TSV 1860 gg. Preußen Münster: Adler gewinnen gegen zahnlose Löwen

TSV 1860 München - Preußen Münster 0:1

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Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße. 15.000 Zuschauer. Wieder ein ausverkauftes Heimspiel. Das ist Sechzig München.

Sechs-Punkte-Spiel auf Giesings Höhen. Es gilt, sich für die schwache Leistung in Großaspach vor heimischem Publikum zu rehabilitieren. Der wieder genesene Nico Karger steht in der Startelf und soll der Mannschaft die in den vergangenen Spielen fehlende Durchschlagskraft zurückbringen. Mit Sascha Mölders, Stefan Lex und Benjamin Kindsvater stehen drei weitere Offensivkräfte auf dem Platz. Der Plan ist also klar. Drei Punkte.

Ecke – Tor – Führung Münster

Löwen stiegen gut ins Spiel ein. Schon nach wenigen Sekunden musste Klingenburg hinten aushelfen, nachdem Stefan Lex den Ball scharf vor das Tor gebracht hatte. Das erste echte Ausrufezeichen setzten die Löwen nach sechs Minuten. Schulze Niehues konnte aber den Distanzschuss von Nico Karger noch über die Latte drücken. Nur kurz danach kam Sascha Mölders durch, legte ab auf Lex, doch der brachte den Ball nicht unter Kontrolle. Münster lief zuerst weitestgehend hinterher, München bestimmte die Anfangsviertelstunde.

Die kurze Behandlungspause für Schiri Guido Winkmann, nachdem ihm Simon Lorenz unabsichtlich auf den Fuß tritt, brachte etwas Zeit zum Durchschnaufen, die Münsteraner nutzten diese für sich und waren plötzlich in der Partie drin. Sie erspielten sich einige Torchancen: Ein Einwurf von Mening auf Kobylanski konnte geblockt werden (22.). Dann versuchte Dadashov den Ball in den Strafraum zu legen, der per Hand geklärt wurde – kein Elfmeter (24.). Dazu ein Freistoß von Pires, der keinen Abnehmer fand. Eigentlich nichts wirklich Gefährliches, aber der SCP sendete Zeichen.

Dann passierte es. 30. Minute. Eckball für die Gäste. Der Ball landete erst am Oberschenkel von Klingenburg und dann direkt vor die Füße von Dadashov, der zur Führung für die Adler einschob! Münster hätte die Führung kurz darauf noch ausbauen können. Martin Kobylanski scheiterte mit einem starken Freistoß nur um Zentimeter am 2:0 (33.). Dann vergab Rodrigues Pires ebenfalls einen Freistoß. 

Adler retten die knappe Führung über die Zeit

Die Löwen brachten nach dem Wechsel Prince Owusu und Christian Köppel. In der Kabine blieben Dennis Dressel und Benjamin Kindsvater.

Löwen hatten etwas mehr Spielanteile, die Preußen konzentrierten sich auf die Abwehrarbeit. Richtig große Chancen kamen aber nicht zustande. Dann kam Münster wieder, mit 2-3 kleinen Chancen.

Der eingewechselte Owusu bekam die erste echte Chance für die Löwen in der zweiten Halbzeit, aber Schulze Niehues klärte gerade noch (60.). Viertelstunde später landete ein Eckball vor dem Preußentor, wo Braun im Fallen den Ball an den Arm bekam. Torwart Schulze Niehues stand direkt hinter ihm, aber Sascha Mölders wäre einschussbereit gewesen. Ein eher klarer Elfer für die Löwen, der aber nicht erkannt wurde. Dann kam noch Dadashovs Kopfballduell mit dem Ellbogen gegen Simon Lorenz. Der Löwe musste noch auf dem Platz genäht werden, Dadashov kam mit Gelb davon.

„Sie waren stets bemüht“

In der Schlussphase versuchten die Löwen noch was zu reißen, aber richtig gefährlich wurden sie nicht mehr. Nur eine wirklich klare Szene gab es noch – in der Schlussminute des Spiels! Da scheiterte Herbert Paul per Kopf frei vor Schulze Niehues.

