Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich vergangenen Mittwoch auf der Generalversammlung der DFL auch zu sicherheitspolitischen Themen in deutschen Fussballstadion. Der Dachverband der Fanhilfen e.V. reagierte nun diese Woche auf diese Äußerungen.
Bundeskanzler Merz machte sich zwar am vergangenen Mittwoch in Berlin im Rahmen der Generalversammlung der DFL für 50+1 stark, kritisierte aber auch die deutschen Fanszene, die angeblich „nicht einfacher“ werden. Merz der jahrelang bei Borussia Dortmund im Aufsichtsrat saß müsste es eigentlich besser wissen. „Auch die Fanszene wird nicht einfacher, aber auch diese Szene ist Ausdruck der gesellschaftspolitischen Entwicklung – sogar der parteipolitischen Entwicklung –, die wir in Deutschland sehen“, sagte der CDU-Politiker. „Wir müssen ein gemeinsames gesellschaftspolitisches Interesse daran haben, dass die Stadien sicher sind, dass wir das, was dort von den Fans kommt, einigermaßen unter Kontrolle halten.“
Erst vor kurzem haben Aussagen der Gewerkschaft der Polizei zum Bundesligastart irritiert. Die Erfahrung würde zeigen, „ohne Polizei im Stadion geht es nicht, weil konsequentes und robustes Vorgehen gegen Krawallmacher einfach erforderlich ist. Die allgemeine gesellschaftliche Verrohung macht vor den Stadiontoren nicht halt. Das bedeutet: Wir sind in den Fußballstadien gefordert (..) Für gewaltbereite Hooligans oder zündelnde Ultras ist kein Platz im Stadion. Dennoch schützen einige Vereinsvorstände das kriminelle und gefährliche Verhalten. Fußballstadien gehören den wahren Fans und nicht den Schlägern und Krawallmachern.“ erklärt der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke.
Durch parlamentarische Anfragen in Landesparlamenten und anhand der polizeieigenen Statistiken der Zentralen Informationsstelle der Polizei zeigt sich aber sehr deutlich, dass die Anzahl der Strafverfahren und Verletzten, gemessen an der Zahl der Besucher in den Stadien, verschwindend gering ist.
Der Dachverband der Fanhilfen reagierte diese Woche mit einem Statement:
Kriminalisierung von Fußball-Fans stoppen
Beschluss des Dachverbands der Fanhilfen e. V.
Die Zeiten für Fußball-Fans werden immer rauer. So nehmen die direkten Angriffe auf die freie und
selbstbestimmte Fankultur deutlich zu. Die im Herbst auf dem sogenannten „Sicherheitsgipfel“
beschlossenen weitreichenden Maßnahmen gegen Fans sprechen eine eindeutige Sprache. Auch kurz
vor Beginn der neuen Saison wurden wieder absurde Gewaltszenarien heraufbeschworen und damit
noch weitergehende Repressionen sowie völlig übertriebene Überwachungsmaßnahmen gefordert.
Selbst der Bundeskanzler beteiligte sich an dieser populistischen Hetze gegen Fußball-Fans.
Doch die Realität sieht schon seit einigen Jahren unzweifelhaft anders aus: Volle Stadien,
hunderttausende Besucher an jedem Wochenende, laute und kreative Kurven, die Anzahl von
Straftaten und Verletzten mit Blick auf alle Zuschauer liegt unterhalb der von mittelgroßen Volksfesten.
Ungeachtet dessen verschärfen die Sicherheitsbehörden immer weiter den Umgang mit Fans. Jede
Saison aufs Neue gibt es zahlreiche Berichte von gewalttätigen Übergriffen und völlig überzogenen
Einsätzen: unverhältnismäßige Eingriffe in voll besetzten Fankurven, pauschale Zutrittsverbote zu den
Stadien für Hunderte Fans trotz gültiger Eintrittskarten, schwere Verletzungen von Fans durch
Polizeigewalt und dem Einsatz von Pfefferspray.
Gleichzeitig ignoriert die Polizei vollständig ihre eigenen Statistiken bei der Einsatzplanung. Dadurch
werden in einem Land, in dem angeblich für nichts mehr Geld da sein soll, Woche für Woche
überflüssige und teure Polizeieinsätze organisiert – samt kostenintensiver Nutzung von Helikoptern,
Drohnen und Wasserwerfern.
Das ohrenbetäubende Schweigen der Verbände und vieler Vereine zu diesen jahrelangen negativen
Entwicklungen ist ein Schlag ins Gesicht aller Fans. Sie investieren Herzblut, Geld, Leidenschaft und
werden alleine gelassen mit dem sich immer weiter radikalisierenden Polizeiapparat.
Es reicht! Daher fordern wir:
• Aufgabe sämtlicher Pläne des sogenannten „Sicherheitsgipfels“ aus dem vergangenen
Herbst.
• IMK beauftragt eine jährliche unabhängige und wissenschaftliche Evaluierung der
Polizeieinsätze beim Fußball.
• Die Vereine müssen ein öffentliches und unmissverständliches Zeichen gegen die Hetzjagden
gegenüber ihren Fans setzen.
• Verbot von Schuss- und Sprühwaffen sowie Tasern der Polizei in den Stadien.
• Weiterbildung von Polizeieinheiten durch Aufnahme von Pflichtmodul „Fankultur &
Grundrechte“ in der Polizeiausbildung. Dadurch langfristiger Kulturwandel und Abbau des
„Feindbild Fan“.
Hamburg, 07.09.2025


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