Die Zeit ist knapp beim TSV 1860 München. Die Verhandlungen zwischen den Gesellschaftern sollen laut Günther Gorenzel laufen. Er erwartet in den nächsten Tagen eine Entscheidung. Wie diese aussehen soll, darüber kann man nur spekulieren. Kommt es zum Wumms-Paket?

Ein Kommentar

Zwei bis vier Millionen Euro sollen dem TSV 1860 München im schlimmsten Fall bis zum Jahresende fehlen. Diese Summe würde aus derzeitiger Sicht benötigt, um den aktuellen Betrieb in gleicher oder ähnlicher Weise fortzusetzen. Also auch für die Verlängerung von Verträgen und die Aufrechthaltung des Kaders. Vor einiger Zeit forderte Günther Gorenzel ein sogenanntes Wumms-Paket.

Das Wumms-Paket der Bundesrepublik

Mit Wumms will man die Bundesrepublik aus der Corona-Krise führen. Dafür hat die Regierung ein Hilfspaket verabschiedet. Man hat in diverse Maßnahmen rund 130 Milliarden Euro gepackt. Das hört sich viel an. Im Grunde wählt die Bundesregierung jedoch nur den Notausgang aus der Corona-Krise. Denn das Paket ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Und ein immenser Teil wird gar nicht für die Krisenbewältigung hergenommen, sondern für staatliche Kosten, die auch ohne Krise bestanden hätten. Alleine mit elf Milliarden versucht man eine drohende Strompreisversteuerung abzufedern. 2,5 Milliarden sollen in E-Auto-Ladesäulen gehen. Fünf Milliarden investiert man in das Handynetz und neun Milliarden für eine Wasserstoffstrategie der Bundesrepublik. Das hört sich nicht unbedingt nach Krisenbewältigung an.

Löcher stopfen oder Lösung für die Zukunft?

Wie also soll das Vorbild eines Wumms-Paketes für den TSV 1860 München aussehen? Wo wir bei einer ähnlichen Frage sind wie beim bundesweiten Wumms-Paket. Was wird tatsächlich an Maßnahmen aufgrund der Corona-Krise notwendig und welche Probleme hätte man auch ohne Pandemie bereits gehabt? Das ist eine wichtige Frage vor allem für diejenigen, die munter Geisterspieltickets kaufen und sich sicher sind, dass man eine gemeinsame unverschuldete Krise bewältigt. Man muss der Realität schon ins Auge sehen. Auch ohne Krise hätte der TSV 1860 München zum Ende der Saison ein großes Fragezeichen in der Budgetplanung gehabt. Genauso wie der 1. FC Kaiserslautern übrigens, der die Corona-Krise dankbar annimmt und die vereinfachte Insolvenzregelung während der Pandemie nutzt.

Der TSV 1860 München benötigt dringend Geld. Und das nicht nur wegen der Corona-Krise. Sondern weil die Ära unter Präsident Peter Cassalette einen enormen Schuldenberg hinterlassen hat. Seitdem werden Löcher gestopft. Mit einem Darlehen von Hauptsponsor „die Bayerische“ hat man die positive Fortführungsprognose gesichert. Mit einem Darlehen von Ismaik kam 2018 weiteres Geld in die KgaA. Ausgelegt für 2 Jahre. Das Geld ist verbraucht. Private Gönner haben Aaron Berzel finanziert. Gesellschafter HAM International hat die Kosten für Owusu und Gebhart übernommen. Auch das Geld ist nicht mehr da. Hauptsponsor „die Bayerische“ hat das Sponsoringpaket erhöht und dafür die Namensrechte am NLZ bekommen. Der TSV München von 1860 e.V. entlastet die KGaA durch die Kostenübernahme am Nachwuchsleistungszentrum. Teils durchaus pfiffige Ideen. Aber eben nur um Löcher zu stopfen und die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA am Leben zu erhalten.

Rasche Kapitalerhöhung eher unwahrscheinlich

Ein Wumms-Paket benötigt der TSV. Aber eben nicht nur wegen der Corona-Krise. Aufgrund der fortschreitenden Zeit ist eine größere Lösung wohl kaum denkbar. Heißt also, dass eine rasche Kapitalerhöhung zum aktuellen Zeitpunkt so gut wie ausgeschlossen ist. Das heißt nicht, dass man im Hintergrund weiter daran arbeitet. Aber eine Kapitalerhöhung ist nun mal seit über einem Jahr im Gespräch und man kam bislang zu keinem Ergebnis.

