Mit dem Kaufmann und Unternehmer Matthias Pantke traff sich das Löwenmagazin im Biergarten des Parkcafés. Der 45-jährige Familienvater hat seine Stärken vor allem im Marketing. Sein wesentliches Ziel ist eine professionelle Struktur, eine breitere finanzielle Basis durch Unterstützung aus der Wirtschaft.

Das Interview

Danke, dass Du uns für ein Interview hier im Parkcafé zur Verfügung stehst. Was ist denn Deine Motivation, für das Amt eines Verwaltungsrates im TSV zu kandidieren?

Da muss ich etwas ausholen, da es mehrere Gründe gibt. Historisch: Ich bin den Löwen seit 40 Jahren als jahrzehntelanger glühender Fan verbunden. Der zweite Grund ist zwei Ereignissen aus dem letzten Jahr geschuldet. Das eine ist das Relegationsspiel gegen Regensburg und die Begleitumstände dazu und dann die Mitgliederversammlung, ein paar Wochen später, bei der ich schockiert war über den Ablauf und die Atmosphäre in der Halle. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass bei einem Verein wie Sechzig, der auch über Breitensport funktioniert, so eine Aggressivität in der Luft liegt. Also dachte ich mir, dass es ein Stückweit an den Leuten liegt, die es machen und zu verantworten haben. Wir sind uns ja alle einig, dass der Verein gespalten ist. Zumindest die Fußballabteilung.
Und der dritte Grund, ist mein beruflicher Background. Ende der 90er Jahre habe ich beim ehemaligen DSF die Webseite Sport1.de aufgebaut, war lange Jahre in der ehemaligen KirchGruppe im Sportmarketing tätig und kenne aus dieser Zeit auch noch einige Leute bei InFront. Dabei habe ich mir ein profundes Netzwerk in den letzten 20 Jahren aufgebaut. Ich mache aber nicht nur dezidiert Sportvermarktung, sondern bin insgesamt im Werbe- und Marketing-Bereich sehr gut vernetzt, heute vor allem als Investor in digitale Werbefirmen und Start-ups. Und wenn man sich nun das Sechzig der letzten 20 Jahre, unabhängig von wirkenden Namen, anschaut, wird eines deutlich sichtbar: Der Verein hat zu wenig Geld, dass die Einnahmen-Seite nicht stimmt. Wenn man sich dann anschaut, wie die Vermarktung und Positionierung des Vereins seit den 90er Jahren gelitten hat, dann glaube ich, gibt es da viel zu tun in dem Bereich und darin habe ich eine sehr gute Expertise und ein gutes Netzwerk und das will ich einbringen.

Dein berufliches Feld ist also vor allem das Sportmarketing. Im Team Profifußball sind ja verschiedene Personen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Ist da ein System dahinter?

Das ist eher eine Frage für Klaus Ruhdorfer, der uns zusammengebracht hat. Aber ich denke, er hat einfach geschaut, Leute zusammenzubringen, die in unterschiedlichen Bereichen eine Expertise haben. Z.B die Senta, sie kommt aus dem Schauspielbereich, jetzt fragt jeder zurecht, was will eine Schauspielerin da …

Das ist richtig. Die Frage stellen sich viele.

Sie hat durch ihren Beruf sehr gute Kontakte in die Politik, das ist wichtig für uns. Der Klaus kommt aus der freien Wirtschaft. Dann haben wir zum Beispiel auch einen Juristen, in dem Bereich hat Sechzig bislang nur eine Person und ist sehr abhängig. Insgesamt hat Klaus versucht, alle relevanten Kompetenzfelder mit unserem Team abzudecken.

Das heißt, dass Klaus Ruhdorfer dieses Team zusammengestellt hat und er Euch gefragt hat. Da drängt uns persönlich die Frage auf, ob Du Dich auch so hättest aufstellen lassen?