Letztendlich hätten die Löwen noch eine Stunde so weiter spielen können, ohne dass etwas Zählbares dabei herausgekommen wäre. Müssten wir ein Zeugnis ausstellen, wäre der Satz „die Mannschaft war stets bemüht“ kaum zu vermeiden gewesen. Diese Leistung war, so leid es uns tut, schlicht und ergreifend „mangelhaft“. An Harmlosigkeit ist das Spiel der Löwen derzeit nicht zu überbieten. Für unsere Gegner sind wir einfach zu leicht auszurechnen. Hinten anfällig, vorne harmlos und in der Mitte nicht vorhanden.

Aber diese Spieltage gehören zu einer Saison einfach dazu. Der Löwenfan ist traurig. Und dennoch freut er sich über einen Fußballnachmittag mit Gleichgesinnten im ewig lebendigen Giesing. Auf der Heimfahrt mit der S-Bahn hatten die Weiß-Blauen ebenso, wie bereits auf der Hinfahrt die Oberhand. Gesänge schallen durch das Abteil. Fast könnte man meinen, wir hätten gewonnen.
Das ist eben Sechzig München.

(TT / SC)

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3und6zger
Leser

Am Samstag hat sich mein Eindruck verfestigt, daß wir uns speziell gegen robuste Gegenspieler, die erst mal alles blocken, sehr schwer tun. Teilweise fehlt da die Körperlichkeit um dagegen zu halten. Ähnlich kann ich mich erinnern, wars gegen Rostock auch. Interessant auch, daß Münster vorne mit 4 Mann Pressing mit 2 Mann dahinter gespielt haben, dann sah man ein 30m-Loch und dann standen 4 Mann an der Mittellinie. So was dann mal mit spielerischer Klasse und zwei Doppelpässen auszuhebeln und in die Überzahl zu kommen, daran fehlts durch die Ausfälle von Beki und Moll im Moment. Das können die Jungs aus der zweiten Reihe halt so schnell nicht kompensieren, weil erstens sind sie (noch) zweite Reihe und zweitens muß man denen auch einige Spiele Spielpraxis zugestehen, der Lex hat diese Saison schon mindestens 15 zur Eingewöhnung bekommen.

anteater
Leser

So, jetzt habe ich mir das Spiel nochmal angesehen. Die ersten 20 Minuten waren wir, wie Tami schon geschrieben hat, tatsächlich ganz gut, dann 15 Minuten richtig schlecht, dann ging es wieder so halbwegs. In der 2. Halbzeit waren wir in der Summe keine 10 Minuten gefährlich, kaum gut rausgespielte Angriffe (3 oder so), viele weite Bälle zum Gegner oder direkt in Toraus. Katastrophal. Unsere Abwehr ist viel zu oft viel zu planlos und unsortiert. Trainieren die kein Stellungsspiel und keine Deckung?

Da gestern die Diskussion bezüglich der Nachspielzeit aufkam:
1. Halbzeit, 3 Minuten, geht in Ordnung, 2,5 Minuten Behandlung des Schiedsrichters z.B..
2. Halbzeit, 4:50 Minuten, geht nicht in Ordnung. 4 Minuten Behandlungszeit Lorenz, jeweils eine halbe Minute auf dem Boden rumliegen von Kobylanski und Klingenburg und jeweils eine halbe Minute für 4 Wechsel plus dito für eine Ansprache des Schiedsrichters an unser Trainerteam = 7,5 Minuten. Hätte wohl auch nichts mehr geändert, weil wir nach dem Rückstand kein Konzept hatten.

Allerdings hätte Dardashov für seinen Einsatz gegen Lorenz Rot sehen müssen! Der Ellbogen war nicht nur ausgefahren, der ging ganz klar absichtlich noch als Stoß nach hinten in das Gesicht von Lorenz. Tätlichkeit und einige Spiele Sperre wäre angemessen.

Und Philipp Steinhart kann von mir aus verkauft werden. Er wartet so oft auf den Ball, statisch, und ein Gegner, der kein Stehgeiger ist, holt ihn sich einfach vorher. Billig. Die Flanken und Ecken zu oft eine Katastrophe, ins Nichts oder direkt zum Gegner. Nachwuchsspielerbonus gibt es für 26-Jährige nicht.

twchris
Redakteur

„So, jetzt habe ich mir das Spiel nochmal angesehen“

Und das freiwillig?

anteater
Leser

Ja. Ich war gestern doch sehr matt wegen des Schlafmangels und wollte nur nochmal überprüfen, ob meine Wahrnehmung richtig war. Grob war sie das, aber eben irgendwie gedämpft, wie alles gestern. Nächstes Mal fahre ich eine Stunde später los…