Der TSV 1860 München wird wohl die kommende Saison versuchen, finanziell zu überbrücken. Die Eintragung von Hauptsponsor „die Bayerische“ in das Grundbuch der Geschäftsstelle könnte das finanzielle Leck zumindest ein wenig stopfen. Um die stetige finanzielle Talfahrt weiter zu bremsen, wird man vermutlich auch bald Dauerkarten verkaufen. Welche weiteren Lösungen man findet, wird man in den kommenden Tagen sehen. Und es bedarf noch einiger Ideen.

Vermutlich wird man die eine oder andere Lösung gut zu verkaufen wissen. Das Grundproblem bleibt jedoch. Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA gesundet nicht. Man schleppt sich zumindest finanziell von Saison zu Saison. Wahrt die Chance auf einen möglichen Aufstieg. Und vor allem vermeidet man den Abstieg. Eine wirkliche Perspektive sieht man nicht.

Höchstwahrscheinlich stopft man erneut weitere Löcher und arbeitet ein weiteres Jahr an der Kapitalerhöhung. Dabei ist ein Triumvirat angedacht. Ein Bündnis von drei Personen, so wie einst Cäsar, Pompeius und Crassus es vorgemacht haben. Das Problem: Es gibt in diesem Triumvirat eben nicht nur drei klar von sich abgrenzende handelne Personen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass im Hintergrund viele Akteure „mitschnabeln“. Auch das sogenannte Team Profifußball bringt sich wieder in Stellung. Immer wieder wird von einer Beteiligungsgesellschaft gesprochen, die im Hintergrund wartet. Diverse Münchner Unternehmer in Verbindung mit Hauptsponsor „die Bayerische“. Auch wenn viele meinen, es ginge ihnen „nur um die Sache“. Um die Herzensangelegenheit TSV 1860 München. Es geht vor allem um Geld und um die Rollenverteilung. Um den Kuchen 1860, den es gerecht zu verteilen gilt. Und da stehen dann am Ende mehr Häuptlinge als Indianer am Verhandlungstisch.

In einem Jahr wird man vielleicht sehen, wer sich als Häuptling im 1860-Triumvirat zeigt. Wenn es tatsächlich zur Kapitalerhöhung kommen sollte. Wie die Machtverhältnisse sich aufteilen und welche Rolle überhaupt noch die Mitglieder des TSV München von 1860 e.V. spielen. Im e.V. sind sie nämlich zu finden, die vielen Indianer. Die gemeinsam einen Häuptling wählen und stellen.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
5 2 votes
Article Rating
37 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments

harie
Gast
harie (@guest_46335)
2 Monate her

Tja in den letzten zwei Absätzen kommt das wahre Dilemma auf den Tisch.

Brunnenmeier66
Gast
Brunnenmeier66 (@guest_46326)
2 Monate her

Verstehe eigentlich nicht warum sich die beiden Hauptgesellschafter auf einen neuen Finanzchef einigen können. Aber die Chance ohne Punktabzug in die Insolvenz zu gehen verstreichen lassen. Wäre doch für den neuen Sportdirektor Finanzen ein viel besserer Start als sich mit den Altlasten rumschlagen zu müssen.
Auf den Aufstieg zu hoffen ist kein Lösungsansatz.

nofan
Gast
nofan (@guest_46327)
2 Monate her
Reply to  Brunnenmeier66

Eines der vielen kleinen Probleme ist, dass alle Sponsoren ein sofortiges Kündigungsrecht bei Insolvenz haben. Als ein der staatlichen Aufsicht unterstehenden Finanzdienstleistungsunternehmen würde die Bayerische Versicherung davon Gebrauch machen müssen. Mit einem Schlag fehlten mehr als eine Millionen € Zuwendungen in der Kasse.

Auch wenn ich der Insolvenz einen gewissen Charm abgewinnen kann, es wäre nach meiner Einschätzung nur die aller letzte Option, denn es würde nur das Feindbild H.I. durch das des Insolvenzverwalters ausgetauscht, und das vermutlich für Jahre.

