Neu im Löwenmagazin: Die blaue Runde

Wir wollen Euch mit unserer sogenannten “Blauen Runde” animieren, über verschiedene Themen zu diskutieren. Dabei werden wir Euch einige Fragen zu einer bestimmten Thematik stellen. Ihr könnt diese Fragen nutzen, um daraus eine Diskussion zu beginnen.

Thema: Chancen und Risiken der medialen Aufmerksamkeit

Kaum ein Regionalligist hat eine derartige mediale Aufmerksamkeit. Presse, Blogs, Gruppen in sozialen Netzwerken, Foren und vieles mehr. Das Interesse an den Löwen scheint nicht nur ungebrochen, sondern sogar deutlich erhöht. Auch im Ausland spricht man über den “beliebtesten Amateurverein Europas”, wie ein niederländisches Fußball-Magazin schrieb.

Wir möchten Euch dazu anregen, darüber zu diskutieren. Durchaus provokant stellen wir Euch 5 Fragen.

Diskussionsfragen

  • Was macht der mediale Reiz am TSV 1860 München aus?
  • Welche Medien nutzt Ihr im Hinblick auf den TSV 1860 München?
  • Mediale Wirkung von 1860: Fluch oder Segen?
  • Gerhard Mey: Die Presse als Unterstützung für Verhandlungen?
  • Diskutieren in der Anonymität: Sind wir alle feige geworden?
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Sechzig_Ist_Kult
Leser

Aufgrund der späten Stunde nur in Kurzform… “Was macht der mediale Reiz am TSV 1860 München aus?” => Sechzig ist nicht irgendein Verein, sondern ein ganz, ganz besonderer Traditionsverein. Das wissen natürlich auch die Medien Zudem natürlich die gewaltige Anzahl an Fans, die wir immer noch haben. Gestern beim Adventssingen wurde das 22.000ste Mitglied bekannt gegeben. Wie Sebastian Waltl schon schreibt, wird es bei uns nie langweilig, es ist immer was los! Dass Sechzig auch in der vierten Liga (!) eine derart hohe mediale Bedeutung aufweist, liegt wohl auch an der enormen Euphoriewelle, auf der wir jetzt schwimmen. Sollte es dieses Jahr mit dem Aufstieg nicht klappen, könnte das Ganze etwas nachlassen… “Welche Medien nutzt Ihr im Hinblick auf den TSV 1860 München?” => Allen voran habe ich auf Facebook alle relevanten Informationsseiten abonniert, um mich möglichst vielseitig zu informieren. Besonders gerne informiere ich mich natürlich hier im Löwenmagazin, im transfermarkt-Forum, im Löwenforum und auf den Websites aller relevanten Zeitungen. Um mich nicht zu einseitig zu informieren, schau ich auch ab und zu bei db24 vorbei… Dass dort der Finger in die Wunden gelegt wird, finde ich soweit in Ordnung und durchaus positiv. Dass allerdings nur noch in eine Richtung geschrieben wird, geht mir dann aber doch zu weit. Trotzdem versuche ich mich so ausgewogen wie möglich zu informieren, um mir bestmöglich ein persönliches Bild machen zu können… “Mediale Wirkung von 1860: Fluch oder Segen?” => Fluch und Segen zu gleich, bzw. Chance und Risiko! Durch die Medien lässt sich einerseits die aktuelle Euphoriewelle (beispielsweise) sehr viel schneller verbreiten. Viel mehr Leute werden erreicht… 1860 erreicht eine enorme Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist, um mal in der Marketingsprache zu sprechen, der erste Schritt des AIDA-Modells und somit die Grundlage für viele Interessenten und Fans eines Vereins! Andererseits birgt die mediale Wirkung natürlich auch eine große Gefahr. Die Unruhe von außen wird sehr schnell in den Verein und in die Mannschaft getragen. Dahingehend haben es Vereine wie Sandhausen oder Heidenheim natürlich entscheidend leichter. Auch ein Grund, warum uns mittlerweile sehr viele kleinere kleine Vereine überholt haben. Entscheidend ist für mich, wie mit den Medien umgegangen wird. Gerade deshalb gefällt mir Reisingers zurückhaltende Art so gut! Unüberlegte Äußerungen zu unausgegorenen Dingen können sehr schnell für viel negativen Wirbel sorgen. Inder Vergangenheit wurde mir durch die Medien außerdem eine zu hohe Erwartungshaltung aufgebaut, die regelmäßig zu großer Enttäuschung geführt hat. Auch wurde mir unsere Mannschaft teilweise zu negativ dargestellt… Hilfreich sind solche Dinge fürs Team sicherlich nicht… “Gerhard Mey: Die Presse als Unterstützung für Verhandlungen?” => Ich kann ihn aus seiner Sicht schon verstehen, wahrscheinlich wollte er durch die Presse den Druck auf Ismaik erhöhen. Vielleicht sah er es einfach auch als seine letzte Chance… Dass das aus verschiedenen Gründen die falsche Taktik war, steht auf einem anderen Blatt. Leider werden durch die Medien die Verhandlungen in die Öffentlichkeit getragen, was zum (nachvollziehbaren) Eindruck bei den Fans führt, Sechzig als Spielball der Investoren zu sehen… Eine öffentliche Schlammschlacht zwischen Ismaik und Mey ist in… Weiterlesen »

SechzgeMax
Leser

Was macht der mediale Reiz am TSV 1860 München aus?

