Ein Kommentar der Redaktion

Es geht um ein Miteinander. Es geht darum, das Lagerdenken zu überwinden. Sowohl Saki Stimoniaris als auch die Vertreter des Team Profifußball betonen dies immer wieder. Indirekt wird der Vereinsführung vorgeworfen, dass es nicht voran gehe mit dem TSV 1860 München. Dass es keine Konzepte gäbe. Thomas Hirschberger erklärt, dass die Themen, die man im Wahlkampf angestoßen habe, noch immer akut seien. Das Team Profifußball beschäftige sich deshalb auch ein halbes Jahr nach der „schallenden Ohrfeige“, so nennt es Hirschberger selbst, mit genau diesen Themen. Man treffe sich und ist gewillt erneut anzutreten.

Die Ankündigung kommt für viele nicht wirklich überraschend. Dass man tatsächlich nichts aus dem Wahlkampf gelernt hat, jedoch schon. Es werden die gleichen Parolen und Themen auf den Tisch gelegt. Drei Trigger-Punkte sind es. Zum einen der sportliche Erfolg, zum anderen die Stadionfrage und zuletzt das Nachwuchsleistungszentrum.

Die Stadionfrage

Zwischen Hoffen und Bangen – die Stadionfrage funktioniert immer. Wir brauchen ein bundesligataugliches Stadion. Kein Fan wird widersprechen. Doch „wir brauchen …“ und „wir wollen …“ sind keine Lösungsansätze. Genau die gleiche Taktik, mit der man bei der vergangenen Mitgliederversammlung verloren hat, holt man nun aus der Schublade. Man sei primär für den Ausbau des Grünwalder Stadions, wolle sich aber die Alternative eines Stadionbaus im Umland offenhalten. Das haben die Mitglieder bereits gehört. Es war Teil des Wahlkampfes 2018. Und zwar fast im gleichen Wortlaut.

Die aktuelle Vereinsführung steckt dabei in einem Dilemma. Sie hat die Stadionfrage bereits voran getrieben. Es gab Gespräche mit Architekten und auch mit der Stadt München. Die hat nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Unter der Führung von Robert Reisinger wurde die Stadionfrage tatsächlich voran getrieben. Mit ungewissem Ausgang, das ist klar. Und deshalb kann das Präsidium eben keine sichtbaren Ergebnisse liefern. Aber das durfte auch keiner nach sechs Monaten erwarten.

Das Nachwuchsleistungszentrum

Thomas Hirschberger betont, wie wichtig das Nachwuchsleitungszentrum sei. Man müsse es erhalten. Es wird wohl kaum ein Mitglied geben, das ihm widerspricht. Jeder möchte ein starkes Nachwuchsleistungszentrum und niemand möchte sich aktuell das Szenario vorstellen, dass die U21 abgemeldet wird. Doch die KGaA hat sich durch die immense Schuldenpolitik in eine Sackgasse manövriert. Auch weil Vertreter des Gesellschafters TSV München von 1860 e.V. nicht eingeschritten sind. So ehrlich muss man sein. Aber deshalb ist die U21 auf dem Prüfstand, nicht weil der Verein sie loswerden möchte.

Auch hier steckt das Präsidium in einem Dilemma. Man hat angeboten, die U21 und die U19 in den TSV München von 1860 e.V. zurückzuführen. Damit könnte man sie erhalten. Eine Antwort gibt es seitens HAM International nicht. Sie ignorieren sogar bewusst das Angebot. Immer wieder wird betont, dass durch den Konsolidierungskurs des e.V. das Nachwuchsleistungszentrum in Gefahr sei. Man schiebt demjenigen den „schwarzen Peter“ zu, der zumindest einen Vorschlag parat hat. Das Team Profifußball schlägt in die gleiche Kerbe. Man betont die Bedeutung des NLZ. Ein Konzept bietet man nicht.

Der sportliche Erfolg

„Wir wollen den TSV 1860 München wieder in den Profifußball“ zurückführen, hatte das Team Profifußball am Anfang ihres Wahlkampfes verkündet. In der Zwischenzeit ist man aus der Regionalliga in die 3. Liga aufgestiegen. Dennoch bedient man sich genau dieser Wortwahl. Sechzig gehöre in den Profifußball.

Auch Robert Reisinger hat ganz klare Hoffnung geschürt, dass Sechzig in fünf Jahren wieder in der 2. Bundesliga spielt. Die Möglichkeit eines Sponsorings durch Hasan Ismaik hat man klar formuliert. Eine Antwort gibt es wieder nicht. Stattdessen versucht man den Mitgliedern zu signalisieren, dass der Sparkurs den Verein in den sportlichen Niedergang führt.