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
2 Monate her
Reply to  nofan

Für Jahre?
So wie die KGaA finanziell da steht, wäre es sinnvoller, das Ding sterben zu lassen, abzuwickeln und mit einer neuen Kapitalgesellschaft neu anzufangen.

nofan
Gast
nofan (@guest_46336)
2 Monate her
Reply to  Snoopy.

Warum sollte Ismaik die KGaA sterben lassen? Das dürfte nicht im Einflußbereich des Vereins liegen.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
2 Monate her
Reply to  nofan

Keine Ahnung, ob er die Mittel hat, die KGaA vor dem Sterben zu retten. Aktuell ist er ja nicht einmal in der Lage dazu, sich mit den Geisterspielticketkäufern solidarisch zu zeigen.

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her
Reply to  Snoopy.

Ja, aber genau so, anders nicht, diese KGaA ist spätestens 2017 nach dem Supergau „4“ u. der intergalaktischen Schuldensumme von ca. 22 Mill. aus der Saison 2016/17 + der bis dahin aufgelaufenen Schulden einfach nur tot, erledigt, entweder muß die KGaA durch die Hauptgläubiger, also Ismaik, weitestgehend durch Forderungsverzicht entschuldet werden, was nicht passieren wird o. der marode Laden wird durch eine Insolvenz abgewickelt. Diese KGaA ist so auf längere Sicht nicht zu halten, nicht überlebensfähig, ohne Perspektive, tot!

Insolvenz, wenn wann, wenn nicht jetzt!?!? Nach 2017 ist jetzt die nächste Riesenmöglichkeit, zusätzlich punktabzugsfrei, endlich eine schon lange notwendige Insolvenz durchzuziehen! Wenn unsere Vereinsführung mit Reisinger, Bay, Sitzberger, Schmidt…& Co die Zeichen der Zeit für eine Insolvenz nicht erkennen wollen, aus Angst o. sonstwas diese Riesenchance nicht nutzen u. die notwendigen Schritte jetzt nicht gehen, sind die alle komplett unfähig für einen echten Neuanfang, den wir uns alle seit 2017 wünschen u. begonnen wurde u. sollten, wenn das Drama so weitergeht, baldmöglichst abdanken bzw. zurücktreten. Wenn die Riesenchance einer Insolvenz u. im Endeffekt damit wohl auch eine Trennung von Ismaik jetzt nach 2017 wiederholt verspielt wird, dann kann ich das nicht mehr nur als dumm u. unfähig bezeichnen, sondern schon als kriminell. Dann müsste man ja sogar annehmen u. vermuten, irgendwelche Verantwortliche unseres e.V. stecken hintenherum mit Ismaik unter einer Decke!?

Irgendwie kann ich die Handlungsunfähigkeit u. Zögerlichkeit unserer e.V.-Führung nicht nachvollziehen, schon garnicht akzeptieren!!!

Es wäre auch denkbar, angesichts der katastrophalen Finanzlage der KGaA, eine, seit Wochen überfällige, außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema KGaA einzuberufen, um über das weitere Vorgehen zu beraten u. abzustimmen. Aber da passiert eben auch nichts. Damit könnten die Mitglieder entscheiden, wie weiter mit der KGaA durch den e.V. verfahren wird. Das fände ich richtig, wenn es so passieren würde. Leute, die KGaA darf so nicht mehr weitermachen, schade um die Zeit, Geld, Kraft u. Nerven, schade um uns 60er Löwen, wenn das so weitergeht!!!

Freiheit für 60!!!!
#ohneHasan

Last edited 2 Monate her by Chemieloewe
Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
2 Monate her
Reply to  Chemieloewe

Dass die „4“ ein Supergau war sehe ich jetzt nicht so. Im Gegenteil, ich bin ganz froh, dass Ismaik sein Versprechen, auch die 3. Liga zu finanzieren, nicht gehalten hat. Damit hat er sich selbst dahin manövriert, wo er jetzt ist: im Abseits. Nur so konnte sich etwas ändern, anders wäre es ein „weiter so“ geblieben, vermutlich inklusive dem Totengräber Allianz-Arena.

