Am kommenden Freitag um 18:60 Uhr wird auf Giesings Höhen die neue Saison mit dem Traditionsduell der Löwen gegen den SC Preußen Münster eröffnet. Es ist das erste Heimspiel für 1860 München am Beginn einer neuen Saison seit der Zweitligasaison 2012/13. Damals wurde in der Allianz Arena am 1. Spieltag gegen den SSV Jahn Regensburg mit 1:0 gewonnen (Torschütze Grzegorz Wojtkowiak).

Flutlicht Grünwalder Stadion

In der abgelaufenen Saison haben drei ehemalige Bundesligisten (Karlsruher SC, Energie Cottbus, Fortuna Köln) die 3. Liga durch Aufstieg bzw. Abstieg verlassen, aber der großen Attraktivität der Liga tut dies keinen Abriss. Mit dem FC Ingolstadt 04, MSV Duisburg und Waldhof Mannheim ersetzt ein neues Trio aus ehemaligen Bundesligamannschaften diesen Abgang und wird mit dem 1. FC Magdeburg komplettiert.

Mit dem 1. FC Magdeburg, Carl-Zeiss Jena und 1860 München gehen zusätzlich drei Mannschaften an den Start der 3. Liga, die zu ihren besten Zeiten im Finale des Europapokals der Pokalsieger gestanden haben. Die Magdeburger hatten ihr Finale im Jahr 1974 gegen den ruhmreichen AC Mailand in Rotterdam sogar mit 2:0 gewinnen können.

10 ehemalige Bundesligsten und Magdeburg

Die weiteren Mannschaften, die jahrelang in der Bundesliga gespielt haben und somit vor Beginn der Saison automatisch zu den möglichen Aufstiegskandidaten zählen, sind Eintracht Braunschweig, 1. FC Kaiserslautern, Hansa Rostock, KFC Uerdingen, SpVgg Unterhaching und Preußen Münster. Blickt man auf diese beachtliche Anzahl an namhafter Konkurrenz, ist es ohne Zweifel eine anerkennende Geste vom DFB, dass ausgerechnet im stimmungsvollen und dauerausverkauften Grünwalder Stadion die neue Saison eröffnet wird.

Neben Braunschweig, Kaiserslautern und Münchens großer Liebe ist auch Preußen Münster ein Gründungsmitglied der Bundesliga. Mit einer gehörigen Portion Glück haben im Jahr 1963 die beiden Konkurrenten vom kommenden Freitag eine Spiellizenz für das deutsche Fußballoberhaus erhalten, was bei den nichtberücksichtigten Mannschaften (z.B. FC Bayern) zu Proteststürmen geführt hatte. Leer ausgegangene Mannschaften wie Alemannia Aachen oder Kickers Offenbach klagten sogar gegen die Festlegung der Mannschaften, was jedoch erfolglos blieb.

1860 und Münster – Gründungsmitglieder der Bundesliga

Das Gründungsjahr der Bundesliga war der Höhepunkt in der Geschichte von Preußen Münster. Am Ende der Saison 1963/64 stiegen die Westfalen mit einem Punkt Rückstand auf Hertha BSC denkbar knapp aus der Bundesliga ab und konnten in den Jahrzehnten danach nie wieder an diesen Erfolg anknüpfen. Am Anfang der Bundesligasaison kamen die Preußen in der neugeschaffenen Bundesliga relativ gut zurecht, aber je länger die Spielrunde dauerte, umso mehr rutschten die Münsteraner den beiden Abstiegsplätzen entgegen.

SC Preußen Münster

Am 24. Spieltag in der Bundesligasaison 1963/64 kam es im Grünwalder Stadion vor 34.000 Zuschauern zum Duell Löwen gegen Preußen. 1860 München hatte in der Vorwoche bereits ein Heimspiel auf Giesings Höhen absolviert und den HSV mit sage und schreibe 9:2 abgefertigt. Uwe Seeler gelang in der 71. Spielminute lediglich das zwischenzeitliche 6:2.

Die Gäste aus Westfalen standen zu diesem Zeitpunkt der Saison noch auf einem Nichtabstiegsplatz, der Vorsprung auf die Hertha betrug vor dem Anpfiff zwei Punkte. Preußen Münster erwischte an diesem 14. März 1964 den besseren Start und ging in der ersten Spielhälfte mit 0:1 in Führung. Zur Halbzeit hatte die Gästeführung noch Bestand, aber in der zweiten Hälfte drehte Sechzig München auf. Den Ausgleich in der 51. Minute erzielte Otto Luttrop, der aufgrund seiner immensen Schusskraft den Spitznamen „Atom-Otto“ von den Fans bekommen hatte. Die Führung für 1860 Minuten erzielte 9 Minuten später der beste Stürmer, der jemals für die Löwen aufgelaufen ist. Mit 66 Toren für 1860 München in der Bundesliga ist Rudi Brunnenmeier seit Jahrzehnten der führende Torschütze im Verein. Den Schlusspunkt setzte an diesem Tag in der 80. Minute Engelbert Kraus zum 3:1-Endresultat. Nach der Partie stand 1860 München auf Tabellenplatz 10 und Preußen Münster zum letzten Mal auf einem Nichtabstiegsplatz. Im Ligaendspurt sollte den Westfalen der Atem ausgehen und die Konkurrenz aus Berlin zog an den Preußen vorbei.

Nach 55 Jahren kommt es nun an gleicher Stelle zu einem weiteren Heimspiel der Löwen gegen Preußen Münster. Seit der Rückkehr in das Grünwalder Stadion vor zwei Jahren wird immer wieder festgestellt, dass an einem Spieltag von 1860 München in Giesing eine ausgelassene und friedliche Atmosphäre herrscht. Heimspiele von Sechzig München haben den Charakter von inoffiziellen Straßenfesten. Die Löwenfans werden sich am Freitag bei hoffentlich bestem Sommerwetter wieder am Grünspitz, am Candidplatz oder in den vielen Kneipen in Stadionnähe verabreden, um gemeinsam 1860 München erleben zu können. Schön, dass es wieder losgeht.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Tami Tes
Redakteur

Danke Tom. Der Bericht mach echt Freude auf Freitag. Wäre schön, wenn es so positiv ausgeht. Wir sehen uns smile