Alexander Schlegel
Leser

Eine Erklärung für die plötzlich so schlechten Ergebnisse ist schnell gefunden: es fehlen gerade die 1-2 Prozent Motivation um Spiele für sich zu entscheiden, da man – meinetwegen unbewusst – doch seit dem letzten Sieg nicht mehr an einen Abstieg glaubt. Andere Mannschaften spielen dann befreit auf und zeigen gerne was in ihnen steckt, bei uns schalten die Herren Profis lieber in den Urlaubsmodus um. Wie gesagt, da muss nur ein Quentchen Konzentration fehlen und schon kippen diese ganzen engen Spiele.

Zudem bin ich entsetzt darüber, dass man schon wieder diesen Unfug wie in der vermaledeiten Abstiegssaison betreibt und vorab den aussortierten Spielern das Ende ihrer Tätigkeit mitteilt. Das war für mich ein mitentscheidender Punkt, warum wir damals aus der 2. Liga abgestiegen sind. Warum man dieses Szenario unbedingt wiederholen muss, würde ich gerne die Herren Bierofka und Gorenzel fragen wollen.

Drittens wird der Ausfall von Bekiroglu eigentlich nicht kompensiert. Da einen Dressel hinzustellen (frei nach dem Motto: mach mal), finde ich schon etwas abenteuerlich. So was mache ich doch nur, wenn ich in einer Vorbereitung zu einer neuen Saison stecke, die Abläufe mit dem jungen Mann eintrainiert sind oder es wirklich nur mehr um Testspiele geht. So bin ich schon sehr verwundert über unseren Trainer. Meiner Ansicht nach verheizt man so den Jungen und er war auch gestern heillos überfordert. Zudem ist es ein Betrug am Zuschauer, die nämlich für ein Meisterschaftsspiel bezahlt haben und an der Liga, wo die Saison gerade in die entscheidende Phase geht und man den anderen Mannschaften gegenüber nicht einfach in den Testspiel- bzw. Trainingsmodus umschalten darf. Statt einem möglichen Schlendrian entgegen zu steuern, hat Bierofka den auch noch mit der Aufstellung und den Einwechslungen der Dauerreservisten heraufbeschworen. Das ist eine Sauerei in meinen Augen. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.

anteater
Leser

Hm, na ja.

Also, das mit der Motivation, das spielt, glaube ich, nur am Rande eine Rolle. Wir spielen vorne doch seit Wochen, wenn nicht die ganze Saison, einfach zu komplizert rum, anstatt mal den Abschluss zu suchen. Unser Spielaufbau ist langsam und träge, die Mobilität der Spieler mangelhaft, alles schon die ganze Saison so.

Das Ende der Tätigkeit bei uns hat exakt NULL Spieler der gestrigen Startaufstellung betroffen (außer den ausgeliehenen Simon Lorenz). Alle anderen haben einen Vertrag über die Saison hinaus. Folglich halte ich von diesem Argument gar nichts, ohne jetzt die Herren Bierofka und Gorenzel irgendwie in Schutz nehmen zu wollen.

Ja, Bekiroglu kann nicht ersetzt werden. Allerdings bitte nicht vergessen, dass er auch „nur“ durch die Verletzung von Moll und den Weggang von Dings aus Bums in die regelmäßige Startelf gerutscht ist. Was wären die Alternativen zu Dressel gewesen? Abruscia. Der ist offensiver ausgerichtet und er wäre meine Wahl gewesen. Ja, hier steckt ein Haufen Kritik am Trainer in meinen Aussagen.
Allerdings sehe ich das mit dem Betrug am Zuschauer nicht ganz so. Vielleicht ist unser Trainer einfach auch ein wenig limitiert wenn es um Flexibilität im Denken geht, ich weiß es nicht. Zumindest war der Hamperer Ziereis gestern nicht mehr dabei.

Die Wechsel kann ich auch nur bedingt nachvollziehen. Den fleischgewordenen Ballverlust Steinhart vor die Abwehr zu stellen, na ja. Bei einem Rückstand den offensiven Mittelfeldspieler nicht schon zur Halbzeit sondern kurz vor Schluss zu bringen, ich weiß ja nicht was die da in Hennef lernen… Kindsvater wirkte gestern auf mich stark verbessert zu den Vorwochen. Warum auswechseln? Gut, ich habe keine Trainerlizenz, Biero schon. Mein Job hängt nicht davon ab, fragwürdige taktische Entscheidungen zu treffen und ebensolche Wechsel zu tätigen.