Ich hab da im Kopf, dass Reisinger mal gesagt hat, dass eine Insolvenz der KGaA den Verein 600 T Euro kosten würde. Ich bin mir relativ sicher, dass wenn man mit dem Hut rumgeht, diese 600 T sehr schnell wieder in der Kasse wäre.

Punkte bekommst du ja m.W. nur abgezogen, wenn du während der Saison in die Insolvenz gehen musst, nicht vor der Saison. Aber wir sehen wieder mal das Stück „Warten auf Godot“. Und das ist für eine Firma nicht tragbar.

Ich bin auch der Meinung, dass man unter das Kapitel einen Schlussstrich ziehen muss, auch wenn die Konsequenzen daraus sehr hart und vielleicht sehr risikoreich sind. Aber so hat das keinen Wert, auch wenn manche der Meinung sind, die Löcher mit Krediten zu stopfen, also ein Loch zu schließen und dafür woanders ein neues aufmachen. Und das mit Hilfe von Ismaik, was dann wieder in einer Art von Erpressung endet. Hat was von Sisyphos.

Wobei Ismaik im Moment mir zu ruhig ist, wenn man mal die letzten Jahre sich so ansieht. Aber vielleicht kommt das noch, ich gehe ja davon aus, dass er erstmal abwartet, wie die Saison endet.

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her
Reply to  Snoopy.

Jo,  Snoopy. , für mich persönlich war die „4“, wie für Dich u. viele andere Löwen eine Art 1. großer Befreiungsschlag von Ismaik u. endlich raus aus der AA, ein Aufatmen bis Jubel, als sich Ismaik zur Finanzierung quergestellt hat. Jetzt muß nur noch die Insolvenz durchgezogen werden u. der richtige Neuanfang kann beginnen.

Last edited 2 Monate her by Chemieloewe
Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her

Der Kooperationsvertrag u. der KGaA-Gesellschaftervertrag sind für unseren e.V. sehr nachteilige Knebelverträge, wie dem Verbot, Teams des e.V. in den Lizenzprofiligen anzumelden….u. Vielem mehr. Die gehören auch gekündigt bzw. neu verfasst u. verhandelt, was mit Ismaik aber nicht zu machen ist. Deshalb raus aus der KGaA, Schluss damit!!! Ein Neuanfang ohne diesen riesigen Schuldenberg nach Insolvenz der KGaA!!!

Und ja, richtig, in Zukunft eben wirklich nur das ausgeben, was eingenommen wird, da muß eben überall gespart werden, anders kommt man nicht ohne Pleite über die Runden! Und nicht, wie geschrieben, jedes Jahr mit Verlusten von 2-4 Millionen Euro planen u. abschließen, was weiter die Perspektiv-u. Aussichtslosigkeit verstärkt u. in den Ruin, in die Pleite führt.

Last edited 2 Monate her by Chemieloewe
anteater
Leser
anteater (@anteater)
2 Monate her
Reply to  Chemieloewe

Ein Fass ohne Boden ist das. Immer mehr Geld versenken. Man, man, man.

löwengraetscherR
Leser
2 Monate her

Alles an sich korrekt. Ein entscheidender Punkt kommt mir jedoch zu wenig bis gar nicht vor.

Wir geben nach wie vor Jahr für Jahr mehr aus als dass wir einnehmen in der KGAA. Und hier sind nicht die Verbindlichkeiten ausschlaggebend.

Meiner Meinung nach sollten beide GF mal eine Saison planen mit den zur Verfügung stehenden Mitteln.
Kommt dann wirklich Dank „Kreativität“ etwas dazu, dann kann der GF Sport nochmal nachlegen. Derzeit schielt GG in meiner Wahrnehmung ab Tag 1 auf diese Kreativität. Das ist das was ihn lähmt.

Wobei mir natürlich bewusst ist, dass Corona hier ein zusätzlicher Rucksack ist…

Eine angedachte Kapitalmaßnahme kann das Problem der miesen Bilanz natürlich lösen. Sie löst aber nicht die jährliche Notwendigkeit Gelder zu generieren, die nicht selber erwirtschaftet werden.

