Die TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020/21 veröffentlicht. Der hat aufgrund der Pandemie ein “negatives Ergebnis”, schreiben die Löwen.

Die Pressemitteilung:

Insgesamt blieb die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA im Geschäftsjahr 2020/2021 Corona-bedingt beim Umsatz und beim Ergebnis hinter der Vorsaison zurück. Die Saison 2020/21 war in dieser Form bislang einzigartig, da aufgrund der Pandemie bekanntlich alle Spiele im Stadion an der Grünwalder Straße vor leeren Rängen stattfinden mussten. Zudem ergaben sich aufgrund der Verlängerung der Saison 2019/2020 über den 30. Juni 2020 hinaus einige Verschiebungen bei den Einnahmen und den Kosten, die das Geschäftsergebnis maßgeblich beeinflusst haben. Zusätzlich fielen die Transfererlöse nach dem außergewöhnlichen Ergebnis in der Saison 2019/2020 um 2,8 Millionen Euro niedriger aus, was auch das Geschäftsergebnis maßgeblich beeinflusst hat.

Der Umsatz der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA beläuft sich in der Saison 2020/2021 auf 9,4 Millionen Euro. Der Rückgang der Umsatzerlöse fiel dank der außergewöhnlichen Unterstützung der Fans des TSV 1860 München, die in einer überwältigenden Anzahl „Herz“-Dauerkarten gekauft und somit von vorherein auf ihr Rückerstattungsrecht verzichtet haben, geringer aus als erwartet. Durch die Käufe konnten für die Löwen Einnahmen generiert werden, wie sie kein anderer Verein in der 3. Liga hatte. Zusätzlich konnte trotz der Corona-Pandemie und entgegen dem Marktrend eine Steigerung der Sponsoringerlöse erreicht werden. Das Engagement unseres Hauptsponsors die Bayrische konnte signifikant erhöht werden. Auch im Segment der PremiumPartner und der LöwenPartner konnten einige neue Sponsoren hinzugewonnen werden.

Durch den Ausschluss von Zuschauern bei allen Heimspielen des TSV 1860 München reduzierten sich im Bereich Spielbetrieb die Kosten. Durch diese Einsparungen konnten Teile der fehlenden Einnahmen kompensiert werden. Dies wurde im Wesentlichen durch ein restriktives Kostensenkungsprogramm in allen Verwaltungsbereichen flankiert.

Bei den zuschauerabhängigen Kosten wie beispielsweise den Abgaben für die öffentlichen Verkehrsmittel oder die Betriebskosten der VIP-Alm am Trainingsgelände konnten genauso Einsparungen erzielt werden, wie durch Insourcing-Maßnahmen, den Aufbau und Einsatz des vereinseigenen Ordnungsdienstes an Spieltagen und ein effizienteres Spieltagsmanagement. Zusätzlich konnten durch intensive Verhandlungen mit unserem Vermarkter Einsparungen realisiert werden.

Auch im Bereich der Verwaltungskosten konnten durch frühzeitige Weichenstellungen mit den Gesellschaftern und durch das zur Verfügung gestellte Überbrückungsdarlehen wesentliche Kosten eingespart werden.

Durch die aufgeführten Effekte war es der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA sogar möglich über das Niveau des Vorjahres hinaus in den Kader zu investieren und somit bis zum letzten Spieltag der Saison um die Aufstiegsplätze mitzuspielen.

Am Ende der Saison konnte mit Platz 4 die Qualifikation für den DFB-Pokal gesichert und somit die Grundlage für die unvergesslichen Pokalabende in der Saison 2021/2022 gelegt werden. Ebenso konnte der Trend der verbesserten Endplatzierung nach Platz 8 in der Vorsaison mit Platz 4 fortgesetzt werden. Gemessen an den Gesamtausgaben für den sportlichen Bereich konnten wir Vereine, die höhere Ausgaben hatten, hinter uns lassen und somit die beste Relation von eingesetzten finanziellen Mitteln zu erreichten Punkten erzielt werden.

Trotz aller Anstrengungen schließt die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA die Saison 2020/2021 mit einem Verlust von 1,6 Millionen Euro ab. Dieses Ergebnis ist nicht durch Einnahmen aus staatlichen Corona-Hilfen beeinflusst.

Auch in Zukunft wird die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA alles unternehmen, um Einnahmen zu steigern und Kosten zu senken, damit dem Aushängeschild des Vereins, der Profimannschaft möglichst viele Mittel zur Verfügung stehen. Nach jetzigem Planungsstand sind weiterhin größere Anstrengungen erforderlich, um in der Spielzeit 2022/2023 das Niveau des Etats halten zu können. Deshalb bedankt sich die gesamte Löwen-Familie bei allen Fans für die Unterstützung in den vergangenen Jahren.