Alexander Schlegel
Leser

Ich glaube schon, dass die Motivation eine extrem große Rolle spielt. Als Biero mit seinem Trainerschein endlich fertig war, sprühte er am Anfang nur so vor Tatendrang. Das hat sich, zumindest für mich, zu 100% auch auf die Mannschaft übertragen. Wir brauchen uns da natürlich nichts vormachen: die Profis in der 3. Liga sind zumeist limitiert (nicht nur bei uns), das sind keine Wunderspieler. Die meisten von ihnen kommen über Kampf und Ehrgeiz. Und da spielen solche Faktoren wie Motivation eine extrem wichtige Rolle. Oder glaubst Du in Osnabrück sind alle nach einer Saison, wo sie nur knapp dem Abstieg entgingen, plötzlich vor der neuen Saison in einen Kessel mit Zaubertrank gefallen? Beispiel gestern: ich weiß nicht, wie es euch ging, aber mir standen bei unseren Innenverteidigern gestern die Haare zu Berge. Vor dem 1:0, wo zwei Münsteraner so lange allein gelassen wurden, dass die schon gar nicht mehr anders konnten als endlich mal die Kugel reinzudonnern, gab es Minimum zwei weitere Szenen, wo Weber und Lorenz so was von grottenschlecht standen, dass ich mir dachte, dass die beiden doch jetzt langsam mal aufwachen müssten. Aber nein, wieder segelte eine Flanke an den 5er und wieder waren die Münsteraner im Zentrum mutterseelenallein gestanden. Das war in meinen Augen eine Sorglosigkeit, die auf Unkonzentriertheit basierte, sprich: weil man nicht zu 100 Prozent bei der Sache war.

Ende der Tätigkeit: Da scheinst Du ja wesentlich mehr zu wissen als ich. Nur zur Klarstellung: mit Ende der Tätigkeit im Verein habe ich nicht nur Spieler gemeint, die keinen neuen Vertrag mehr bekommen, sondern, ganz im Gegenteil, auch Spieler, die eben einen noch laufenden Vertrag haben und darum verkauft werden müssen. Weil Geld fehlt und Ablöse erziehlt werden muss. Aber da scheinst Du ja mehr zu wissen. Dann bin ich ja beruhigt, dass da gestern keiner mitgespielt hat.

Die Alternative zu Dressel wäre, wie Du auch schon schreibst, ganz klar Abruscia gewesen. Warum der unter Biero keine Chance mehr kriegt, ist mir völlig rätselhaft. Aber auch ich habe keinen Trainerschein, habe also auch keine Ahnung … wink
Übrigens bin ich auch überhaupt kein Freund von Steinhart. Das ist für mich der meist überschätzte Spieler in der Mannschaft. Der macht in einem normalen Liga-Spiel dermaßen viele Fehler und hatte auch gestern, nach meinem Gefühl, im Mittelfeld gar nichts verloren. Am liebsten würde ich eigens für den die Regel vom American Football übernehmen wollen, wo Spieler nur für einen einzelnen Kick eingewechselt werden dürfen. Ich glaube, Burgsmüller hat das mal nach seiner Fußball-Karriere eine Zeit lang gemacht. Also: Freistoß, Steinhart rein und nach dem Schuss wieder raus … wink

anteater
Leser

Es sind jetzt, was, sechs Wochen, seit er keine Doppelbelastung mehr hat? Da hat die Motivation und der Tatendrang aber nicht lange angehalten.
Für die Motivation der Spieler ist halt auch der Trainer verantwortlich.

Nein, ich glaube, dass eine Mannschaft, die eine eingeschworene Gemeinschaft ist, erfolgreich sein kann. Osnabrück ist das Paradebeispiel, der Kampf, den gerade Zwickau, Jena oder Cottbus hinlegen auch. Das Gegenteil ist Uerdingen, die weniger limitierte Spieler haben, aber wo halt jeder für sich spielt.