Last edited 2 Monate her by löwengraetscherR
HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
2 Monate her

Alles richtig, nur will das halt keiner. Und ein Teil der „Kreativität“ entsteht ja erst durch die ständigen Löcher, sprich in gewisser Weise wird man dafür belohnt dass man immer mehr Geld ausgibt als man einnimmt.
Mit dem Nachteil dass dieses System irgendwann auch kippen kann.

löwengraetscherR
Leser
2 Monate her
Reply to  HHeinz

Schieben wir uns das Lob hin und her :-).

Mir vollkommen klar, deine Aussage sehe ich ganz genauso.

Dieses System wird 100%ig kippen, die Frage ist nur ob etwas früher oder etwas später…

Francis Underwood
Leser
Francis Underwood (@francis-underwood)
2 Monate her

„Man muss der Realität schon ins Auge sehen. Auch ohne Krise hätte der TSV 1860 München zum Ende der Saison ein großes Fragezeichen in der Budgetplanung gehabt.“
Vor allem hier stimme ich Dir voll und ganz zu, Arik! (Den ersten Abschnitt sehe ich ein wenig anders, aber tut in dem Fall ja nichts zur Sache)

Was heißt das nun? Dass wir in den letzten zwei Jahre weder angefangen haben uns zu konsolidieren, noch einen Plan entworfen haben, wie wir dies jemals schaffen.. Es wurde immer weiter (externes) Geld benötigt… und die Schlinge wird immer enger.. die Namensrechte für das NLZ, die uns viel Geld gebracht haben, kannst du halt erstmal nur einmal vergeben. Die Geschäftsstelle kannst du nur einmal verpfänden..Gönner, die Spieler finanzieren, findest du nicht verlässlich jedes Jahr…
Es passt einfach hinten und vorne nicht! Wir haben einfach viel zu hohe Ausgaben! Und das schon seit etlichen Jahren!
Was bringt uns derzeit ein Schuldenschnitt?? Mal ganz naiv angenommen, wir hätten einen 100%igen Schuldenschnitt: bei jährlich 2-4Mio €Defizit haben wir in zehn Jahren wieder 20-40Mio € Schulden…
Man sollte irgendwann ENDLICH mal anfangen, die RICHTIGEN Probleme ANZUPACKEN! Sämtliche Ausgaben hinterfragen und analysieren! Angefangen bei der Anzahl der MA in der Geschäftsstelle bis hin zu den Ausgaben für die Mannschaft! Ist die MA-Anzahl der Trainerteams angemessen? Warum 2GF mit entsprechendem Gehalt? Wäre ein 60.000€ Buchhalter effektiver (gewesen)? Usw..
Aber so, sorry, macht das keinen Sinn!

Last edited 2 Monate her by Francis Underwood
nofan
Gast
nofan (@guest_46304)
2 Monate her

Genau das sind die Fragen. Nur in einem möchte ich widersprechen.

Ein hoffnungslos überschuldetes Unternehmen wie die TSV KGaA benötigt einen kompetenten kaufmännischen Geschäftsführer. Alleine um jedes Jahr einen Konsolidierungsplan aufzustellen, den die Wirtschaftsprüfer für die positive Fortführungsprognose benötigen. Vor allem benötigt es eine immense Zeit und allumfassende Kenntnisse, die ganzen Anfragen von Saki & Co. fundiert zu beantworten. Von den ganzen Aktionen von Power ganz zu schweigen. Da wäre jeder Buchhalter eine Fehlbesetzung.

Statt eines Sport-Geschäftsführers wäre es effektiver gewesen, wenn die KGaA sich mit einem günstigeren Sportdirektor begnügt hätte.

Francis Underwood
Leser
Francis Underwood (@francis-underwood)
2 Monate her
Reply to  nofan

Ok, aus dieser Sichtweise scheint es plausibel.. aber dann haben wir auf jeden Fall die gleiche Vermutung und zwar, dass u. a. die Personalkosten eines der Hauptprobleme sein können (werden).
Warum hat das bisher niemand analysiert? Diesen Vorwurf müssen sich beide Gesellschafter gefallen lassen..

DaBianga
Leser
DaBianga (@dabianga)
2 Monate her
Reply to  nofan

Wie lange hat G.G. noch Vertrag? Könnte man da nicht mit etwas Kreativität eine Ablöse generieren?

nofan
Gast
nofan (@guest_46337)
2 Monate her
Reply to  DaBianga

Vermutlich ist G.G. so clever, eine Abfindung zu generieren.

