man heute in der Abendzeitung nachlesen kann: “Es ist Wahnsinn, was auf die Jungs alles eingeprasselt ist – auch medial und vom Druck von außen her.”

Bierofka möchte seine Taktik und seine durchaus funktionierende Menschenführung durchziehen. Als wir mit Christian Köppel gesprochen haben, spürten wir diese vorhandene Ruhe und Gelassenheit. Die Spieler ließen sich bislang durchaus von der Euphorie-Welle tragen, werden aber seitens des Trainers immer wieder geerdet.

Eine Taktik von Bierofka, dass er psychologisch gesehen im Coaching kleine Brötchen bäckt. Jetzt das Derby. Die Ultras kommen am Trainingsgelände vorbei und erhöhen aus seiner Sicht den Druck. Es ist ihr gutes Recht. Kritik ist da fehl am Platz. Ich kann keinem Fan vorschreiben, ob er nun an der Grünwalder Straße dem Verein einen Besuch abstattet oder nicht. Vor allem sind die Ultras keine homogene Abteilung, die man abrufen kann wie man möchte. Es ist eine emotionale Bewegung, die man nicht auf eine Choreo in der Kurve reduzieren kann.

Medialer Druck wird größer

Doch Fans hin oder her. Es ist vor allem der mediale Druck durch Presse und Blogger. Bei nicht-öffentlichen Spielen hängt mancher regelrecht am Zaun und versucht irgendwie etwas mitzubekommen. Vom “kleinen” Regionalligisten und über dessen Taktik und spielerisches Vorgehen. Als würde es um die Weltmeisterschaft gehen. Klar, jede interessante Schlagzeile bringt Klicks und Leser. Dabei wird in vielen Punkten eigentlich seit Wochen immer wieder das gleiche gesagt. Immer dann, wenn es nicht ums Sportliche geht. Dann muss Bierofka über das Stadion sprechen. Oder über den Investor. Und das ist nicht sein Job.

Er ist im Fokus, das ist klar. Er zeigt sich offen, ist immer für ein Gespräch bereit. Vielleicht ein Fehler? Ständig wird er von der Presse als mediale Rampensau ins Licht gerückt. Daniel Bierofka kritisierte das jüngst selbst. Allerdings fragt man sich dann, warum er die Einladung von SKY annimmt und dort Rede und Antwort steht. Und auch ständig an der Grünwalder Straße die teilweise immer wieder gleichen Themen beantwortet. Weil er es muss? Weil es zu seinem Job gehört? Er könnte durchaus mal einfach sagen: “Stadionfrage? Beantworte ich nicht.”

“1860 darf nicht zur medialen Schlachtsau werden, an dem sich jeder bedient, als wäre das Buffet eröffnet!”

Sportchef: Ein möglicher Presse-Katalysator für 1860?

Klar ist, der Verein sollte schleunigst jemanden zwischenschalten. Um diesen medialen Druck zu verringern. Einen Sportchef zum Beispiel. Jemand der eine harte Linie gegenüber der Presse fährt. Freundlich, bestimmt, aber auch mal einfach die Hand hoch hält und Grenzen aufweist. 1860 darf nicht zur medialen Schlachtsau werden, an dem sich jeder bedient, als wäre das Buffet eröffnet. Auch die Presseabteilung wurde kleiner. Nach Lil Zerchers Weggang wurde beim zurückbleibenden Joachim Mentel das Aufgabenfeld enorm vergrößert. Wir haben zudem einen Geschäftsführer, der im Grunde mit Sport wenig zu tun hat. Markus Fauser ist zweifelsohne der richtige Mann in der aktuellen Lage: Ein Sanierer, der sich um die Gesundung des Vereins kümmert. Aber der eben auch nichts sagt und den medialen Druck auf Trainer und Mannschaft nicht verringern kann.

Und das ist das Problem mit 1860. Auf der einen Seite sagt jeder, personell ist man für einen Regionalligisten sogar überbesetzt, auf der anderen Seite ist der Medien-Hype größer als zum Beispiel beim Drittligisten Unterhaching. Der in fast vollkommener Ruhe seine Runden drehen kann und sich gut im Mittelfeld fesgesetzt hat. Es wird vielleicht Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, ob man nicht die eine oder andere Position besetzt. Denn im Moment hat sich die Presse voll und ganz auf Daniel Bierofka und seine Mannschaft eingeschossen. Kritisieren kann man das schlecht, es ist ihr Job. Wobei man natürlich hinterfragen kann, ob von bestimmten Seiten es wirklich notwendig ist, dass der Trainer ständig auch sportpolitisch ausgeschlachtet wird, weil eben im Verein niemand anderes etwas sagt.


