Nachdem letztes Wochenende in der U17-Bundesliga S/SW pausiert wurde, hat am heutigen Sonntag die U17-Mannschaft des TSV 1860 München die B-Junioren der Eintracht aus Frankfurt auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114 am 4. Spieltag empfangen. Nach zwei Siegen und einem Remis standen die Junglöwen auf dem dritten Tabellenplatz, während der Gast mit vier Punkten und Rang elf in die Partie einstieg.

Kopfballtor bringt die Löwen in Front

Mit dem obligatorischen Kreis und „Einmal Löwe, immer Löwe“ stimmten sich die Junglöwen auf den Gegner ein, dessen Taktik sehr schnell klar wurde – nämlich in die Offensive zu gehen und die Löwen unter Druck zu setzen. Dies ist der Eintracht in den ersten zehn Minuten auch gut gelungen. So hatten sie folgerichtig die erste gute Chance durch einen Kopfball in der 10. Minute. Der Ball ging jedoch über den Kasten drüber. Danach verlagerten die Löwen ihr Spiel immer mehr auf Angriff und kamen zu ihren Torchancen. Cindric war in einer guten Position, als er im Spielaufbau des Gegners in deren eigenen Hälfte Kolbe den Ball abluchste und mit der Kugel in den Strafraum reinlief, letztendlich aber am Torhüter scheiterte, der gut parieren konnte. Die Junglöwen zogen immer mehr an und drängten auf einen Treffer. So startete Ouro-Tagha einen Angriff und lief alleine aufs Tor zu. Obwohl er als letzter Mann gefoult wurde, sah der Schiedsrichter keinen Grund, die Pfeife zu zucken und ließ das Spiel weiterlaufen. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, in dem die Junglöwen zwei bis drei vielversprechende Angriffe und Torgelegenheiten generierten, jedoch am guten Torhüter der Frankfurter scheiterten. Die Mühe lohnte sich und in der 23. Minute ging Sechzig in Führung: Ecke für die Junglöwen, Wicht führte aus und fand Mansour Ouro-Tagha im Strafraum, der locker zum 1:0 einköpfte.

Tor für die Junglöwen über Ouro-Tagha zu 1:0

Bis zum Pausenpfiff blieb es bei einem spannenden und agilen Spiel mit vielen Aktionen in beide Richtungen. Eintracht Frankfurt hatte jedoch Schwierigkeiten, ihre Chancen zu verwerten, scheiterten immer wieder entweder an der guten und wachen Abwehr der Löwen, dem wieder mal sicheren und reaktionsstarken Torhüter Avdija oder an der eigenen mangelnden Präzision und Durchschlagskraft. Mit der knappen 1:0-Führung ging es in die Kabinen.

Kampf bis zur letzten Minute

Der zweite Durchgang hatte anfangs ein ähnliches Gesicht wie in Teil Eins. Frankfurt wusste, dass sie etwas machen mussten und haben erneut offensiv gestartet. Nichtsdestotrotz waren es die Sechziger, die den zweiten Treffer landeten. Von links kam der Angriff, die Kugel landete im Strafraum und Yunis Abou-El-Ela verwandelte gekonnt zum 2:0. Danach wurde das Spiel aggressiver und ruppiger, wobei man sagen muss, dass der Schiedsrichter sehr gnädig mit den Fouls der Gäste umgegangen ist, was im weiteren Verlauf für Frust sorgte, wie beim Trainer-Team so auch bei den Spielern. Eine Viertelstunde war noch zu spielen und die Junglöwen setzten alles dran, die drei Punkte zu Hause zu behalten. So musste Morgalla beim Gegenangriff etwas härter einsteigen, holte den Gegner von den Beinen und für sich eine gelbe Karte. Man merkte an der Aggressivität, wie wichtig es beiden Mannschaften war, etwas Zählbares zu holen und dennoch bissen sich die Frankfurter trotz jeglicher Mühe bis dato die Zähne an den konzentrierten und kämpferischen Löwen aus, die jeden Angriff zu verteidigen wussten. Und trotzdem blieb es nicht zu Null. Den Anschlusstreffer der Gäste schaffte Arda Temur, dem man auf der linken Seite zu viel Platz ließ und er somit zum 1:2 aus Eintracht-Sicht verwandeln konnte. Avdija war hier chancenlos.

Die Schlussphase war hitzig, schnell und sehr energisch. Frankfurt wollte sich noch unbedingt einen Punkt sichern und Sechzig natürlich nicht nur die Führung halten, sondern diese eher ausbauen. Egal wie hoch der Druck der Gäste wurde, die Löwen konnten bis zum Schluss ihre Nerven behalten. Die beste Chance hatte Frankfurt noch einmal durch einen Freistoß aus circa 20 Metern. Zum Glück ging die Kugel knapp am Tor vorbei. Ähnliche Freistoßmöglichkeit bekamen auch die Junglöwen hinterher. Wicht, Kapitän der Junglöwen, versuchte es direkt. Seinen Schuss konnte der Torhüter allerdings noch übers Tor lenken. Auch die anschließende Ecke brachte keinen Treffer. Die Uhr tickte und es wurde immer nervenzerreißender. Beide Teams kämpften um jeden Ball und jeden Zentimeter. Am Ende gingen die Löwen als Sieger vom Platz und blieben auch nach dem vierten Spieltag ungeschlagen. Und nicht nur das – für den einen Moment waren sie Tabellenführer der U17-Bundesliga. In der Zwischenzeit zog der FC Augsburg (3:0 gegen Heidenheim) durch die bessere Tordifferenz an den Löwen wieder vorbei und sicherte sich den ersten Tabellenplatz.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich von Spielbericht zu Spielbericht wiederhole – auch diesmal war dieses Ergebnis einer starken Leistung der Mannschaft zu verdanken, die füreinander kämpft und einen großen Siegeswillen auf dem Spielfeld ausstrahlt. Nicht jeder Spielzug sitzt perfekt, aber die individuellen Fehler werden gemeinsam wieder wett gemacht.

Am Samstag, 24. Oktober, bestreiten die U17-Löwen erneut ein Heimspiel. Diesmal ist SV Darmstadt 98 zu Gast. Anpfiff ist um 11 Uhr.

Aufstellung TSV 1860 München: Avdija, Marosevic, Rem, Morgalla, Friedrich, Bangerter, Cindric (Häckl, 55.), Abou-El-Ela (Seils, 61.), Ouro-Tagha, Wicht, Sür (Wörl, 77.)

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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jürgen
Leser
jürgen (@jr1860)
7 Tage her

Echt stark, unsere Junglöwen 🙂