Ein herzliches Dankeschön geht auch an alle Fans, die sich ihre Dauerkarte für die neue Spielzeit bereits gesichert haben und an alle, die es noch tun werden. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren haben sich deutlich mehr Dauerkartenbesitzer schon zu einem frühen Zeitpunkt ihren Stammplatz im Grünwalder Stadion gesichert. Der TSV 1860 München bedankt sich schon heute bei mehr als 4.000 Dauerkarten-Käufern. Die Abruffrist für die reservierten Plätze läuft noch bis 20. Mai 2022. 

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Löwenfan

Super,Konsolidierungskurs vom Reisinger!

drew60

Lass es doch endlich Gerhard.

Bine1860

Ganz genau, wichtiger denn je, gerade nach Corona

thrueblue

Würde mich nicht wundern, wenn sich dieser Fehlbetrag in etwa mit den entgangenen Corona-Hilfen deckt. Die wir ja dank des Firmensitzes „Dubai“ nicht erhalten haben. Danke Hasan. Falls mich jemand korrigieren mag…ich lerne gern dazu 😉

reinhard-friedl

Zweimal 800 T€ hätte es Corona Hilfe geben können, wenn die KGaA nicht total verschuldet gewesen wäre und/oder der Firmensitz des Hauptanteilseigners nicht in einem “Steuerparadies” wäre. Somit ist Deine Rechnung bestimmt nicht falsch. Leider hatte die KGaA zweimal ein “K O” Kriterium erfüllt, um keine Corona Hilfen zu erhalten.

reinhard-friedl
Christian Auer

Hoffe mal das es der Reisinger zahlt will ja kein fremdes geld

Bine1860

Und wenn du mit “fremden Geld” neue Darlehen meinst, müsstest du dich bitte mit Fortführungsprognose zum Erhalt der Lizenz, negativen Eigenkapital und Strafen des DFB dafür auseinandersetzen, dass wüsstest Du auch warum die KGaA kein fremdes Geld nehmen darf, egal wie der Präsident heißt.

tsvmarc

“……..Du auch warum die KGaA kein fremdes Geld nehmen darf, egal wie der Präsident heißt.”

Sag ich doch. DIe brauchst die 3 deswegen nicht Heilig sprechen.

Bine1860

Tu ich doch gar nicht, aber es gibt ja durchaus Leute, die einen andern Präsidenten haben wollen und auch neue Darlehen nehmen würden, egal wie hirnverbrannt das wäre. Nein ich spreche die 3 sicher ned heilig aber du solltest nicht so tun als wäre es kein bisschen deren Verdienst, das ist auch ungerecht

reinhard-friedl

Würde der e.V. das Defizit ausgleichen, wäre die Gemeinnützigkeit des gesamten e.V. futsch. Spenden, Beiträge, Fördergelder dürfen nicht in den “gewerblichen” Teil (sprich KGaA) eingebracht werden. Leider müssen wir Fans die gesetzlichen Regelungen akzeptieren und einsehen, dass dem Präsidium des e.V. “die Hände gebunden sind.” Ein gemeinnütziger eingetragener Verein darf Gelder in ein Unternehmen nur einbringen, wenn absehbar ist, dass aus dieser Investition dauerhaft Erträge für den Verein fließen werden.

anteater

Warum sollte der e.V. Fehlbeträge der KGaA zahlen? Völlig unlogisch, Ihr Vorschlag. Für die KGaA ist Herrn Ismaiks Geld kein fremdes Geld. Schon vergessen, dass er die Mehrheit der Anteile an der Firma hält? Geld vom e.V., das wäre fremdes Geld für die KGaA.

Reinhard Friedl

Aktuell sind die Geschäftszahlen für die vorherige Saison 2020/2021 (Geschäftsjahresende zum 30.6.2021) im Bundesanzeiger noch nicht zu ersehen. Allerdings überrascht mich die Presseerklärung seitens der KGaA, die einen Verlust in Höhe von 1,6 Mio € verkündete nicht. Im Geschäftsjahr 2019/2020 waren immerhin Transfererlöse in Höhe von 3.448 T€ zu verbuchen. Es handelte sich um Zahlungen für Weigl, Pongracic und Uduokhai. Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnten zwar für Volland einige Hunderttausend Euro vereinnahmt werden, was aber im Gegensatz zum Vorjahr 2,8 Mio € weniger Transfererlöse ausmachte. Zudem waren in der vorletzten Saison keine Zuschauer zugelassen und somit konnten keine zusätzlichen Gelder zu den vereinnahmten Dauerkarten durch Einzeltickets eingenommen werden. Das “Brückendarlehen” (Bürgschaft von HI) war meines Erachtens auf 6 Mio € für 2 Geschäftsjahre ausgelegt. Deshalb sind in meinen Augen die 1,6 Mio € Verlust ein respektables Ergebnis. Für die nun zum 30.6.2022 endende Saison (und somit Geschäftsjahresende 2021/2022) sollte ohne das ich hellseherische Fähigkeiten hervorrufen muss, der Verlust deutlich reduziert worden sein und auf nahezu eine schwarze Null hinauslaufen. Da Zuschauer in dieser Saison wieder teilweise zugelassen wurden, kommen Ticketerlöse für Einzelkarten hinzu, die es in der vorletzten Saison nicht gab und auch die Anstrengungen der Akquisition von neuen Sponsoren haben sich gelohnt. Da der “Sparzwang” wohl zum großen Teil eingehalten worden ist, sollte sich also in der nun ablaufenden Saison der Verlust von 1,6 Mio € wieder deutlich verringert haben. Sobald die Zahlen im Bundesanzeiger einsehbar sind, werde ich dem Löwenmagazin nähere Erläuterungen zukommen lassen.

