Im 33. Spieltag reiste der TSV 1860 München zum FC Viktoria nach Köln, der sich im Abstiegskampf befindet. Viktorias Trainer Pavel Dotchev entschied sich nach der 0:2-Pleite gegen Magdeburg gleich sieben Spieler auszuwechseln und Michael Köllner setzte mit Lex, Mölders und Owusu auf die offensive Variante. Auch Tim Rieder war nach seiner Gelbsperre wieder dabei. Die Löwen hatten viel vor – nämlich zu punkten. Doch da haben sie die Rechnung ohne die kämpferischen Kölner gemacht.

Kein Rezept gegen Viktorias Defensive

Sechzig startete angriffslustig und übernahm zu Beginn die Initiative. Das Spiel und den Gegner hatten sie im Griff, während die Gastgeber zuerst eher durch hartes Einsteigen in den Zweikämpfen glänzten. Abstiegskampf eben. Nach einer Viertelstunde traute sich Viktoria dann aus der Deckung, so dass sie auch in der 18. Minute die erste Chance durch Lewerenz zu verzeichnen hatten. Auf der anderen Seite versuchte es Lex aus der Distanz mit einem Lupfer, doch die Kugel flog etwas weiter als geplant und landete im Toraus. Wirkliche Torchancen konnten sich die Löwen jedoch nicht erspielen, Viktoria stand kompakt und kreative Ideen gegen die Defensive des Gastgebers sah man auch nach einer halben Stunde von Sechzig nicht. In der Schlussphase der ersten Hälfte war eher Köln die bessere Mannschaft, die die Löwen immer mehr in ihre eigene Hälfte zurückdrängten. Der erste Durchgang war unspektakulär, so konnte man nur hoffen, dass im zweiten Teil der Knoten platzen würde. Torlos ging es in die Pause.

Viktoria trifft doppelt, Löwen ohne große Torchancen

Michael Köllner wechselte diesmal früh und lies Böhnlein in der Kabine. Klassen übernahm für ihn. Die zweite Halbzeit fing so an, wie die erste aussah – nämlich körperbetont. Und auch die Löwen versuchten, gleich das Zepter in die Hand zu nehmen. Schnell waren zwei gute Chancen erspielt, doch ohne Ergebnis. Erst erwischte Klassen die Flanke von Mölders nicht richtig und schoss knapp am linken Pfosten vorbei (48.) und Mölders, der alleine aufs Tor zulief, verlor das Duell gegen den Viktoria-Keeper Mesenhöfer (54.). Im Anschluss kam dann das Gegentor. Gottschling konnte frei in den Strafraum zu Albert Bunjaku flanken, der zur Führung der kämpferischen Kölner traf (55.).

Zwar steckten die Löwen den Gegentreffer schnell weg und intensivierten ihre Bemühungen im Offensivspiel, doch Viktoria stand nach wie vor kompakt und sicher in der Abwehr. Köllner entschied sich zu wechseln und brachte Berzel und Karger für Erdmann und Steinhart ins Spiel (66.). Dennoch waren es eher die Gastgeber, die an einem weiteren Treffer näher waren und Hiller herausforderten. Der vierte Wechsel wurde in der 74. Minute vollzogen. Owusu musste für Gebhart weichen.

Nun ja – die Uhr tickte und Sechzig tat sich einfach schwer. Viktoria scheinbar weniger, denn in der 80. Spielminute stand es dann 2:0 für den Gastgeber: Carl kam über die linke Seite und legte den Ball flach zurück an die Sechzehnerkante zu Kevin Holzweiler, der den Ball aus 20 Metern über Hiller hinweg in den rechten Giebel schlenzte (79.). Von Großchancen der Löwen oder einem Aufbäumen kann man nicht berichten. Am Ende behielt Viktoria die wichtigen drei Punkte in Köln.