Das ist schwierig zu sagen. Aber wie ich sagte, ich habe mich länger damit beschäftigt und dem Verein auch schon zu den Zeiten von Markus Rejek versucht zu helfen. Die Idee meinerseits zu kandidieren war also vorhin bereits da. Dann rief Klaus an und erklärte, dass er sich sehr intensiv mit Sechzig befasst hat und dabei ist, ein Team zusammenzustellen. Er hat versucht mit allen Leuten im Verein, auch außerhalb des Fußballs, zu reden und da muss mein Name gefallen sein. Früher war ich selbst in der Westkurve, jetzt habe ich seit Jahren zwei Business-Seats, weil ich das als Spende sehe und gerne mache. Und zwar nicht über die Firma, sondern als Privatperson. Da trifft man in dem Bereich den einen oder anderen. Wenn der Anruf nicht gekommen wäre, hätte ich es wahrscheinlich trotzdem gemacht, aber das kann ich jetzt nicht zu 100% beantworten.

Und was heißt das jetzt? Ihr seid neun Leute. Wollt Ihr, dass alle neun gewählt werden? Und wenn nur zwei weiterkommen, was dann? Machen die zwei es dann trotzdem?

Natürlich haben wir den Anspruch, dass alle neun Leute gewählt werden, aber das ist nicht realistisch. Das ist uns bewusst.

Dann geht aber der Plan nicht auf, aus jedem Bereich einen Spezialisten zu haben.

Das stimmt. Aber ich habe schon gesagt, dass auch wenn ich nicht gewählt werde, ich jederzeit, ob Amt oder nicht Amt, diesem Verein zur Verfügung stehe. Als ich damals gefragt wurde, ob ich bei der Vermarktung der Business-Seats helfen möchte, habe ich auch nichts dafür bekommen. Ich habe es gemacht, weil mir der Klub am Herzen liegt, weil ich mich einbringen kann und es mir stückweit auch Spaß macht. So ist es auch jetzt für mich klar, dass ich mich einbringen möchte, auch wenn ich nicht gewählt werde, vorausgesetzt, man fragt mich. Und das gilt für alle. Wenn mich Robert Reisinger anrufen und fragen würde, ob ich mir z. B. den InFront-Vertrag anschauen möchte, würde ich das machen. Mir geht es nicht um „Lagerzugehörigkeit“, sondern um dem Dienst am Klub.

Bei der Vorstellung des Team Profifußball gab es einiges, was den Fans nicht gefallen hat. Euch hat Franz Hell vorgeschlagen. Franz Hell ist davor in die ARGE gegangen, und die ARGE hat aber drei Tage davor gesagt: „Wir werden nicht mehr politisch aktiv“. Und dann kam das Team Profifußball und jeder sagte, dass die ARGE jetzt mit dem Team Profifußball kommt.

Ich kann jetzt nur von mir sprechen, denke aber, dass es auch für den Rest gilt. Ich lasse mich vor keinen Karren spannen, weder für den e.V. noch für die ARGE noch sonst irgendwas. Der einzige Karren ist Sechzig. Bei so einem großen Klub wie Sechzig wird es immer ein breites Spektrum an Strömungen und Meinungen geben und das ist gut so, das muss so sein. Nur irgendwann muss ich schauen, dass ich sie unter einen Hut bekomme und dass alle an einem Strang ziehen. Dass wir es als Team machen wollen, ist der Tatsache geschuldet, dass wenn du alleine den Hut in den Ring schmeißt, ohne irgendwie vernetzt zu sein, dann hast du schlechte Karten. Dass es mit der ARGE und Franz dann unglücklich war, ist der Praktikabilität geschuldet. Da dich ja jemand vorschlagen muss und dann haben wir gesagt, es soll der Franz für alle machen.

Das ist nicht richtig. Man kann sich auch selbst vorschlagen. Man ist ja als potenzieller Kandidat auch Mitglied und darf Vorschläge machen. Auch sich selbst.

Tatsächlich? Okay. Nichts desto trotz, so steht es nun auf dem Papier. Es hat aber wenig mit der ARGE zu tun. Ich habe zum Beispiel mit den Köpfen von der ARGE selber darüber noch gar nicht gesprochen. Dann kommt dazu, dass Franz doch jemand ist, der eher einen möchte, als zu spalten. Und bei vielen Leuten ein gutes Standing hat, weil er ein glaubwürdiger Sechzger ist. Aber diese ARGE-Ecke wollten wir eigentlich genau nicht, weil wir uns keinem der „Lager“ zugehörig fühlen.