Reinhard Helminger

Dann können wir im GWS weiter konsolidieren, danke an Reisinger &Co. 🥶

bluwe

Sag uns doch eine mögliche Alternative in diesem Gesamtkonstrukt!

Viele sagen auch Danke HI, der sich noch dazu persönlich für 1860 außerordentlich wenig interessiert 🙂

anteater

Alternativ dazu könnten wir natürlich auch Insolvenz anmelden, wie in der AA Verlust durch das Stadion machen, die Eigenkapitalquote verschlechtern und dafür bestraft werden (war das eine Geldstrafe oder Punktabzug?).

Dank Reisinger & Co. gehen wir diese Wege zum Glück nicht. Dennoch wollen machen Sechzig echt brennen sehen. Kann nicht nachvollziehen, warum jemand aus dem eigenen Fanlager das wollen würde.

tsvmarc

Was heisst denn Dank Reisinger und co? Es gibt gar keine andere Altenative egal wie der Name des Präsidiums lautet.

anteater

Mein Kommentar war eine Antwort auf den Kommentar darüber. Ich habe dessen “Argumentation” lediglich aufgegriffen. Kontext, so wichtig. Kann man aber auch erkennen 😉

tsvmarc

Hey, is Wochenende..😊

Bine1860

Natürlich gibt Alternativen, neue Darlehen nehmen, Fortführungsprognose weg, Lizenz auch, Strafe für negatives Eigenkapital zahlen müssen, Insolvenz oder/und “4”.. Deshalb dank RR und Co. der das eben nicht macht, natürlich wäre jeder andere Präsident der genau den Weg geht ebenso des Dankes sicher

Last edited 15 Tage her by Bine1860
tsvmarc

RR und Co bleibt gar nichts anderes übrig als genau diesen Weg zu gehen. Verstehe Dein Problem nicht. 🤔 

Alles andere geht nicht weil die Folgen wohl nicht absehbar sind. Da fehlt mir aber die Rechtsgrundlage um das genau beurteilen zu können. Eventuell kann das hier jemand näher erörtern.

Bine1860

Trotzdem, es gibt Leute die genau den anderen Weg fordern, sogar ein ganzer Blog samt / oder besonders der Blogger, die sich um Rechtsgrundlagen etc nix scheren und denken Hasan zahlts dann schon

drew60

Freue mich schon darauf

Herbert

Vielen Dank für den aufschlussreichen Kommentar. Die 1,6 Mio Verlust halte ich den Umständen entsprechend auch noch für ganz passabel.

Sportfan

gleicht der größte Fan aller Zeiten diesen Verlust jetzt aus ? Wurden überhaupt Mittel von HI eingesetzt ? Was macht der Stand der Darlehen ?

Reinhard Friedl

Ich gehe davon aus, dass die 1,6 Mio € durch das “Brückendarlehen” von HI ausgeglichen werden und dies dann in Genuss-Scheine umgewandelt wird. Die alten Genuss-Scheine sind zudem auch am Verlust beteiligt und werden daher leicht abschmelzen.

dave

Was mir komisch vorkommt ist, dass durch das Darlehen Verwaltungskosten reduziert werden konnten.

reinhard-friedl

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Hausbank aufgrund der “Bürgschaft” von HI (Zusage ein “überbrückungsdarlehen” zu geben) auf dem Konto der KGaA einen sehr günstigen Zins in Rechnung stellte. Ohne diese Bürgschaft wäre bei der extrem hohen Verschuldung der KGaA wohl ein deutlich höherer Zins angefallen bzw. sogar überziehungszinsen berechnet worden. Es waren wohl variable überziehungen, die auch mal über den 1,6 Mio € lagen konnten. Da kommt schon eine entsprechende Entlastung bei den Verwaltungskosten heraus.