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
2 Monate her

Gut zusammengefasst! Es bleibt dabei, ohne entschiedenen Schuldenschnitt ist der Laden nicht zu halten. Größter Gläubiger ist Hasan Ismaik selbst. Er wird Federn lassen müssen.

nofan
Gast
nofan (@guest_46295)
2 Monate her

Bei der ganzen Diskussion wird für mich eine Frage nicht beantwortet, die die TSV KGaA seit Gründung beschäftigt: Warum muss dieses Unternehmen immer Verluste ausweisen?

Nun mag die 3. Liga kein Ort sein, an dem es einfach ist, ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erzielen. Aber gegenüber vielen Konkurrenten hat die KGaA einige geldwerte Vorteile: sie verlangt mit die höchsten Eintrittspreise, sie hat den höchsten Zuschauerzuspruch mit annähernd 15.000 Besuchern, die gesamten Stadionkosten sind mit 1,5 Millionen € überschaubar, es werden weder Tilgungen noch Darlehenszinsen gezahlt. Im Gegenteil, die Ertragsrechnung wird durch rd. 500.000 € Verlustzuweisungen zulasten der HAM-Genussrechte entlastet. Und die Zuwendungen der Sponsoren bewegt sich in der Spitzengruppe der Vereine der 3. Liga. Teilweise werden Spieler von Sponsoren finanziert, was ein Verein der 3. Liga aus den regulären Einnahmen stemmen müsste.

Und dennoch hat die TSV KGaA sowohl 2018/19 als auch in der laufenden Saison (vor Corona) enorme Schwierigkeiten gehabt, sowohl die Ertragsrechnung als auch das Finanzbudget auszugleichen. Es fehlten wohl jedesmal ca. 2 Mio. €. Was sind die Ursachen? Wo liegt die Ursache dieser strukturbedingten Defizite? Ist die Organisation auch jetzt noch auf die Bundesliga ausgelegt?

Und was soll mit den Mitteln der Kapitalerhöhung geschehen? Will man diese Gelder auch unsinniger Weise zur Deckung laufender Ausgaben verwenden? Lediglich zur Tilgung der Verbindlichkeiten gegenüber den FCB und der Bayerischen wäre Eigenkapital sinnvoll.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
2 Monate her
Reply to  nofan

Viel Zustimmung meinerseits.
Nur das mit dem alljährlichen Defizit, das ist in dieser Liga leider scheinbar die Regel. Braunschweig finanziert sich letzte und diese Saison auf Pump. Wenn die jetzt nicht aufsteigen, dann wird es dort auch langsam düster. Zwickau gibt mehr aus, als sie haben und hoffen dann auf nachträgliche Sponsoren bzw. Gönner. Wer ist in dieser Liga finanziell gesund?

nofan
Gast
nofan (@guest_46322)
2 Monate her
Reply to  anteater

 anteater

Wer ein Unternehmen führt, sollte sich daran erinnern, dass die Einnahmen die Kosten bestimmen. Auf Dauer kann es sich kein Unternehmen leisten, in jedem Jahr Verluste einzufahren und diese durch Darlehen zu finanzieren. Dass das schwierig ist und viele Träume, vor allem vom alsbaldigen Aufstieg, platzen lässt, ist hinlänglich bekannt. In der Regel steigen zwei Mannschaften aus der 3. Liga auf, aber wenigstens weitere zehn haben den illusionären Aufstieg als alleiniges Hilfsmittel für ihre finanziellen Probleme ausgegeben (siehe Unterhaching). Das führt doch nur in die Pleite.

Aber Ihre Frage: „Wer ist in dieser Liga finanziell gesund“ muss mindestens auch auf die 2. Bundesliga ausgeweitet werden. Auch dort schaffen es nur die wenigsten Vereine sich eine gesunde Kapitalbasis anzueignen. Abschreckendes Beispiel ist wie so häufig die TSV KGaA, die im Zeitraum 2011 bis 2016 trotz Zugehörigkeit zur 2. BL und AA im Durchschnitt jedes Jahr 5,2 Millionen € Verluste finanzieren musste.

