Am Samstag spielt der TSV 1860 München gegen SV Wehen Wiesbaden in der BRITA-Arena. Wir haben uns mit dem sympathischen Kapitän der Wiesbadener unterhalten.

Sebastian Mrowca wurde 1994 in Agatharied (Landkreis Miesbach) geboren. Aufgewachsen ist er in Hausham und spielte dort bei der SG Hausham, bevor er 2009 zum FC Bayern München in die dortige Jugend wechselte. Anschließend wechselte er zu Energie Cottbus. Seit dem 1. Juli 2014 steht er beim SV Wehen Wiesbaden unter Vertrag. Mrowca sammelte internationale Erfahrung in vier U19 und zwei U20-Länderspielen.

Aktuell ist der Kapitän der Wiesbadener verletzt. Deshalb wird er gegen die Löwen nicht auf dem Platz stehen.

Sebastian Mrowca, (c) imago/Jan Huebner

Das Interview

LM: Du bist der dienstälteste Spieler des SV Wehen Wiesbaden. Seit 2014 in der Mannschaft. Was macht für dich den SV aus?

Vollkommen richtig. Ich bin der Dienstälteste bei uns in der Mannschaft und seit 2014 dabei.

In den letzten Jahren habe ich eine sehr positive Entwicklung bei uns gesehen. Sowohl beim Verein selbst, wie auch bei unserer Mannschaft. Der Verein hatte einen Plan und ihn umgesetzt. Das war auch 2019 zu sehen, bei unserem Aufstieg in die 2. Liga. Wir haben es geschafft, seit Jahren eine gute Struktur in den Verein zu bekommen, mit dem Trainer, dem Trainer Stab und auch der Geschäftsführung.

Auf jedem Fall ist die Entwicklung top. Es ist sehr wichtig, auch für mich, dass man sich im Verein entwickeln kann. Das ist eben genau der Grund, wieso ich immer noch hier bin. In den vielen Jahren habe ich hier meine Freunde gefunden und die Stadt Wiesbaden ist schön. Das war natürlich auch ein ausschlaggebender Punkt. Aber vor allem die tolle Entwicklung, die der Verein in den letzten Jahren gemacht hat.

LM: Am Samstag erwartet der SV Wehen Wiesbaden den aus unserer Fan-Sicht stärksten Drittligisten, die Löwen aus Giesing. Siehst du das anders?

Ja, das ist eine gute Mannschaft, die ihr habt. Das ist klar!

Trotzdem muss ich sagen, dass in der Liga alles möglich ist. Deshalb widerspreche ich euch da zwar nicht direkt, aber muss dennoch sagen, da kann halt jeder jeden schlagen. Ich weiß ist zwar ‘ne Floskel, aber wir haben’s auch in den letzten Jahren so erlebt, dass wir gegen die Mannschaften, die weiter unten stehen, ein paar Punkte gelassen haben. Es ist immer schwierig zu sagen, wer da die stärkste Mannschaft ist.

Aber auf jeden Fall werden eure Löwen eine große Rolle in der Saison spielen.

LM: Du bist leider verletzt und kannst nicht auf dem Platz sein. Schaust du dir das Spiel im Stadion an?

Ja, leider bin ich verletzt. Ich habe mir die Peronealsehne gerissen, das ist im Zweikampf gegen Rostock im Rückspiel passiert. Ich bin schon gute elf Wochen nach der OP und kann beim Mannschaftstraining dabei sein. Und ich hoffe natürlich, dass ich, sobald es geht, der Mannschaft helfen kann. Auch wenn ich weiß, dass ich noch ein bisschen Zeit brauche. Mein Ziel ist in drei bis vier Wochen auf dem Platz zu stehen.

LM: Bei euch war bislang nur ein Unentschieden drin. Kann man davon ausgehen, dass ihr am Samstag unbedingt punkten wollt?