Das Stellungspiel, auch das der Innenverteidiger, das sollte man durch gezieltes Training hinbekommen. Hallo, Herr Trainer…

Mir ist nichts von Spielern mit laufenden Verträgen bekannt, die man versucht loszuwerden. Bei einigen wäre es schon gut denkbar, Bönlein zum Beispiel. Allerdings würde ich mir von jemandem mit gültigem Vertrag, der gesagt bekommt, dass man nicht weiter mit ihm plant, eine andere Reaktion erwarten. Entweder „Jetzt zeig ich euch nochmal, was ihr dann verliert“ oder „Dann spiele ich jetzt extra motiviert, damit ich wo anders einen guten Vertrag bekomme“. Es wäre doch ausgesprochen dumm, als Resultat extra unmotiviert zu spielen. Und das würde ja auch im Training auffallen, sollte also dazu führen, dass ein Spieler nicht mehr aufgestellt wird.

Es ist bekannt, dass Aaron Berzel keinen neuen Vertrag bekommen soll. Das finde ich persönlich schade, weil er ein super Typ zu sein scheint, der sicher sehr unangenehm als Gegenspieler ist. Und wir wissen, dass Christian Köppel keinen neuen Vertrag bekommt. Das finde ich auch schade, aber das war schon sehr lange absehbar. Ich schrieb irgendwo schon vor Monaten, dass er mehr als Bayernliga kann und deshalb einen Verein in der RL Bayern suchen sollte, schon aus Eigeninteresse heraus, weil er bei uns ja nicht an Steinhart vorbei kommt.

Alexander Schlegel
Leser

Noch ein Wort zur Motivation: natürlich hat das bei Biero nicht innerhalb der paar Wochen nachgelassen, das passt auch gar nicht zu ihm. Aber er signalisiert durch die Hereinnahme von Dressel und auch Köppel gestern, dass er die laufende Saison nicht mehr ganz so wichtig nimmt und jetzt mal ein paar Sachen probiert oder auch den Reservisten eine Chance gibt sich zu zeigen. Das mache ich ja nicht, wenn es in der Tabelle noch „Spitz auf Knopf“ steht. Und das hat mich persönlich gestern auch eher geärgert. Das kann er in Testspielen machen, aber im laufenden Spielbetrieb finde ich das nicht gut. Da nimmt er dann z. B. den Dressel nach 45 Minuten wieder raus. Das ist im Normalfall nicht gerade aufbauend, weil so wurscht wars ihm dann doch nicht. Aber es hat nicht hingehauen, denn ich glaube jetzt nicht, dass das so abgemacht war.

anteater
Leser

Okay, jetzt verstehe ich besser, was Du gemeint hast mit dem Betrug am Zuschauer. Heißt nicht, dass ich es ebenso sehe, aber möglicherweise hast Du zumindest stellenweise Recht (Dressel statt Abruscia…).

Ehrlich gesagt fand ich, dass Dressel schon viel früher mal Kurzeinsätze hätte bekommen sollen. Er saß ja oft genug auf der Bank. Köppel übrigens auch.

Alexander Schlegel
Leser

Ja, das Wort „Betrug“ ist jetzt auch etwas zu hart. Mir gehen bei schlechten Leistungen „meiner“ Blauen manchmal etwas die Fan-Gäule durch. Ich bin allerdings auch kein Freund von einem Testspielmodus in der laufenden Saison. Das kann ich persönlich einfach nicht ausstehen. Dafür sind für mich die Vorbereitung bzw. die Testspiele da. Der Zuschauer zahlt ja schließlich auch den vollen Preis.

Trotzdem würde ich persönlich so einen jungen Kerl wie den Dressel erst mal nur 20-25 Minuten bringen, eben Kurzeinsätze wie Du ja auch schreibst. Der muss sich doch auch erst mal an den Spielbetrieb gewöhnen. Und bei Köppel hat das ja auch nicht so ganz hingehauen.

Ich finde, dass Bierofka da gestern nicht so das rechte Gespür für die Gesamtsituation zeigt, wo gerade eh die Fans aufeinander losgehen. Jede (unnötige) Niederlage sorgt da nur wieder für eine noch aufgeheiztere Stimmung. Das sollte man vermeiden.

anteater
Leser

D’Accord !

Und hier sieht man schön, wie viel man manchmal miteinander Reden muss, um auf einen Nenner zu kommen razz Nur so kann es in unserem Fanlager weitergehen, oder?!