Hast Du spezielle Themen oder persönliche Anliegen, die Du im Verwaltungsrat umsetzen willst?

Natürlich das Marketing und die Einnahmen-Seite. Ich kenne die Eckpunkte des Vertrags mit InFront nicht, kenne aber die sogenannten Garantiesummenverträge. Es geht zwar langsam in die richtige Richtung, zum Beispiel über das lokale Sponsoring, das vor drei Monaten gestartet wurde. Es geht aber auch um die Außendarstellung des Vereins, die in den letzten Jahren schon sehr unglücklich war. Natürlich auch getrieben von dem Investor mit seinen unsäglichen Statements auf Facebook. Dann denke ich, dass ich gut darin bin, Menschen unterschiedlicher Couleur und Strömungen zusammenzubringen. Es geht dabei nicht nur um Fußball, sondern auch um andere Abteilungen.

Du redest von Sportmarketing. Aber ist das nicht eine Sache der KGaA?

Richtig, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass einer was dagegen hat, wenn ich einen Sponsor an Land ziehe, der 30.000 bis 40.000 Euro bringt. Aber natürlich muss das alles abgestimmt sein.

Hast Du Bezug zu anderen Abteilungen, ausgenommen Profifußball?

Wenn Du mich fragst, ob ich die Nöte anderer Abteilungen kenne – nein. Klar, die Turnhalle ist ein riesen Thema, das habe ich aus den verschiedenen Veranstaltungen, die ich bisher besucht habe, mitbekommen. Aber noch mal – mir liegt nicht nur Fußball am Herzen. Ich bin a Münchner Kindl und da will man sich sozial auch einbringen. Ich kann mir gut vorstellen, der Behindertensportabteilung was Gutes zu tun. Ich glaube halt, dass die einzelnen Abteilungen – jede für sich – ein sportliches und wirtschaftliches Konzept brauchen. Ich weiß, dass die Ski-Abteilung z. B. gar keine wirtschaftlichen Probleme hat. Es ist schlau sich nochmals anzuschauen, was man für jeden Einzelnen im Verein tun kann.

Man hört immer wieder heraus, dass es Dir um den Verein und die Sache geht. Was ist denn, solltest Du nicht gewählt werden? Kannst Du Dir vorstellen, den Verein in anderer Weise zu unterstützen?

Wenn ich gefragt werde, immer. Nahe liegt das Thema Marketing, Einnahmen, Sponsoring und Sponsorenpflege. Das ist auch so ein Punkt, wo ich sage, das geht nicht. Jahrelang war ich in der Allianz Arena im Business-Bereich. Vielleicht sogar der Einzige, der es privat gezahlt hat und nicht über eine Firma. Da ist nicht einmal jemand auf mich zugekommen. Das sind Sachen, die muss man machen. Und wenn ich dann vom damaligen Präsidium lese, „das ist nicht unsere Aufgabe, sondern von InFront“, sage ich: „Nein, das stimmt nicht“. Es ist die Aufgabe aller Funktionäre, die der Verein hat, denn am Ende des Tages ist jeder in der Pflicht zu schauen, dass Geld reinkommt – egal ob das Geld zu KGaA oder e.V. geht. Der Verein muss, egal gegenüber welchem Investor oder Sponsor, aus der Bittsteller-Position rauskommen. Es kann nicht sein, dass ich jedes Jahr auf Knien betteln und schauen muss, dass das Budget gerettet wird.

Und was ist die Alternative? Wir haben ja den Investor, der für sein Geld natürlich etwas zurückhaben möchte. Jetzt hat das aktuelle Präsidium angefangen zu sparen und will die KGaA auf gesunde Beine stellen. Das ist dann doch der richtige Weg?

