Ein kritischer Blick der Abendzeitung

Patrick Mayer von der Abendzeitung schrieb heute einen durchaus interessanten Bericht über die Stadionfrage. Unter dem Titel “Hunderte Millionen für Konzertsaal – und das Grünwalder Stadion?” stellt er interessante Fragen.

Aus dem Text:

“Der Stadtrat von München billigt eine Sanierung der Westkurve im Grünwalder Stadion – und erhält dafür viel Lob. Es drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass die Stadt und das Land Bayern zu gut wegkommen. Schließlich werden in die Sanierung des Gasteigs und in den künftigen Konzertsaal hunderte Millionen Euro gesteckt. Das Engagement fürs Grünwalder ist vergleichsweise winzig.”

Den gesamten Artikel findet Ihr hier:

Hunderte Millionen für Konzertsaal – und das Grünwalder Stadion?

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Sechzig_Ist_Kult
Leser

Ein interessanter Artikel auf http://www.n-tv.de für den Blick über den Tellerrand hinaus:

GELD SCHLÄGT FUßBALLKULTUR – WENN DIE ATMOSPHÄRE IM RUND VERFLIEGT (Premier League)

Auszug: “Aus wirtschaftlichen Erwägungen mag es für Klubs wie West Ham oder Tottenham geboten sein, das alte Stadion zu verlassen und in eine moderne, größere Spielstätte zu ziehen. Doch sie geben damit eine Komponente auf, die mit Geld nicht zu bezahlen ist – den Heimvorteil.”

Kompletter Artikel hier:
https://www.n-tv.de/sport/fussball/Wenn-die-Atmosphaere-im-Rund-verfliegt-article20167076.html

Strahlenkatarakt
Leser

Die neue Haupttribüne im Ronhof hat rund 17 Mio. Euro gekostet, ist also nicht gerade das, was man ein Schnäppchen nennt. Das Bauwerk schaut ordentlich aus und ist dennoch keinesfalls ein Symbol von Größenwahn oder Gigantismus. In diesem Wissen drängt sich mir schon die Frage auf: Auf was will Patrick Mayer mit seinem Kommentar hinaus? Wenn ich zwischen den Zeilen lese, wird hier eine wesentlich über den Ist-Zustand hinaus gehende Sanierung des GWS im Rathaus eingefordert. Den Gedankengang will ich gerne mal fortspinnen: 17 Mio. nur für eine zeitgemäße Haupttribüne. Ich denke, für ein wirklich modernes GWS sind wir dann ohne Infrastruktur (z.B. Brücken wie in der letzten Studie) ganz schnell bei 50-60 Mio. Euro. Da verstehe ich schon, dass die Stadträte so etwas nicht einfach wie eine neue Fußgängerampel in Milbertshofen durchwinken.
Daher rate ich zu einem etwas bescheideneren, portionierten Auftreten der Stadt gegenüber. Fünf mal 10 sind auch 50 und vielleicht dann doch besser mit Gewissen und Verantwortungsgefühl vereinbar. Es läuft doch gerade alles wunderbar und Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Eine überzogene Erwartungshaltung kann manchmal auch kontraproduktiv wirken.

Sechzig_Ist_Kult
Leser

Interessanter Artikel. Für mich hingt der Vergleich ein wenig… (Hoch-)Kultur mit Fußball zu vergleichen, ist nicht unbedingt sinnvoll. Da schließe ich mich LNHRT voll und ganz an. Außerdem ist es halt einfach Fakt, dass wir beim Bau der AA bereits viel Unterstützung erhalten haben. Dass wir damals so größenwahnsinnig waren, ist nun wirklich nicht die Schuld der Stadt… Und ganz ehrlich, solange die Situation so dermaßen unsicher ist, wo wir zukünftig spielen, würde ich an der Stelle der Stadt auch keine größeren Investitionen vornehmen. Angenommen nächstes Jahr steigt der Mey ein und baut uns ein neues Stadion für 45.000 Zuschauer…

Ich denke mal, bevor die Stadt da größere Investitionen tätigt, muss sich alles erst mal längerfristig einspielen… Und vor allem muss gesichert sein, dass unsere Zukunft langfristig gesehen tatsächlich im Grünwalder sein soll/wird!

Persönlich wünsche ich mir trotzdem nichts sehnlicher als einen Umbau des Grünwalders à la St. Pauli! Aber man muss auch realistisch bleiben…

LNHRT
Leser

Schwer zu vergleichen. Die in diesem Fall betroffene Hochkultur kann ohne staatliche Unterstützung nicht in dieser Größe und Qualität existieren. Der wirtschaftliche Faktor gerade im Fußball ist ein ganz anderer. Daher ist der Vergleich meiner Meinung nach eher unpassend. Es gibt ganz andere Projekte die hier angemahnt gehören. Im Jahre 2009 startete die Stadt München ein Projekt, um von Microsoft auf Linux mit Open Source Software zu wechseln. Das Projekt wurde im Dezember 2013 abgeschlossen und hat einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Jetzt hat man sich vier Jahre später dazu entschieden, alles rückgängig zu machen. Dieses Projekt wird die Stadt mindestens 90 Millionen Euro kosten. Darüber wird komischerweise eher ungern drüber gesprochen…

Sebastian Waltl
Redakteur

Ein sehr schöner Artikel der Abendzeitung. Das gleiche habe ich mir auch schon mehrfach gedacht. Manches, wass Politiker tun, verstehe ich einfach nicht.
Aber wahrscheinlich würde das jedand, der kein Fußballfan oder Fan eines anderen Vereins ist, etwas anders siehen, was ich irgendwie auch verstehen kann.