Alexander Schlegel
Leser

Im Prinzip hast Du da völlig recht. Und ich bin mir auch sicher, dass es diese derzeitige Verhärtung gar nicht bräuchte. Aber leider, so meine Einschätzung, wird diese Entzweiung auch bewusst geschürt. Aber diese böse Saat wird nicht aufgehen. Wir müssen nur schauen, dass wir ruhig bleiben und nicht die argumentative Linie verlassen. Aber da muss man sich ja in diesem Forum auch keine großen Sorgen machen.

anteater
Leser

Hier im Forum habe ich da auch keine Sorge, aber die Stimmung im Stadion ist untereinander stellenweise schon sehr gereizt.

Löwe
Leser

Verstehe überhaupt nicht was an Gorenzel und Biero herum genörgelt wird.
Wir sind in der oberen Tabellenhälfte. Unser Tabellenplatz entspricht in etwa dem Etat. Und das alles mit der Doppelbelastung Trainerausbildung.

anteater
Leser

Nachtrag: So, jetzt ist es also soweit. Zwickau steht mit der Hälfte unseres Etats einen Punkt hinter uns. Mit einem Etat, der unter dem liegt, den wir derzeit für die nächste Saison haben. Folglich sollten sich alle das Jammern über unseren Etat einfach sparen, denn das ist nur eine vorgeschobene „Argumentation“. Wenn man will, dann geht es!

anteater
Leser

Eben nicht. Entsprechend unseres Etats müssten wir weiter oben stehen. Lass mal Zwickau heute zufällig gewinnen. Dann stehen die einen Punkt hinter uns, mit der HÄLFTE des Etats.

Die Doppelbelastung ist jetzt weg und plötzlich schießen wir weniger Tore und kassieren mehr. Es gab da ein kleines Zwischenhoch, aber die (mindestens) letzten fünf Spiele stolpern die unseren doch wirklich nur noch planlos über den Platz, sind die schwächere Mannschaft und holen wenn mit Glück die Punkte.

Ob die These von Banana Joe stimmt oder die Spieler einfach denken, dass wir eh nicht mehr absteigen können oder sonstwas, schwer zu sagen. Es ist auf jeden Fall schwer mit anzuschauen.

Löwe
Leser

Als wir vor 6-8 Wochen einen gesicherten Mittelfeldplatz hatten waren (fast) alle zufrieden.

Was ist seitdem passiert?

Ich denke es ist eine gesteuerte Kampagne gegen KGaA-Verantwortliche. Es passt manchen halt nicht, dass sich Gorenzel, Bierofka und mittlerweile auch Scharold nicht vereinnahmen lassen.

P.S. Hatte mal eine Statistik gelesen, dass wir den 8.-höchsten Etat hatten. In diesem Bereich liegen wir in der Tabelle. Vom Etat her sind wir z.B. knapp hinter Rostock, deutlich hinter Lautern, Braunschweig, KSC, Wehen…

anteater
Leser

Hallo Löwe,

diese Statistik würde mich wirklich interessieren, denn ich fand nichts wirklich belastbares außer mal Einzelerwähnungen (Zwickau 2,5 Mio, Uerdingen 8 Mio, Wehen 7 Mio etc. sowas). Hat Haching nicht auch 3 Mio Etat? Wir haben 5 Mio, also das Doppelte von Zwickau. Wahrscheinlich auch zumindest fast das Doppelte von Meppen, Lotte, Köln, Aalen. Wo steht Münster? Für das Geld, da würde ich echt mehr erwarten!

Ehrlich gesagt war ich mit den Leistungen auch vor ein paar Wochen nicht zufrieden, aber die Ergebnisse waren besser. Das beruht dann doch sehr. Vielleicht ein Fehler in meiner oder generell der menschlichen Denke? In Wiesbaden zu gewinnen, das war doch z.B. grandios, aber nüchtern betrachtet war das schon ein ziemlicher Duselsieg.

Bei allem Respekt, aber wie soll das eine „gesteuerte Kampagne gegen KGaA-Verantwortliche“ sein? Die Spieler interessieren sich wahrscheinlich maximal am Rande für die internen Konflikte zwischen den Lagern. Oder willst Du damit sagen, dass Steinhart die Ecke direkt ins Aus tritt, weil er Bierofka diskreditieren will? Das ist doch Schmarrn.