Obwohl beiden Teams über das nahezu komplette Spiel die Torgefahr und die Durchschlagskraft abging, reichte der Viktoria ein guter Angriff und ein genialer Moment von Holzweiler für den Heimsieg, während Sascha Mölders die einzige gute Chance im zweiten Durchgang nicht verwerten konnte. Am Sonntag ist der Hallesche FC in Giesing zu Gast. Ein weiterer Gegner, der den Ligaerhalt noch nicht gesichert hat und den Löwen das Leben sicher nicht einfacher machen wird. Nach nun zwei Niederlagen in Folge hat Michael Köllner sicher einiges zu tun.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Uraltloewe
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Uraltloewe (@uraltloewe)
18 Tage her

Leider konnte ich gestern die ersten 20 Min. nicht vorm Bildschirm sitzen. Was ich danach gesehen habe, hat mir aber gar nicht gefallen. Das Gegentor – wen wunderts noch – wieder über unsere linke Abwehrseite vorbereitet. Warum dann Erdmann bei der Flanke den Kopf weggezogen hat, erschließt sich mir auch nicht. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ihm Felix Weber in nichts nachsteht (wahrscheinlich halt auch nicht stärker ist), der war aber zum dritten Mal nacheinander nicht im Aufgebot, warum eigentlich? Bekiroglu sah ich gestern bestenfalls durchwachsen. Bei Mölders wird scheints die Wampe jede Woche größer, im gleichen… Read more »

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
18 Tage her

Tja, das Thema Aufstieg hat sich ja jetzt leider erledigt. Aber es war in den letzten Spielen schon absehbar, dass die Spritzigkeit und Automatismen plötzlich gefehlt haben. Dass man nahezu jedes Spiel einem Rückstand hinter her laufen musste, hat jetzt im Endeffekt doch zu viel Körner gekostet. Da fehlte gestern einfach die Sicherheit, Bälle versprangen oder wurden wieder mit besten Grüßen nach vorne geschlagen. Das erinnerte mich gestern schon wieder etwas an die Bierofka-Zeit.   Gut, jetzt sollte man schauen die Saison vernünftig zu Ende zu spielen und das Augenmerk darauf legen nächste Saison eine schlagkräftige Truppe zusammen zu bringen.… Read more »

DjangoNY
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DjangoNY (@djangony)
18 Tage her

🙂 Der war gut, da wird nix passieren mit unserem Kreditgeber. Eher werden wir in der Sommerpause nach einer Möglichkeit suchen, die Fans nochmal anzupumpen, um noch ein paar Euronen lock zu machen.

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
18 Tage her
Reply to  DjangoNY

Steht zu befürchten, ja …

Loewen1860
Leser
Loewen1860 (@loewen1860)
18 Tage her

Naja, dann is des Thema 2. Liga wohl durch. Scheiß drauf. Jetz sollt ma befreit aufspielen u zumindest no die letzten Spiele die Gegner ärgern.

ELIL, 🍻

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
18 Tage her

Diese Corona-Pause hat uns wohl doch nicht so gut getan. Man kann verlieren, auch gegen eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt. Das die unbedingt gewinnen wollten hat man schon an der Körpersprache vor dem Anpfiff gesehen. Wir waren bemüht, wobei wir die ersten 15 Minuten das Spiel unter Kontrolle hatten. Mehr aber auch nicht, denn an klaren Torchance fehlte es. Und das nicht nur über die 15 Minuten.   Wenn man es als „Aufstiegskandidat“ nicht schaft, mehr als einmal in 90 Minuten gefährlich vor des Gegners Tor zu kommen, dann braucht man auch nicht mehr von einem Aufstieg träumen… Read more »

anteater
Leser
anteater (@anteater)
18 Tage her
Reply to  Snoopy.

Schon vor dem Restart sind wir doch sehr regelmäßig einem Rückstand hinterhergelaufen. Chemnitz (h), Meppen (a), Haching (a) oder haben es verpasst, das zweite Tor zu machen, um dann am Ende mit einem enttäuschenden Ergebnis dazustehen.   Direkt nach längeren Pausen liegt uns bzw. unserer Spielweise offenbar besser als englische Wochen. Braunschweig nach der Winterpause, Duisburg nach der Coronapause. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass wir es (alles) halt nicht wirklich spielerisch lösen, sondern mit Wucht, mit Laufen, mit Kampf.   Ja, das mit den auslaufenden Verträgen dachte ich mir gestern auch.   Ja, aus dem Kader kann man… Read more »

DaBrain1860
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DaBrain1860 (@dabrain1860)
18 Tage her
Reply to  Snoopy.

Sehr gut geschrieben!
Klar, geträumt haben viele, ich auch, und machbar ist es theoretisch immer noch!
Aber wenn wir aufsteigen und es geht uns dann wie Jena dieses Jahr in der dritten Liga, ne, dann bleib ich lieber in dieser geilen Liga!
Kopf hoch Löwen, wir haben jetzt den Luxus diese Saison gaaanz gemütlich fertig zu spielen!
Auf die nächste Saison bin ich schon sehr gespannt, was unser Trainer zaubert!
Löwen ich bin stolz auf euch!