München ist generell eine Medienstadt mit großen Zeitschriften wie SZ oder Münchner Merkur dazu kommen noch 3 Boulevard-Zeitschriften (tz, AZ, Bild), die sich gegenseitig im Konkurrenzkampf um die Leser befinden. 1860 spielt in dieser Stadt eine große Rolle aufgrund der großen Anzahl an Sechzigfans in München. Da will natürlich jede Zeitschrift möglichst viel berichten, damit ihre Leser am Ball bleiben. Wenn es mal nichts zu berichten gibt, dann versuchen die Zeitungen oft ein Fass aufzumachen, also bei einem langweiligen Thema irgendeine Brisanz rein zu bringen. Einzig die SZ fungiert als einordnendes Element, das die großen Zusammenhänge in den wenigen Artikeln sucht.
Da die Zeitschriften online anfangs nicht so präsent waren wie heute konnte “dieblaue24” sich in dieser Nische etablieren.

Welche Medien nutzt ihr im Hinblick auf den TSV 1860 München?

Ich nutze hauptsächlich Twitter oder Facebook und schaue dort welche Artikel die jeweiligen Zeitschriften über Sechzig gepostet haben. Sich nur aus einer einzigen Quelle zu informieren würde ich keinem Fan empfehlen. Auch sollte man alles hinterfragen was geschrieben wird.

Mediale Wirkung von 1860: Fluch oder Segen?

Früher hätte ich gesagt: Fluch und Segen. Wenn ich jetzt aber sehe, dass Vereine ohne große Medienpräsenz wie Sandhausen, Unterhaching, Kiel und Co. uns überholt haben sage ich: Mehr Fluch als Segen. Die Medien sind super, wenn es darum geht Fans zu mobilisieren. Nur so kamen die enormen Zuschauerzahlen bei den Spielen gegen Kiel oder Regensburg zu Stande. Auch zum Saisonbeginn schaffen die Medien oft eine Art Aufbruchsstimmung. Allerdings sind sie auch die Ersten, die von “Chaos” oder “Kriese” reden, wenn es mal ein paar Spiele lang nicht so läuft. Das führt dazu, dass die Fans erst begeistert sind und vom Aufstieg reden. Nach 2 Niederlagen sind viele allerdings schon wieder frustriert und enttäuscht.
Sechzig braucht aber Ruhe im Umfeld, um sportlich erfolgreich zu sein. Die Medien helfen an dieser Stelle nicht. Im Gegenteil.

Gerhard Mey: die Presse als Unterstützung für Verhandlungen?

Mey hat einmal ein Interview gegeben, wahrscheinlich um die Fans zu überzeugen. Danach ist es still um ihn geworden. Er “musste” dann wieder an die Öffentlichkeit gehen, um zu zeigen, dass er nicht nur geredet hat, sondern auch Taten folgen lassen hat.

Diskutieren in der Anonymität: sind wir alle feige geworden?

Anonymität ist schon wichtig im Internet, aber es muss einfach Regeln geben und wenn diese nicht eingehalten werden, dann muss ein Kommentar halt gelöscht werden. Natürlich besteht die Gefahr, dass diese Regeln willkürlich ausgelegt werden.

Sebastian Waltl
Redakteur

Ich fürchte, dass sich viele hinter der Anonymität verstecken. Manche Leute lassen im Internet Sprüche ab, für die man sie strafrechtlich belangen könnte.
Wobei die Leute, die sowas schreiben, nur ein Teil des Problems sind. Auch die Seitenbetreiber sollten auf solche Kommentare achten und sie löschen und wenn Leute zu oft auffallen diese sperren.
Eigentlich müsste es doch möglich sein, so etwas automatisch zu machen. Dass man z. B. programmiert, dass Kommentare, in denen bestimmte Wörter auftauchen löscht oder zumindest die Wörter unkenntlich macht.

An diesem Punkt bin ich froh, dass sich solche Menschen im Löwenmagazin noch nicht rumtreiben. Hoffentlich wird das noch lange so bleiben.
Bisher finde ich die Diskussionskultur hier sehr angenehm, vor allem weil andere Meinungen respektiert werden und nicht gleich Beleidigungen zur Folge haben.