Gorenzel, Scharold und Bierofka sind doch komplett vereinnahmt und zwar von der Pro-Investor-Seite. Herr Bierofka ist, wenn man entsprechenden Berichten Glauben schenken darf, quasi befreundet mit Herrn Griss, der ständig am Trainingsgelände anwesend ist. Die Geschäftsführer der KGaA haben erst Stellung bezogen, als es investorenkritisch wurde. Übergriffe investorfreundlicher Löwen auf andere wurden nicht thematisiert, Kritik am Investor wurde zensiert.

Löwe
Leser

Dass die Mannschaft jetzt 2 sehr schlechte Spiele hatte sehen wir glaube ich gleich. Dass Spieler gegen Biero wären habe ich nie behauptet und glaube ich auch nicht.

Biero und Griss sind keine Freunde. Aber Griss wird nach meinem Empfinden von Biero einfach fair behandelt, da Griss über das Sportliche auch relativ gut berichtet. Besser auf alle Fälle als die Abendzeitung und die Bild.

Dass die komplett vereinnahmt von der Investor-Seite sind, sehe ich nicht so. Hab aber das Gefühl, dass alle, die nicht zu 100% auf e.V.-Seite sind und manches auch mal kritisch sehen sofort als Griss-Gefolge bezeichnet wird.

Meiner Meinung nach sollten wir mehr den „goldenen“ Mittelweg suchen und nicht so stark Schwarz-Weiß und in Extremen denken.

anteater
Leser

Na, dann verrate mir doch bitte, wie Du das mit der „gesteuerten Kampagne“ meinst, denn ich kann dafür einfach überhaupt keine Grundlage erkennen.

Es heißt, dass der Herr Griss mit der Familie Bierofka auch mal essen geht. Das geht, meines Erachtens, weit über journalistische Tätigkeit hinaus.

Dass AZ und Bild kein nennenswertes Niveau haben, da sind wir uns sicherlich einig. Ich lese auf DB24 nicht, weil mich die Diskussionsunkultur dort irgendwas von depressiv bis zornig macht.

Gut, das ist jetzt pauschal und auch subjektiv (das mit dem „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“, sinngemäß). Ich höre mir an, was z.B. Du zu sagen hast und möchte Deine Argumente hören. So wie von anderen Befürwortern eines anderen Wirtschaftens auch. Ob Du jetzt Griss-Gefolge bist oder „Scheich-Anhänger“, das vermag ich nicht zu beurteilen. Beides wäre Dein gutes Recht in einem freien Land. Dafür sollte Dir niemand blöde Namen geben und Dir gleich zweimal niemand tätlich kommen. Das wirst Du von mir auch nicht erleben.
Aber sei beruht, denn mir als Kritiker des Gebarens des Herrn Ismaik geht es auf manchen Plattformen auch nicht besser. Hier beim Löwenmagazin, da ist die Diskussionskultur glücklicherweise fast immer viel ziviler.

„Dass die komplett vereinnahmt von der Investor-Seite sind, sehe ich nicht so.“

Na ja, also der Herr Gorenzel hat für meinen Geschmack viel zu häufig öffentlich gemacht, dass er mit dem vorhandenen Etat für die nächste Saison nicht arbeiten kann. Damit versucht er doch schon, die Fans gegen den e.V. aufzubringen. Dabei sollte er einfach mal die Aufgabe annehmen. Osnabrück steht mit einem Etat von € 3 Mio ganze 23 Punkte vor uns. Es geht also mit akribischer Arbeit und Geduld.

Ich fand, dass die e.V.-Seite auch Vorschläge gebracht hat, die einen Mittelweg darstellen. Ich kann beim besten Willen aber nicht erkennen, dass Herr Ismaik bzw. seine Stellvertreter da in irgendeiner Form Interesse daran haben, so etwas überhaupt mal in Erwägung zu ziehen. Es ist doch so, dass alle gemachten Vorschläge kommentarlos abgelehnt wurden. So findet man auch keine goldene und schon gar keine weiß-blaue Mitte.

