Regionalliga Bayern vs Regionalliga Nordost

Die BSG Chemie Leipzig aus der Regionalliga Nordost hat sportlich nach dem Aufstieg in die Regionalliga Nordost zu kämpfen. Man ist aktuell auf dem 16. Platz und damit nur 1 Platz von den Abstiegsrängen entfernt. In einer möglichen Relegation zwischen dem TSV 1860 München und einem Gegner X aus den anderen Ligen wird Chemie Leipzig also auf keinen Fall Gegner im kommenden Jahr sein. Allerdings treffen die beiden Mannschaften trotzdem aufeinander.

In einem Benefizspiel am 13. Januar 2018 spielt der TSV 1860 München gegen die BSG Chemie Leipzig. Anpfiff ist um 18.00 Uhr.

Die Einnahmen aus dem Duell werden nach Abzug der Kosten aufgeteilt. Die BSG Chemie wird damit eine Flutlichtanlage im Alfred-Kunze-Sportpark finanzieren. Der TSV möchte das Geld in die Instandhaltung an den Flutlichtanlagen seiner Trainingsplätze stecken.

Darüber hinaus wird ein weiterer Teil der Einnahmen an die Kindertafel München gespendet. Ein weiteres Argument diese Aktion zu unterstützen. Allerdings ist ohnehin damit zu rechnen, dass alle beiden Fanlager heiß auf diese Partie sind.

Vorverkauf beginnt am Freitag, 1. Dezember 2017 über den Ticket-Online-Shop. Desweiteren sind Tickets an den Kassenhäuschen am Grünwalder Stadion vor der Partie gegen den SV Schalding-Heining erhältlich.

Die offizielle Pressemeldung: http://www.tsv1860.de/de/Aktuelles_News/3437.htm


Historie des Vereins BSG Chemie Leipzig

Die BSG Chemie Leipzig hat eine bewegte Geschichte. Der Verein entstand im Rahmen der Neuorganisation der DDR-Sportvereine im Jahr 1950 als Verein des Leipziger Stadtteils Leutzsch. Gleich im 1. Gründungsjahr wurde der Verein in der damals neu gegründeten höchsten ostdeutschen Liga DDR-Meister. Grund hierfür war vor allem auch die Unterstützung der Firma VEB Lacke und Farben sowie zahlreicher kleinerer und mittelständischer Firmen, Handwerkern und Privatleuten. Die Stadt Leipzig war als Universitäts-Stadt ohnehin interessant für Sportler. Doch der Erfolg hielt nicht lange an. Die sozialistischen Funktionäre in der DDR mischten sich immer mehr in den Sport ein. Politisch wollte man in Leipzig einen Großverein und gründete 1953 den Verein Vorwärts Leipzig. Hierzu wurden zahlreiche Spieler der BSG Chemie Leipzig abgeworben. Noch heute spricht man auch von Androhungen von Repressalien. Die Chemie Leipzig bleibt jedoch bestehen. In einer Nacht und Nebelaktion versucht man für die kommende Saison wenigstens eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen. Mit einer überraschenden Folge: Bis zu 40.000 Besucher strömen ins Stadion, während der neugegründete Verein Vorwärts Leipzig von der Bevölkerung fast gänzlich abgelehnt wird. Die politisch gewollte Entmachtung des Vereins geht schief. Die Chemie Leipzig wird sogar Vize-Meister und für Leipziger schon damals zur Legende.

Doch dieser Erfolg hält nicht an. Die Sportfunktionäre in der DDR beginnen mit einer einschneidenden Umstrukturierung. Fußball-Leistungszentren werden gegründet und nehmen hierfür die bestehenden Sportclubs her. Chemie Leipzig geht fußballerisch in die SC Lokomotive Leipzig auf. Zurück bleibt der Breiten- und Freizeitsport als BSG Chemie Leipzig-West. Man spielt nun in der Bezirksliga. In den folgenden Jahren kommt es sogar einmal zum Abstieg in die Kreisliga. DDR-Fußball wird hingegen bei der SC Lokomotive Leipzig gespielt.

1963 erneut eine Umstrukturierung. Man möchte ein neues Bezirks-Leistungszentrum. Der SC Lokomotive Leipzig verliert dabei seinen Vereinsstatus. Die besten Spieler werden herausgezogen, aus dem Rest bildet sich nun wieder erneut die Fußballmannschaft der BSG Chemie Leipzig. Und wieder zeigt sich der Club als Zuschauermagnet. Und der Erfolg kommt auch sportlich schnell. Man wird erneut 1964 DDR-Meister. Anschließend folgt jedoch eine schwere Zeit. Viele Umstrukturierungen machen dem Club das sportliche Leben schwer.

Als die Mauer fällt ist das auch das Ende der sogenannten Trägerbetriebe. Die Chemie-Firma in Leipzig kann den Club nicht mehr unterstützen. Man nennt sich um in FC Grün-Weiss 1990 Leipzig. Die ersten beiden DDR-Mannschaften der DDR-Liga sollten sofort in die deutsche Bundesliga aufgenommen werden. Die Mannschaften auf den Plätzen 3 bis 6 sollen in die 2. Bundesliga. Der FC Grün-Weiss jedoch hatte keine Chance auf diese Ligen. Daraufhin schließt man sich mit einem anderen Verein in Leipzig zusammen und wird zum FC Sachsen Leipzig. Trainer wird Jimmy Hartwig, der 1974 bis 1978 auch das Trikot des TSV 1860 München bereits getragen hatte.

Doch der große Erfolg bleibt aus. Es kommt im Jahr 2009 sogar zum Insolvenzverfahren. Einige wollen eine offizielle Kooperation mit dem Rivalen RB Leipzig, was jedoch größere Aufstände der Fans zur Folge hat. 2011 wird der Spielbetrieb eingestellt. Die Fans enttäuscht und auch wütend. Vor allem die “Unterdrückung” des Namens Chemie wird immer wieder kritisiert. Der FC Sachsen Leipzig habe den “wertebasierten Weg verlassen”, so die Wertung. Im August 2011 kommt es zur Umbenennung in den heutigen Namen BSG Chemie Leipzig und man folgt damit wieder der alten Tradition. In der Saison 2016/17 steigt der Verein schließlich in die heutige Regionalliga Nordost auf. Aktuell ist man dort auf dem 16. Platz und leider nicht allzu weit weg von den beiden Abstiegsrängen. Ziel sollte also der Klassenerhalt sein.

 

 

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Sebastian Waltl
Redakteur

Laut der App Fupa steht übrigens noch ein weiteres Testspiel im neuen Jahr bereits fest.

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Und im Sommer 2018 fahren wir dann nach Leipzig