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jr1860
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jr1860

Es wäre gut, wenn der Verein mal mit einem gut durchdachten Gesamtkonzept und Plan an die Öffentlichkeit geht. Ob und wie es mit Fauser weitergeht und wenn nicht, wer GF werden soll…
Erst wenn das geklärt ist, sollte mit diesem GF dann die ganze Führungsmannschaft (Sportdirektor/Scout) vorgestellt werden. Ich weiss nur nicht warum der GF und Sportdirektor nicht in Personalunion gemacht werden kann. Das denke ich wäre für Regionalliga/3.Liga passend.
Wie bei einem eventuellem Aufstieg die Lizenz für die 3. Liga bekommen werden soll. Diesen Sommer ist das ja an der NICHT gemachten Millionenzahlung von HI gescheitert. Mir ist nicht einsichtig, warum diese bei einem Aufstieg nicht gemacht werden müsste… Oder lag das alles an der Arroganzarena? HI wird kaum nächsten Sommer zahlen, dann wäre das ganze Heckmeck vom Sommer sinnfrei…

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Jürgen

HHeinz
Gast
HHeinz

Für mich wäre ein Nachfolger für Markus Fauser dringender. Wenn der sich dann auch noch ab und zu vor die Mikrofone stellt umso besser.

Xaver
Mitglied
Xaver

Bin auch der Meinung, dass vorrangig ein guter Nachfolger für den GF gesucht werden sollte, falls Fauser seine Tätigkeit zum Jahresende bei den Löwen aufgibt.
Ein Sportdirektor in der Regionalliga ist meines Erachtens nicht zwingend erforderlich, zumal für einen GF und Sportdirektor auch die Mittel nicht vorhanden sind.

Hombre248
Mitglied
Hombre248

Bierofka hat zuviel an der Backe, sportlich ist er zu wichtig, mit der Medienarbeit sollte er nicht so ringebunden werden, das ist einfach zuviel fuer ihn. Warum nicht Benny Lauth einbinden, so koennte er Erfahrung auf neuem Terrain sammeln, er studiert doch Sportmanagement , und er hat genug Charisma und ist ein Loewe mit Stallgeruch und ein idealer Vereinsvertreter.

Hombre248
Mitglied
Hombre248

Ein weiterer guter Kandidat fuer Sportdirektor oder sogar besser fuer den Chefscout waere Torsten Froehling, er hat bei 60 gute Arbeit geleistet und als Trainer in der 3. Liga gearbeitet, somit eigentlich ideal um Spieler aus der 3. Liga fuer 60 zu holen.

jr1860
Mitglied
jr1860

in einer der Zeitungen wurde auch Manni Schwabl genannt 😉

Reizvoll aber vollkommen unrealistisch

Tante Tornante
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Tante Tornante

Ein gutes Scouting halte ich in der jetzigen Situation beim TSV für unverzichtbar. Wir werden auch weiterhin finanziell nicht auf Rosen gebettet sein, werden also viel Überzeugungsarbeit bei den “jungen kleinen Juwelen” leisten müssen und natürlich vor allem den Blick dafür haben. Und dann noch jemand der dem Biero auf die Presse bezogen den Rücken frei hält.

Sportdirektor halte ich nur ein bisserl früh…

Aber das oben Gesagte hat uns ja immer ausgezeichnet, wie man am vergangenen WE mal wieder sehen konnte: Huddersfield mit Schinz schlägt ManU, Uduokhai köpft das 1:1 für Wolfsburg usw. Das sollte nicht zu Wehmut führen, sondern wieder Ansporn sein!

Giorgo
Mitglied
Giorgo

Denke auch, dass ein gutes Scouting für uns besonders wichtig wäre. Es gibt echt technisch gute Regionalligaspieler, denen man von 60 ein Angebot machen könnte.
Das kostet sicher Zeit. Ob Biero und seine Assistenten das leisten können zusätzlich zur Pressearbeit, müssten sie am besten selber beantworten können.

Meine Tendenz: Sportdirektor in der Regionalliga nicht, in der dritten Liga schon.
Der Biero vertritt uns bei der Presse bestens. Er ist natürlich ein gefragter man und darf sich nicht zu sehr instrumentalisieren lassen

Uraltloewe
Mitglied
Uraltloewe

Grundsätzlich bin ich nicht der Meinung, dass es in der Regionalliga unbedingt einen Sportdirektor braucht. Nun ist 1860 aber nicht irgendein Regionalligist, sondern – wie auch Bierofka gesagt hat – das mediale Interesse ist trotz 4. Liga riesengroß, größer wahrscheinlich, als bei allen anderen Vereinen dieser Liga zusammen.
Ich glaube auch nicht, dass jemand bessere Werbung für die Löwen machen könnte, als dies Bierofka derzeit tut.
Wenn nun tatsächlich z.B. die Geschäftsstelle personell überbesetzt ist, sollt man da vielleicht an eine Aufgabenverlagerung denken, um Biero zu entlasten um dann – sollte der Aufstieg gelingen – für die 3. Liga einen Sportdirektor zu installieren. Nur: der sollte m.E. “Stallgeruch” haben, erfahren und trotzdem jung, dynamisch und gut vernetzt sein und wohl auch noch für kleines Geld hier arbeiten. Das dürfte nicht ganz einfach werden.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Mitglied
Dr. Klothilde Rumpelschtilz

Den letzten Absatz sehe ich genau so.
Hoffe der Verein findet bald eine Lösung und entwickelt sich damit weiter, Stillstand sollten wir uns nicht leisten.