Sebastian Waltl
Redakteur

Zu Mey: Durch seine Gespräche mit der SZ versucht er den Fans zu zeigen, dass er sich wirklich bemüht.
Allerdings hat Mey wohl bisher bei den Verhandlungen mit Ismaik vieles falsch gemacht. Es wird auch bei Ismaik nichts bringen, öffentlich Druck auszuüben. Daran sind schon viele Vereinsfunktionäre gescheitert.

Ich hoffe, dass Mey weiter an der Sache dran bleibt und nicht sofort aufgibt. Vielleicht sollte er sich einen suchen, der ihm erklärt, wie man Geschäfte in Arabien macht und ihn bei den Verhandlungen unterstützt. Wenn er niemanden findet kann er ja den ArikSteen fragen, der kennt sich anscheinend damit aus. 😉

Grundsätzlich bin ich zwar bei Mey immer noch skeptisch, ob er Sechzig wirklich vollständig versteht, aber trotzdem würde ich einer Zukunft mit Mey insgesamt eher positiv sehen.
Ich denke mal, dass Mey im Gegensatz zu Ismaik einige Vorteile hat:
– Er spricht die gleiche Sprache und hat die gleiche Kultur
-Er ist fast immer vor Ort, anstatt wie bei Ismaik ewig auf eine Antwort zu warten, könnte man sich mit ihm wahrscheinlich einfach kurzfristig treffen
– Ich denke, Mey würde sich aus dem sportlichen Bereich größtenteils raushalten
– Mey hat wohl viele Kontakte in München, die dabei helfen könnten, neue Sponsoren Sponsoren zu finden.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Medial informiere ich mich zuerst über Twitter, Löwenmagazin-Artikel werden dort auch angezeigt und natürlich sehr gerne gelesen.
Ansonsten schau ich noch bei der TZ vorbei, manchmal auch im TM-Forum.
DB24 konsumiere ich nur über Facebook um nicht für unnötige Klicks zu sorgen.
Bei Bedarf lese ich dann auch mal einen Artikel.

Was den H. Mey angeht, sehe ich ihn schon um einiges seriöser als HI (ist auch nicht so schwer wenn man ehrlich ist) aber finde seine Aktionen mehr als merkwürdig.
Auch bin ich skeptisch was seine Motive angeht.

Zum Thema anonym diskutieren:
Wenn man sieht was teilweise auf Facebook abgeht, dann gibt es genug Leute, die selbst mit Klarnamen keine Scham verspüren.

Sebastian Waltl
Redakteur

Die mediale Wirkung von 1860 ist glaube ich oft nicht hilfreich. Vor allem in den letzten Jahren hatte ich oft den Eindruck, dass die Leistung der Mannschaft deutlich schlechter wurde, wenn Unruhe von außen in die Mannschaft kam.
Oft waren die Medien an dieser Unruhe nicht unschuldig, weil auch viele Interna veröffentlicht wurden. Wobei in dieser Hinsicht diese Saison vieles besser geworden ist. Diese Saison kann ich mich bei vielen Medien nur vereinzelt über Berichte beschweren.
Nur eine Seite tanzt da leider aus der Reihe und stiftet weiter Unruhe.

Sebastian Waltl
Redakteur

Ich informiere mich über Sechzig eigentlich hauptsächlich über Facebook und Twitter. Dort habe ich folgende Seiten mit Nachrichten über 1860 abonniert:
Die Seite der KgaA, die Seiten von AZ, TZ, und Bild und des Münchner Wochenanzeigers zu Sechzig, die Seite der Junglöwen und natürlich das Löwenmagazin.
Außerdem suche ich bei Twitter immer wieder nach den neuesten Meldungen mit dem Hashtag #tsv1860.

Sebastian Waltl
Redakteur

Ich glaube dass Sechzig den Reiz für die Medien hat, dass immer etwas geboten ist. Bei Sechzig wird es eben nie langweilig. In den letzten Jahren war viel geboten, weil es dauernd neue Trainer, Sportdirektoren usw. gab. Es gab in den letzten Jahren auch viele Querelen in der Mannschaft. Solche Geschichten sind natürlich ein gefundes Fressen für die Medien.

Seit dieser Saison merkt man teilweise, dass die Medien mit Gewalt nach negativen Schlagzeilen suchen. Aber diese Saison gibt es fast nur positives zu berichten, was mich sehr freut.
Der Reiz für die Medien ist diese Saison wahrscheinlich die große Euphorie. Bei vielen Vereinen gibt es bei so einem Absturz ganz massive Mietgliederaustritte und das Interesse nimmt deutlich ab.
Bei Sechzig hingegen ist genau das Gegenteil der Fall. Sechzig ist diese Saison so attraktiv wie seit über zehn Jahren nicht mehr. So eine Welle der Euphorie scheint für die Medien auch sehr interessant zu sein.