Will man kein Hasardeur sein, sind die sportlichen Ambitionen auf die finanziellen Möglichkeiten abzustimmen.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
2 Monate her
Reply to  nofan

Die gemittelteln Werte für Gewinne und Verluste in der 2. BL sind seit unserem Abstieg deutlich zum positiven verändert. Heißt nicht, dass da alle gesund sind, aber der krankeste Patient waren wir.

Und auch in der 1. BL steuern manche Klubs recht zielstrebig in Richtung Pleite. Schalke ist ja das prominenteste Beispiel.

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her

Danke  ArikSteen für Deinen sehr guten Beitrag u. auch des Vorhergehenden. Ja,  ArikSteen , da stimme ich Dir voll u. ganz zu, wie Du unter Anderem schreibst: „Löcher stopfen…man schleppt sich finanziell von einer Saison zur nächsten…das Grundproblem bleibt…“. So hat die KGaA keine Zukunftsperspektive, nicht mit Ismaik u. dem riesigen Schuldenberg, nicht, wenn nicht kurzfristig, sofort o. innerhalb von vielleicht 2…3 Monaten ein Schuldenschnitt durch Forderungsverzicht u. Kreditschuldenerlass durch Ismaik erfolgt…! So hat das alles keinen Sinn, keine Perspektive, das sieht doch jeder! Schuldenschnitt/-erlass von 90% o. Insolvenz – unverzüglich, sofort, schnellstens!!! Wie lange noch so weiter???

Löcher der desolaten, kranken u. fast toten KGaA mit Fanspenden, Geisterspieltickets usw. stopfen mit Ismaik an Bord – Nein danke!!!

Es ist sehr traurig u. empörend, daß von unserer e.V.-Seite als Mitgesellschafter der KGaA das alles immer weiter mitmacht, das ganze Dilemma, ohne die Hauptprobleme durch die Überschuldung lösen zu können, immer weiter mit-u. weiterschleppt, von Saison zu Saison! Immer so weitermachen ist einfach perspektivlose Stagnation, Erstarrung, Blockade, Hilflosigkeit bis Hoffnungslosigkeit!!!

Die KGaA gehört endlich in die Insolvenz u. entschuldet!!!

#ohneHasan!

Last edited 2 Monate her by Chemieloewe
nofan
Gast
nofan (@guest_46307)
2 Monate her
Reply to  Chemieloewe

 Chemieloewe )

Ihre Vorschläge nach einem Forderungsverzicht oder einer Insolvenz würde ich jederzeit unterschreiben. Nur würde diese Aktion zu dem Ergebnis führen, welches Sie sich wünschen?

Ein anderer Kommentator hat gestern darauf hingewiesen, dass während des Insolvenzverfahren die 50+1-Regelung nicht zum tragen kommt. Und wer schließt aus, dass der jordanische Geschäftsmann als Hauptgläubiger nicht den Erstzugriff auf die schuldenbereinigte und von Altgesellschaftern befreite KGaA bekommt?

Was wäre dann gewonnen?

Ich denke, dass die TSV KGaA nur dann überlebensfähig wird, wenn es verlustfrei den Geschäftsbetrieb gestaltet.

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her
Reply to  nofan

Man müsste das prüfen, aber Schuldenschnitt u./o. Insolvenz ist, denke ich, der einzige vernünftige Weg aus der ewigen, bisherigen Schuldenlawine. Wie willst Du es denn sonst machen??? Am besten wäre, Ismaik verzichtet, verkauft zum angemessenen Preis u. verschwindet, was aber so nicht passieren wird.

nofan
Gast
nofan (@guest_46321)
2 Monate her
Reply to  Chemieloewe

 Chemieloewe

Da ich kein Befürworter von Investoren betriebenen Fußball-Unternehmen bin, wäre es natürlich schön, wenn Hasan Ismaik verschwindet. Aber, aber, aber. Vermutlich würde sich beim TSV nichts ändern.

Ich bezeichne die TSV-Verantwortlichen gerne als Kreditjunkies. Warum in aller Welt hat die TSV KGaA zwischen 2011 und 2016 im Jahresdurchschnitt 5,2 Millionen € Jahresfehlbeträge ausgewiesen, die zu nichts anderem als Schulden geführt haben? Warum ist es leider Robert Reisinger nach 2017 nicht gelungen, wenigstens ausgeglichene Jahresergebnisse die KGaA ausweisen zu lassen? Die gestundeten Darlehensverbindlichkeiten haben darauf keine Auswirkungen gehabt, denn die Darlehenszinsen belasten zwar die Ertragsrechnung, werden aber durch Verlustzuweisungen zulasten der HAM-Genussrechte fast vollständig ausgeglichen. Bezahlt wurden die Zinsen auch nicht.