Es gibt aber nur einen Weg, um aus der Bittsteller-Position rauszukommen. Die Einnahmen zu erhöhen. Jetzt muss ich überlegen, wie kann ich das machen. Die Vermarktungsmöglichkeiten vom Grünwalder sind sehr begrenzt. Die Vermarktung liegt bei Ströer, die einen Pachtvertrag mit der Stadt München für Außenwerbungen haben und da gehört das Grünwalder Stadion dazu. Von 2012 bis 2015 habe ich bei Ströer das Digitalgeschäft aufgebaut. Dabei habe ich mir den Vertrag auch angeschaut, um zu sehen, was im Grünwalder Stadion noch möglich ist. Wenn man jetzt Fußball von den anderen Abteilungen trennt, muss man von Abteilung zu Abteilung schauen, was haben die im Moment für Gönner und Partner. Ist da ein Dialog vorhanden? Gibt es da andere Firmen, die noch dazu passen? Wie kann ich die in das Erscheinungsbild des Vereins einbinden? Wenn ich speziell auf den Fußball schaue, dann ist es relativ klar. Es gibt den Garantie-Vertrag mit InFront. Nur aus der Sicht eines Vermarkters ist es so, dass er schaut, dass die Garantiesumme reinkommt und wenn er die drin hat, dann rutscht das Thema auf der Prioritätenliste runter. Warum? Weil er in der Regel kein Geld mehr verliert. Und das ist stückweit schlecht. Und dabei geht dieser Vertrag noch 10 Jahre, soweit ich weiß. Grundsätzlich ist der Ansatz nicht mehr auszugeben, als man hat, richtig. Nur ich muss schauen, dass ich mehr einnehme. Und das fehlt mir.

Und was ist dann die Alternative? Weitere Investoren?

Mit weiteren Investoren und dem jetzigen Investor wird das, glaube ich, nicht funktionieren. Kurzfristig gedacht geht es darum zu schauen, was kann ich für Sponsoring-Pakete schnüren? Wie kann ich die einbauen im Stadion? Oder auf die Homepage. Die Webseite hat sehr viel Traffic, ist aber auch sehr schlecht vermarktet. Etliche Sachen kann man besser machen. Beispiel 3. Liga und Budget 3 Millionen Euro. Mit der Markenkraft, die Sechzig hat, muss ich schauen, dass ich die 3 über Sponsoring auf 3,5 oder 4 bekomme, ohne zu Herrn Ismaik zu laufen. Aber das ist ein Thema der letzten 20 Jahre – Sechzig ist schlecht gemanagt, vor allem, was die Einnahmegenerierung betrifft.

Als Mitglied im e. V. und mögliches zukünftiges Mitglied im Verwaltungsrat: Wie wichtig ist Dir die 50+1-Regelung?

Grundsätzlich finde ich die 50+1-Regelung gut. Die Kernfrage, was die Perspektive eines Fußballklubs ist, gehört in die Hände des Klubs und nicht in die eines Investors. Nur eins ist klar, wenn ich ein Investor bin und in eine „Firma“ investiere, dann will ich auch Einflussmöglichkeiten haben und die Möglichkeit haben, mein Geld so anzulegen, dass ich die Ziele erreiche, die ich mir gesetzt habe. Ich glaube, dass die wenigsten wirtschaftliche Ziele dahinter haben.

Moment, Du weichst unserer Frage aus. Uns geht es nicht um den Investor und was dessen Ziele sind. Sondern um diese Regelung. Wenn Du Verwaltungsrat wirst, wirst Du die 50+1-Regel schützen?

Solange sie in Deutschland gültig ist, würde ich sie natürlich schützen, ich glaube aber, dass sie fallen wird, denn Herr Kind wird jetzt sicher klagen. Ich bin aber ganz klar dafür, dass die Vereine eigenbestimmt und nicht fremdbestimmt bleiben. Regelung hin oder her.

Soll sich der Verwaltungsrat und das Präsidium des e. V. in das Tagesgeschäft der KGaA einmischen?

Ins Tagesgeschäft? Nein. Ist ja nicht die Aufgabe. Ich bin in verschiedenen Aufsichtsrats- und Beiratspositionen in der freien Wirtschaft, z. B. bei der Werbefirma von Zalando und weiß, dass man sich ins Tagesgeschäft nicht einmischt.