Welche Taktik steht dahinter?

Man möchte die Gräben überwinden und für ein Miteinander sorgen, ist die Botschaft. Saki Stimoniaris stellt den Sparkurs nicht nur in Frage, sondern möchte die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA offensichtlich für eine weitere Verschuldung offen halten. Bewusst präsentiert man dabei keine wirklichen Konzepte. Vor allem Stimoniaris weiß, dass Hasan Ismaik nicht berechnend ist. Er gibt sogar zu, dass es sein Verdienst gewesen sei, dass der Jordanier die Genussscheine überhaupt überwiesen habe. Niemand kann voraussehen, welche Angebote Ismaik zukünftig machen wird und an welche Forderungen sie geknüpft werden. Und so macht Stimoniaris das Einzige, was man tun kann: für HAM International alle Optionen offen halten.

Welche Rolle das Team Profifußball dabei spielt, kann man nur erahnen. Argumente und Konzepte haben sie nicht. Auch wenn sie sich nach der Mitgliederversammlung mehrmals getroffen und entschieden haben: „Wir treten erneut an“. Das ist ein vereinspolitisches Störfeuer, das im Moment keinem hilft.

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Manne60
Leser

Sehr guter Beitrag Leute lion heart

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Hirschberger:
„Es kann doch nicht sein, dass jeder Vereins-Heini mitquatscht“

Da fehlen einem die Worte…….

Baum
Leser

An Frechheit kaum zu überbieten. Und mit solchen Aussagen will der Typ für ein Amt im e.V. kandidieren! Null komma Null aus der letzten Mitgliederversammlung gelernt. Und dann auch noch die Mitglieder beschimpfen weil sie den Winkler für seine Entgleisungen auf der MV (mMn zurecht) ausgebuht haben.
Warum wird wieder als Team (Block) angetreten? Macht ein N. Oxee da wieder mit? Wenn ja, dann scheidet auch er wieder als für mich wählbarer Kandidat aus. Ich verstehs nicht… Da fühle ich mich als Mitglied verarscht. Sorry, aber so nicht meine Herrn (und Dame) vom Team Profifussball.

Weiss-Blau
Leser

Kann ich dir sagen. Weil sie nix gelernt haben aus ihren Fehlern. Ich finde das gut. Das macht es einfacher. Im Block erneut nicht wählen. Wahl ist aber ohnehin erst 2021, oder? Bis dahin gibt es anderweitig Störfeuer. Garantiert.

Rooooobert
Gast
Rooooobert

In Giasing nix neues… jajaja der eine schimpft über den anderen und der andere schiesst zurück. Traurig was aus dem Verein geworden ist. Wurde halt verkauft…und dann noch an den falschen…wer darf es ausbaden? der fan

Weiss-Blau
Leser

Leidenschaftliche, fähige Kandidaten brauchen wir. Auch hilfreich sind Kandidaten mit entsprechenden Beziehungen. Es braucht jedoch NIEMAND ein Team „Profifußball“.

Baum
Leser

Schlimmer wie die judäische Volksfront und die populäre Front zusammen, der Che-Saki und sein Team Profifussball.

3und6zger
Leser

Ich denke, liebes Löwenmagazin, dass Hasan Ismaik sehr wohl „berechnend“ ist, und darüberhinaus auch „unberechenbar“. smile

Josef Wagner
Leser

Was ich witzig finde, ist, dass Saki den VR öffentlich zu einem Satzungsverstoss aufruft. Er will doch offenbar allen Ernstes, dass bei der Wahl mehr als eine Person, die der VR vorschlägt, zur Wahl stehen.

Ich sage dazu nur: Bevor er sich als Präsident bewirbt, sollte er sich zuerst mal im Vereinsrecht gut einlesen und sich dann informieren, was es bedeuten würde, wenn der VR
seinen Vorschlag annehmen würde – nämlich, dass die Wahl wegen Satzungsverstoßes ungültig wäre!

Landshuter Löwe
Leser

Und er sollte sich im Klaren werden, was die Aufgabe des Präsidenten eines e.V. ist, das hat er offensichtlich noch nicht gemacht.

twchris
Leser

Wissen sollte er es schon, ist im aber wahrscheinlich total egal; sprich ferngesteuert.

Landshuter Löwe
Leser

Oder so…

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