Solange im Umfeld des TSV die Unsitte herrscht, man benötige weitere Darlehen um laufende Kosten wie Spielergehälter oder Ablösesummen auszugleichen, so lange wird die TSV KGaA immer ein Spielball von irgend welchen Darlehensgebern oder Investoren sein.

Unternehmen, die eine gleiche Mentalität wie der TSV pflegen, sind Kaiserslautern, Schalke oder der HSV. Hoch verschuldet aber erfolglos, da sie jedes Jahr aufs Neue meinen, Erfolge ließen sich kurzfristig mit Darlehen erkaufen. Die TSV KGaA sollte Sandhausen und Freiburg als Beispiel nehmen.

Nur eine Vereinspolitik, die ihre Ziele langfristig verfolgt und sportliche und finanzielle Erfolge ausbalanciert, garantiert das Ueberleben.

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her
Reply to  nofan

Ich glaube, da liegst Du nicht falsch. Man sollte weg von Fremdsteuerung durch Großinvestoren, sondern, wie Du sagst, es wie Freiburg machen o. Union Berlin, SV Werder Bremen…Wir brauchen eine Vereinsführung, die solche Modelle auf den Weg bringen, umsetzen u. konsequent weiterverfolgen, effektiv u. effizient wirtschaften.

nofan
Gast
nofan (@guest_46339)
2 Monate her
Reply to  Chemieloewe

Nur bitte nicht dem Beispiel Werder nacheifern, die stehen auch kurz vor der Pleite. Sollten sie absteigen, würde es ernst werden.

Matula60
Leser
Matula60 (@matula60)
2 Monate her
Reply to  Chemieloewe

Die Anteile an der KGaA sind für 50+1 weitgehend bedeutungslos. Entscheidend sind die Anteile an der Geschäftsführungs-GmbH als Komplementär der KGaA. Und diese besitzt der e.v. Und daran wird sich in einer Insolvenz grds. nichts ändern.

Last edited 2 Monate her by Matula60
Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her
Reply to  Matula60

Danke für Deine Info.! Na siehste, so gehts doch!

nofan
Gast
nofan (@guest_46323)
2 Monate her
Reply to  Matula60

Im Falle der Insolvenz einer KGaA ist die Geschäftsführungs-GmbH in der Regel auch pleite und der Insolvenzverwalter übernimmt das Sagen. Da dürfte die 50+1-Regelung dem Verein wenig nutzen.

nofan
Gast
nofan (@guest_46324)
2 Monate her
Reply to  Matula60

 Matula60
 Chemieloewe

Im Falle der Insolvenz einer KGaA ist die Geschäftsführungs-GmbH als haftendes Unternehmen in der Regel gleichzeitig auch pleite und der Insolvenzverwalter übernimmt das Sagen. Da dürfte die 50+1-Regelung dem Verein wenig nutzen.

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
2 Monate her
Reply to  nofan

Egal, der Ismaik kann dann auch nicht als Mitverantwortlicher für die Insolvenz den Laden so einfach komplett übernehmen, das glaubt ja wohl Keiner!?

nofan
Gast
nofan (@guest_46338)
2 Monate her
Reply to  Chemieloewe

 Chemieloewe

Und wie wollen Sie ausschließen, dass Ismaik nicht dafür sorgt, dass die überschaubaren Forderungen anderer Gläubiger erfüllt werden? Vielleicht steigen auch finanzstarke Gläubiger von Ismaik ein, um so einen Teil des Investments von HI zu retten. Danach könnte ihm/ihnen der Laden gehören.

Vermutlich würde eine Insolvenz der TSV KGaA eine „Wundertüte“

Und wie hoch wäre die Zustimmung der jetzigen Sympathisanten des aktuellen Präsidiums, wenn dieses die KGaA in die Insolvenz schlittern ließe? Würde vielleicht aus 66/34 dann 46/54? Oder könnte das Debakel bereits bei der Wahl des Verwaltungsrates eintreten?