Als künftiger Verwaltungsrat darfst Du eine Person für das Präsidentenamt vorschlagen. Gäbe es da jemanden, der Dir vorschweben würde?

Zunächst würde ich abwarten, wie der Dialog mit dem aktuellen Präsidenten läuft. Kein Mensch sagt, dass sie einen schlechten Job momentan machen. Aber es gibt natürlich schon Punkte, die mich sehr stören. Zum Beispiel sehe ich als eine der Aufgaben des Präsidiums, den Verein zu einen und nicht zu spalten. Das vermisse ich.

Viele vermissen eine höhere Medienpräsenz des Präsidenten. Sollte sich Robert Reisinger medienwirksamer als Gesellschafter der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA präsentieren?

Nein. Im Gegenteil. Das macht er meines Erachtens genau richtig. Klar, so ein Quartalsbericht, wo der Verein steht und was aktuell ansteht, wäre nicht schlecht. Aber ich brauche keinen Präsidenten, der sein Gesicht wöchentlich in die Kamera hält.

Welche Bedeutung hätte für Dich als Verwaltungsrat die Stadionfrage?

Das ist das Top-Thema. Es gibt neben der sportlichen Entwicklung einen Bereich und das ist die wirtschaftliche Entwicklung und sie steht und fällt mit der Stadionfrage.

Geht es da um das Grünwalder Stadion oder um eine alternative Option?

Das ist ein Thema, wo wir im Team an einem Strang ziehen. Wir sagen alle, Sechzig braucht ein Stadion für 30.000 bis 35.000 Zuschauer. Am liebsten im Grünwalder. Ich bin selber da „groß geworden“ und hänge da dran wir Ihr auch. Was uns aber fehlt, ist ein klares Statement von der Stadt. Wenn die Politik nach dem Relegationsspiel in der Zeitung sagt, „Sechzig gehört nach Giesing“, ja dann muss ich aber auch einen politischen Willen an den Start bringen und schauen, wie kann der Verein eine Zukunftsfähigkeit in dem Stadtteil aufbauen. Was mir fehlt, ist die Kommunikation seitens des Vereins zu dieser Thematik. Ich habe mit zwei Leuten von der ehemaligen Stadionkommission gesprochen und sie meinen, dass es am Lärmschutz scheitert. Dass man da keine Chance hat auch beim vorhandenen politischen Willen, das durchzubekommen, weil man niedergeklagt wird. Auch eine Variante mit Dach ist bei dem Thema durchgefallen, weil die Abstandsflächen zu klein sind.

Ist das Stadion ein Thema der KGaA oder vom e.V.?

Sowohl als auch. In meinen Augen ist es auch ein e.V.-Thema. Weil ich glaube, dass es wichtig ist abzuklopfen, welche Optionen es wirklich gibt. Was ist mit dem Grünwalder, wo ist wirklich Schluss? Vor allem bei welcher Zuschauergröße.

Jetzt wollt Ihr, dass die Stadt Euch bis Ende des Jahres eine Antwort gibt. Warum soll die Stadt einem Verwaltungsrat diese Antwort geben?

Nicht einem spezifischen Verwaltungsrat oder dem Verwaltungsrat, sondern dem Klub, als Ganzen. Das ist die Stadt Sechzig schuldig. Das glaube ich schon. Es sind, sagen wir mal 100.000 Menschen im Münchner Raum 60-affin. Das sind alles Wähler. Natürlich kann man da bisschen politischen Druck ausüben. „Herr Reiter, wenn Sie nach dem Aufstieg sagen, Sechzig gehört nach Giesing, dann sagen Sie auch Grünwalder Stadion nach 18.000 Schluss oder nach 22.000 Schluss?“ Dass da mal endlich ein klares Statement kommt. Ich weiß natürlich nicht, wie die Gespräche mit Scharold und Reisinger laufen. Nur, man hört einfach auch nix. Es ist wichtig klare Optionen zu haben und wenn die Optionen da sind, dann ist es auch nicht nur ein KGaA-Thema, sondern die Sache des gesamten Vereins. Bleibe ich im Grünwalder Stadion, wohlwissend, dass bei 20.000 Schluss ist und damit irgendwo die Grenze erreicht ist oder es gibt einen Standort X. Sechzig ist für viele Münchner ein Teil des städtischen Alltaglebens. Und ich glaube, dass die Karte viel zu wenig ausgespielt wird.