Es waren nicht nur die letzten zwei Spiele, die schlecht waren. Gegen Braunschweig waren wir sehr klar unterlegen und das über das ganze Spiel hinweg. Gegen Würzburg auch. Ich habe meine subjektive Analyse hier ja schon breitgetreten. Lange habe ich Spieler und Trainer in Schutz genommen, aber, wie manch andere schon an anderer Stelle erwähnt haben, sehe ich auch wenig bis keine Entwicklung. Was machen die im Training? Bestimmte Fehler kann man doch durch Üben abstellen. Die Laufwege bei Standards trainiert man doch eigentlich auch. Da sehe ich ein grundlegendes Problem bei uns. Sind unsere Spieler wirklich so limitiert, spielerisch wie geistig, dass sie sich nicht weiterentwickeln können? Erkennt der Trainerstab denn nicht, was sich da vor unser aller Augen abspielt (weiter Ball, in gefühlt 80% der Fälle ist er dann beim Gegner, um mal nur ein Beispiel unserer „Taktik“ zu bringen)?
Zu Beginn der Saison sagten wir noch „Hey, für die meisten ist 3. Liga Neuland, die müssen sich erst finden.“. Die Saison ist jetzt fast zu Ende und ein Spieler wie Steinhart mit zuvor vorhandener Drittligaerfahrung ist noch immer überrascht, dass da auch ein Ball im Spiel ist (ich spiele an auf diese eine Szene zu Beginn der Partie in Aspach)? Wieso können uns die Studenten aus Münster derart den Schneid abkaufen wie gestern, durch Doppeln, eine Grundtaktik im Fußball? Wieso hat der ballführende Spieler bei uns sehr, sehr häufig keine (!) Anspielstation, außer zurück zu den Verteidigern oder dem Torwart? Das sind jetzt alles Dinge, die über die Saison schlecht gelaufen sind. Manchmal hatten wir Glück, z.B. in Aalen, als die uns früh im Spiel unsere Führung aufgelegt haben oder ein nicht gegebenes Tor für Wehen, und manchmal halt nicht, so wie gestern. Bei dem Etat, da erwarte ich mehr, als auf Glück zu spekulieren. Und der Grund, warum ich über all dies auch nicht mehr hinwegsehen will der ist, dass Herr Gorenzel öffentlich über den zu niedrigen Etat jammert. Es gibt so viele Ansatzpunkte wo man, auch er, etwas besser machen kann. Einfach nur Geld auf das Problem zu werfen, das löst gar nichts.

Baum
Leser

Spiel war bescheiden, aber das „rundherum“ machts einfach schön, da schmerzt sogar eine Niederlage nicht so sehr. Und schön auch mal den Arik kurz persönlich kennen zu lernen. wink

anteater
Leser

Was mir wirklich Sorge bereitet das ist, dass wir hier eine Truppe sehen, die Herr Gorenzel mit vergleichsweise viel Geld zusammengestellt hat. Vom Etat her müssten wir um den Aufstieg mitspielen. Als Entschuldigung kann man eigentlich nur vorbringen, dass zweigleisig geplant werden musste am Ende der letzten Saison. Dennoch wirft es nicht das beste Licht auf den sportlichen Geschäftsführer, dass er mit einem so guten Etat eben nur eine Mannschaft zusammenstellen kann, die schon lange nicht wirklich mehr was reißt. Wie soll das erst mit einem Etat wie jenem von Osnabrück werden? Kann Herr Gorenzel das? Ich glaube nicht.

Banana Joe
Leser

Ja was willst machen mit Ohne-Taktik-Biero, Ohne-Konzept-Günther, Falschgeld-Karger, Stolper-Paul, Planlos-Lex, Zwei-linke-Füße-Steinhart, Glücklos-Mölders, Vogelwild-Hiller und den anderen Koriphäen?

Ich dachte nicht, dass es nochmal eng werden könnte, aber wenn man 6 Spieltage vor Schluss einigen Spielern stecken muss, dass man nicht mehr mit ihnen plant, kommt sowas dabei raus.

Danke Günther!

anteater
Leser

Es ist doch so wie es schon die ganze Saison ist. Wir sind hinten immer für einen kompletten Aussetzer oder zwei gut, das Mittelfeld übergeben wir üblicherweise dem Gegner, unser Spielaufbau ist meist langsam, pomadig, hintenrum, die Spieler sind häufig statisch, bewegen sich nicht in freie Räume, fordern den Ball nicht und die lange Zuspiele landen üblicherweise irgendwo, nur nicht bei einem Mitspieler und vor dem gegnerischen Tor spielen wir viel zu umständlich, immer noch mal hin und her anstatt den Abschluss zu suchen. Das war, ehrlich gesagt, letzte Saison nicht wirklich besser, nur waren da die Gegner schwächer.