Sechzig ist der geilste Club der Welt
Ohne Hasan

Chemieloewe
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Chemieloewe (@chemieloewe)
19 Tage her

So Leute, unser Durchhänger u. Einbruch geht leider weiter. Wieder eine Niederlage, die 3. in 4 Spielen!!! Hallo Löwen, was soll das bitteschön??? Das sind aber nun doch schon langsam sehr herbe, derbe u. schmerzvolle Schläge ins Löwengesicht! Was soll man dazu jetzt noch sagen. 2 Ausrutscher gegen Würzburg u. Rostock kann ich schon mal so wegstecken, aber in 4 Spielen gleich 3 Pleiten, da bin ich doch schon sehr enttäuscht u. ärgerlich. Ich kann mir unsere plötzliche Schwäche nicht so recht erklären. Da fehlen mir fast die Worte u. ich bin etwas ratlos, ob des warum. Es kann doch… Read more »

Last edited 19 Tage her by Chemieloewe
anteater
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anteater (@anteater)
18 Tage her
Reply to  Chemieloewe

„Ich kann mir unsere plötzliche Schwäche nicht so recht erklären.“
 
Na ja, unsere Spielweise sucht ja nicht primär Lösungen über fein technische Spielmomenten, sondern über läuferischen und kämpferischen Einsatz. Das ist auf Dauer (nur noch englische Wochen) eben schon belastend.

Chemieloewe
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Chemieloewe (@chemieloewe)
18 Tage her
Reply to  anteater

Ja, aber die Situation u. diese Bedingungen haben andere Mannschaften eben doch auch, aber eben nicht so einen großen Kader, wie wir, um die enorme physische Belastung der engl. Wochen besser verkraften u. kompensieren zu können. Aber trotzdem stimmt es augenscheinlich, offensichtlich schon, daß uns die fehlende längere Vorbereitung auf die Spiele, die kürzeren bis fehlenden Erholungsphasen u. die Höherbelastung bis Abnutzungs-u. Verschleißbedingungen durch die engl. Wochen derart zu schaffen machen, daß wir unsere Stärken mit zunehmender Zeit immer weniger umsetzen u. auf das Spielfeld bringen können, es uns langsam aber sicher die Puste ausgeht, die Körner fehlen u. es… Read more »

Last edited 18 Tage her by Chemieloewe
Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
18 Tage her
Reply to  Chemieloewe

Die wollen schon noch und da spielt auch keiner im Schongang, aber einige Leistungsträger sind jetzt einfach am Limit. Und da können wir noch so viele Leute im Kader haben, die wichtigen Leute sind nicht zu ersetzen. Sinnbildlich sieht man das doch an Mölders: der will, aber der kann gerade nicht mehr. Das Aufholen der vielen Rückstände hat im Endeffekt zu viel Substanz gekostet.

Uraltloewe
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Uraltloewe (@uraltloewe)
18 Tage her

Substanz kostets wohl allen Mannschaft gleich viel. Von unserem großen Kader könnte man schon noch dem einen oder anderen Spielzeit geben, um die Belastungen besser zu verteilen, allen voran Weber und Greilinger. Aber auch Seferings und Weeger traue ich zu, zumindest eine Hz. eine gute Leistung abzuliefern. Und bei fünf möglichen Wechseln, kann man ja jederzeit frische Kräfte bringen.
Das soll keine Kritik an Köllner sein, lediglich der Hinweis, dass bei unserem oft als zu groß apostrophierten Kader durchaus Möglichkeiten der Belastungssteuerung vorhanden wären.

anteater
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anteater (@anteater)
18 Tage her
Reply to  Uraltloewe

Guter Punkt bzgl. Seferings, Greilinger, Es eher, Weber…!

Ja, alle haben jetzt englische Wochen, aber unsere Spielweise ist doch kräftezerrender als Ballbesitzfußball mit hoher Passgenauigkeit, bei der man den Gegner laufen lässt.

Chemieloewe
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Chemieloewe (@chemieloewe)
18 Tage her

Jo, lieber Alexander Schlegel, Ergebnis Corona, engl. Wochen…ich glaube, Du hast Recht, irgendwann schwinden die Kräfte in dieser andauernden Höherbelastungszeit mehr u. mehr u. sind bei Vielen am Ende.