Okay, aber priorisierst Du nun das Grünwalder Stadion?

Absolut. Und das sehen wir alle im Team gleich.

Was aber, wenn die Stadt sagt, dass dieser Wunsch nicht erfüllbar ist? Euer Team redet von 30.000 Zuschauern als Untergrenze. Bei manchen Veranstaltungen sogar eher von 35.000 Zuschauern. Was, wenn die Stadt sagt, dass bei 20.000 oder 25.000 Zuschauer Schluss ist?

Nochmal, es geht um die Perspektive des Klubs. Wenn die Stadt diese Aussage trifft, dann hat man eine Antwort. Und mit der kann man arbeiten. Wenn die Mitglieder sagen: „20.000 oder 25.000 passt zu Sechzig“, dann ist es fein. Dann muss das auch unterstützt werden. Dann spielen wir vor 20.000 Zuschauern. Nur, wenn eine Mehrheit sagt, wir wollen mehr, dann müssen wir dem auch Rechnung tragen.

Was wünschst Du Dir für die Versammlung am 22. Juli 2018 im Zenith?

Eine vernünftige, faire Atmosphäre.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Reinhard Friedl
Reinhard Friedl (@reinhardfriedl)
2 Jahre her

Wäre er nicht im „Team Profifußball“, wäre er bestimmt nicht der Schlechteste. Seine Argumente sind zumindest nicht von der Hand zu weisen.

Konterhoibe
Leser
Konterhoibe (@konterhoibe)
2 Jahre her

Beeindruckend wie auf einmal jeder aus diesem „Team“ das GWS so toll findet..

Vorher noch Ruine schreien. Wendehals, einer wie der andere.

bluwe
Leser
bluwe (@bluwe)
2 Jahre her

Hört sich oberflächlich gesehen gut an, v.a. die wirtschftlichen Dinge.
Doch mM dreht und windet er sich so durch um keinen auf den Schlips zu treten und ein NoGo zu vermeiden.
Für mich ist er aber trotzdem ein NoGo, da er dem Team „Profifussball“ und damit der Scheichfraktion angehört. Diese hat das Ziel einen neuen Marionetten-Präsidenten vorzuschlagen, damit HI analog 2016/17 wieder freie Fahrt im AR hat….

HHeinz
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HHeinz (@hheinz)
2 Jahre her

Man wird ja bescheidener. Er hat immerhin schon mal gehört dass wir eine Turnhalle brauchen könnten.

Dass ich jetzt jemanden im e.V. wählen soll damit dieser anschließend die KGaA Webseite besser vermarktet ist für mich einfach nur bescheiden.
Das könnte er jetzt schon, dazu muss er nicht für den Verwaltungsrat kandidieren sondern nur die dortige Geschäftsführung überzeugen.

Das was Robert von Bennigsen für den e.V. angeleiert hat könnte man doch sofort für die KGaA ebenfalls tun. Ein Verein „Unternehmer für Herrn Ismaik“ welcher Geld für die KGaA einsammelt. Gemeinnützig wäre das vermutlich nicht aber ein jährliches Treffen mit dem Geldempfänger lässt sich sicherlich arrangieren.

„am Ende des Tages ist jeder in der Pflicht zu schauen, dass Geld reinkommt – egal ob das Geld zu KGaA oder e.V. geht.“
Zumindest bilde ich mir ein dass ich so langsam das Konzept hinter dem Team Profifußball erkenne. Man tut einfach so als gäbe es gar keinen Herrn Ismaik und e.V. und KGaA wären quasi noch eins. Das mit den vielen Schulden ist natürlich noch ein Problem aber da erhöhen wir einfach die KGaA Einnahmen (dass da noch keiner drauf gekommen ist).