Ja, wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal gegen wen. Ein Sieg tut immer gut. Es ist auf alle Fälle eine schwere Aufgabe, aber wir versuchen es zu gewinnen, gerade zu Hause. Wir nehmen das Positive vom Spiel gegen Freiburg mit und wir werden ein gutes Spiel absolvieren. Denn dann sind die Tage danach immer ein bisschen fröhlicher (lacht).

LM: Fußball gehört den Fans und wenn es den Fans gehört, dann müssen sie auch da sein“, meinte Michael Köllner jüngst im Löwen-Podcast. Wie wichtig sind für dich die Fans in der Kurve?

Fans sind sehr wichtig im Stadion. Egal ob bei Heimspielen oder Auswärtsspielen.

Es ist eine viel schönere Atmosphäre auf dem Platz, da werden wir auch mehr gepusht. Ob jetzt die Fans für oder gegen dich schreien, es macht immer mehr Spaß. Für uns sind die Fans wichtig, auch wenn wir nicht ganz so viele über die Region hinaus haben. Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir wieder vor Fans spielen dürfen. Und wir hoffen, dass es bald erlaubt ist, in einem vollen Stadion zu spielen.

Sebastian Mrowca (U19 FCB) gegen Janis Danner (U19 1860) (c) imago

LM: Ausgebildet wurdest du ja von unserem roten Nachbarn. Deshalb die provokative Frage: ist für dich München eher rot oder eher blau?

Ich bin auf jeden Fall ein Bayern-Fan. Klar, ich habe in der Jugend dort gespielt.

Ich habe mich mit den Sechzigern in den letzten Jahren ein bisschen auseinandergesetzt. Oft gegeneinander gespielt und auf jeden Fall eine positive Entwicklung festgestellt. Deswegen mag ich den Verein. Vor allem was die Fanbase angeht, da sind die Löwen auf einem absoluten top Niveau. Ich glaube, selbst wenn ihr vierte, fünfte oder gar sechste Liga spielen würdet, ihr hättet immer noch zigtausende Fans, die kommen. Es ist ein guter Verein. Nur weil ich ein Bayern-Fan bin, heißt es nicht, dass ich die Blauen nicht mag.

Die Frage ist schwierig zu beantworten, ob München jetzt rot oder eher blau ist. Ich würde mal sagen, ein Ticken mehr Rot, weil ich in der Jugend gespielt habe.

LM: Während deiner Verletzungsphase trägt Sascha Mockenhaupt die Binde. Spielst du dennoch auch aktuell eine Rolle als Kapitän, wenn es um das Mannschaftsgefüge geht?

Ja klar, ich bin jetzt seit zwei Wochen oder zweieinhalb Wochen wieder bei der Mannschaft. Davor habe ich leider nicht so viel mitbekommen. Da musste der Sascha das übernehmen.

Seitdem ich wieder da bin, schaue ich natürlich, dass Zucht und Ordnung in dem Laden herrscht (lacht). Nein, Spaß, ich motiviere die Mannschaft, auch wenn es momentan für mich selbst schon schwierig ist.  Es macht mir unheimlich viel Spaß, wenn ich die die Jungs mitreißen kann und versuche die natürlich soweit es geht zu unterstützen. Sowohl die jüngeren Spieler, die noch einen weiten Weg vor sich haben, als auch die älteren Spieler. Man versucht immer so ein gutes Mittelmaß zu finden. Aber auf jeden Fall hören die Jungs auf mich und ich glaube, das ist ganz wichtig. Und deswegen bin ich da auch zufrieden.

LM: Dein Tipp für SV Wehen Wiesbaden gegen den TSV 1860 München?

Mein Tipp fürs Spiel? ich denke, dass wir im Spiel gegen Freiburg sehr gut hinten gestanden sind und vorne ein paar Torchancen hatten. Deshalb würde ich sagen, dass wir 2:0 gewinnen.

Titelbild: Sebastian Mrowca (c) imago images/Eibner

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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stoffl
stoffl (@guest_57977)
Gast
5 Monate her

wieder ein sympathisches interview! klasse arbeit 👌🏻