Irgendwann ist die KGaA sportlich und finanziell so erfolgreich dass Herr Ismaik einfach vergisst dass ihm 60% und das komplette Merchandising gehören. Dann ist Sechzig wieder frei.

Ich möchte Matthias Pantke seine wirtschaftliche Kompetenz nicht absprechen. Auch vom Marketing versteht er vermutlich etwas und dass er jetzt für ein Ehrenamt kandidiert ist anerkennenswert. Mehr Kohle wie ich hat er hoffentlich auch. Positiv ist auch dass man kein großes Geheimnis darum macht dass einen der e.V. selbst gar nicht interessiert. Gerade hier ist in der Vergangenheit häufig geheuchelt worden.

Ich befürchte nur es würde den e.V. nicht voranbringen. Nehmen wir an seine Aussage zur Zukunft von 50+1 wird Realität dann verliert der e.V. schlichtweg seine Existenzberechtigung denn er besitzt fast nichts mehr und nahezu sämtliche Rechte wurden in die KGaA verlagert.

Diesen Umstand gilt es zu beseitigen und erst danach kann es wegen mir egal sein ob das Geld zur KGaA oder zum e.V. geht.

tomandcherry
Leser
tomandcherry (@tomandcherry)
2 Jahre her
Reply to  HHeinz

@ HHeinz

„Irgendwann ist die KGaA sportlich und finanziell so erfolgreich dass Herr Ismaik einfach vergisst dass ihm 60% und das komplette Merchandising gehören. Dann ist Sechzig wieder frei.“

Dieser Absatz hat mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. 😉

Sonst kann ich mich den Kommentaren der anderen User weitestgehend anschließen.

Alleine die Zugehörigkeit zum „Team Profifußball“ wäre für mich ein Grund, ihn nicht zu wählen. (Ich bin allerdings kein Mitglied und somit nicht abstimmungsberechtigt.)

Landshuter Löwe
Leser
Landshuter Löwe (@landshuter-loewe)
2 Jahre her
Reply to  HHeinz

“am Ende des Tages ist jeder in der Pflicht zu schauen, dass Geld reinkommt – egal ob das Geld zu KGaA oder e.V. geht.”

wobei e.V. -> KGaA wohl laut Kooperationsvertrag nicht zulässig ist, oder sehe ich da was falsch?

Was der e.V. sammelt sollte auch dort bleiben.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
2 Jahre her

Ich habe es so verstanden dass man als Ehrenamtler im e.V. ganz offiziell Geld für die KGaA einsammelt. Also das was eigentlich die KGaA selbst bzw. Infront leisten müsste.

Die Logik ist anscheinend dass man e.V. und KGaA als Einheit betrachten soll was defacto aber nicht der Fall ist. Der e.V. könnte selbst jeden Cent gut gebrauchen. Die KGaA hat den Ausrüstervertrag anscheinend auch KGaA spezifisch abgeschlossen was die Situation ganz sicher nicht vereinfacht. Lustigerweise beschwert sich Herr Ismaik jetzt auch noch darüber.

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
2 Jahre her

Der verkauft sich gut. Seine Beschwörung der Kompetenzen als Team wirkt auf mich schräg. Die haben eine Latte an Kandidaten, die ich höflich gesagt zweifelhaft finde. Allen voran der Riegenführer. Hat Pantke sich seine Mitstreiter vorher nicht angeschaut? Ich glaub ihm, dass er es ernst meint. Aber dieses „Team Profifußball“ kann nicht sein Ernst sein.

Landshuter Löwe
Leser
Landshuter Löwe (@landshuter-loewe)
2 Jahre her

Hat von Euch jemand seine Nase vor und nach dem Interview gemessen. Pinocchio lässt grüßen.

(Meine erste Empfindung nach dem Durchlesen.)

DaBianga
Leser
DaBianga (@dabianga)
2 Jahre her

Die Aussage mit der politischen Vernetzung ist aktuell gesehen der Brüller.

ArikSteen
ArikSteen (@ariksteen)
2 Jahre her
Reply to  DaBianga

Das stimmt